Backstage
Erich Kästner BACKSTAGE EXCLUSIV

News

22.02.2002

Fang den Dieb!

Erich Kästner, Fang den Dieb!

In Brasilien heißt der Kinderroman "Pega Ladrao!". Die Musicalfassung von "Emil und die Detektive" in Berlin ist aber auf Deutsch, und die erscheint jetzt auch auf CD.

In Berlin jagen zurzeit Erich Kästners "Emil und die Detektive" nach mehreren Verfilmungen den fiesen Ganoven Grundeis auch tanzend auf der Musicalbühne. Wie Stella, die das neue Musical produzierte, betont, ist es "die einzige von den Kästner-Erben und dem Verlag Kästners autorisierte Musiktheater-Fassung des Romans". Jetzt erscheint die Musicalfassung von Marc Schubring, der die Musik komponierte, und Wolfgang Adenberg, der für Buch und Liedtexte verantwortlich zeichnet, auch auf CD.

 

Emil und seine pfiffigen Freunde erleben in den Straßen der Zweimillionenmetropole ein spannendes Großstadtabenteuer. Entrüstet über den Diebstahl von Emils Geld, verfolgen sie den Verdächtigen mit dem steifen Hut durch ganz Berlin. Stationen dieser gewitzten, listigen und temporeichen Detektivjagd sind legendäre Berliner Adressen wie der Nollendorfplatz, Bahnhof Friedrichstraße und der Nikolsburger Platz.

 

Marc Schubring, der in Berlin-Wilmersdorf aufgewachsen ist, aber lange Jahre in Saarbrücken lebte, komponierte mit dem Musical eine Hommage an seine Heimatstadt. Er orientierte sich mit schrägen Musikklängen an dem Berlin der Zwanzigerjahre, der Entstehungszeit von "Emil". Mit viel Witz und Schmiss und etlichen Gassenhauern unterlegt Schubring Dialoge mit Musik, lässt Melodramen in Songs übergehen und schafft so eine neue Synthese zwischen Musik und Kästners Geschichte.

 

Auf der Bühne tragen Emil und die Jungs natürlich Kniebundhosen in robustem Tweed und die unvermeidliche Schiebermütze, und der Ganove geht nicht ohne Galoschen auf die Straße. Nach der letzten, sehr modernen Filmversion eine willkommene Abwechslung. Und sie passt einwandfrei zu Kästners Berliner Schnauze, die auf der CD so authentisch rüberkommt, dass auch Sechsjährige aus Villingen-Schwenningen zu Berlinern werden. "Er konnte für Kinder schreiben, ohne sich klein zu machen. Er fand Zugang zu ihnen, ohne sich anzubiedern oder in falsche Onkelpose zu setzen", schrieb der große deutsche Theaterkritiker Friedrich Luft, auch ein Berliner, über Erich Kästner.

 

Jetzt kann man seinen "Emil" also auch singen hören - mitsingen. Die Orchesterbegleitung dazu spielt in Berlin live eine zehnköpfige Kapelle im Stil der Twenties. Das wichtigste Instrument dabei? Na, das ist natürlich die Hupe!


KOMMENTARE

Kommentar speichern