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14.03.2012

Erhöhte Radioaktivität - Radio Musik Society von Esperanza Spalding

Ihren Radiotauglichkeitstest hat Esperanza Spalding eigentlich schon mit ihrem letzten, Grammy-prämierten Album “Chamber Music Society” bestanden. Doch nun legt sie mit “Radio Music Society” noch einmal kräftig nach.

Esperanza Spalding, Erhöhte Radioaktivität - Radio Musik Society von Esperanza Spalding © Sandrine Lee Courtesy of Montuno

Kammermusik und Radiomusik sind, so wird es fast jeder sagen, zwei vollkommen verschiedene Welten. Für die junge Bassistin, Sängerin und Komponistin Esperanza Spalding aber ist es von der einen in die andere Welt nur ein kleiner Schritt. Ihr letztes Album hatte Spalding “Chamber Music Society” genannt. Für das fabelhafte Werk erhielt sie als erster Jazzmusiker überhaupt überraschenderweise den Grammy als bester “Newcomer des Jahres” - gegen die Konkurrenz eines gewissen Justin Bieber. Jetzt lässt Esperanza Spalding ein Album mit dem Titel “Radio Music Society” folgen. Als Koproduzent stand ihr bei zwei Stücken kein Geringerer als Q-Tip (A Tribe Called Quest) zur Seite.

Esperanza Spalding: “Joe Lovano und Terri Lyne Carrington sind meine persönlichen Helden”

“Ich hatte über die Jahre hinweg die Ehre und das Glück, mit vielen phänomenalen Jazzmusikern zusammenzuarbeiten”, sagt die gerade einmal 27-Jährige. “Und je besser ich sie und ihre Musik kennenlerne, desto mehr liebe ich sie als Kollegen und betrachte sie als Teil meiner Familie. Ich wollte eine Gelegenheit haben, gemeinsam mit ihnen Songs zu interpretieren, so dass ein breiteres Publikum sie hören kann. Alle meine persönlichen Helden, die in der Jazzwelt verehrt werden - wie Joe Lovano und Terri Lyne Carrington -, sollten von einem Mainstream-Publikum gehört werden, weil das, was sie in ihrer Musik mitteilen, so schön, ehrlich und erhebend ist. Ich denke, dass sie das Leben der Leute, die sie spielen hören, buchstäblich bereichern.”

Prächtiges Zusammenspiel zwischen alten Jazzhasen und jungen Talenten

Neben Lovano und Carrington (die für ihr “Mosaic Project” gerade selbst mit einem Grammy honoriert wurde) sowie ihrem langjährigen Keyboarder Leo Genovese kommen auf “Radio Music Society” auch die beiden Jazzschlagzeug-Legenden Jack DeJohnette und Billy Hart sowie die Gitarristen Jef Lee Johnson und Lionel Loueke zum Zuge. Gesangsparts übernehmen neben Esperanza Spalding noch Algebra Blessett, Lalah Hathaway, Gretchen Parlato, Leni Stern und Becca Stevens. Das Zusammenspiel zwischen alten Jazzhasen und jungen Talenten funktioniert prächtig.

Musik zum unvorbelasteten Genießen

“Ich habe versucht, ein Musikprogramm zusammenzustellen, das Hörer anspricht, die nicht mit Jazz vertraut sind, zugleich meinen Jazzhelden aber auch eine vernünftige Grundlage bietet, um sich selbst auszudrücken”, fährt Spalding fort. “Ich hoffe, dass die Leute alle Elemente meiner Musik genießen können, ohne dass man ihnen verraten muss, aus welchen Genres sie sich ‘angeblich’ zusammensetzt. Jeder sollte dies Album unvorbelastet anhören. Es ist eine Reise. Jeder soll sich seine eigenen Gedanken machen und seine eigenen Empfindungen haben. Aber das Wichtigste ist: Jeder soll es genießen!”


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