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03.03.2016

Ein neuer Star ist geboren - Goodbye Esperanza, hello Emily

Esperanza Spalding, Ein neuer Star ist geboren - Goodbye Esperanza, hello Emily

Die schlechte Nachricht zuerst: Esperanza Spalding hat sich nach vier Soloalben und vier Grammy-Gewinnen mit nur 31 Jahren - zumindest vorübergehend - von der Bühne verabschiedet. Die gute, nein, sehr gute Nachricht: In Person der bislang unbekannten Emily präsentiert sie uns selbst ihre Nachfolgerin. Die trägt statt einem imposanten Afro geflochtene Zöpfe, versteckt ihr Gesicht hinter einer großformatigen, babyblauen Brille und wirkt auf den ersten Blick ein wenig madonnenhaft. Aber davon sollte man sich bloß nicht täuschen lassen. Denn musikalisch hat es diese Emily, wie ihr Debütalbum "Emily's D+Evolution" zeigt, wahrlich faustdick hinter den Ohren. Wie Spalding spielt sie zwar auch virtuos Bass und singt, pflegt aber ganz andere stilistische Vorlieben. Denn Emily steht weniger auf Jazz, Bossa Nova oder kammermusikalische Experimente und mehr auf kraftvollen Black Rock und knochentrockenen Funk. Gemeinsam mit dem Gitarristen Matt Stevens und den alternierenden Schlagzeugern Justin Tyson und Karriem Riggins bildet sie ein unglaublich elektrifizierendes und zugleich sehr elastisches Power-Trio.

In Tony Visconti holte sich Spaldings Alter ego für "Emily's D+Evolution" außerdem eine Legende als Koproduzenten an Bord. Denn Visconti produzierte etliche Alben von Rock- und Popikonen wie T. Rex, Thin Lizzy und David Bowie, darunter auch "Blackstar", das sensationelle Abschiedsalbum des kürzlich verstorbenen Bowie. Nicht weniger sensationell, wenn auch ganz anders ist "Emily's D+Evolution" geraten, über das die New York Times meinte: "Spalding [oder vielmehr Emily] fühlt sich immer noch zu Wayne Shorters harmonischer Tiefe und Stevie Wonders melodischer Luftigkeit hingezogen, aber ihren Bezugsrahmen hat sie in gesunder Weise erweitert: 'Funk Your Fear' hat die gewundene Verästelung einer Funkadelic-Hymne und 'Noble Nobles' beschwört schamlos die Joni Mitchell der 'Heijira'-Ära herauf."

Auch der US-amerikanische Rolling Stone war hin und weg: "Wenn sie sich entscheiden sollte, Art-Rock zu einer Vollzeitleidenschaft zu machen, könnte sie ernsthaft mit St. Vincent oder den Dirty Projectors konkurrieren." Es sei denn, Esperanza Spalding entscheidet sich, wieder ihren Platz einzunehmen und Emily in den Ruhestand zu schicken. Aber das wäre nach diesem beeindruckenden Debüt tatsächlich ausgesprochen schade.


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