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30.05.2017

Extrabreit

Auch wenn Extrabreit unter den erfolgreichsten Bands der Neuen Deutschen Welle rangieren, sind die Fünf aus Hagen eigentlich die Erfinder des deutschen Pop-Punks. Ende der 1970er vom Schaufensterdekorateur Stefan "Kleinkrieg" Klein (Gitarre) gegründet, hob ihre Karriere 1980 mit dem Phänomen NDW ab: "Ja, wir haben den Scheiß eben mitgemacht“, schreiben sie – volle Breitseite! – auf ihrer Webseite.

Sie kamen aus der Punk-Bewegung. Das bayerische Radio boykottierte (auf Anordnung vom Ministerpräsidenten Strauß) ihre Songs: "...die Polizei-ei-ei" und natürlich "Hurra, die Schule brennt". Gleich zu Beginn der Karriere bekamen sie Legendenstatus. Die erste LP nannten sie "Ihre größten Erfolge". Nachdem sie die Charts stürmten und auf die Bravo-Titelseite kamen, feindete die Punk-Avantgarde sie als Abzocker an.

Ähnlich wie Ton Steine Scherben entstammen die "Breiten" dem alt-bundesrepublikanischen Paralleluniversum der linken Spontis und schrägen Originale. Extrabreits Leadsänger Kai Havaii lässt es in seinem autobiografischen Roman "Hart wie Marmelade" (2007) Revue passieren. Da ist der "Mann mit der Goldrandbrille und der Rainer-Barzel-Frisur" alias der Abteilungsleiter des Hagener Quelle-Kaufhauses, bei dem Extrabreit ein Konzert gaben und die Fans dann den Laden plünderten. Songs wie "Kleptomanie", "Superhelden" "Kokain", "Komm nach Hagen (werde Popstar)" und "Duo Infernal" (mit Marianne Rosenberg) sind Meilensteine der 80er.

1990 gab es ein Comeback mit dem Best-Of-Album "Zurück aus der Zukunft" und einem Top-20-Remix von "Flieger, grüß mir die Sonne". Es folgten ausverkaufte Tourneen und mehr Alben, darin Hits wie "Joachim muss härter werden" und Duette mit Hildegard Knef ("Für mich soll's rote Rosen regnen") und Harald Juhnke ("Nichts ist für immer").

Auch heute ist die Band noch aktiv und verkauft weiter ihre frühen LPs. 2005 zelebrierten die Breiten in Hagen ihr tausendstes Konzert und verbuchten gleichzeitig Platin-Status (500.000 verkaufte Exemplare) "Ihrer Größten Erfolge".


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