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28.02.2017

Fanny Andersen, "Kids", 2017

Als sich die in Oslo lebende Fanny Andersen für eine Karriere als Popsängerin entschied, war das ein Verlust für die Musical-Bühnen dieser Welt – und ein klarer Gewinn für den Pop.

Seit jeher schien Andersen ein Platz im Rampenlicht gewiss zu sein, auch wenn alles eher auf die Theaterbühne hinwies als auf die im Club. Ihre Familie ist zwar musikalisch, aber ihre Mutter ist Schauspielerin und Standup-Comedian. "In meiner Familie gab es nie diesen Druck, eine solide Ausbildung zu machen und eine zukunftssichere Laufbahn einzuschlagen – all diese Ziele, die andere Eltern ihren Kindern aufdrängen wollen", erinnert sie sich an ihre Schulzeit. "Bei einer Schulaufführung habe ich das Waisenmädchen Annie im gleichnamigen Musical gespielt. Als ich den Song 'Tomorrow' sang, war meine Lehrerin zu Tränen gerührt. Dabei mochte sie mich überhaupt nicht! Damals wurde den Erwachsenen zum ersten Mal klar, dass sie es mit mehr zu tun hatten als einfach nur einem süßen Kind, das ganz nett singt."

Die Anekdote zeigt, dass die Anlagen zum Popstar bei Fanny Andersen schon früh vorhanden waren. So schaffte sie es, Widrigkeiten wie die Ablehnung ihrer Lehrerin in etwas ganz Besonderes und Positives zu verwandeln.

Den inneren Funken dieser frühen Begegnung mit dem Ruhm nutzt sie nun, um das Feuer ihrer Pop-Karriere zu entfachen. Popmusiker mit Selbstbewusstsein findet man heutzutage an jeder Ecke. Aber eine Künstlerin, die Pop, Ehrlichkeit und Selbstbewusstsein in sich vereint, ist reines Gold. Mit ihrer Single "Kids" stieß die junge Norwegerin gleich auf eine ganze Goldmine.

Andersen, die klar von der Welt der Musicals beeinflusst ist und die Produktion eines Tracks nicht nur hören, sondern den ganzen Song über den reinen Text und Gesang hinaus spüren möchte, fühlt sich "am stärksten und eindeutigsten von Etta James und Aretha Franklin inspiriert – den Klassikern also". Wenn man genau hinhört, wird jedoch klar, dass die Leidenschaft in einem Song wie "Kids" aus ihrem eigenen Inneren stammen muss.

"Den Ausgang für meine Songs bilden immer meine eigenen Erfahrungen", erklärt Fanny Andersen. "Wenn man mich kennenlernt, komme ich als glücklicher, ausgeglichener Mensch rüber. Aber nicht einer meiner Songs ist fröhlich! Viele sind eher eine selbstkritische Reflektion darüber, wie es ist, jung zu sein – ziemlich hart nämlich, jedenfalls manchmal. Es ist schwer, herauszufinden, was man mit seinem Leben machen möchte. Mit 16, 17, 18 ist man jung und vielversprechend und kann so viel erreichen. Aber man tut nicht wirklich etwas. Und eines Tages ist man plötzlich 20 und gar nicht mehr so jung und vielversprechend."

Um genau diesen Zustand geht es in "Kids": um die Schwierigkeit, die vielen widersprüchlichen Gefühle zu verarbeiten, in einer Welt, die hohe Erwartungen an junge Menschen stellt und sie unter Druck setzt, endlich erwachsen zu werden. "Ich wollte Musik machen, aber nichts hat funktioniert. Bei jeder Party, auf der ich war, hieß es, ich müsse etwas lernen, ich müsse einen Plan haben. Aber ich wollte immer schon Musikerin sein – einen anderen Plan hatte und wollte ich nie!"

Bei allem, was für 2017 noch ansteht, sollte sich die Musikwelt auf ein entschlossenes neues Talent gefasst machen. Fanny Andersen ist mehr als bereit, sie im Sturm zu erobern.


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