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16.11.2010

Bio 2010

Der Name Far East Movement steht für einen Brückenschlag: Die vierköpfige Crew schließt die Lücke zwischen Underground und Mainstream, zwischen wilden Party-Tracks und dem HipHop- und Pop-Sound, wie er momentan im Radio läuft. Anders gesagt: Far East Movement, die auch unter der simplen Abkürzung FM bekannt sind, kombinieren HipHop, Pop, Electro- und Dance-Elemente zu einem unverwechselbaren Sound, den sie selbst als "Free Wired" bezeichnen. Mehr noch: Ein ganzer Lifestyle verbirgt sich hinter diesen zwei Worten.

Im Klartext bedeutet "Free Wired": Immer online sein, immer „verdrahtet“, immer im Austausch, den Lifestyle, den man an den Tag legt, gleich im Netz dokumentieren und somit die Party nie enden lassen. Ganz gleich, ob es sich um ihre wöchentliche Radioshow auf der Seite www.cherrytreeradio.com, um tägliches Bloggen (unter www.fareastmovement.com) oder eine weitere Folge ihrer "FM Satellite"-Webisodes handelt, die sie in der Regel zwischen ihren Auftritten mit ihren "Spy Cams" drehen – ihr Motto lautet stets: "geek out 25 hours a day, 8 days a week". Zu Deutsch etwa: sich 25 Stunden am Tag gehen lassen, und das acht Tage die Woche. Volles Programm also.

Kev Nish, Prohgress, J-Splif und DJ Virman, die sich nie ohne ihre stylischen Sonnenbrillen, schmale Krawatten, glänzende Blazer und die neuesten Sneaker-Modelle blicken lassen, ist es gelungen, den Sound der Club-Szene von L.A. zu einem internationalen Phänomen zu machen: Immerhin sind sie bereits zwei Mal um die Welt getourt, konnten diverse Tracks in Filmen und im Fernsehen platzieren und hatten schon den größten Radiohit ihrer Heimatstadt gelandet, als ihr Debütalbum noch nicht mal ansatzweise im Kasten war. Das jedoch wird diesen Herbst endlich auf Cherrytree Records/Interscope erscheinen – und der Titel dürfte ja auch bereits klar sein: "Free Wired".

Martin Kierszenbaum, der Chef von Cherrytree Records, war schwer beeindruckt, als er sah, welche Entwicklung die Karriere von FM nahm: "Martin sagte zu uns: 'Hey, uns gefällt euer Lifestyle und wir würden gerne bei eurer Party mitfeiern; wir stehen nicht nur auf eure Songs – euer Sound und der ganze Lifestyle, der dazugehört, ist einfach der Hammer", berichtet Kev Nish über die erste Begegnung mit Kierszenbaum, der sonst Künstler wie Lady Gaga, Keane, La Roux und Tokio Hotel in den Staaten betreut.

Genau genommen war Martin dermaßen begeistert von FM, dass er ihre Songs gleich ans Lager von Lady Gaga weiterleitete, was dazu führte, dass die Jungs im April im Rahmen ihrer "Monster Ball"-Tour in Japan auftreten konnten. Die Mitglieder von FM bezeichnen die Gigs mit Lady Gaga als "einen ganz großen 'Free Wired'-Moment" und als eine extrem lehrreiche Erfahrung. "Sie gibt jeden Abend 200 Prozent auf der Bühne, zwei Stunden lang, und das Nacht für Nacht – das zu sehen ist einfach unglaublich inspirierend." Am anderen Ende der Welt bekamen sie darüber hinaus jede Menge Ratschläge von ein paar der größten Bühnen-Ikonen unserer Zeit. Einen Monat drauf flogen sie dann schon wieder um die halbe Welt, als N*E*R*D sie gleich im Anschluss für ihre Tour ins Boot holten.

Kein Wunder: Die grandiose Bühnenshow von FM und ihr ganzer "Free Wired"-Lifestyle waren schließlich auch der Grund, warum mit einem Mal immer mehr Leute hinhörten und genau wie Kierszenbaum mitfeiern wollten. Dabei sind die Bühnenpräsenz und ihr Lifestyle noch längst nicht alles; auch ihr Look und nicht zuletzt die neuen Medien spielen bei FM eine zentrale Rolle: "Wir sind ungelogen in jedem Club in Südkalifornien aufgetreten und haben keine Gelegenheit ausgelassen, um eine Party zu veranstalten. Dazu haben wir uns auch in sämtlichen Lofts unserer Freunde ordentlich gehen lassen und bis zum Sonnenaufgang auf irgendwelchen Dächern in Downtown L.A. Shows gespielt." "Unser Ansatz und unser Style erlaubt es uns, die ganze Nacht durchzufeiern und trotzdem morgens für ein wichtiges Business-Meeting auf der Matte zu stehen: Wir sehen auch dann noch fresh genug aus, und außerdem haben wir ja noch die Sonnenbrillen, damit man uns den Schlafmangel nicht ansieht", meint Prohgress lachend.

Während die vierköpfige Crew die Nacht in ihrer Heimatstadt also permanent zum Tag machte, feilten FM zugleich immer weiter an ihrem Sound und ihrer Performance: "Als wir dann irgendwann mehr harte Electro-Sounds und Synthesizer in unsere Stücke einbauten, mehr mit Four-to-the-Floor-Beats machten und die Produktionen so massiv wie die von Daft Punk wurden, mussten wir auch die Performance passend dazu gestalten", so Prohgress. "Und als dann 'Girls On The Dance Floor' im Kasten war, hatten wir endlich auch die perfekte musikalische Panzerfaust für unser Live-Set gefunden, um alles platt zu machen."

Besagter Party-Banger ging dermaßen durch die Decke, dass unzählige der im Songtitel adressierten "Girls" kurzerhand zur Videokamera greifen und ihre tänzerischen Skills dokumentieren sollten: Während die Clips plötzlich überall im Netz auftauchten, explodierte "Girls On The Dance Floor" Ende letzten Jahres förmlich und war in L.A. pausenlos in jedem Club und auf allen Sendern zu hören. Die ganzen Hörerwünsche und Playlisten hatten jedoch noch einen Nebeneffekt: Als Jay-Z für ein großes Konzert in die Stadt kam, durften sich auch Far East Movement die Bühne mit dem "Michael Jordan of Recording" teilen...

Noch krasser waren die Reaktionen der Fans, als FM mit "Like A G6" den nächsten Track vom Stapel ließen: "Die Nummer hatte schon längst über eine Million Views auf YouTube, als die ersten Radio-DJs hellhörig wurden und den Track spielten", berichtet Kev Nish über den Song, den FM gemeinsam mit The Cataracs in nur zwei Stunden aufgenommen hatten. 

Während Far East Movement auf ihrem kommenden "Free Wired"-Album selbstverständlich an den Druck von Hits wie "Girls On The Dance Floor" und "Like A G6" anknüpfen, präsentieren sie darüber hinaus auch neue Facetten ihres Sounds – ruhigere Tracks, Dance-Elemente aus den Achtzigern, ja sogar Pop- und Tribal-Einflüsse.

Auf dem bombastisch klingenden "If I Was You" hilft ihnen Snoop Dogg am Mikrofon aus, jedoch begegnet man hier nicht dem typischen Snoop, sondern einem Rapper, der plötzlich singt und sich damit perfekt in den Gesamtsound von FM integriert. Weiter geht's mit einem Midtempo-Dance-Track namens "So What", der nicht nur für volle Tanzflächen sorgen wird, sondern auch mit einem Sample jener Crew besticht, die zu den wichtigsten Einflüssen von FM zählt: The Beastie Boys. Wie der Titel schon erahnen lässt, haben sie für diese Nummer deren "So What'cha Want"-Klassiker als Sample-Basis gewählt.

Auf dem zukünftigen Club-Banger "Go Ape" gibt sich dann auch Lil Jon die Ehre und lässt sich ordentlich gehen: FM waren gerade mit ihren Hausproduzenten im Studio, den bereits für einen Grammy nominierten Stereotypes, als plötzlich der Name des Rappers und Produzenten aus Atlanta fiel, weil sie mit diesem Track in Richtung Crunk aufbrechen. Wenige Sekunden später waren die Stereotypes (die schon zuvor mit Lil Jon gearbeitet hatten) auch schon mit der Crunk-Legende per iChat verbunden. "SCHICK MIR SOFORT DEN TRACK RÜBER", lautete dessen Reaktion, wie Kev Nish zu berichten weiß. "Und ein paar Tage später stand auch schon der fertige Track mit Lil Jon." Momente wie dieser sind es, die FM mit dem Ausdruck "Free Wired" meinen. Es gab ausgesprochen viele davon, und sie ziehen sich daher wie ein roter Faden durch die Sessions, die zum gleichnamigen Longplayer führen sollten...

Mit der Singleauskopplung "Rocketeer" drosseln sie das Tempo von "Free Wired": Statt Crunk und Party-Electrosound präsentieren FM in diesem Fall eine massive Popballade, die sie gemeinsam mit dem OneRepublic-Frontmann Ryan Tedder aufgenommen haben. "Unsere nächste Single wird für viele Fans sicherlich eine Überraschung sein, aber eine verdammt grandiose Überraschung", meint J-Splif. "Mit der Nummer bewegen wir uns definitiv auf musikalisches Neuland, aber genau das ist es schließlich, was wir permanent versuchen.“ Am anderen Ende des klanglichen Spektrums befindet sich der treibende Dance-Song „Don’t Look Now“, ein Liebeslied (auch das ist neu und überraschend), der wiederum von den Stereotypes produziert wurde.

"Insgesamt treffen Far East Movement den Geschmack von aufgeschlossenen Leuten, die in einer Nacht schon mal in drei Clubs gehen, weil sie verschiedene Sachen hören wollen, die dabei einfach nur lässig auftreten, auf dicken Felgen und noch dickeren Tretern durch die Nacht von L.A. gleiten, um schließlich in den frühen Morgenstunden auf der After-Afterparty zu landen und irgendwann zu Hause anzukommen, wo sie sich gleich an den Rechner setzen und diesen Lebensstil auch online weiterführen", sagen die Jungs über sich und ihren ganzen Ansatz.

Die vier Mitglieder von Far East Movement sind gemeinsam in L.A. aufgewachsen. Neben der in den letzten Jahren wieder aufgeblühten Downtown-Szene zählen ganz unterschiedliche musikalische Vorbilder – alles von Westküstenhelden wie The Pharcyde und Dr. Dre über den Dance-Sound von DJ Tiësto und Daft Punk bis hin zu L.A.-Rockern wie Guns N’ Roses, Linkin Park und Blink 182 – zu ihren wichtigsten Einflüssen. "Die Liste unserer Einflüsse ist mindestens so groß wie die Speicherkapazitäten unserer iPods."

Als sie die Highschool hinter sich gebracht hatten, konzentrierten sie sich darauf, ihre Musik ernsthafter zu verfolgen; sie ließen nun keinen Auftritt mehr aus und spielten überall in L.A., wo man sie auf die Bühne ließ – ganz gleich, ob Club-, Bar- oder Loft-Auftritt. Einer ihrer frühen Auftritte fungierte als Benefizkonzert für ein Reha-Zentrum, in dem Hilfe für Drogenabhängige aus ihrer Gegend angeboten wurde. Zu dem Zeitpunkt hatten sie noch keinen einzigen Song aufgenommen. Es ging ihnen einfach nur darum, möglichst viel Bühnenerfahrung zu sammeln und an ihrer Performance zu arbeiten.

"Außerdem zeichnet sich unsere Bewegung dadurch aus, wie intensiv wir persönlich mit unseren Fans in Verbindung bleiben", berichtet J-Splif weiterhin. "Sie wünschen sich unsere Tracks im Radio und bei den DJs im Club, und wir haben immer ein offenes Ohr für sie und versuchen ihre Wünsche zu erfüllen. Früher sind wir manchmal in den Club gegangen und haben die ganze Nacht nur die Leute auf der Tanzfläche dabei beobachtet, wie sie auf die Songauswahl des jeweiligen DJs reagierten." "Es ist absolut wichtig, dass wir mit dieser LP der ganzen Welt zeigen, was bei uns geht und wie wir musikalisch ticken", fügt Kev Nish hinzu. "Wir wollen mit den Songs erreichen, dass die Leute einfach mal ein bisschen ausrasten, sich gehen lassen, dazu abgehen, und zwar so, wie es ihnen gerade in den Sinn kommt – und sie danach mit uns auch weiterhin 'verdrahtet' sind, sowohl bei den eigentlichen Partys als auch im Netz. Live Free und Stay Wired lautet das Motto, auf dem das alles basiert."

Als sie dann Kanye West zum ersten Mal live sahen und realisierten, was bei seinen Shows passiert, hatten sie ein weiteres Vorbild in Sachen Performance gefunden: "Ich kann mich noch genau daran erinnern, wie wir bei der Show von Kanye waren", erzählt Prohgress. "Er warf ein Handtuch in die Menge und die Leute prügelten sich sofort darum. Das wollen wir auch erreichen. Um diese Art von Energie und diesen Lifestyle ging es von Anfang an bei unseren Shows."

Viele Leute kennen die Musik von Far East Movement bereits, nur wussten sie vielleicht noch nichts davon, schließlich wurden ihre Tracks schon so oft in Filmen und im Fernsehen eingesetzt, dass sie in dieser Hinsicht durchaus auf Augenhöhe mit den absoluten Superstars der Musikwelt sind: "Girls On The Dance Floor" war beispielsweise gerade erst in einer Schlüsselszene des Kinohits "Männertrip" zu hören, wie auch im Finale der vierten Staffel von MTVs "America’s Best Dance Crew", in „CSI: Miami" und in "So You Think You Can Dance" vom Sender FOX. Darüber hinaus liefen ihre Stücke auch in den Serien "Gossip Girl", "Entourage" und „Lincoln Heights", bei der Wahl zur "Miss America 2009" sowie im Kino- und Videospiel-Hit "The Fast & The Furious".

Nachdem sie passend dazu auch bei den diesjährigen Filmfestivals in Cannes und beim Sundance Festival auf der Bühne standen, sind FM bereits um die halbe Welt getourt: Unter anderem waren sie in Asien, Südamerika, Großbritannien, Korea, Hongkong, Macao, Singapur, den Niederlanden sowie in sämtlichen Ecken der USA unterwegs.

Mit der Veröffentlichung von "Free Wired" stehen Far East Movement nun in den Startlöchern und sind bereit für den nächsten großen Schritt: Sie sind unfassbar talentiert, vollkommen unabhängig, permanent mit dem Rest der Welt "verdrahtet", werden scheinbar nie müde, und haben keine Angst, neue Wege einzuschlagen – sprich: man wird ihren Namen ab sofort noch häufiger hören.


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