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17.03.2011

Neue Welten - Francesco Tristanos Debütalbum für die Deutsche Grammophon

Auf die Idee, Johann Sebastian Bach und John Cage zu verknüpfen, muss man erst einmal kommen. Aber sie macht Sinn, wenn jemand wie Francesco Tristano sich ans Klavier setzt

Francesco Tristano, Neue Welten - Francesco Tristanos Debütalbum für die Deutsche Grammophon © Deutsche Grammophon / UMG

Er spielt ein gewagtes Spiel. Denn Francesco Tristano beschränkt sich nicht auf ein Wirkungsfeld. Noch keine dreißig Jahre alt, wurde der luxemburger Pianist in einer Ära der Vielfalt groß, geprägt von der Internationalität der kulturellen Wahrnehmung und der Empfindung der ständigen und omnipräsenten Verfügbarkeit der gesamten musikalischen Tradition. Für den hoch begabten Künstler bedeutete das zweierlei. Zum einen beschloss er, sich nicht einschränken zu lassen, und zunächst eine Karriere als Bach-Interpret zu versuchen. Er studierte nicht nur an der renommierten Juilliard School in New York bei Rosalyn Tureck, sondern gründete auch das von ihm geleitete Kammerensemble The New Bach Players. Er reüssierte auf Wettbewerben wie im französischen Orléans, begeisterte bald ein Publikum in größeren Sälen und schien schon die typische Laufbahn eines klassischen Pianisten einzuschlagen.

Doch Francesco Tristano hört auch gerne Jazz und Pop, Clubmusik und Electro. Und so konzentrierte er sich nicht nur auf Einspielungen von Bach bis Berio, sondern arbeitete mit Kollegen aus anderen Lagern wie Carl Craig zusammen, einem der kreativen Köpfe der Detroiter Techno-Szene der zweiten Generation. Und prompt fand sich Francesco Tristano bald in den Clubs wieder, als einer der Protagonisten der neuen Grenzüberschreitung der Klangempfindungen und landete mit Alben wie „Not  For Piano“ Erfolge jenseits der Barock-Gemeinde. Und da er auch auf diesem Feld richtig gut war, folgte die Anerkennung bei einem Publikum, das sonst eher selten mit den Soundwelten eines Konzertflügels konfrontiert wurde.

Das Album „bachCage“ knüpft nun an diese Erfahrungen des vergangen Jahrzehnts an. Denn auf der einen Seite spielt Francesco Tristano mit faszinierender Eleganz Werke aus dem immer aktuellen Bach-Fundus wie die „Partita Nr.1, B-Dur BWV 825“ oder die „Vier Duette, BWV 802-805“. Sie werden kontrastiert mit atmosphärischen Impressionen des jungen John Cage, die mal wie ein ferner Gruß in die Welt des Impressionismus wirken, mal wie ein Manifest der Möglichkeiten, die der amerikanische Komponist in den folgenden Jahrzehnten entwickeln sollte. Tristanos Ansatz bezieht darüber hinaus auch moderne Studiotechnik mit ein, nicht als vordergründigen Effekt, sondern in Kooperation mit dem Produzenten Moritz von Oswald als Optimierung der Gestaltungsmöglichkeiten. So wird „bachCage“ zu einer weiteren klangopulenten Visitenkarte eines Künstlers, den die Beschränkungen der Konventionen herausfordern, ebenso gewitzt wie inhaltlich konsequent dagegen vorzugehen.

Für die Download-Version des Albums wurde erstmalig auch das LP-Format von iTunes eingesetzt. Die iTunes-LP-Version, die praktisch eine Sonderwebsite für den iTunes Player ist, beinhaltet ausführliche Informationen zu Künstler, Komponisten und dem Album, einen Videoclip mit Musik und auch eine Albumdokumentation. Als ganz besonderes Feature erhalten die User einen exklusiven Remix des Produzenten Moritz von Oswald.

Tourtermine Francesco Tristano:

11.04.2011        Munich, Allerheiligen Hofkirche „bachCage”
12.04.2011        Frankfurt a.M., Cocoon Club, Yellow Lounge presenting: „bachCage”
27.04.2011        Berlin, Radialsystem „bachCage”
28.04.2011        Dresden, Yellow Lounge presenting: „bachCage”
05.05.2011        Hamburg, Laeiszhalle All-Bach piano recital
09.05.2011        Klavier-Festival Ruhr, Bottrop, „bachCage“
13.05.2011        Leipzig, „bachCage”
27.05.2011        Hamburg, Laeiszhalle „Pop Art“
09.09.2011        Festspiele Mecklenburg-Vorpommern, „bachCage“


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