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03.11.2016

Furios: Franco Fagioli überzeugt als Farnaspe in Pergolesis Oper "Adriano in Siria"

Giovanni Battista Pergolesis barocke Oper "Adriano in Siria" bietet alles, was das Herz eines Opernfans begehrt und präsentiert in der neuen Einspielung für Decca einen Franco Fagioli in Höchstform.

Franco Fagioli, Furios: Franco Fagioli überzeugt als Farnaspe in Pergolesis Oper Adriano in Siria © Stephan Boehme

Liebe, Macht, Intrigen und Leidenschaft - das Libretto von Pietro Metastasio aus dem Jahr 1732 hat es in sich und beleuchtet politische und zwischenmenschliche Konflikte mit treffsicherer Präzision. Der italienische Komponist Giovanni Battista Pergolesi hat während der kurzen Schaffenszeit vor seinem Tuberkulose-Tod mit nur 26 Jahren, die fiktiven Geschichten aus dem Leben des römischen Kaisers Hadrian als Auftragswerk für den König von Neapel musikalisch in Szene gesetzt. Seine barocke Oper gilt als zentrale Vertonung des Librettos, wurde jedoch zu Lebzeiten vom Publikum abgelehnt, so dass sie für zwei Jahrhunderte in der Versenkung verschwand und erst in den 1980er Jahren wieder im Rampenlicht erschien.

Mutige Annäherung

Lediglich die virtuosen Arien, die Pergolesi dem gefeierten Kastraten Caffarelli auf den Leib komponiert hatte, wurden begeistert aufgenommen, weil der exzentrische Sänger darin einmal mehr das ganze Spektrum seiner außergewöhnlichen Stimme präsentieren konnte. Mehr als 280 Jahre nach der Blütezeit der barocken Kastraten präsentiert Decca auf der neuen Aufnahme von "Adriano in Siria" mit dem argentinischen Countertenor Franco Fagioli in der Rolle des Farnaspe einen unerschrockenen, modernen Caffarelli des 21. Jahrhunderts, der der stimmlichen Virtuosität der barocken Vorbilder in nichts nachsteht und sich mit leidenschaftlichem Impetus in Pergolesis komplexe Klangwelten stürzt.

Musikalische Herausforderungen

Bereits in der ersten Bravourarie "Sul mio cor so ben qual sia" demonstriert Franco Fagioli mit weiten Sprüngen, schwindelerregenden Läufen und langen Bögen augenblicklich seine stimmlichen Fähigkeiten. In "Lieto così talvolta" verweben sich die Gesangsstimme und die Melodie der Solo-Oboe chromatisch miteinander zu einem filigranen Klanggebilde und in "Torbido in volto e nero" erweist sich Franco Fagioli als echter Stimmakrobat, wenn er sich mit virtuosen Kapriolen über das satte klangliche Fundament hinweg schwingt, das die Capella Cracoviensis dem Sänger auf historischen Instrumenten unter der Leitung von Jan Tomasz Adamus bereitet.

Brillante Besetzung

Neben Franco Fagioli als Farnaspe, sind auch die weiteren Rollen der Oper durchweg glänzend besetzt. Die russische Sopranistin Dilyara Idrisova kann in der Rolle der Sabina in den Arien "Chi soffre, senza pianto", "Splenda per voi sereno" und "Ah, ingrato, m’inganni" eine bemerkenswerte Bandbreite von Gefühlen ausdrücken, Romina Rosso brilliert als Emirena mit strahlender Höhe in "Prigioniera abbandonata" und der ukrainische Countertenor Yuriy Mynenko schlüpft überzeugend in die Rolle des Kaisers Hadrian.

Am 16. Dezember kann man die glanzvolle Besetzung mit Pergolesis Oper live in einer konzertanten Aufführung im Theater an der Wien erleben. Die Aufnahme erscheint bereits am 4. November 2016 in einer umfangreichen Box mit drei CDs.

 


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