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17.11.2011

Liedermacher und Protestsänger gestorben

Der Singer-Songschreiber, Schriftsteller und Autor der „Schmuddelkinder“ ist tot.
Vor wenigen Tagen verstarb Franz-Josef Degenhardt, kurz vor seinem 80. Geburtstag, friedlich in seinem Heimatort Quickborn bei Hamburg. Dies bestätigte Degenhardts Sohn Kai.

In der musikalischen Tradition französischer Chansonniers wie George Brassens und Jacques Brel, mit einem Deutsch vom Schlage Berthold Brechts und Kurt Tucholskys, wurde Degenhardt in den 1960ern zum Star der Studentenbewegung.

Degenhardts „Spiel nicht mit den Schmuddelkindern“ („sing nicht ihre Lieder, geh doch in die Oberstadt, mach´s wie deine Brüder...“) brachte ihm als einem der wenigen Polit-Liedermacher den Sprung in die deutsche Hitparade.

Heute ist „Spiel nicht mit den Schmuddelkindern“ ein deutscher Chanson-Klassiker und Hymne der Alternativszene. Immer noch bekomme man „Gänsehaut bei diesem 1965 entstandenen Lied, das eigentlich ein bitterer Personenroman ist, in dem sich das Leben der deutschen Nachkriegsgeneration spiegelt“, stand gerade in der FAZ zu lesen.

Jura-Absolvent, zuerst SPD-, später DKP-Mitglied, ist der bärtige Barde,
neben Hannes Wader, das Sprachrohr des linken Spektrums der alten Bundesrepublik gewesen. „Politik gehöre für ihn in die Kunst, zitiert der Degenhardt-Nachruf auf tagesschau.de ein seltenes Interview mit ihm, kurz vor seinem 75. Geburtstag. "Es ist ja kein Singen, kein Lesen, kein Malen außerhalb historischer Horizonte möglich. Es ist immer öffentlich, gesellschaftsbezogen und damit auch politisch."

Die am 02. Dezember 2011 bei Universal erscheinende große Degenhardt-Retrospektive „Gehen unsere Träume durch mein Lied“ war anlässlich seines 80. Geburtstags geplant. Nun wird sie im Todesjahr von Franz Josef Degenhardt erscheinen. Zusammengestellt von seinem Sohn Kai, umfasst „Gehen unsere Träume durch mein Lied“ die gesamte Karriere Degenhardts auf 4 CDs.


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