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George Benson BACKSTAGE EXCLUSIV

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06.01.2009

Biografie George Benson

“Songs And Stories” nannte der zehnfache Grammy-Gewinner George Benson sein zweites Album, das er auf Concord Records in Kooperation mit Monster Music veröffentlicht. Die Stücke und Geschichten, die dem Album seinen Titel gaben, wurden von einigen der produktivsten und beständigsten Songwriter des letzten halben Jahrhunderts verfasst. Drei Nummern wurden speziell für dieses neue George-Benson-Album geschrieben. Bill Withers, der sich in den 90ern schon weitestgehend aus dem Musikbusiness zurückgezogen hatte, ließ sich von Benson dazu animieren, das “Rentnerdasein” aufzugeben und ihm ein brandneues Lied zu schreiben: “A Telephone Call Away”. Der gebürtige Brite Rod Temperton (der u.a. dem jüngst verstorbenen Michael Jackson zahlreiche Hits wie “Rock With You”, “Off The Wall", “Burn This Disco Out”, “Baby, Be Mine”, “The Lady In My Life” und “Thriller” auf den Leib schneiderte) steuerte “Family Reunion” bei und Lamont Dozier (vom legendären Motown-Hitlieferantenteam Holland-Dozier-Holland) beglückte George Benson mit “Living In High Definition”. Andere Stücke - wie James Taylors “Don’t Let Me Be Lonely Tonight”, Donny Hathaways “Someday We’ll All Be Free” und Tony Joe Whites “Rainy Night In Georgia” - wurden von George Benson für das Repertoire ausgewählt, weil in ihnen einfache, aber universelle Wahrheiten abgehandelt werden.

“Songs And Stories” wurde von John R. Burk (der 2005 für die Produktion von Ray Charles’ Album “Genius Loves Company” mit vier Grammys ausgezeichnet wurde) zusammen mit dem bekannten Bassisten und Komponisten Marcus Miller produziert. Benson und Miller bildeten Keyboarder Greg Phillinganes, Gitarrist Jubu und Schlagzeuger John Robinson auch die Kernband des Albums, zu der sich als Gäste außerdem die Gitarristen Lee Ritenour, Steve Lukather, Wah Wah Watson, Norman Brown und Toninho Horta, die Sängerinnen Lalah Hathaway und Patti Austin, Ex-Toto-Keyboarder David Paich sowie die Saxophonisten Tom Scott und Gerald Albright gesellten. “Junge, mit diesem Team kannst du wirklich fast alles machen”, sagt Benson stolz. “Wir waren drei Tage lang im Studio, um die Aufnahmen zu machen, und alles, was wir anpackten, hatte das gewisse Etwas. Wir alle waren glücklich, dass wir dort waren. Es war einfach die richtige Mischung von Leuten und Material.”
 
Und dennoch: trotz all dieser erstklassigen Musiker waren, so Koproduzent Marcus Miller, die Songwriter die wichtigsten Gäste. “Smokey Robinson ist auf dieser Platte zwar nicht zu hören, ist aber trotzdem Gast”, meint Miller. “Lamont Dozier ist Gast, Bill Withers, Rod Temperton und James Taylor sind Gäste. Wenn man großartige Lieder von Songwritern solchen Kalibers nimmt und sie George Benson sowie einer fantastischen Band in die Hände legt, dann stellt man sich besser nicht in den Weg, sondern lässt die Dinge einfach ihren Lauf nehmen. Denn dabei wird immer etwas Großartiges herauskommen.”

“Es ist eine sehr simple Gleichung”, meint George Benson. “Letztendlich geht es immer nur um die Songs und ihre Geschichten. Das ist das, was die Musik in meinen Augen frisch hält. Das ist, was mich immer wieder auf sie zurückgreifen lässt. Wenn jemand mit einer großartigen Melodie ankommt und zu ihr den passenden Text schreiben lässt, dann weckt er damit gleich meine Begeisterung.” Und diese Begeisterung kann man George Benson auf “Songs And Stories” auch unschwer anhören.

Laut Benson kann man es mit einem großartigen Song sogar schaffen, die Wirklichkeit zu ändern. Nicht nur die des Hörers, sondern auch die des Musikers, der das Stück interpretiert. “Wenn ich ein Stück wie Cristopher Cross’ ‘Sailing’ spiele, dann versetzt mich das wirklich auf den Ozean”, meint Benson. “Und ich kann mir gut vorstellen, dass der Song auf Hörer dieselbe Wirkung ausübt. Genau deshalb waren Leute wie Frank Sinatra oder Nat ‘King’ Cole so erfolgreich. Wenn sie zu singen begannen, dann konnten sie einen tatsächlich an einen anderen Ort versetzen. Und zumindest ein paar Augenblicke lang konnte man tatsächlich die Atmosphäre dieses Ortes und der Geschichte, in der man sich befand, spüren. Das konnte niemand besser als diese beiden. Aber ich versuche ein bisschen, es ihnen nachzumachen - nicht nur auf dieser, sondern auf all meinen Platten. Ich versuche, den Hörer an einen anderen Ort mitzunehmen.”

Das Album beginnt mit einer brasilianisierten Fassung von James Taylors “Don’t Let Me Be Lonely Tonight”. Es ist eines von zwei Stücken, die Benson mit einer Reihe von brasilianischen Sessionmusikern in São Paulo aufnahm. “James Taylor ist ein fantastischer Songwriter und auch ein großartiger Künstler”, sagt Benson. “Es gibt nicht allzu viele Leute, die den Mut aufbringen, seine Lieder zu covern. Er selbst interpretiert sie einfach zu gut, wobei er sie sehr schlicht hält. Diese Kombination ist schwer zu schlagen, aber ich habe es versucht, als ich in Brasilien war. Es hat so prima geklappt, dass ich beschloss, die Aufnahme auf das Album zu nehmen.”

Der erste Songwriter, mit dem Benson in Kontakt trat, als er das Material für dieses Projekt zusammenstellte, war Rod Temperton, der Autor seines größten Hits “Give Me The Night”. Temperton, der u.a. drei Songs zu Michael Jacksons Bestseller “Thriller” beigesteuert hatte, schrieb Benson die spektakuläre Nummer “Family Reunion”. Vom Songwriter-Veteranen Bill Withers stammt das unter die Haut gehende “A Telephone Call Away”, das Benson im Duett mit Lalah Hathaway interpretiert. “Die Songs von Bill Withers sprechen einfach unglaublich viele Leute an”, sagt Benson. “Er weiß, was in den Herzen und Köpfen der Leute vor sich geht, und das schlägt sich in seinen Songs nieder.”

“Nuthin’ But A Party”, eingespielt im Duett mit dem Gitarristen Norman Brown, hält, was der Titel verspricht. Geschrieben wurde die Nummer von Musikern, die mit ihren Bands in den späten 70ern sowie den 80er Jahren Seite an Seite mit Prince in der amerikanischen Funkszene den Ton angaben: die Brüder Roger und Larry Troutman mit Zapp sowie Marlon McClain und Robert Harris mit der Dazz Band. “In diesem Song geht es vor allem um das Duell zwischen unseren Gitarren”, erläutert George Benson. Aber Norman Brown ist in dem Stück auch als Vokalist zu hören. “Mich überraschte, wie gut Norman in dem Song mit seinen Gesangspassagen zurechtkam. Sein Gitarrenspiel ist superb, was mich aber überhaupt nicht verwunderte, weil er ein fabelhafter Musiker ist. Dass er aber als Sänger einen solch erstaunlichen Stimmumfang besitzt, wusste ich vorher nicht.”

Bei dem Stück “One Like You”, das aus der Feder von Smokey Robinson stammt, ist Lee Ritenour der Gastpartner von George Benson. “Ich kenne Smokey schon seit meiner Teenagerzeit”, berichtet Benson. “Er schreibt ausnahmslos exzellente Songs - die von simplen, aber universellen Dingen handeln, mit denen jeder etwas anfangen kann. Sehr farbige Sachen mit großartigen Harmonien. Dieses Stück ist für ihn typisch.”

“Songs And Stories” endet mit dem bereits erwähnten Song “Sailing”, mit dem Christopher Cross 1980 einen Welterfolg landete. Wie die erste Nummer des Albums wurde auch dieses Stück in São Paulo mit brasilianischen Musikern aufgenommen. Besonders hervorzuheben sind hier die beiden Akustikgitarristen Toninho Horta und Marcelo Lima. “Ehrlich gestanden, sprach mich der Song, als ich ihn vor Jahren das erste Mal hörte, nicht sonderlich an”, verrät George Benson. “Das änderte sich, als ich ihn dann selber spielte. Da begann ich erst zu verstehen, was sich Christopher Cross gedacht hatte, als er das Stück schrieb. Plötzlich verstand ich auch, weshalb die Leute den Song so dermaßen liebten. Er besitzt mehr Gewicht als ich ihm ursprünglich zugestanden hatte. Er vermittelt einfache, aber von Herzen kommende Gedanken.”

Über vierzig Jahre sind bereits verstrichen, seit George Benson seine ersten Aufnahmen machte. Da fragt man sich: Können Stücke nicht irgendwann eintönig werden? Können Geschichten überaltern? “Wenn dem so wäre, wäre ich der erste, der es bemerkt”, meint Benson resolut. “Denn mir wird schnell langweilig. Aber ich habe mit Musik schlichtweg unglaubliche Erfahrungen gemacht. Man stößt immer wieder auf neue Leute, die einem frische Ideen geben, durch die man die Musik vollkommen umkrempeln kann, und die die Art, wie man hört und denkt, verändern. Es gibt da draußen immer irgendjemanden - jemanden, von dem wir bisher noch nicht gehört haben - mit einem neuen Song und einer neuen Story.”


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