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15.03.2013

Verblüffend originell - Das neue Album “City Of Broken Dreams” von Giovanni Guidi

Auf zwei ECM-Alben seines Mentors Enrico Rava erregte der Pianist Giovanni Guidi mit seinem faszinierenden Spiel jüngst weltweite Aufmerksamkeit. Nun legt er mit “City Of Broken Dreams” sein erstes eigenes Album auf Manfred Eichers Label vor.

Giovanni Guidi, Verblüffend originell © Riccardo Crimi /ECM Records

Als eine Art Vaterfigur der italienischen Jazzszene hat der Trompeter Enrico Rava in seiner Karriere immer wieder junge Musiker gefördert und neue Talente ins Rampenlicht gerückt. So präsentierte er vor zwei Jahren auf seinem Album “Tribe” mit dem Pianisten Giovanni Guidi einmal mehr einen ungemein kreativen und phantasievollen Musiker, den er damals mit dessen längst “flügge” gewordenen Vorgänger Stefano Bollani und dem Posaunisten Gianluca Petrella verglich: “Giovanni Guidi ist wie Bollani und Petrella: er verblüfft mich jedesmal.” Zur weiteren Verblüffung seines Mentors Rava dürfte auch Giovanni Guidis brillantes Solodebütalbum “City Of Broken Dreams” beitragen, das jetzt bei ECM erschienen ist.

Der 1985 in Foligno in der Provinz Perugia geborene Giovanni Guidi studierte bereits mit zwölf Jahren Klavier. Bei einem Meisterkurs in Siena entdeckte ihn Enrico Rava und bestärkte ihn darin, sich dem Jazz zu widmen. “Ich kannte ihn schon, als er noch ein Kind war, und konnte beobachten, wie seine unwiderstehliche Leidenschaft mit jedem Tag wuchs”, erinnert sich Rava. “Ich sah, wie er Tage am Klavier verbrachte, verfolgte seine musikalische Entwicklung beinahe täglich, bemerkte seine grenzenlose Neugier und wie er seinen musikalischen Geschmack konstant verfeinerte. Momentan ist Giovanni zweifellos einer der interessantesten und originellsten Pianisten der italienischen Szene. So wie ich ihn kenne - und ich hatte das große Glück, regelmäßig mit ihm aufzutreten -, bin ich mir sicher, dass er erst am Anfang einer außerordentlichen Karriere steht.”

Auf “City Of Broken Dreams” präsentiert Guidi eine beeindruckende Kollektion von Eigenkompositionen, die seine Originalität unterstreichen. Das Repertoire besteht vor allem aus lyrischen, aber offen gestalteten Balladen, die auch den Trio-Partnern des Pianisten Gelegenheit geben, ihre Stärken auszuspielen. Dabei bekommt Bassist Thomas Morgan, dessen Rolle im Giovanni Guidi Trio vielleicht mit der von Scott LaFaro im Bill Evans Trio vergleichbar ist, reichlich Raum. Der portugiesische Schlagzeuger João Lobo gibt der Musik mit filigranen Mustern auf den Becken poetische Schattierungen. Bei Guidis eindringlichen Stücken muss man ständig auf überraschende melodische und rhythmische Wendungen gefasst sein, die manchmal ungeheure Spannung erzeugen. Und es ist gerade diese “Unberechenbarkeit”, die Rava an dem Pianisten schätzt, mit dem er zuletzt auch bei seinem ungewöhnlichen Michael-Jackson-Projekt “On The Dance Floor” zusammenarbeitete.

Im britischen Guardian nannte John Fordham das Album “bezaubernd” und pries Guidi als einen der “besten neuen Jazzpianisten der Welt”: “...es ist ein dynamisches, aber auch eingängiges Programm mit Nummern, die an Paul Bleys frühe Interpretationen von Carla-Bley-Stücken erinnern, mit walzerartige Balladen, die so verlockend sind wie Jacques Brels Liebeslieder, mit eisig delikaten Melodien, die nahtlos in sinistre Märsche übergehen. Es mag zwar nur ein weiteres akustisches Jazz-Piano-Trio sein, aber eines, das sich schwungvoll gleich in die erste Reihe spielt.”


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