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Götz Alsmann BACKSTAGE EXCLUSIV

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12.06.2002

Götz Alsmann Biografie

Der Pianist, Sänger und Fernsehmoderator Götz Alsmann gehört zu den individuellen Gestalten des deutschen TV-Musik-Entertainments und wurde vor allem durch die Late-Night Show des WDR "Zimmer frei" einem großen Publikum bekannt. Darüber hinaus ist er regelmäßig mit eigener Band auf Tournee und hat sich durch zahlreiche Gastspiele von Garmisch bis Flensburg ein treues Live-Publikum erspielt. Seine Vorliebe für die Schlager-Welt des frühen Rock'n'Rolls, für Swing-Klassiker und allerlei Kuriosa des nachkriegsdeutschen Unterhaltungswesens machen seine Programme zu Juwelen den hintergründigen Musikhumors, so wie er sich außerdem als Schmalztollenrocker im grauen Anzug und wortgewandter Kommentator und Conférencier zum unverwechselbaren Markennamen in der bunten Medienwelt stilisiert hat.

Götz Alsmann wurde 1957 im Westfälischen Münster geboren. Das familiäre Klima war anspruchsvolleren Unterhaltungsmusik zugetan und so hörte er als Kind bereits viel Swing der frühen Jahre, aber auch deutsche Schlager und Chansons, die damals im Radio liefen. Zu den prägenden frühen TV-Erlebnissen gehörte unter anderem die Serie "Apropos Jazz" des amerikanischen Kritikers Leonard Feathers, die bei Alsmanns Pflicht war und den Jungen mit den großen Gestalten der swingenden und boppenden Ära vertraut machte. Als Teenager war er dann soweit sozialisiert, dass ihm die Musiker der Vergangenheit mehr zusagten als die Heroen der schillernd wuchernden Rockmusik. Er lernte Klavier und ungewöhnliche Instrumente wie Ukulele und Banjo und gründete im Jahr 1972 die "Heupferd Jug Band", mit der er Skiffle, Ragtime oder auch Jug-Band-Music spielte.

Die folgenden Jahre waren von sehr unterschiedlichen Projekten bestimmt. Zum einen Seite schrieb Alsmann zusammen mit Stefan Blankertz ein Buch über den Rock'n'Roll der fünfziger Jahre ("Rock'n'Roll Subversiv", 1979), auf der anderen wandte er sich mit den "Sentimental Pounders" von 1980 an dem Rockabilly, Jive und sogar dem Ska zu. Er trieb seine musikwissenschaftlichen Studien voran, machte 1984 seinen Doktor mit einer Dissertation über amerikanische Independent-Rock'n'Roll-Labels und begann von 1985 an zunehmend, auch im Hörfunk für dem WDR aktiv zu werden ("Prof. Bob Show", 1986-95). Außerdem begann Alsmann, sich in die Fernsehwelt vorzutasten und moderierte zunächst fünf Jahre lang das Jugendmagazin "Roxy".

Im Jahr 1989 beschloss Alsmann, nur noch unter eigenem Namen aufzutreten. Schrittweise kam eines zum anderen, Sendungen wie RIAS-TV, die "Gong-Show" (RTL, 1992), das Life-Style-Magazin "Avanti" (VOX), dann die "Spät-Show" im NDR (1994), verschiedene Sendungen für den WDR und von 1996 ab seine eigene Show "Zimmer frei", ebenfalls für den WDR. Aus einer Nebenlinie seiner Musik-Programme, die er zunächst für die "Spät-Show" entwickelt hatte und die deutschsprachige Schlager der Swing-, Bop- und Rock'n'Roll-Ära in den Vordergrund stellte, wurde ein ausgefeiltes Konzert-Repertoire, als Alsmann Mitte der Neunziger feststellte, dass dafür ein großes Publikums zu gewinnen war. Im Jahr 1997 veröffentlichte er "Gestatten, Götz Alsmann", die erste CD, die er ausschließlich auf Deutsch sang.

Der Erfolg des Albums und der daran anschließenden Tournee bekräftigte ihn in seinem Vorhaben, mit dieser Linie fortzufahren. Im Jahr 1999 bekam er den deutschen Jazz Award für "Gestatten, Götz Alsmann" verliehen, darüber hinaus wurde er mit dem deutschen Fernsehpreis für die Gestaltung seines Magazins "Zimmer frei" ausgezeichnet. Er nahm das Album "Zuckersüß" auf, wurde 2000 abermals für seine TV-Aktivitäten mit dem Grimme-Preis und dem Jazz Award für den Zweitling bedacht - und außerdem auf der Optica 2000 zum "Brillenträger des Jahres" gewählt. Anno 2001 erschien "Filmreif", eine Tournee mit 110 Konzerte schloss sich daran an, das Album hielt sich vier Wochen auf Platz 1 der deutschen Jazzcharts.

Ähnliches ereignete sich mit der Fortsetzung "Tabu" (2003, 120 Konzerte, Jazz Award). Alsmann bewies darüber hinaus Talent als Sprechstimme für Hörbücher ("In 80 Tagen um die Welt", 2002; "Die Feuerzangenbowle", 2003). Im Januar 2005 nahm er schließlich die CD "Kuss" auf, die im Mai 2005 erschien und wieder mit einer Tournee mit rund 100 Konzerten gefeiert wird.

07/2005


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