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20.04.2012

The Best of Gustavo Dudamel

Gustavo Dudamel hat im Februar seinen ersten Grammy gewonnen und ein Konzertprojekt der Superlative mit Aufführungen der Mahler-Symphonien realisiert. Nun legt Deutsche Grammophon mit “Discoveries” ein Best Of des venezolanischen Nationalhelden vor.

Gustavo Dudamel, The Best of Gustavo Dudamel © Silvia Lelli / DG

Die Proben zur gemeinsamen Aufführung von Mahlers Achter mit dem Simón Bolívar Symphony Orchestra in Caracas dürften den Mitgliedern des Los Angeles Philharmonic unvergesslich bleiben. Denn viele betreten im Februar 2012 zum ersten Mal den Boden Venezuelas. Und vor allem erleben sie hier El Sistema erstmals hautnah, Venezuelas größtes Sozialprojekt, das Kindern aus armen Verhältnissen eine kostenlose Musikausbildung ermöglicht.

Monumentale “Symphonie der Tausend” in Caracas

Bei ihrer Ankunft im Caracas Teatro Teresa Carreno bietet sich den US-amerikanischen Musikern ein atemberaubendes Bild: Auf 23 Stufen steht ein Meer von Kindern und jungen Sängern und Sängerinnen dicht gedrängt bis unters Dach des brüllend heißen Teatro. Offiziell wird ihre Zahl auf 1.207 beziffert, doch wer vermag das nachzuprüfen? Die Massen erzeugen einen Klang, der einer Naturgewalt gleichkommt. Sie proben ihre Antwort auf das Konzert im Shrine Auditorium in Los Angeles, wo wenige Tage zuvor im Rahmen des Mahler Project die “Symphonie der Tausend” schon vom Simón Bolívar Symphony Orchestra und dem Los Angeles Philharmonic aufgeführt worden war. Caracas und die Welt sollen die bisher größte Aufführung von Mahlers monumentalem Werk erleben.

“Gustavo, Gustavo”

Zwar nehmen an der Aufführung in Caracas zwei professionelle Chöre teil, doch handelt es sich bei den meisten Sängern um Schüler aus den sogenannten Núcleos, den Musikschulen von El Sistema in allen 17 Staaten Venezuelas. In den Pausen sind die Kinder und Jugendlichen angehalten, auf ihren Plätzen zu bleiben, um Zeit zu sparen und ein Chaos beim Wiederfinden ihrer Positionen zu vermeiden. Ein Trainer hat sie vor der Probe instruiert, wie sie sich im Ohnmachtsfall gegenseitig helfen können. Schon während der Pause produziert der gigantische Kinder- und Jugendchor einen ohrenbetäubenden rhythmischen Gesang, “Agua, Auga”, sie verlangen nach Wasser. Das Orchester antwortet mit einer spontanen La Ola-Welle. Und unter dem hundertfachen Jubel, der nun die Worte “Gustavo, Gustavo” skandiert, betritt endlich der musikalische Leiter des gigantischen Projekts, Gustavo Dudamel, die Bühne.

Der erste Grammy

Das noch junge Jahr 2012 verlief für Dudamel äußerst ereignisreich. Der venezolanische Dirigent hat das Mahler Project erfolgreich gestemmt, alle Symphonien Gustav Mahlers mit den beiden von ihm geleiteten Orchestern, dem Los Angeles Philharmonic und dem Simón Bolívar Symphony Orchestra, aufgeführt und mit zwei Mammutkonzerten in Los Angeles und Caracas abgeschlossen. Er hat seinen ersten Grammy in der Kategorie “Best Orchestral Performance” für die musikalische Leitung der Aufnahme von Brahms’ 4. Symphonie mit dem Los Angeles Philharmonic erhalten, die im vergangenen Jahr auf Deutsche Grammophon erschienen war.

Best Of-Album “Discoveries”

Und nun veröffentlicht das Label Dudamels erstes Best Of. Das Album “Discoveries” präsentiert eine Auswahl von persönlichen Favoriten des venezolanischen Grammy-Preisträgers. Enthalten sind unter anderem der 1. Satz aus Beethovens 5. Sinfonie, der 2. Satz aus Bruckners Neunter, Akt 3 aus Saint-Saëns’ Oper “Samson et Dalila” und das Adagietto aus Mahlers 5. Sinfonie. In Schweden brach “Discoveries” einen historischen Rekord. Erstmals seit den Drei Tenören gelang es Gustavo Dudamel, mit seinem Album auf Platz 3 der Popcharts einzusteigen und die erfolgreichste Popkünstlerin aller Zeiten Madonna hinter sich zu lassen.


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