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21.09.2012

Ein Monument für Mahler – Gustavo Dudamel und die „Symphonie der Tausend“

Es waren außergewöhnliche Abende in Caracas: Zwei Orchester, mehr als tausend Sänger, und mittendrin Gustavo Dudamel, der Visionär unter den jungen Dirigenten, der das Konzertereignis mit seiner Energie befeuerte.

Gustavo Dudamel, Ein Monument für Mahler © Nohely Oliveros / Fundamusical Simón Bolívar

Als das Los Angeles Philharmonic Orchestra vor drei Jahren den Venezolaner Gustavo Dudamel als einen der jüngsten Chefdirigenten der internationalen Szene überhaupt engagierte, bewies das Management des Hauses ein gutes Gespür für die Zeichen der Zeit. Denn der inzwischen 31-jährige Maestro ist nicht nur einer der versiertesten Orchesterleiter seit langem, sondern darüber hinaus auch ein Charismatiker, der er schafft, die Menschen um sich herum mit seiner immensen Energie und Schaffenskraft anzustecken.

Ein Mammutprojekt

Nur so wurde auch möglich, was im vergangenen Winter in Los Angeles und Caracas geschah. Gustavo Dudamels lang gehegter Traum war es, anlässlich des 100.Todestages von Gustav Mahler dessen Symphonien vollständig auf die Bühne zu bringen. Und dieser Traum wurde Wirklichkeit, als er beide Teile seiner musikalischen Familie zusammenführte: Das Los Angeles Philharmonic Orchestra und das Simón Bolívar Symphony Orchestra, das sich aus Absolventen von El Sistema zusammensetzt, dem wegweisenden Musikerziehungsprogramm Venezuelas.

Die „Symphonie der Tausend“

Höhepunkt dieses Mahler-Projektes war die Aufführung der 8.Symphonie, genannt „Symphonie der Tausend“ wegen des großen Chors, der dafür nötig ist. Im Teatro Teresa Carreño in Caracas standen dafür beide Orchester und ein Chor auf dem Podium, der mit rund 1200 Jugendlichen aus den Singschulen Venezuelas zum Größten gehörte, was je auf dieser Bühne versammelt wurde. Das Publikum strömte an den zwei Abenden der Aufführung herbei, selbst aus den Problemvierteln der Stadt, um Mahlers Musik zu erleben, die durch Dudamel und seine Ensembles zu ihrer eigenen wurde.

Pure Energie am Pult

Die Kameras waren dabei. Sie hielten großartige Ensembles mit gewaltiger Musik fest, aber auch beglückte Gesichter, einen vor Energie nur so sprühenden Dirigenten und ein Publikum, dessen Empathie und Stimmung sich durch die Bilder der DVD in aller Intensität vermittelt. Schon nach wenigen Momenten ist klar: Hier passierte etwas ganz Besonderes. Und man kann nun durch die DVD selbst dabei sein und erfährt in einer zusätzlichen Dokumentation sogar noch viel über die Hintergründe dieses gewaltigen Konzertprojekts. Ein außergewöhnliches Ereignis, in Ton und Bild.


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