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Halsey, Hopeless Fountain Kingdom, 00602557577167

Hopeless Fountain Kingdom

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05.04.2017

Halsey 2016/2017

Vergangenes Jahr waren sich das Billboard Magazine, Forbes und MTV USA in einer Sache einig: Sie alle bezeichneten Halsey als „Stimme ihrer Generation“. Wenn man derart große Worte jedoch der inzwischen sogar Grammy-nominierten Alt-Pop-Neudenkerin direkt ins Gesicht sagen würde, dann würde sie wiederum wahrscheinlich einfach die Augen verdrehen und etwas à la „Komm, hau ab!“ dazu sagen. Und kein Wunder – schließlich war Halsey bis vor ein paar Jahren noch Ashley Nicolette Frangipane: Eine Teenagerin aus New Jersey, die irgendwann einfach aus dem heimischen Vorstadt-Familienchaos ausbrechen musste und in die Stadt, nach New York City ging, um dort Gedichte zu schreiben und sich das nötige Geld zu schnorren für das nächste Konzert, das nächste Stück Pizza.

 

Angefangen bei ersten Songideen, die sie via Soundcloud ins Netz stellte, sollte ihr erstes Album BADLANDS in den Staaten innerhalb eines Jahres Platinstatus erreichen: Antrieb dafür waren gleich fünf Gold-Singles (u.a. „Colors“, „Castle“) und Streamzahlen im Bereich von mehr als 100 Milliarden. Eben war sie noch eine unbekannte Couchsurferin gewesen – und plötzlich waren die Tickets für ihre Tour binnen Minuten ausverkauft. Ausverkauft wohlgemerkt auf fünf Kontinenten, wobei die Auftritte im Madison Square Garden und zur Verleihung des Friedensnobelpreises in Norwegen klare Highlights waren.

 

Zwischen Stadionshows jedoch, und dem Leben, das Halsey davor kannte – sprich: als artsy-unverstandenes High-School-Mädel – liegen einfach mal Welten, weshalb ihr rasanter Aufstieg noch unglaublicher und verrückter wirkt. Wenn es jedoch eine gibt, die mit derartigen Veränderungen umgehen kann, dann ist das Halsey. Diese junge Dame sprudelt über vor kreativen Einfällen und Energien, sie weiß immer, was sie will und wo sie steht und sagt allen klipp und klar, dass kein anderer das Sagen über sie hat. Stattdessen kontrolliert sie schön im Alleingang, wohin die Reise geht.

 

Und bisher ging bei dieser Reise wirklich alles Schlag auf Schlag: So war es z.B. Skrillex, der sie für ein Duett mit Justin Bieber auswählte, genau gesagt für den Song „The Feeling“, eines der Stücke, das der Star-Producer zum „Purpose“-Album des Kanadiers beisteuerte. Was auch bedeutete, dass man die beiden schon wenig später zusammen in der Today Show sehen konnte. Parallel dazu gab es Lobgesänge von allen Seiten – von Elle, von Noisey, von der New York Times. Bei den Music Biz Awards 2016 bekam sie den Preis als „Breakthrough Artist“, machte sich vor der UNO-Versammlung für entrechtete Teens stark, glänzte bei der Met Gala, dominierte gleich vierzehn Mal die internationalen Twitter-Feeds (einmal war der Grund die Tatsache, dass sie zwischenzeitlich der Plattform den Rücken gekehrt hatte) – und umarmte zwischendurch zehntausende Fans rund um den Globus...

 

... und das war ja erst das Jahr 2015. Wenn man sich die Höhepunkte des letzten Jahres anschaut, erkennt man erst, wie kometenhaft dieser Aufstieg wirklich ist. Also los:

 

Januar: Nominiert als „Best New Artist“ bei den NME Awards

Februar: Veröffentlicht die dritte BADLANDS-Auskopplung „Colors“, dessen Video mit dem Schauspieler Tyler Posey inzwischen über 70 Mio. Views verzeichnet  

März: Cover vom Billboard Magazine

April: Mit ihrer Performance beim Coachella Festival „wird sie zum Superstar“, wie die Presse schreibt; „Castle“ ist im Soundtrack von The Huntsman & The Ice Queen zu hören; H. tritt vor 3,5 Mio. Zuschauern bei den MTV Movie Awards auf

Mai: Met Gala mit Dao-Yi Chow & Maxwell Osborne (Public School)

Juni: Cover von Nylons „Music Issue“

Juli: Feature-Gast auf „Closer“ von The Chainsmokers: 12 Wochen lang Platz #1 in den USA (sowie 4x Platin, 850+ Mio. Streams b. Spotify)

August: Ausverkaufte Headliner-Show im Madison Square Garden; 6,5 Mio. Zuschauer sehen ihre Performance bei den MTV Video Music Awards

September: Finale der einjährigen BADLANDS-Welttournee mit ausverkaufter Show in Singapur

Oktober: Bekommt den „Rising Star Award“ von Billboard Women in Music

November: Wird von Bono zum Duett bei Jimmy Kimmel Live! gebeten (für die (RED) Foundation); tritt vor 8,2 Mio. TV-Zuschauern bei den American Music Awards auf

Dezember: Zusammen mit The Chainsmokers für den Grammy in der Kategorie „Best Pop Duo/Group Performance“ nominiert; Auftritt bei der Verleihung des Friedensnobelpreises; Cover vom Forbes Magazine

 

Krönender Abschluss dieses wirklich unglaublichen Jahres war in der Tat ihr gleichermaßen emotionaler und provokanter Auftritt beim Konzert zur Verleihung des Friedensnobelpreises: Unterstützt von einem Orchester, begeisterte sie einerseits musikalisch – machte mit der „20:1“-Aufschrift auf ihrer Lederjacke aber zugleich ein deutliches Statement: das nämlich ist das Verhältnis zwischen Männern und Frauen, was die bisherigen Nobelpreisträger angeht. „Die Jacke war der passende Look zu ‘Castle’, ihrer neuen Single, mit der sie eine Attacke gegen das Patriachat startet“, wie MTV urteilte. Ins Jahr 2017 startete sie dann wie gesagt auf dem Cover des Forbes Magazine – wo sie direkt neben Michael Phelps stand als eine der diesjährigen „30 Under 30“.

 

Angefangen hatte alles eines abends mit der Aufnahme des Songs „Ghost“: Sie widmete sich im Text ihrem Ex, einem Junkie, und machte das selbst aufgenommene Stück direkt bei Soundcloud verfügbar – womit auch schon der Startschuss für alles Weitere erfolgt war. Seit die 22-Jährige diesen Song im Jahr 2014 hochgeladen hat, hat sie kontinuierlich auf Konventionen gepfiffen, das gesagt, was sie wirklich denkt, und so eine Verbindung zu Millionen von Fans aufgebaut, die neben ihrem grandios-düsteren Popentwurf genau diese Direktheit, diese Echtheit schätzen.

 

„Ich hab mir damals einfach gesagt, ‘Na ja, vielleicht gefällt’s ja meinen Freunden“, erzählt sie rückblickend über die Entscheidung, den melancholisch-sexy Song, der sie schlagartig bekannt machen sollte, ins Netz zu stellen. Und nach dem ersten Online-Buzz meldeten sich auch direkt die Labels bei Halsey, deren Künstlername ein Anagramm ihres wirklichen Vornamens ist (und zugleich eine Anspielung auf eine Subway-Station in Bedford-Stuyvesant/Brooklyn). Also unterzeichnete sie schon wenig später bei Astralwerks, konzentrierte sich aufs Schreiben und Aufnehmen – und ging im Vorprogramm von anderen Acts mit auf Tour, so z.B. mit The Weeknd. „Und wenn man dann in einem Stadion die Bühne vor 20.000 Menschen betritt, wo man doch vorher immer nur in kleinen Mini-Clubs gespielt hat, dann kann man schon mal denken: ‘Also die Möglichkeit, dass ich das jetzt nicht schaffe, die besteht schon. Dass ich z.B. da rausgehe und einfach ersticke.’ Aber Nein-Sagen ist für mich keine Option“, so Halsey. „Inzwischen lautet mein Motto ‘Roll with the punches’ – man muss die Dinge immer so nehmen, wie sie kommen.“

 

Nachdem sie ihren Fans mit der ersten EP „Room 93“ einen ersten Vorgeschmack in Form von fünf Songs gegeben hatte, legte Halsey mit BADLANDS daran anknüpfend ihr Debütalbum vor: Nicht nur Business-Insider waren sprachlos, als die LP im August 2015 direkt den 2. Platz der US-Billboard-Charts eroberte. Und ihr Name war nachweislich in aller Munde: Während SXSW und Coachella war sie gleich zwei Mal diejenige Künstlerin, über die am meisten bei Twitter diskutiert wurde. Ihre eindringliche Stimme, gepaart mit ihren aufrichtig-verletzlichen Texten, präsentiert über grandiosen Synthie-Pop-Arrangements und unfassbar eingängigen Melodien – genau diese Kombination machte BADLANDS zum Ausnahme-Debüt des Jahres. Und Halsey selbst zum neuen Gesicht des Pop – und zur „Stimme ihrer Generation“.

 

„Ich habe nun mal kein Problem damit, gewisse Themen in meinen Songs anzusprechen, die andere vielleicht ausklammern“, so ihr Kommentar zum Inhaltlichen. „Mir ist halt wichtig, dass meine Musik wirklich echt ist: Authentisch, aufrichtig, ehrlich. Und ich schreibe so wie ich schreibe und lasse mir da von niemandem reinreden.“ 

 

Selbst die allergrößte Schublade wäre niemals groß genug, um die vielen, vielen Seiten von Halseys Wesen zu beherbergen. Schließlich redet sie ganz offen über Themen wie psychische Probleme, Ethnizität, Sexualität und Queer-Sein. Dabei ist es mehr als nur Reden. Sie nutzt ihre Bekanntheit als Plattform, mittels der sie auch Tatsachen schaffen kann. Zu Halloween hat sie z.B. eine Party organisiert, die befreundeten LGBT-Organisationen mehr Aufmerksamkeit und Mittel bescherte; um Weihnachten war’s ein Event für My Friend’s Place, eine in L.A. ansässige Organisation für obdachlose Jugendliche, bei dem sie Rucksäcke, Kleidung, Essen und mehr spendete. Indem sie ein persönliches Lunch für eine Wohltätigkeitsauktion der GLSEN anbot, bescherte sie der Organisation, die sich für das Wohlergehen von LGBT-Kids in Schulen stark macht, eine beachtliche Summe. Und obwohl sie kurz davor erst wegen ihrer Endometriose-Erkrankung operiert worden war, war Halsey im Januar beim Women’s March in Washington dabei und spendete danach 100.000 US-Dollar an Planned Parenthood, nachdem ihre Follower Halseys Tweets hunderttausendfach weiterverbreitet hatten (was quasi die Idee dahinter und die Bedingung zur Spende war).

 

Auch solche Aktionen zeigen letztlich vor allem eines: Dass diese junge Dame in jeder Hinsicht nach ihren eigenen Regeln operiert. Das wiederum ist der Grund dafür, weshalb die je 4 Millionen Instagram- und Twitter-Follower ihr an den digitalen Lippen hängen, weshalb selbst ihr 21. Geburtstag zu einem Trending Topic werden konnte, und weshalb bei ihr selbst ein Foto mit lila gefärbten Haaren reicht, um postwendend bei Vogue.com als Vorbote des nächsten Trends gefeiert zu werden.

 

Und auch derartige Dinge lässt sie natürlich nicht unkommentiert: „Am liebsten reden die Leute doch über die Zahlen, die Ticketverkäufe, die Zahl der Twitter-Follower, die Favorisierungen und Views und Albumsales und so weiter“, holt sie aus, „und natürlich können wir uns gerne darüber unterhalten, ich hab sie nämlich allesamt parat. Wichtiger ist aber, dass es darunter, also hinter diesen Zahlen etwas gibt, das einfach echt und unverfälscht ist. Eine Sache, die sich gerade nicht in Zahlen fassen und nicht damit erklären lässt.“

 


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