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05.10.2012

Der Zauber des Gemeinsamen – Hélène Grimaud im Duo mit Sol Gabetta

Schumann, Brahms, Debussy, Shostakovitch – wenn die Herren Komponisten geahnt hätten, dass ihre Werke für Cello und Klavier einmal von Sol Gabetta und Hélène Grimaud gespielt werden würden, wären sie nur so dahin geschmolzen.

Hélène Grimaud, Der Zauber des Gemeinsamen © Mat Hennek / DG

Ein Duo lässt sich nur bedingt planen. Denn diese musikalische Dialogform gehört zu den persönlich reizvollsten, aber auch sensibelsten, die die Musik zu bieten hat. Das klingende Gespräch braucht beide Partner in gleichem Maße, keiner kann sich verstecken, jeder muss bereit sein, den jeweils anderen gut klingen zu lassen, sonst misslingt die Kommunikation. Schon deshalb ist das Team Hélène Grimaud und Sol Gabetta etwas Außergewöhnliches. Denn hier stimmt alles, die Musik, die Energie, die Lust am gemeinsamen Fließen der Klänge, so sehr, dass selbst die Künstlerinnen überrascht waren. „Musikmachen ist eine sehr körperliche, sinnliche Angelegenheit“, meint Hélène Grimaud zu den Ursprüngen von Duo. „Es geht um den Herzschlag, den Puls, den gemeinsamen Atem. Diese Ebene habe ich mit Sol ganz selbstverständlich gefunden, als Mensch und als Musikerin – ein Glücksfall.“

Aus dem Glücksfall wird Musik


Tatsächlich waren den Aufnahmen im vergangenen Mai in der Philharmonie in Essen Konzerte wie beim Menuhin Festival 2011 in Gstaad vorangegangen, bei denen die französische Pianistin und die argentinische Cellistin sich auf der Bühne kennenlernten. Der Erfolg war so überwältigend, dass sie beschlossen, daraus ein eigenes Programm zu entwickeln, das die positive Spannung des Live-Erlebnisses auf ein Duo-Recital überträgt. Inhaltlich wählten Hélène Grimaud und Sol Gabetta einen Streifzug von der empfindsamen Romantik Robert Schumanns über das tiefgehende Pathos von Johannes Brahms hin zu einer Prise Ironie bei Claude Debussy und dem energischen Abschluss mit Dimitri Shostakovitch. „Als Cellistin habe ich mit gemischten Programmen sehr gute Erfahrungen gemacht. Die Musik spricht vier verschiedene Sprachen, trotzdem ist das Ganze nicht zu disparat“, erklärt Sol Gabetta den Bogen, den die drei Fantasiestücke und die drei Sonaten umspannen.

Ein Duo – demnächst auch auf der Bühne


Die gemeinsame Musik ist die eine Seite: Da ist es eine Freude den beiden Weltstars beim Erkunden der Feinheiten des kollektiven Ausdrucks zuzuhören. Komplizierter wird es schon mit den gemeinsamen Konzerten. Denn Künstlerinnen vom Niveau einer Grimaud oder Gabetta haben in der Regel Terminpläne, die über Jahre hinweg eng gefüllt sind. Umso erfreulicher ist es, dass die beiden für ihr noch relativ junges Duo vier Konzerte im Kalender freischaufeln konnten. Im Dezember werden sie in Baden-Baden (07.12., Festspielhaus), Regensburg (15.12., Audimax), Berlin (17.12., Philharmonie), Wuppertal (18.12., Klavier-Festival Ruhr), Hamburg (19.12., Laeiszhalle) und Bremen (20.12., Glocke), außerdem für ein Gastspiel auch im Schweizerischen Bern (21.12., Kultur Casino) live auf der Bühne zu erleben sein.

Ihr bezauberndes Programm haben sie im künstlerischen Gepäck, aber auch Pläne für die Zukunft: „Ich persönlich möchte der Kraft des Augenblicks ganz bewusst wieder mehr Raum geben, mehr Raum in mir“, erklärt Hélène Grimaud. „Sicher wäre es naiv zu sagen, ich steige aus allem aus und gebe mich ganz meinem künstlerischen Biorhythmus hin. Aber sich der Kostbarkeit des einzelnen Moments bewusst zu sein, bewusst zu werden, daran arbeite ich.“ Im Team mit Sol Gabetta kann man diese wertvollen Momente sogar als Zuhörer miterleben.


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