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28.05.2004

Das holde Wunder der Schöpfung

Herbert von Karajan, Das holde Wunder der Schöpfung

Der Wiener Kurier schrieb anläßlich des Abschlußkonzertes der Festspiele von 1965, dass "Karajan [...] genau den zwischen Strenge und Naivität angesiedelten Stil der Musik [trifft], er macht transparent, was Haydn in seiner genialen Partitur ganz und gar unverschlüsselt Klang werden ließ, die 'Vostellung des Chaos' ebenso wie die 'brausend heftigen Stürme', 'die feurigen Blitzer' und die 'rollenden Donner', den 'leichten, flockigen Schnee' und den 'hellen Bach', der 'leise rauschend fortgleitet'".

Fritz Wunderlich, der Sänger des Uriel, bei dessen Worten "Und er machte die Sterne gleichfalls" sich über dem Zuschauerraum des Festspielhauses selbst am hellen Vormittag ein unüberhörbarer Baldachin spannte, war während der Direktionszeit Herbert von Karajans an die Wiener Staatsoper verpflichtet worden, wo er im September 1959 seinen ersten Tamino sang (eine Rolle, die später eine seiner Visitenkarten werden sollte).

 

In Salzburg hatte der Tenor bereits im Sommer 1959 in Strauss' "Schweigsamer Frau" debütiert, bevor er zum ständigen, umjubelten Gast an der Salzach wurde. Einer seiner letzten Auftitte vor seinem tragischen Tod im September 1966 war Mozarts Belmonte in der "Entführung aus dem Serail", übereinstimmend von Publikum und Presse als ein Beispiel vollkommenen Mozartgesanges gefeiert. Für Herbert von Karajan schloß sich mit dieser "Schöpfung" der Zyklus geistlicher Vokalwerke, den er 1957 mit Brahms' "Ein deutsches Requiem" begonnen hatte, und die mit dieser Veröffentlichung nun endlich komplett auf Tonträger dokumentiert sind.


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