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Produktdetail
The Hilliard Ensemble, Monodia, 00028947278429

Monodia

Format:
CD
Label:
ECM New Series
VÖ:
03.02.2004
Bestellnr.:
00028947278429
Produktinformation:

Als der Pianist Alexei Lubimov sein Recital "Der Bote" aufnahm, integrierte er auch eine Komposition von Tigran Mansurian in sein Programm. Das Album wurde erfolgreich und im Rahmen der Hochschätzung, die es durch die Kritik erfuhr, fiel auch der Name des armenischen Komponisten des Öfteren. Der zweite Schritt in die Richtung einer angemessenen Vorstellung war "Hayren - Music of Komitas and Mansurian", ein Album, das die international renommierte Bratschistin Kim Kashkashian dem kaukasischen Künstler und dessen Klangahnen widmete. So führte der Weg schrittweise zu "Monodia", einer stilistisch umfassenden Würdigung Mansurians, die ebenfalls unter der Ägide Kashkashians Stars wie Jan Garbarek und das Hilliard Ensemble vor die Mikrofone holte.

Kim Kashkashian, in Detroit (USA) geborene Bratschistin armenischer Abstammung, studierte am Peabody Conservatory of Music bei Walter Trampler und Karen Tuttle. Ihre internationale solistische Laufbahn begann durch ihre ersten großen Wettbewerbserfolge (Lionel Tertis Competition, ARD-Wettbewerb München u.a.) und die daraus entstandenen Engagements mit den wichtigsten Orchestern und Dirigenten. Von Anfang an war sie eine gefragte Kammermusikpartnerin und regelmäßiger Gast der Festivals von Marlboro, Santa Fe, Spoleto, Mostly Mozart, Lockenhaus und Salzburg. Sie unterrichtete mehrere Jahre am Mannes College of Music und an der University of Indiana, Bloomington, bevor sie 1989 nach Deutschland übersiedelte. Hier hatte sie zunächst eine Professur an der Hochschule für Musik in Freiburg inne, bevor sie im Herbst 1996 dieses Amt an der Musikhochschule "Hanns Eisler" in Berlin antrat. Im Sommer 2000 folgte sie einem Ruf des New England Conservatory in Boston und kehrte nach zehn Jahren in die USA zurück.
Die "klassische" Laufbahn - ob Konzerte mit Orchestern, Sonaten- oder Kammermusikabende (u.a. mit den Guarneri-, Tokyo- und Emerson- Quartetten) - war nie das ausschließliche Ziel von Kim Kashkashian. Mindestens ebenso wichtig ist ihr die Suche nach neuen Wegen und Formen, die sie durch intensive kontinuierliche Arbeit mit Komponisten wie Gubaidulina, Bouchard, Jolas, Penderecki, Harbison, Kurtág, Kancheli, Eötvös und eben Mansurian zusammenführt. Seit zehn Jahren kooperieren sie bereits in unterschiedlichen Projekten, deren Einflüsse nun in "Monodia" (= "Einstimmigkeit") zusammenlaufen. Im Mittelpunkt steht dabei das 1995 eigens für Kashkashian entstandene und von William Faulkner inspirierte zweisätzige Viola-Konzert "...and then I was in time again", das die Bratschistin gemeinsam mit dem Münchner Kammerorchester unter der Leitung von Christoph Poppen eingespielt hat. "Dies ist ein kontrapunktisches Werk und kein monodisches", erläutert Kashkashian zum Widerspruch von Titel und Inhalt in einem Interview und ergänzt: "Jede Stimme hat - und das mehr als bei anderen vielstimmigen Werken - eine ihr innewohnende Harmonie. Es existiert eine vertikale Harmonie, wenn man die Intervallspannung innerhalb der Stimme versteht, und das nicht nur für den Solopart, sondern auch für jede Orchesterstimme. [...] Die Intervallspannung ist es, die dieses Werk sehr armenisch macht".
Neben dem Bratschenkonzert stellt "Monodia" außerdem das bereits 1981 entstandene "Concerto For Violin And Orchestra" mit dem griechischen Geiger Leonidas Kavakos als Solisten vor. Darüber hinaus wurden der norwegische Saxofonist Jan Garbarek ("Lachrymae" ) und das Hilliard Ensemble ("Confessing With Faith") für die Mitarbeit gewonnen. Mansurians Mischung zeitgenössischer Ausdruckformen und armenisch inspirierter Klanglandschaften bekommt auf diese Weise die bestmögliche Voraussetzung, um sich im Wettlauf mit der Konkurrenz als gestalterische Referenz zu bewähren. "Monodia" ist der längst überfällige Auftakt für eine internationale Karriere, auf die der Komponist trotz enthusiastischer Würdigung in seiner Heimat und in Spezialistenkreisen der Avantgarde lange hat warten müssen.

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