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25.12.2013

40 Jahre Hilliard Ensemble - Episode 11 - "Lassus"

Das Hilliard Ensemble feiert sein 40 jähriges Bestehen. In unserer großen Serie stellen wir Ihnen nach und nach einige Höhepunkte aus dem Schaffen des Ensembles vor. In der Episode 11 stellen wir Ihnen das 1998 erschienene Album mit Musik von Orlando di L

The Hilliard Ensemble, 40 Jahre Hilliard Ensemble - Episode 11 - Lassus © Roberto Masotti

Das 1998 veröffentlichte Album "Lassus" (ECM New Series) von The Hilliard Ensemble beinhaltet zwei der bedeutendsten unter den mehr als 2.000 Werken des Komponisten Orlando di Lasso (auch Orlande de Lassus), die "Prophetiae Sibyllarum" und die "Missa pro Defunctis".

Orlando di Lasso (1532-1594), von seinen Bewunderern "princeps musicorum" genannt und neben Palestrina bedeutendster Tonsetzer der Hochrenaissance, vertonte die Weissagungen der zwölf Sibyllen als Geschenk für seinen Patron Herzog Albrecht V. von Bayern. Im eröffnenden "Carmina Chromatico" untergräbt Lasso jedes Gefühl für ein tonales Zentrum, indem er den Hörer in nur acht Takten durch eine Folge von Akkorden führt, die auf elf der zwölf der chomatischen Halbtöne basieren. Damit hinterlies der europaweit bekannte Münchener Hofkapellmeister, der sämtliche Stilistiken seiner Zeit fließend beherrschte, ein Beispiel extrem chromatischer Musik, das in seinem manierierten Ausdruckswillen einigen Werken Gesualdos nahesteht. Nie wieder sollte Lasso in diesem Stil komponieren. Tenor John Potter dazu in seinem Begleittext zum Album: "Solche Musik, bekannt als musica reservata, war einzigartig und Aufführungen waren Kennern wie dem König von Frankreich vorbehalten, der so erstaunt war als er sie 1571 hörte."  

Die "Missa pro Defunctis" ist ein späteres und traditionelleres Werk Lassos. Dennoch besitzt es ungewöhnliche Eigenschaften, wie ein fehlendes Dies irae, das durch ein Graduale ("Und ob ich schon wanderte im finsteren Tal, fürchte ich kein Unglück; denn Du bist bei mir, dein Stecken und Stab trösten mich.") ersetzt wird. Das Wandern drückt Lasso durch gemessene, doch zugleich höchst emotionale Stimmbewegungen aus. "Dieses gespenstisch schöne Graduale ist der Höhepunkt der Messe und allein Grund genug, dieses Album zu hören", schreibt Raymond Tuttle in seiner Rezension für classical.net.

In diesem Player hören Sie Stücke aus den Alben, die in unsere Jubiläums-Serie vorgestellt worden sind:


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