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21.01.2014

40 Jahre Hilliard Ensemble - Episode 17 - "Audivi Vocem"

Das Hilliard Ensemble feiert sein 40 jähriges Bestehen. In unserer großen Serie stellen wir Ihnen Höhepunkte aus dem Schaffen des Ensembles vor. Diesmal das 2008 erschienene Album "Audivi Vocem".

The Hilliard Ensemble, 40 Jahre Hilliard Ensemble - Episode 17 - Audivi Vocem © Roberto Massotti / ECM Records

Das Wirken der Komponisten Thomas Tallis (um 1505 – 1585), Christopher Tye (um 1505 – um 1575) und John Sheppard (um 1515 – 1558) fiel in eine Epoche, die von brutalen Konflikten zwischen katholischen und protestantischen Interessensmächten geprägt wurde.

Heinrich VIII. hatte den Bruch mit dem römischen Papsttum herbeigeführt, doch weiterhin an der katholischen Liturgie festgehalten. Ihm nachfolgend führte Eduard VI. ein puritanisches protestantisches Regime ein, das beträchtlichen Einfluss auf die Kirchenmusik nahm. Maria I.  wiederum restaurierte daraufhin einen glühenden Katholizismus, dem erst Elizabeth I. nach ihrer Krönung 1558 durch einen moderaten protestantischen Kompromiss Einhalt gebot.

Vor diesem Hintergrund waren die zeitgenössischen Kirchenmusiker gezwungen, sich kontinuierlich Veränderungen in der Liturgie anzupassen. Die drei auf dem Album "Audivi Vocem" (ECM New Series, 2008) vorgestellten Komponisten profitierten von diesen turbulenten Entwicklungen und waren ihrerseits auch unmittelbar an deren Ausgestaltung beteiligt.

David Skinner hat das Hilliard Ensemble musikwisschenschaftlich beraten und die Partituren für die Aufnahmen vorbereitet. In seinem Begleittext schreibt er: "Die Reformation, so zeigt sich, wirkte sich positiv auf die Musik aus: Sie zwang Komponisten, eine Vielfalt kompositorischer Techniken zu erproben, und – von größter Wichtigkeit – eine bessere Textvertonung zu entwickeln. Figuren wie Tye, Sheppard und Tallis bildeten neue Fertigkeiten aus und erprobten sie. Damit legten sie das Fundament für die nachfolgende Generation von Komponisten."

Wie immer hat das Hilliard Ensemble sein Programm überaus sorgfältig zusammengestellt. Tyes "Missa Sine Nomine" dient hier als Rückgrat für eine Folge von Responsorien, Antiphonen und Hymnen der drei englischen Renaissance-Komponisten.

In diesem Player hören Sie Stücke aus den Alben, die in unsere Jubiläums-Serie vorgestellt worden sind:


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