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16.03.2017
Diverse Künstler

Prächtige Jubiläumsedition – Wiener Philharmoniker feiern 175. Geburtstag

Sie gelten als das Wahrzeichen der europäischen Musiktradition schlechthin. Jetzt feiern die Wiener Philharmoniker ihren 175. Geburtstag. Deutsche Grammophon krönt den Jubeltag mit einer limitierten Deluxe-Edition.

Diverse Künstler, Prächtige Jubiläumsedition – Wiener Philharmoniker feiern 175. Geburtstag © Deutsche Grammophon

Als Otto Nicolai am 28. März 1842 den Taktstock hob, um den ersten Konzertabend der Wiener Philharmoniker zu eröffnen, ahnte wohl niemand, was aus diesem Orchester einmal werden würde. Heute blicken die Wiener Philharmoniker auf eine bewegte, 175 Jahre währende Historie zurück.

Triumphale Geschichte: Die Wiener Philharmoniker

Die musikalischen Zeichen standen von Beginn an gut. Schon Johannes Brahms verneigte sich vor dem Orchester, dem er sich freundschaftlich verbunden fühlte. Richard Wagner lobte die Wiener Philharmoniker als eines der vorzüglichsten Orchester überhaupt, und Richard Strauss prägte das legendäre Bonmot: "Die Philharmoniker preisen heißt Geigen nach Wien tragen." Der spätromantische Komponist wusste, wovon er sprach. Er arbeitete jahrelang mit dem Orchester zusammen.    

Witz, Charme und ein sympathisches Augenzwinkern gehören seit jeher zu Wien, wo nicht nur die ernste Muse, sondern auch die Operette blühte. Die Wiener Philharmoniker trugen entscheidend dazu bei. Den Gründungsimpuls des Orchesters bildeten jedoch romantische Motive. Otto Nicolai versammelte hervorragend ausgebildete Musiker seiner Zeit, um die Sinfonien Ludwig van Beethovens aufzuführen.

Das Beste vom Besten: Klassik, Romantik und die leichte Muse

Bis heute verströmen die Wiener Philharmoniker diese besondere romantische Stimmung, die sich mit den tänzerischen Stilelementen eines Haydn oder Mozart auf geheimnisvolle Weise verbindet. Der voluminöse, sinnliche Klang des Orchesters eignet sich hervorragend für gefühlsstarke, romantische und spätromantische Kompositionskunst. Deshalb ist es nur zu begrüßen, dass die jetzt erschienene Jubiläumsedition einen reichen Schatz romantischer Orchesterwerke enthält.

Das Spektrum reicht von Beethoven, Schubert, Schumann, Brahms, Smetana und Tschaikowski bis hin zu Wagner, Bruckner, Dvořák, Mahler und Richard Strauss. Haydn und Mozart sind in der Jubiläumsausgabe selbstredend auch enthalten. Besonders eindringlich: die Aufnahmen der beiden Haydn-Sinfonien Nr. 88 und 92 von Leonard Bernstein. Als Kultaufnahme gilt Mozarts Requiem in der Einspielung Herbert von Karajans. Auch diese Interpretation ist in der Sammlung vertreten.

Nicht minder ergreifend: Mozarts "Eine kleine Nachtmusik" in der wundersam schwebenden Aufnahme von James Levine. Zahllose weitere Aufnahmeklassiker säumen die Ausgabe, die mit Schönbergs Gurre-Liedern (Abbado), Elgars Enigma Variations und Chabriers Suite pastorale (Gardiner) auch seltener in Augenschein genommene Perlen der Wiener Philharmoniker birgt. Daneben: Klassiker der leichten Muse, wie die Walzer von Johann Strauss (Böhm) oder Lehárs fulminante Operette "Die lustige Witwe" (Gardiner).     

Fantastische Beigaben: Fotos, Archivalien und informative Texte

"Wiener Philharmoniker – 175th Anniversary Edition" umfasst summa summarum 44 CDs. Hinzu kommt eine Bonus-DVD. Hier kann man das berühmte Neujahrskonzert aus dem Jahre 1989 mit Carlos Kleiber am Pult erleben. Neben dem reichhaltigen musikalischen Schatz, der einen Aufnahmezeitraum von 1951–2004 umspannt, besticht die limitierte Deluxe-Edition durch ihr edles Design und die vielen wunderbaren Beigaben, die sie enthält. Die CD-Hüllen sind dem Cover-Design der Ersterscheinungen nachempfunden.

Die seltenen Fotografien im Booklet lassen das Sammlerherz höherschlagen. Auf informationshungrige Hörerinnen und Hörer wartet faszinierendes Material. So findet sich das erste Foto der Wiener Philharmoniker überhaupt im Booklet abgedruckt. Die kurzweiligen Essays von Silvia Kargl und Richard Evidon bieten ausgezeichnete Einführungen in die Geschichte und das Schaffen des Orchesters. Kurz: Der Geburtstag der Wiener Philharmoniker kann kommen. Diese Jubiläumsedition ist ein wunderbares Geschenk.

        


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News

16.03.2017
Room 29

Menschen im Hotel – Jarvis Cocker und Chilly Gonzales veröffentlichen den Liederzyklus "Room 29"

Der Pulp-Frontmann und der Pianist erwecken in ihren Stücken die Geister aus Hollywoods Glanzzeit.

Room 29, Menschen im Hotel – Jarvis Cocker und Chilly Gonzales veröffentlichen den Liederzyklus Room 29 © Alexandre Isard

Nebulöser Nebenschauplatz der Popkultur, Zuflucht der Stars und Gangster, einsamer Ort der Leidenschaften, komfortable Bühne eines Nervenzusammenbruchs: das Hotel hatte schon immer eine Aura des Mysteriösen und Geheimen. Nun entführen der kanadische Pianist Chilly Gonzales und Jarvis Cocker, Sänger der Britpop-Band Pulp, in ein ganz bestimmtes Hotelzimmer: den denkwürdigen Room 29 im legendären Chateau Marmont am Sunset Boulevard von Hollywood. In der Luxusabsteige starb der Schauspieler John Belushi an einer Überdosis. Britney Spears bekam Hausverbot, weil sie sich im Speisesaal Essen ins Gesicht schmierte, und 2004 raste der Fotograf Helmuth Newton tödlich mit seinem Cadillac gegen die Mauer der Einfahrt: drei von zahlreichen Skandalen.

Eine Zeitreise in die 1930er-Jahre

Die allzu bekannten Vorfälle (Led Zeppelin fahren auf Harleys durch die Lobby; James Dean springt aus dem Fenster) und die jüngeren Unehren im Chateau Marmont (Lindsay Lohan prellt Zeche: 46.000 Dollar) sparen sich Gonzales und Cocker und spulen dafür zurück in die Ära der Sexbombe Jean Harlow, Marlene Dietrichs und des Banditen Mickey Cohen. Einen Stutzflügel, der tatsächlich im besagten Zimmer 29 des Hotels steht, machen sie zum Erzähler ihrer Geschichten hinter verschlossener Tür. Was wäre, wenn das Piano Augen hätte und sprechen könnte? Musikalisch geben sie sich einer scheinbar vergangenen Form hin: dem romantischen Liederzyklus. Arrangiert und am Piano begleitet von Gonzales, unterstützt vom Hamburger Kaiser-Streichquartett, spielen sie mit den Mitteln des Kunstlieds und Hörspiels, der Salon-Musik und Bar-Songs. Passend erscheint das postmoderne Oeuvre beim renommierten Klassik-Label Deutsche Grammophon auf CD und LP. Zum Record Store Day am 22. April 2017 erscheint eine weitere streng limitierte Vinyl-Version, die nur bei ausgewählten Händlern verfügbar sein wird.

Pop-Rebellen und Beatniks der 1990er, danach Feuilleton-Lieblinge und genreversierte Pop-Koryphäen

Chilly Gonzales und Jarvis Cocker erscheinen als Dream-Team in Sachen anspruchsvoller, unspröder Unterhaltung. Kennengelernt haben sie sich vor Jahrzehnten, als Gonzales das Vorprogramm eines Pulp-Konzerts in Cornwall bestritt. Damals waren Cocker und Co. nach ihrem bahnbrechenden Album "Different Class" zu Superstars der Britpop-Welle avanciert, und Gonzales war jener mit Goldketten behängte Prankster-Rapper, Duettpartner des Rriot-Girls Peaches und Präsident des Berliner Undergrounds, bevor er als Neo-Chopin auf seinen umjubelten "Solo Piano"-Alben in der Welt der normalen Musikhörer ankam und als Produzent der Über-Singer-Songwriterin Leslie Feist in den internationalen Top-10. Da war Gonzales, genau wie Cocker schon nach Paris umgezogen.

2012 checkte Cocker während einer USA-Tournee von Pulp ins Chateau Marmont ein und war sofort ergriffen vom nostalgischen Charme des Etablissements. Direkt nach der Tour fing er an zu recherchieren, förderte Legionen Filmstars und Gangster zutage. Einige ihrer Geschichten hat er hier in seinen Couplets verdichtet. Inhaltlich liefert der hellwache Beobachter hier eine Art Antithese seines Signatur-Songs: "Common People".

Mit 53 klingt Cocker voller und verlebter als in seinen Zeiten des Britpop-Bohemiens

Ein bisschen erinnert er an Serge Gainsbourg in "Melody Nelson", an Burt Bacharach, sarkastisch bleibt er allemal, "...du brauchst keine Freundin, sondern einen Sozialarbeiter", singt er schmachtfetzend in "Tearjerker". Seine Stimme verkörpert bildhaft den äußeren Glamour und die Illusion ("Trick of the Light"), die innere Verlassenheit dieser Hotel-Episoden aus Hollywood, und der Hörer hängt an seinen Lippen.

Aufführungen in Hamburg, Berlin, London und Paris

Drei Jahre arbeitete das Duo an "Room 29". Anfang 2016 führten Gonzales und Cocker eine noch unfertige Version in der Hamburger Kampnagel-Fabrik auf. Im März werden sie "Room 29" in Hamburg, Berlin, London und Paris auf die Bühne bringen. Wahrscheinlich, dass Gonzales im Morgenmantel und Pantoffeln auftreten wird und Cocker wieder in seiner braunen Cordhose. Ihre Selbstironie untermauert auch in "Room 29" tragikomische Pointen. 


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16.03.2017
Diverse Künstler

Grund zum Jubel - Mit dem neuen Album "Jubilate" transportiert der St. Paul's Cathedral Choir pure Freude am Singen

Auf seinem neuen Album widmet sich der renommierte Londoner St. Paul's Cathedral Choir geistlichen und traditionellen Werken ganz unterschiedlicher Epochen und vermittelt die zeitlose Schönheit des mehrstimmigen Gesangs.

Diverse Künstler, Grund zum Jubel - Mit dem neuen Album Jubilate transportiert der St. Paul's Cathedral Choir pure Freude am Singen Ⓒ Decca / Graham Lacdao

Der Chor der bekannten Londoner Bischofskirche St. Paul's wurde bereits vor 900 Jahren gegründet und gehört weltweit zu den renommiertesten Kirchenchören. Unter der musikalischen Leitung von Andrew Carwood umfasst der St. Paul’s Cathedral Choir heute die hellen Sopranstimmen von 30 Chorknaben und die exzellenten Gesangskünste von 20 erwachsenen, professionellen Sängern. Im daraus entstehenden reichen, stimmlichen Spektrum können alle Farben zur Geltung kommen, die der Musik innewohnen.

Ansteckende Begeisterung

Wenn der St. Paul’s Cathedral Choir gemeinsam mit den Cathedral Choristers of Britain nach dem instrumentalen Intro aus voller Kehle "Zadok the Priest" von Georg Friedrich Händel anstimmt, ist Gänsehaut garantiert. Die Wucht der leidenschaftlichen Begeisterung, mit der die Sänger den Lobgesang präsentieren, den Händel 1727 anlässlich der Krönung des britischen König George II. komponiert hat, ist überwältigend. Die Hymne gibt den Startschuss für über eine Stunde exzellenter Chormusik aus fünf Jahrhunderten.

Reise durch die Jahrhunderte

Wenngleich die Werke in ganz unterschiedlichen Epochen und historischen Kontexten entstanden sind, eint die ausgewählten Kompositionen der emotionale Gehalt, den sie transportieren. Der St. Paul’s Cathedral Choir stellt sich in den Aufnahmen als sensibler und wendiger vokaler Klangkörper unter Beweis und präsentiert sich als ausdrucksstarkes musikalisches Sprachrohr der anspruchsvollen Texte. Die puristische Klangschönheit des "Salvator mundi" von 1575 aus der Feder von Thomas Tallis öffnet als eines der frühesten Werke auf dem Album "Jubilate" den Raum für eine musikalische Reise durch die Jahrhunderte, auf der sich in Kompositionen von Henry Purcell und Ralph Vaughan Williams bis hin zu Maurice Greene, Hubert Parry, Howard Goodall und Paul Mealor das weite musikalische Feld geistlicher und weltlicher Traditionen offenbart und sich klangliche Einblicke in die feierlichen Zeremonien der britischen Monarchie erschließen.

Mehrstimmigkeit und solistische Glanzstücke

Mit Werken wie "O God thou art my God" aus dem Jahr 1680 von Henry Purcell, "Hear my prayer" von Felix Mendelssohn-Bartholdy von 1844, die Motette "Greater Love Hath No Man" aus dem Jahr 1912 von John Ireland umspannt der St. Paul’s Cathedral Choir mühelos mehrere Jahrhunderte und lässt diese in der Musik zugleich durch die zeitlose Schönheit der Vielstimmigkeit miteinander verschmelzen. Balfour Gardiners "Evening Hymn" ist ein romantisch-üppiges, harmonisch dichtes Werk und gilt als Klassiker des englischen Chorrepertoires. In Felix Mendelssohn-Bartholdys "O for the Wings of a Dove" und John Rutters Arrangement eines gälischen Segens leuchten darüber hinaus die Stimmen von Nathaniel Morley und Aled Jones in solistischem Glanz.

Mit dem Fokus des Albums auf britische Komponisten von der Renaissance bis hin zu zeitgenössischen Musikern des 21. Jahrhunderts, zeichnet der St. Paul’s Cathedral Choir ein authentisches und komplexes musikalisches Porträt der britischen Chorgeschichte.

 


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09.03.2017
Grigory Sokolov

Er schwebt – Sokolov spielt Mozart und Rachmaninov

Neuerscheinungen von Grigory Sokolov sind Ereignisse für sich. Jetzt veröffentlicht der Meisterpianist zwei neue Live-Mitschnitte: tiefsinnige Klavierkonzerte von Mozart und Rachmaninov, vom Maestro schwebend dargeboten.

Grigory Sokolov, Er schwebt – Sokolov spielt Mozart und Rachmaninov © Klaus Rudolph

Grigory Sokolov hat seine Eigenheiten. Der russische Ausnahmepianist bevorzugt zum Beispiel die Live-Performance.

Andere Liga: Grigory Sokolov

Im Gegensatz zur Studioaufnahme sieht er in dem spontanen Akt des Musizierens das größere Potenzial. Hier kommt es auf den Augenblick an. Ein großer Solist muss hellwach sein. Er muss auf die Sekunde hin Präsenz zeigen. So virtuos er auch spielt, so außerordentlich seine Fähigkeiten auch sind, er verfügt nicht über diesen einen Augenblick. Anders gesagt: Es kann misslingen. Die Interpretation kann schiefgehen. Live-Akte sind riskanter als Studioaufnahmen.

Grigory Sokolov hat es auf diesem Feld jedoch zu einer Meisterschaft gebracht, die jedes seiner Recitals zu einem Ereignis werden lässt. Der russische Ausnahmepianist gebietet über eine Technik, ein poetisches Einfühlungsvermögen und eine Coolness, die ihm alle Freiheiten auf der Bühne gestatten. Am Flügel ist Grigory Sokolov er selbst. Niemand kann ihn hier aufhalten, und so bewegen sich seine Konzertauftritte stets in einem Spektrum zwischen groß und ganz groß.

Die Entdeckung: Der Teamplayer

Wenn der Maestro dann einmal seine persönliche Rangliste offenbart und Aufnahmen zur Publikation freigibt, dann kann man sicher sein, dass er aus der Fülle des Materials einen Live-Mitschnitt der Extraklasse ausgesucht hat. So ist es auch diesmal. Nach "The Salzburg Recital" und "Schubert / Beethoven" wartet Sokolov jetzt mit dem dritten Live-Album in nur zwei Jahren auf. Was diesmal anders ist: Er ist in Orchesterbegleitung zu hören, und das hat insofern eine historische Qualität, als Sokolov seit Jahren nurmehr solo auftritt.

Es hat aber auch eine musikalische Dimension, erlebt man den eigenwilligen Pianisten, den viele Fachleute für den größten Tastenmagier unserer Zeit halten, hier doch als Teamplayer. Wer gedacht hätte, der individualistische Künstler mache sein eigenes Ding und nehme nicht viel Rücksicht auf das Orchester, der sieht sich getäuscht. Im Gegenteil: Sokolov kommuniziert, wenn er Mozarts hinreißendes Klavierkonzert in A-Dur zum Besten gibt, glänzend mit dem Mahler Chamber Orchestra unter der Leitung von Trevor Pinnock.  

Berührende Beigaben: Liebesgedichte der Ehefrau und ein Filmportrait von Nadia Zhdanova

In dieser fast schwebenden Interpretation aus dem Jahre 2005 stimmt einfach alles: die tänzerische Dynamik, das poetische Feingefühl und die glasklaren Harmonien. Mozart ist hier, vor allem in dem berührenden Adagio des zweiten Satzes, als moderner Visionär zu erleben, der das romantische Lebensgefühl eines Beethoven bereits vorwegnimmt.

Nicht minder aufregend und hervorragend abgestimmt klingt das berühmte Klavierkonzert Nr. 3 von Rachmaninov. Grigory Sokolov hat es im Jahre 1995 mit dem BBC Philharmonic unter der Leitung von Yan Pascal Tortelier aufgenommen. Der Pianist spielt es ungewöhnlich pointiert, so dass die farbreichen Harmonien des russischen Komponisten besonders schillernd zur Geltung kommen.

Dadurch erhält der melancholische, sehnsuchtsvolle Ton des gefühlvollen Klavierkonzerts eine eigentümliche Leichtigkeit, die das schmerzvolle Moment sanft abfedert. Eine ähnliche Stimmung verströmen die im Booklet abgedruckten Gedichte von Inna Sokolova, der Ehefrau des Pianisten. Besonders ergreifend: wie liebevoll sie ihn beobachtet, charakterisiert und in seinem Eigensinn annehmen kann.

Das Filmportrait von Nadia Zhdanova ist eine weitere wunderbare Beigabe dieses Albums. Hier erlebt man den Künstler in alten Filmaufnahmen als junges, aufstrebendes Klaviergenie und aus dem Blickwinkel seiner Weggefährten und Schüler. So werden Facetten einer hochsensiblen Künstlerpersönlichkeit sichtbar, die sich ganz der Musik verschrieben hat. Grandios!   


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08.03.2017
Jan Lisiecki

Tanzlust – Jan Lisiecki brilliert mit frühen Meisterwerken von Chopin

In der Riege aufstrebender Jungpianisten gilt er als "Genie" (Spiegel). Jetzt veröffentlicht Jan Lisiecki ein ebenso tanzfreudiges wie virtuoses Chopin-Album: Noble Frühwerke des polnischen Komponisten.

Jan Lisiecki, Tanzlust – Jan Lisiecki brilliert mit frühen Meisterwerken von Chopin © Holger Hage

Chopin ist seine Leidenschaft. Jan Lisiecki hat ein besonderes Gespür für den polnischen Komponisten. Das er schon früh unter Beweis gestellt hat.

Frühvollendeter Meisterpianist: Jan Lisiecki

Als 15-Jähriger debütierte er bereits mit einem vom Warschauer Fryderyk Chopin Institute herausgegebenen Live-Album. Darauf interpretierte er die beiden Klavierkonzerte von Chopin so reif und spannungsgeladen, dass die internationale Presse danach Kopf stand. Sie lobte ihn als einen "Virtuosen bar jeder Manieriertheit mit einer kraftvollen und vor allem unwiderstehlich natürlichen Spielweise" (Diapason). Das BBC Music Magazine beschwor seinerzeit die erstaunlich "reife Musikalität" des Youngsters.

So überraschte es nicht, dass der 1995 im kanadischen Calgary als Sohn polnischer Eltern geborene Ausnahmepianist bereits im Jahre 2011 exklusiv bei Deutsche Grammophon unterzeichnete. Seitdem hat er drei vielbeachtete Alben vorgelegt, die seinem frühen Gang auf das internationale Parkett Kontinuität und Glanz verliehen. Feinsinnig: sein Album mit Klavierkonzerten von Mozart (2011). Virtuos: seine Einspielung von Chopins Etüden (2013). Von poetischer Ausdruckskraft: seine Interpretation Robert Schumanns (2016).  

Zusammenarbeit nach Maß: Krzysztof Urbański und Jan Lisiecki

Jetzt kehrt der junge Meisterpianist zu Chopin zurück, und das mit einer Veröffentlichung, die ihn auf einer noch höheren Reifestufe zeigt. Jan Lisiecki hat sich viel vorgenommen. Er möchte die pianistische Brillanz des jungen Chopin genauso zur Geltung bringen wie dessen poetische Feinfühligkeit. Dabei freut er sich, dass er diesmal nicht auf bekannte Werke des polnischen Komponisten zurückgreift. "Viele Stücke auf unserem neuen Album werden den meisten Zuhörern nicht vertraut sein", so Lisiecki.

"Es ist, als würden wir zum ersten Mal etwas über sie sagen." Wir, das sind Jan Lisiecki, Krzysztof Urbański und das NDR Elbphilharmonie Orchester. Jan Lisiecki hat sich Krzysztof Urbański bewusst ins Boot geholt. Der polnisch-kanadische Pianist teilt mit dem polnischen Dirigenten eine emotionale Bindung an Chopins Heimat. Zudem ist das gegenseitige Vertrauen der beiden groß. Lisiecki weiß, was er an dem offenherzigen Meisterdirigenten hat. Er schätzt dessen Urteile.    

Tanzlust: Der freudvolle Chopin

Als Urbański die Einladung von Lisiecki erhielt, mit ihm Chopin aufzunehmen, da reifte in ihm bald die Überzeugung heran, dass sich für dieses Projekt vor allem das NDR Elbphilharmonie Orchester eigne. Lisiecki ist im Nachhinein glücklich mit dieser Wahl. Die Wärme der Streicher, die Farbvielfalt des Bläserklangs und die enthusiastische Kooperationsbereitschaft dieses Orchesters haben ihn gänzlich überzeugt. Das merkt man den Aufnahmen an. Die Tanzlust ist allenthalten spürbar. Man wird mitgerissen von dem schwungvollen, dem zuversichtlichen Chopin der jungen Jahre.

So vor allem in den Variationen über "Là ci darem la mano" aus Mozart "Don Giovanni". Überwältigend hier: die Musizierfreude des Orchesters und das entspannt perlende Spiel von Jan Lisiecki. Andere Werke lassen passagenweise schon den melancholischen Chopin erahnen. So das spannungsgeladene Rondo à la Krakowiak oder das über weite Strecken verträumt fließende Andante spianato et Grande Polonaise brillante. Mit dem posthum erschienenen Nocturne in cis-Moll interpretiert Jan Lisiecki zum Schluss noch in zartfühlender Manier ein Stück, das an den verletzlichen Chopin gemahnt. Eine wunderbare Abrundung dieses Albums.   

   

 


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01.03.2017
Daniel Barenboim

Visionäre – Daniel Barenboim setzt Pierre Boulez ein Denkmal

Pierre Boulez war einer der größten Komponisten der Avantgarde. Jetzt veröffentlicht Daniel Barenboim eine Hommage an seinen im Vorjahr verstorbenen Freund: Ein wegweisendes Album mit Schlüsselwerken des französischen Komponisten.

Daniel Barenboim, Visionäre – Daniel Barenboim setzt Pierre Boulez ein Denkmal © Uwe Arens / DG

Es wird Zeit, Pierre Boulez zu entdecken. Die Musik des französischen Komponisten lockt wie eine exotische Insel.

Neue Horizonte: Pierre Boulez (1925–2016)

Wer auf diese Insel gelangt, der wird mit seltenen Farben, Pflanzenarten und Landschaften belohnt, die ihm völlig neue Horizonte öffnen. Hier ist nichts verbraucht. Nichts Gewöhnliches gedeiht auf diesem einsamen Stück Erde. Das Einzige, was der Abenteuerreisende zu erkennen vermag, sind Felsenlandschaften, deren Schroffheit jedoch durch eine schier unendliche Farbpracht in den Tälern aufgewogen wird. So abweisend, so direkt seine Musik bisweilen klingt, sie birgt poetische Klangwelten von berückender Schönheit.

Diese Überzeugung teilt auch Daniel Barenboim. Der argentinisch-israelische Dirigent lernte Pierre Boulez in den sechziger Jahren kennen. Barenboim war damals Anfang 20 und ließ sich von der visionären Kraft des französischen Komponisten mitreißen. Für Daniel Barenboim war und ist Pierre Boulez "ein Mann für die Zukunft". Wer sich auf die Klangkunst des französischen Komponisten einlässt, der atmet den Geist einer neuen Zeit.

Musik der Zukunft: Daniel Barenboim hält die Spannung

Doch wie findet man sich in dem weitverzweigten Œuvre des französischen Meisterkomponisten zurecht? Hier leistet das neue Album von Daniel Barenboim unschätzbare Dienste. "Daniel Barenboim – Hommage à Boulez" versammelt etliche Schlüsselwerke des französischen Avantgardisten. Das Album umfasst zwei Tonträger. Es setzt ein mit dem flirrend vorbeiziehenden "Dérive 2", das Daniel Barenboim zu den größten Werken von Pierre Boulez zählt.

Barenboim hat diese Komposition für elf Instrumente mit Mitgliedern des West-Eastern Divan Orchestras bei den BBC Proms 2012 aufgenommen. Die lebendige Atmosphäre des Live-Acts ist deutlich spürbar. Eine ungeheure Spannung liegt in der Luft, und Barenboim reizt sie bis zum letzten Ton aus. Nicht minder furios geht es in "Dialoque de l’ombre double" zu. Ebenfalls aufgenommen bei den BBC Proms, erlebt man hier einen rauschhaften Wirbel, der doch nie aus der Form gerät und Momente einer berührenden Zartheit offenbart.

Bewährtes und Neues: Eröffnung des Pierre Boulez Saals

Garant für die gelungene Interpretation dieses Werkes ist das ebenso virtuose wie leidenschaftliche Spiel des Frankfurter Meisterklarinettisten Jussef Eisa, der sich unter der live-elektronischen Begleitung des IRCAM den kreiselnden Bewegungen des französischen Komponisten geschickt anschmiegt. Das gelingt auch Guy Eshed mit seinem flinken und immer wieder innehaltenden Flötenspiel in "Mémoriale", einer Komposition, die einmal mehr die zartfühlende Seite des revolutionären Grenzgängers Pierre Boulez zum Vorschein bringt.

Mit "Le Marteau sans maître" findet sich auch ein Boulez-Klassiker auf dem Album. Hier dirigiert der Komponist selbst das West-Eastern Divan Orchestra und führt es sanft in die bizarren Assoziationsfelder der surrealen Poesie von René Char. Werke wie "Anthèmes 2" für Violine und Live-Elektronik und "Messagesquisse" für Violoncello solo und 6 Violoncelli vermitteln in prägnanten Miniaturen die elektrisierend neue, fein gesponnene Kompositionskunst von Pierre Boulez.

Etwas mehr als ein Jahr nach dem Tod des großen französischen Komponisten setzt Barenboim mit seinem neuen Album genau das richtige Zeichen. Hören wir Boulez! Setzen wir uns mit diesem genialen Neuerer auseinander! Neben Barenboims Aufnahmen wird der Pierre Boulez Saal in Berlin, der sowohl altbewährte als auch neue Musik beheimaten soll, dafür künftig reichlich Gelegenheit bieten. Konzipiert als öffentliches Fenster der Barenboim-Said Akademie, wird der Kammermusiksaal am 4. und 5. März mit Aufführungen des Boulez Ensembles unter der Leitung von Daniel Barenboim feierlich eröffnet.  


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28.02.2017
Daniel Hope

Musik im Wandel der Zeit – Daniel Hopes Album "For Seasons"

Der britische Geiger Daniel Hope fasziniert mit seinem atmosphärischen Konzeptalbum "For Seasons" rund um die Jahreszeiten.

Daniel Hope, Musik im Wandel der Zeit – Daniel Hopes Album For Seasons © DG

Der Wechsel der Jahreszeiten und die verschiedenen Naturschauspiele, Temperaturen und Lichtverhältnisse ziehen die Menschen seit jeher in den Bann. Es ist der archaische Wandel der Zeit, der hier Jahr um Jahr unmittelbar spürbar wird und der auch Komponisten quer durch alle Epochen und Genres zu ganz besonderen Werken inspiriert hat. Auf seinem neuen Album "For Seasons" stellt Daniel Hope dieses elementare Erlebnis in den Mittelpunkt. Neben seiner Ersteinspielung von Vivaldis "Vier Jahreszeiten" begibt er sich dazu gleichsam auf eine musikalische Reise durch das Kalenderjahr und widmet jedem Monat ein ganz besonderes Stück. Das Ergebnis ist ein vielschichtiges und berührendes Konzeptalbum geworden, das in stetig wechselnden Perspektiven und Stimmungen durch die Jahreszeiten leitet. Am 3. März erscheint "For Seasons" bei Deutsche Grammophon.

Von Antonio Vivaldi über Kurt Weill bis zu Max Richter: „For Seasons“ vereint Werke verschiedenster Genres

Auf seinem neuen Album schlägt Daniel Hope einen großen Bogen und platziert ganz bewusst zeitlos klassische Werke wie Antonio Vivaldis "Vier Jahreszeiten" neben Stücken aus ganz anderen Zeiten und Genres. So finden sich der "Danse des Sauvages" aus "Les indes Galantes" von Jean-Philippe Rameau ebenso auf dem Album wie Kurt Weills "September Song" aus den "Knickebocker Holiday" und steht die Bach-Arie "Bete aber auch dabei" direkt neben Chilly Gonzales "Wintermezzo". Was alle eint, ist der jeweilige Bezug zum betreffenden Monat und das Aufgreifen einer bestimmten Grundstimmung und Klangfarbe, die Hope mit den einzelnen Jahresabschnitten verbindet. Da findet sich als musikalischer Kommentar zum Monat März "Spring 1" von Max Richter auf dem Album, eine postklassische Antwort auf Vivaldis "Frühling", die in frischen Farbklängen umfängt. Dem Juli wiederum ist "Am leuchtenden Sommermorgen" aus der Dichterliebe von Robert Schumann gewidmet, das in einem eigenen Arrangement von Daniel Hope erklingt.

Stimmungsvolle Einheit aus Zeit, Musik und Bild

Ergänzend zu den Stücken auf dem Album finden sich im beiliegenden Booklet zwölf Werke bildender Künstler, die sich ebenfalls mit den Jahreszeiten auseinandersetzen. Hope hat diese Bilder in Abstimmung mit der jeweiligen Komposition und dem jeweiligen Monat ausgewählt. Im Zusammenspiel mit der Musik vermitteln sie einen starken Eindruck der jeweiligen Jahresphase.

Musikantisch, farbenreich und intim

Zusammen mit dem Zürcher Kammerorchester und prominenten Kollegen wie der Sopranistin Anna Lucia Richter oder Chilly Gonzales am Klavier zeigt sich Daniel Hope auf "For Seasons" so persönlich und facettenreich wie selten. Mit inniger Musikalität, farbenreicher Lebendigkeit in der Tongebung und intimer Hingabe in seinem Spiel lässt er die unterschiedlichen Werke erblühen und den Wandel der Zeit bewegend spürbar werden.

Die Idee zu einem derartigen Album hat Daniel Hope bereits seit zwanzig Jahren in sich getragen, seither hatte er sie weiterentwickelt und verfeinert. Mit "For Seasons" legt er nun ein dichtes und schlüssig gestaltetes Gesamtkunstwerk vor, das stilistische Grenzen problemlos überwindet und mit spannenden neuen Perspektiven überrascht. Darüber hinaus aus ist das Album auch ein eindringlicher Appell des Künstlers für die Wahrung der Schöpfung. So schreibt Hope: "Wir können nur hoffen, weiter in einer Welt leben zu dürfen, in der die Jahreszeiten nicht nur existieren, sondern in der ihre Schönheit weltweit geschützt wird. Und dass sie uns weiterhin verzaubern und inspirieren."


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24.02.2017
Julia Hülsmann

Drittes Trio-Album auf ECM - Julia Hülsmann zeigt sich von ihrer rhythmischen Seite

Nach Alben mit Tom Arthurs und Theo Bleckmann ist das Julia Hülsmann Trio für "Sooner And Later" erstmals seit 2011 wieder alleine ins Aufnahmestudio gegangen.

Julia Hülsmann, Drittes Trio-Album auf ECM - Julia Hülsmann zeigt sich von ihrer rhythmischen Seite © Arne Reimer / ECM Records

Mit einem reinen Trio-Album, "End Of Summer", debütierte Julia Hülsmann 2008 bei ECM. Drei Jahre später legte sie mit "Imprint" eine weitere Einspielung im selben Format vor, die damals von John Kelman bei All About Jazz als eine der besten Klavier-Trio-Aufnahmen des Jahres gefeiert wurde. Und nun folgt mit "Sooner And Later" der dritte Trio-Streich mit Bassist Marc Muellbauer und Schlagzeuger Heinrich Köbberling. Das Album, so die Berliner Pianistin, ist "ein Produkt der letzten zwei, drei Jahre" und enthält einige Kompositionen, die schon länger zum Live-Repertoire des Trios gehören, "wo sie sich auf ganz organische Weise immer weiter entwickeln konnten". In dieser Zeit spielte Julia Hülsmann für ECM die beiden Alben "In Full View" (2013) und "A Clear Midnight - Kurt Weill And America" (2015) ein. Ihr Ensemble hatte sie dafür durch den britischen Trompeter Tom Arthurs zum Quartett erweitert, zu dem sich auf dem letztgenannten Album als Gast auch noch der Sänger Theo Bleckmann gesellte.

Mit ihrem Trio unternahm die Pianistin parallel immer wieder weite Reisen. Eine vom Goethe-Institut organisierte Tournee führte sie letztes Jahr durch Turkmenistan, Kasachstan und Kirgisistan. "Auf Reisen gewinnt man ja ohnehin häufig neue Perspektiven", meint Julia Hülsmann, "und auch unter langjährigen Vertrauten erlebt man sich gegenseitig nochmal anders. Das hat uns geholfen, musikalisch nochmal auf eine neue Ebene zu kommen." Die Reise nach Zentralasien findet auf dem neuen Album Niederschlag in Form des Stücks "Biz Joluktuk" - es geht zurück auf eine Melodie, die Julia Hülsmann während eines Konzerts in Kirgisien von einer 12-jährigen Geigerin gehört hatte und danach mit neuen Harmonien versah. Eine besondere Entstehungsgeschichte weist auch "Thatpujai" auf, eine Hommage an Jutta Hipp. Das Thema ist aus Phrasen zusammengesetzt, die Hülsmann aus Soli der 2003 gestorbenen Pianistin herausfilterte.

Wie stets steuerten aber auch ihre langjährigen Trio-Partner eigene Kompositionen zum Repertoire bei. "Heinrichs Stücke beginnen, ganz so wie man es bei einem Schlagzeuger ja auch erwarten würde, meist auf einer rhythmischen Ebene, aber er überrascht mich dann immer mit seinen sehr freundlichen Melodien und bringt ganz bestimmte harmonische Farben bei uns ins Spiel”, erklärt Julia Hülsmann. "Marcs Kompositionen beruhen meist auf einer ziemlich komplexen, sehr ausgezirkelten Harmonik - aber wenn man sie dann spielt, offenbart sich eine ganz große Klarheit und Selbstverständlichkeit"  Abgerundet wird das Programm von einer jener für dieses Trio typischen Coverversionen: diesmal knüpfte man sich “All I Need" von der britischen Rockband Radiohead vor. "Ich fühle mich immer wieder von Stücken angezogen, die zunächst simpel und prägnant wirken, aber unter der Oberfläche eine spezielle Raffinesse haben", verrät die Pianistin. "All I Need" ist wie die Hülsmann-Kompositionen "J.J.", "Soon" und "Mond" mit ihrer zum Teil an Club-Grooves erinnernden Motorik eines jener Stücke, mit denen die Gruppe "bewusst einmal die rhythmisch prägnante Seite unserer Musik in den Vordergrund stellen" wollte. Im März startet das Julia Hülsmann Trio mit dem Programm von "Sooner And Later" eine ausgedehnte Tournee durch Deutschland.

Julia Hülsmann Trio "Sooner And Later"-Tournee 2017:

20.03.2017 Magdeburg, tba (Trio)

22.03.2017 Köln, Pfandhaus (Trio)

24.03.2017 Bad Kreuznach, Jazzclub (Trio)

25.03.2017 Altenburg, Schloss (Trio)

29.03.2017 CH-Basel, Birdseye Jazzclub (Trio)

31.03.2017 F-Avignon, Jazzclub (Trio)

04.04.2017 Garmisch-Partenkirchen, R.-Strauss-Institut (Trio)

06.04.2017 München, Jazzclub Unterfahrt (Trio)

07.04.2017 Passau, Café Museum (Trio)

08.04.2017 Dresden, Jazzclub Tonne (Trio)

09.04.2017 Schloss Neuhardenberg (Trio)

29.04.2017 Bremen, Jazzahead – German Jazz Expo (Trio)

30.04.2017 Kiel, Kulturforum (Trio)

18.05.2017 Heilbronn, Cave 61 (Trio)

19.05.2017 Stuttgart, BIX Jazzclub (Trio)

15.10.2017 Rottenburg a.N., Zehntscheuer (Trio)

 


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23.02.2017
Roger Willemsen

Eloquent und unvergesslich - Die Deutsche Grammophon würdigt Roger Willemsen

Roger Willemsen ist vor einem Jahr gestorben, aber seine Leidenschaft für die Musik bleibt mit der Edition "Willemsen legt auf" lebendig.

Roger Willemsen, Eloquent und unvergesslich - Die Deutsche Grammophon würdigt Roger Willemsen © DG

Roger Willemsen war als beeindruckender Kenner und Musikliebhaber bekannt. Die Bezüge, die er über viele Jahre in seiner wöchentlichen NDR Kultur-Sendereihe "Willemsen legt auf" zwischen Klassik und Jazz mit Intelligenz und Wortwitz hergestellt hat, waren immer wieder überraschend, originell und geistreich. Mit Roger Willemsens Tod Anfang Februar 2016 verstummte diese universalgelehrte und eloquente Stimme unserer Zeit, doch hat die Deutsche Grammophon nun ein Boxset veröffentlicht, das die besten Sendefolgen der Radio-Reihe "Willemsen legt auf" und Ausschnitte aus Live-Events präsentiert, in denen Willemsen das Publikum mit ansteckender Begeisterung für die Schnittstellen zwischen Klassik und Jazz entflammt. So bleibt seine Stimme auch in Zukunft lebendig und unvergessen.

Leidenschaftlicher Musikvermittler

Wenn Roger Willemsen über den Geist des Musikantischen, die Spielfreude und die Lust an der Improvisation spricht, dann spürt man, dass diese Gedanken aus seinem Inneren kommen und dass er sich selbst mit seinen Worten identifizieren kann, die er sprachlich so kunstvoll und zugleich mühelos jongliert, dass man ihm förmlich an den Lippen hängt. Im Fokus seiner Analysen steht die Beziehung von Klassik und Jazz. Rhetorisch brillant und mit hörbarem Vergnügen reißt Roger Willemsen die ihm völlig überflüssig erscheinenden Grenzen zwischen den beiden Genres nieder und vermittelt dem Hörer seine pure Begeisterung für Corelli und Coltrane, Pergolesi und Parker, Ravel und Sun Ra, ohne sich dabei jedoch in Fachsimpelei zu versteigen. Die eigene Begeisterung und das aufrichtige Interesse an den musikalischen Inhalten ist Roger Willemsens Schlüssel, mit dem er dem Publikum jede Tür aufschließt, um es in seine Welt einzuladen.

Handverlesene Auswahl

Der NDR Kultur Redakteur Hendrik Haubold war Roger Willemsen über viele Jahre freundschaftlich und beruflich verbunden und kennt die gemeinsame Sendereihe "Willemsen legt auf" wie kein Zweiter. Für die aktuelle Edition der Deutschen Grammophon hat er Schätze aus dem Archiv geborgen und aus insgesamt 279 Sendefolgen und 26 Veranstaltungen die interessantesten Werkgegenüberstellungen ausgewählt: Zum Vorschein kommen rethorische Kostbarkeiten, musikalische Raritäten und analytische Sternstunden. Aufnahmen von Bläser-Legenden wie John Coltrane, Lester Young, Miles Davis und Chet Baker, von berühmten Sängerinnen wie Sarah Vaughan und Billie Holiday oder von Meisterpianisten wie Michel Petrucciani und Keith Jarrett suchte Roger Willemsen aus, um der Seele des Jazz auf den Grund zu gehen. Um repräsentative Eindrücke  aus dem weiten Spektrum der Klassik zu bekommen, wählte Roger Willemsen Werke ganz unterschiedlicher Epochen - von Georg Friedrich Händel, Ludwig van Beethoven oder Frédéric Chopin und setzte auch auf Unbekanntes, beispielsweise aus den Federn von Pierre Rode, Ermanno Wolf-Ferrari oder Wilhelm Killmayer.


In Ergänzung zu den neun CDs der Edition dokumentiert eine DVD Ausschnitte aus der von Roger Willemsen und Anke Engelke moderierten Veranstaltung im Großen Sendesaal im NDR Funkhaus Hannover im Jahr 2012. Und das Booklet zur Box fügt den Eindrücken Fotos von Veranstaltungen und Studioaufnahmen hinzu, die um persönliche Erinnerungen des leitenden NDR Kultur Redakteurs Hendrik Haubold bereichert werden. So wird die Edition "Willemsen legt auf" zu einer rundum gelungenen Hommage an Roger Willemsen, der unvergessen bleiben wird.


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News

22.02.2017
Gidon Kremer

Voller Sehnsucht – Gidon Kremer spielt Rachmaninov

Es ist ein kammermusikalisches Dreamteam: Gidon Kremer an der Seite von Daniil Trifonov und Giedrė Dirvanauskaitė. Jetzt erscheint, pünktlich zu seinem 70. Geburtstag, das schon mit Spannung erwartete Rachmaninov-Album des lettischen Meistergeigers.

Gidon Kremer, Voller Sehnsucht – Gidon Kremer spielt Rachmaninov © Paolo Pellegrin/Magnum Photos

Gidon Kremer überlässt nichts dem Zufall. Wenn er musiziert, dann möchte er frei sein. Deshalb steckt er den Rahmen, in dem seine Projekte stattfinden sollen, schon im Vorhinein sorgsam ab. Dazu gehört auch die kluge Auswahl seiner musikalischen Partnerinnen und Partner. Sie sollen zu ihm passen. Schön ist, wenn er sie bereits kennt. Mindestens sollten sie jedoch ähnliche Neigungen haben wie er und die Kunst in den Mittelpunkt ihres Interesses rücken.

"Musik ist für mich eine Energiequelle", so Gidon Kremer, "und ich möchte diese Energie vermitteln – durch Töne, durch mein Repertoire, durch meine Entscheidung für die Zusammenarbeit mit bestimmten Musikern." Wichtig ist dem lettischen Meistergeiger, dass die Chemie zwischen den Kammermusikern stimmt. Sie sollten füreinander offen sein. Gidon Kremer legt größten Wert auf verlässliche Partner, auf echte Wegbegleiter, "mit denen ich in der Sprache der Musik kommunizieren kann".

Dreamteam: Gidon Kremer an der Seite von Daniil Trifonov und Giedrė Dirvanauskaitė

Das neue Album des preisgekrönten Geigers, das jetzt drei Tage vor seinem 70. Geburtstag am 27. Februar 2017 erscheint, demonstriert beinahe mustergültig sein Selbstverständnis als Musiker. Mit Kreislers Preghiera und den beiden Trios élégiaques von Sergej Rachmaninov hat Gidon Kremer sich ein hochpersönliches, ihn tief bewegendes Repertoire erwählt. Mit dieser Musik vermag er sowohl seinen lyrischen Neigungen als auch seiner leidenschaftlichen Impulsivität Ausdruck zu verleihen.

Damit das gelingt, hat Kremer sich einen Pianisten und eine Cellistin an Bord geholt, die seinen hohen Ansprüchen genügen. Der lettische Meistergeiger kennt Daniil Trifonov und Giedrė Dirvanauskaitė aus der gemeinsamen Zusammenarbeit bei seinem Kammerorchester, der Kremerata Baltica. Die litauische Streicherin fungiert dort als Erste Cellistin, und der russische Pianist ist bei dem Ensemble bereits als Konzertsolist aufgetreten. Was die drei eint, ist die Liebe für Rachmaninow, für seine bewegend-melancholische, zutiefst menschliche Klangpoesie.

Herzensangelegenheit: Ein hochpersönliches Album

Dass die drei auf einer Wellenlänge sind, merkt man dem Album sofort an. Obwohl jeder als individueller Musiker in Erscheinung tritt, ziehen sie doch gemeinsam an einem Strang und erzeugen so einen schlüssigen Gesamtklang. Umso schöner kristallisieren sich die harmonischen Finessen von Sergej Rachmaninov heraus. Der glasklare Klang der beiden Trios élégiaques ist hinreißend.

Jeder Note, jedem musikalischen Detail wird hier Beachtung geschenkt, und das verleiht der melancholischen Stimmung, die der russische Komponist ausbreitet, eine fast schon tröstliche Gestalt. Es ist, als ob die Trauer, die der Komponist empfindet, durch das Gerüst der Musik eine Relativierung erfährt. Hochgespannt interpretieren Kremer, Trifonov und Dirvanauskaitė das zweite der beiden elegischen Klaviertrios.

Rachmaninov komponierte es in tiefer Trauer über den Tod Tschaikowskys. Das Werk vibriert förmlich. Man spürt regelrecht den Schock, von dem der Komponist heimgesucht wurde und den er in ergreifender Weise musikalisch zu bewältigen sucht. Das erste Trios élégiaque klingt da schon tänzerischer, gelöster, obgleich es an Tiefsinn dem ersten in nichts nachsteht.

Bevor die Hörerinnen und Hörer in die seelischen Tiefen von Rachmaninov abtauchen, werden sie jedoch von Gidon Kremer und Daniil Trifonov mit Fritz Kreislers Preghiera verwöhnt. Das Werk greift eine sehnsuchtsvolle Melodie aus Rachmaninovs Zweitem Klavierkonzert auf. Gidon Kremer spielt sie mit hingebungsvoller Inbrunst, und so gerät sein Geburtstagsalbum auch zu einem Statement: Große Gefühle sind erlaubt!  

 


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