Gewinnspiel

X Ambassadors, Inklusive Autogrammen: Sichert euch das X Ambassadors-Album VHS im CD- oder Vinyl-Format
X Ambassadors

Inklusive Autogrammen: Sichert euch das X Ambassadors-Album "VHS" im CD- oder Vinyl-Format

News

13.01.2017
Various Artists

Joe Henderson - Universalgenie am Tenorsax

Joe Henderson, Joe Henderson - Universalgenie am Tenorsax

"Vielleicht hat Gott gedacht: 'Wenn ich ihm den Erfolg zu früh gebe, wird er ihm zu Kopf steigen'", beantwortete Joe Henderson 1994 verschmitzt die Frage eines Journalisten, weshalb er wohl erst so spät die ihm gebührende Anerkennung gefunden habe. Der Saxophonist war damals 57 Jahre alt geworden und genoss bei Verve Records mit Songbook-Alben wie "Lush Life", "So Near, So Far" und "Double Rainbow" gerade einen überraschenden zweiten Karrierefrühling.

Doch Gott hätte es eigentlich besser wissen sollen. Denn zu Kopf gestiegen waren Henderson, der in einer Familie mit fünf Schwestern und neun Brüdern aufgewachsen war, die Erfolge in seiner Karriere nie. Eine Rolle bei der verspäteten Anerkennung dürfte eher gespielt haben, dass er die Szene betrat, als andere moderne Tenorsaxophonisten wie John Coltrane, Sonny Rollins, Sonny Stitt und Wayne Shorter bereits im Zenit standen und ihn schlichtweg noch ein wenig überstrahlten. Als Tenorist mit einem eigenen Stil machte er trotzdem gleich Eindruck und wurde vor allem auch von seinen Kollegen hochgeschätzt.

Hendersons Karriere als Plattenkünstler lässt sich grob in drei Phasen aufteilen. In den 1960er Jahre wirkte er an bahnbrechenden Blue-Note-Alben von u.a. Kenny Dorham ("Una Mas"), Grant Green ("Idle Moments"), Lee Morgan ("The Sidewinder"), Horace Silver ("Song For My Father") und Freddie Hubbard ("Blue Spirits") mit und machte sich durch eigene Aufnahmen für das Label, aber auch für Verve und Milestone einen guten Namen. In der Zeit von 1970 bis Anfang der 1990er Jahre spielte er zwar eine Reihe exzellenter Soloalben mit namhaften Partnern wie Chick Corea, Ron Carter, Tony Williams, Peter Erskine, Billy Higgins, Charlie Haden, Al Foster, Joachim Kühn und Jack DeJohnette ein, segelte aber unverständlicherweise fast immer unter dem Radar des breiteren Jazzpublikums hindurch.

Die letzte Phase begann schließlich 1992 mit dem erstaunlichen Comeback bei Verve. Auf den fünf Alben, die Henderson bis 1998 für das Label aufnahm, zeigte er noch einmal all seine Facetten und erntete dafür neben vier Grammys endlich auch beim Publikum die Anerkennung als Universalgenie am Tenorsaxophon. In der preiswerten Box "5 Original Albums" werden nun fünf von Hendersons insgesamt sieben Blue-Note-Alben wiederveröffentlicht: drei aus den 1960er Jahren und die beiden Folgen von "The State Of The Tenor" aus dem Jahr 1986. Ausgestattet ist die Box mit dem Original-LP-Artwork, Stecktaschen-CDs und einem attraktiven Schuber.

Joe Henderson, Joe Henderson Our Thing

Our Thing (1964)

Dem Trompeter Kenny Dorham hatte Joe Henderson es zu verdanken, dass er 1963 seinen ersten Plattenvertrag bei Blue Note erhielt. Und er spielte auch eine prominente Rolle auf den ersten drei Soloalben des Saxophonisten. In klassischer Hard-Bop-Besetzung entstand 1963 das Album "Our Thing", zu dem Dorham drei Kompositionen beisteuerte, während der Opener "Teeter Totter" und das Titelstück auf Hendersons Konto gingen. Die Rhythmusgruppe hinter den beiden traumhaft harmonierenden Bläsern bildeten Pianist Andrew Hill, Bassist Eddie Khan und Drummer Pete La Roca.

Joe Henderson, Joe Henderson inn out

In 'n Out (1965)

Dass die Musik des Albums "In 'n Out" 1964 einen deutlich "coltranesken" Einschlag erhielt, lag nicht etwa daran, dass Joe Henderson plötzlich versuchte, seinen großen Kollegen zu kopieren. Der Einfluss war vielmehr auf McCoy Tyner und Elvin Jones zurückzuführen, die damals noch feste Mitglieder des legendären John Coltrane Quartet waren. Beide verliehen der Musik von "In 'n Out" oft deutlich mehr Biss und Aggressivität: der Pianist mit den für ihn typischen sperrigen Blockakkorden und der Schlagzeuger mit seinen komplexen, hart pulsierenden Rhythmen. Kongenial ergänzt wurden sie von Bassist Richard Davis. Mit von der Partie war auch erneut Kenny Dorham.

Joe Henderson, Joe Henderson Inner Urge

Inner Urge (1966)

"Inner Urge" war das erste Soloalbum, das Henderson ohne seinen Mentor Kenny Dorham aufnahm. Statt ihn durch einen anderen Trompeter zu ersetzen, machte Henderson die Session in Rudy Van Gelders Tonstudio im Quartett mit Tyner, Jones und Bassist Bob Cranshaw. Der "innere Drang", der dem Album seinen Titel gab, trieb Henderson zu einer absoluten Höchstleistung an. Nur neun Tage später sollte am selben Ort auch Coltrane seinem inneren Drang folgen und mit Tyner, Jones sowie Bassist Jimmy Garrison ein ebenfalls besonders leidenschaftliches Album einspielen: "A Love Supreme".

Joe Henderson, Joe Henderson The State Of Tenor

The State Of The Tenor Vol. 1 & 2 (1986)

Die beiden Alben, die im November 1985 live im Village Vanguard aufgezeichnet wurden, markierten die (allerdings nur kurzfristige) Rückkehr zu dem Label, bei dem Henderson 1963 seine Solokarriere begann. Im Trio mit Bassist Ron Carter und Schlagzeuger Al Foster zollt der Tenorsaxophonist hier seinem Freund und Kollegen Sonny Rollins Tribut, mit einem farbenprächtigen und abwechslungsreichen Repertoire, das neben Eigenkompositionen und ein paar Standards auch Stücke von Sam Rivers, Thelonious Monk, Duke Ellington, Charlie Parker, Charles Mingus und Horace Silver enthält.


KOMMENTARE

Kommentar speichern

News

12.01.2017
John Abercrombie

Subtilität gepaart mit Power - das zweite Album des John Abercrombie Quartet

Auf "Up And Coming" setzt der Gitarrist John Abercrombie die ergiebige Zusammenarbeit mit dem Quartett fort, mit dem er 2013 "39 Steps" einspielte.

John Abercrombie, Subtilität gepaart mit Power - das zweite Album des John Abercrombie Quartet © Bart Babinski / ECM Records

"Zwei Harmonieinstrumente in einer Band geraten sich normalerweise leicht ins Gehege", merkte Rolf Thomas damals in einer Rezension von "39 Steps" in Jazzthetik an, "aber bei zwei absoluten Meistern ihres Fachs wie Abercrombie und Copland ist das natürlich kein Problem. Sie umgarnen sich in wunderbarer Weise und passen so gut zueinander, weil beide einen charakteristisch zurückhaltenden Ton bevorzugen." Auch auf "Up And Coming" dominieren wieder lyrische Melodien sowie harmonische und rhythmische Subtilität. Doch diesmal liegt der Schwerpunkt noch mehr auf den songmäßigen Qualitäten des Materials. Abercrombies flüssige Phrasierung und sein leuchtender Ton beleben neben fünf Originalen des Gitarristen auch zwei Stücke aus der Feder des Pianisten Marc Copland sowie eine Interpretation des Miles-Davis-Klassikers "Nardis", die den Geist von Bill Evans atmet. Bassist Drew Gress und Schlagzeuger Joey Baron erweisen sich erneut als gleichermaßen geschmeidige wie kraftvolle Begleiter.

Wie schon bei den Aufnahmen für "39 Steps" traf das Quartett auch für die Einspielung von "Up And Coming" in den New Yorker Avatar Studios mit Produzent Manfred Eicher zusammen. Wie entspannt und kongenial die Sessions verliefen, unterstreichen frei fließende, schillernde Stücke wie "Joy" und "Sunday School". "Es wurde nicht nur viel gespielt, sondern auch viel zugehört", sagt Abercrombie. "Die Mitglieder des Quartetts kennen sich alle seit langem. Und auch mit Manfred arbeite ich schon seit einer halben Ewigkeit - seit 1974 - eng im Studio zusammen, so dass wir nicht viele Worte brauchen. Wir können einfach tun, was wir tun."

Abercrombies Freundschaft mit Copland reicht noch weiter zurück als die Verbindung, die der Gitarrist zu ECM hat. Sie begann, als sie in den frühen 1970er Jahren zusammen in der Band von Chico Hamilton spielten.

"Als wir uns kennenlernten, spielte Marc noch Altsaxophon - er hatte noch nicht entschieden, sich auf das Klavier zu konzentrieren", erinnert sich der Gitarrist. "Als Musiker waren wir uns immer ähnlich. Mir gefällt sein Anschlag auf dem Klavier - er ist geschmeidig und vermischt sich mit meinem Sound, ist eher flüssig als perkussiv. Er schwebt über Taktstriche und abstrakte Dinge hinweg, respektiert dabei aber die Form. Und seine Haupteinflüsse - Bill Evans, Paul Bley - liegen mir auch sehr. Er spielt außerdem nie einfach nur das, was ich notiere. Er erweitert Melodien, verbessert sie, fügt "Coplandismen" hinzu, Dinge, die ich mag, die mir selbst aber nie einfallen würden." Für "Up And Coming" schrieb der Pianist das dunkelgefärbte "Tears" und das bezaubernde "Silver Circle". "Marc ist ein interessanter Komponist, der auf eine andere Art schreibt als ich", meint Abercrombie, "es ist immer ein netter Kontrast. Seine Kompositionen sind auf gewisse Weise sehr viel klassischer orientiert, weisen oft Polychords auf, aber ohne zu dicht zu klingen."

Joey Baron lernte Abercrombie in den späten 1970er kennen, als der junge, aufstrebende Musiker bei einem Gig des Gitarristen im Lighthouse in Hermosa Beach/Kalifornien dessen regulären Schlagzeuger ersetzte.

"Joey hat es immer schon geschafft, auf Teufel komm raus zu swingen", sagt Abercrombie, "ganz gleich, ob er mit Carmen McRae oder John Zorn spielte." Drew Gress bildete mit Baron erstmals 2011 ein Rhythmusgespann, als Abercrombie mit seinem Quartett (dem auch noch Saxophonist Joe Lovano angehörte) "Within A Song" für ECM aufnahm. "Joey und Drew sind zusammen einfach so gut, mit ihrer lockeren, aber rhythmisch akkuraten Spielweise", fährt der Gitarrist fort. "Und weil Joey - der unser Anker ist - alles zusammenhält, kann Drew etwas mehr riskieren, so wie er es mag."


KOMMENTARE

Kommentar speichern

News

11.01.2017
Diverse Künstler

Turbulente Zeiten – Elektrisierende Musik aus dem Schicksalsjahr 1917

Deutsche Grammophon hat ein neues Format entwickelt: Klassik-Konzeptalben. Den Auftakt bildet das Doppelalbum "The year 1917 - Music in turbulent times": Musik der bebenden Moderne, verbunden mit ebenso ausführlichen wie spannenden Informationen.

Diverse Künstler, Turbulente Zeiten – Elektrisierende Musik aus dem Schicksalsjahr 1917 © DG

Der sogenannte "Zeitgeist" wandelt sich bekannter Maßen im Laufe der Jahrzehnte und jede Kunst ist von der Atmosphäre, die sie umgibt, geprägt. Ist es eine Stimmung des Aufbruchs? Der Unsicherheit? Oder kommt beides zusammen? Der Geist einer Zeit birgt viele solcher Stimmungen, die sich in der Seele des einzelnen Menschen niederschlagen. Wir spüren, ob wir uns sicher fühlen dürfen, ob wir friedlichen Zeiten und Wohlstand oder Konflikten und Entbehrungen entgegengehen.

Viele Künstler besitzen ein besonderes Gespür für den Zeitgeist, und sie verfügen über ein Medium, das die vielfältigen Gefühlsregungen eines Zeitalters zum Ausdruck bringen kann. Hier setzt Deutsche Grammophon mit dem neuen Format von Klassik-Konzeptalben an. Auch Komponisten leben in einer bestimmten Zeit. Könnte man die jeweilige Zeit nicht zum Ausgangspunkt nehmen, ihre Musik tiefer zu durchdringen und gleichzeitig eine bestimmte Phase der Geschichte zum Leben zu erwecken?

Lehrreiches Format: Klassik-Konzeptalben

Die Musikgeschichte ist unübersichtlich. Sie bietet ein schier unendliches Reservoir an Stilen und Epochen. Das Gelblabel konzentriert sich deshalb mit dem neuen Format auf ein einziges Jahr in der Menschheitsgeschichte und führt die signifikanteste Musik dieses Jahres mit historischen Hintergrundinformationen zusammen. Ein genialer Zug, behält man so doch den Überblick und kann sich voll auf einen konkreten Zeitabschnitt konzentrieren, ohne zeitgeschichtliche Vorkenntnis.

Zum Auftakt dieses faszinierenden Projekts hat sich Deutsche Grammophon ein besonders folgenreiches Jahr erwählt, das für das ganze 20. Jahrhundert prägend werden sollte: 1917, das Jahr der Oktoberrevolution in Russland, das vierte Jahr des ersten Weltkriegs, auch ein Jahr großer kultureller Umwälzungen.

Turbulente Moderne: 1917

Eine wilde Zeit, eine Zeit voller Umbruch. Und in der Musik? Spätromantische Klänge wechseln mit impressionistischen Experimenten ab. Alte Gefühle des Überschwangs, die an Beethoven, Brahms oder Schumann gemahnen, sind noch lebendig und beginnen sich erst allmählich zu verflüchtigen. Werke wie Prokofieffs "Violinkonzert Nr. 1 in D-Dur" oder Frank Bridges "Cellosonate in d-Moll" verabschieden das 19. Jahrhundert. Doch wieviel träumerische Sehnsucht, wieviel Romantik klingt hier noch nach!

Zugleich spürt man ein Flirren, nervöse Zeichen des Übergangs machen sich bemerkbar. So unbefangen lässt sich nicht mehr träumen. Andererseits kann man aus der gereizten Atmosphäre auch eine Kunst der spannungsvollen Erwartung zaubern, wie Gustav Holsts "The Planets" oder Saties impulsive Musik zu dem skandalträchtigen Ballett "Parade – Ballet réaliste" zeigen. Dass der Erste Weltkrieg in der Sammlung vorkommen muss, versteht sich von selbst, und so hört man mit Schaudern die Lieder über den Krieg von Hanns Eisler und Charles Ives.

Meisterwerke von Bartók, Debussy, Ravel und Schostakowitsch vervollständigen das Bild einer jungen Moderne, die noch unentschieden ist und voller innerer Unruhe. Davon handelt auch das Booklet zur Sammlung, das den spannungsgeladenen Geist von 1917 eindrucksvoll dokumentiert. Der glänzende Begleitessay von Michael Stegemann erzählt die Geschichten hinter der Musik, und die Fotos veranschaulichen das zeithistorische Geschehen. So wird Geschichte erleb- und hörbar.    


KOMMENTARE

Kommentar speichern

News

04.01.2017
Diverse Künstler

Brillant und vielseitig: Decca präsentiert eine hochwertige Box mit 50 Alben aus der Reihe "Phase 4 Stereo"

Die Decca ist für die technische Perfektion der Aufnahmen bekannt. Mit einer limitierten Edition der "Phase 4 Stereo"-Alben präsentiert das Label nun eine vielseitige Sammlung beliebter Musik auf höchstem Niveau.

Diverse Künstler, Brillant und vielseitig: Decca präsentiert eine hochwertige Box mit 50 Alben aus der Reihe Phase 4 Stereo © Decca

Bereits seit 1961 steht der Begriff "Phase 4 Stereo" als amerikanischer Seitenarm von Decca für eine hochwertige Aufnahmetechnik, die die Produktionen mit einer großen Bandbreite dynamischer Nuancen auszeichnet und den Alben damit akustisch eine herausragende und transparente Tiefenschärfe verleiht. Warm, satt und zugleich transparent - so lässt sich die Klangästhetik beschreiben, die die "Phase 4 Stereo"-Aufnahmen durchdringt. Das stereophone Spektrum ist so facettenreich und lebendig, dass man beim Hören der Musik sofort in den Bann gezogen wird. Die aktuelle Decca-Edition setzt den Fokus auf das sogenannte 'nice 'n' easy' Repertoire und präsentiert die beliebte und "leichte" Musik von Künstlern wie Edmundo Ros, Stanley Black, Ted Heath, Ronnie Aldrich, Frank Chacksfield und Mantovani in allerhöchster Qualität.

Technische und musikalische Brillanz

Die limitierte Sammlung ist eine wahre Schatztruhe für Musikliebhaber, die auf der Suche nach neuen Entdeckungen sind. Auf 40 CDs sind insgesamt 50 Originalalben der vergangenen Jahrzehnte zusammengefasst, 17 davon erscheinen nun zum ersten Mal international bei Decca, nachdem der Musikproduzent Tony D’Amato in den 1960er und 1970er Jahren in New York viele der erfolgreichsten internationalen Orchestermusiker für die Reihe "Phase 4 Stereo" begeistern konnte. Mal kam die komplette Streichersektion des London Festival Orchestra zum Einsatz, mal haben sich die Stimmführer großer Orchester für ein Projekt zusammengetan, immer ist es die Crème de la Crème, die die abwechslungsreichen Kompositionen interpretiert und die Hochwertigkeit der brillanten Aufnahmen garantiert.

Mitreißende Klänge

Wenn etwas "leicht zu hören ist", muss es nicht zwangsläufig banal sein. Die Edition besticht durch eine atemberaubende klangliche Vielfältigkeit. Das Repertoire der 50 Alben erstreckt sich von exotischen Percussionklängen lateinamerikanischer Musik über beliebte Melodien aus dem TV bis hin zu spektakulären Soundtracks aus der Welt der Filmmusik. Auf Alben wie "Broadway spectacular", "All Time Top TV Themes", "Satin, Saxes & Bouncing Brass", "The Sizzling Twenties", "Phase R Stereo: Nice 'n' Easy" oder "Phase R Stereo: Nice 'n' Easy" stellen die Stars der Easy-listening-Szene wie wie Edmundo Ros, Stanley Black, Frank Chacksfield, Ronnie Aldrich, Ted Heath, Eric Rogers und Roland Shaw gemeinsam mit hochkarätig besetzten Ensembles mit hörbarer Spielfreude unter Beweis, wie beste musikalische Unterhaltung auf höchstem Niveau klingt.


KOMMENTARE

Kommentar speichern

News

04.01.2017

Altmeister des Cellos – Jubiläumsausgaben von Mstislav Rostropovich

Im März 2017 wäre Mstislav Rostropovich 90 Jahre alt geworden. Jetzt veröffentlicht Deutsche Grammophon zwei edle Jubiläumsausgaben des schillernden russischen Meistercellisten.

Mstislav Rostropovich, Altmeister des Cellos – Jubiläumsausgaben von Mstislav Rostropovich © Siegfried Lauterwasser

Dass hätte er sich nicht träumen lassen. Bei allem Wissen um seine Größe, denn es mangelte ihm nicht an Selbstbewusstsein, wäre es Mstislav Rostropovich nicht in den Sinn gekommen, dass er weit über den Tod hinaus eine so starke Wirkung entfaltet. Aber so ist es: Knapp zehn Jahre nach seinem Tod im Jahre 2007 ist das Interesse an dem russischen Meistercellisten, Dirigenten, Pianisten und passionierten Humanisten ungebrochen.

Mehr noch: Unter klassikinteressierten Hörern, die sich für das Cello bislang eher wenig interessierten, gewinnt er mehr und mehr an Relevanz. Durch Rostropovich hat das Cello Berühmtheit erlangt. Der expressive Solist hat wie kein Zweiter die Klangschönheit und poetische Ausdruckskraft dieses Instruments hervorgezaubert, und dass das Interesse an dem Solisten nicht abnimmt, sondern sogar noch wächst, verdanken wir den meisterlichen Aufnahmen, die er hinterlassen hat.

Gunst der Stunde: Der 90. Geburtstag von Mstislav Rostropovich

Wann, wenn nicht jetzt, wäre der richtige Zeitpunkt, das Werk des unvergessenen Altmeisters vollständig zu sichten? Knapp zehn Jahre nach seinem Tod und im Jahr seines 90. Geburtstags liegt es nahe, Rostropovichs hohe Kunst in reifen Editionen zu würdigen. Deutsche Grammophon hat die Gunst der Stunde genutzt und legt jetzt zwei Jubiläumsausgaben mit Meisterinterpretationen von Mstislav Rostropovich vor.

Die beiden Ausgaben sind exakt auf die unterschiedlichen Bedürfnisse des Publikums zugeschnitten. Die erste Edition enthält sämtliche Aufnahmen, die Rostropovich für das Gelblabel getätigt hat, zuzüglich der Einspielungen für Philips, Decca und Westminster Recordings. Eine solch umfassende Ausgabe eignet sich vornehmlich für Hörerinnen und Hörer, die tief in die Kunst des Cellos eindringen möchten und ihren Rostropovich gerne vollständig hätten.

Für Einsteiger und Cello-Liebhaber: Zwei Jubiläumsausgaben

Dagegen bietet die zweite Edition einen Ausschnitt aus dem Gesamtwerk des bewunderten Cellisten.  "Slava! – The Art of Rostropovich" umfasst 3 CDs und enthält die populärsten Aufnahmen von Mstislav Rostropovich, darunter das hinreißende Cellokonzert von Antonín Dvořák, das der russische Cellist mit Herbert von Karajan aufnahm, sowie die intime Cellosonate von Frédéric Chopin, die Rostropovich in einer mustergültigen Interpretation gemeinsam mit der argentinischen Pianistin Martha Argerich barg.

Atemberaubend klingt die nachdenkliche Cellosonate Nr. 1 von Johannes Brahms, die Rostropovich im Verbund mit Rudolf Serkin als ein Genie der Präzision und harmonischen Transparenz ausweist. Hinzu kommt in der kleinen Jubiläumsausgabe eine Reihe von wunderschönen und heute nurmehr schwer zugänglichen Encores des Meisters. Die große Jubiläumsausgabe umfasst 37 CDs und ist eine limitierte Edition. "Mstislav Rostropovich – Complete Recordings on Deutsche Grammophon" präsentiert den ganzen Rostropovich.

Eindrucksvoll: das breite Repertoire. Barocke, klassische, romantische, spätromantische und moderne Komponisten säumen die Ausgabe. Das Spektrum reicht von Größen wie Vivaldi und Boccherini über Haydn, Schumann, Beethoven bis hin zu Benjamin Britten und Olivier Messiaen. Nostalgiker dürften sich an den CD-Hüllen freuen. Sie sind den Plattencovern der Ersterscheinungen nachempfunden, und das 76-seitige Booklet mit den seltenen Fotographien des Künstlers und dem persönlich gehaltenen Begleitessay seines Meisterschülers David Geringas runden die Gesamtausgabe glänzend ab.     


KOMMENTARE

Kommentar speichern

News

04.01.2017
Daniel Barenboim

Mitreißend – Daniel Barenboim interpretiert Bruckners Sinfonien

Er hat die Berliner Staatskapelle zu einem hochdynamischen Klangkörper geformt. Jetzt veröffentlicht Daniel Barenboim mit dem weltberühmten Orchester eine Gesamteinspielung der mitreißenden Sinfonien von Anton Bruckner.

Daniel Barenboim, Mitreißend – Daniel Barenboim interpretiert Bruckners Sinfonien © Paul Schirnhofer / DG

Daniel Barenboim und die Staatskapelle Berlin, das ist eine musikalische Liaison, die es in sich hat. Kontinuität ist ein seltenes Gut in modernen Zeiten, und der umtriebige, nie müde werdende Meisterdirigent ist dem Orchester schon seit 1992 treu. Die Musiker haben ihn zum Chefdirigenten auf Lebenszeit gewählt. Sie wollten unbedingt mit ihm zusammenarbeiten. Das Vertrauen ist groß, und daraus hat sich im Laufe der zurückliegenden Jahrzehnte eine künstlerische Symbiose entwickelt, die Fachpresse und Publikum gleichermaßen in Bann schlägt.

"Längst können sie seine Gedanken lesen. Fühlen, was er denkt, bevor er zu Ende gedacht hat", so Eleonore Büning in der Frankfurter Allgemeinen. Sie verstehen einander blind. Sie hören einander zu. "Und wer einander so fokussiert zuhören kann; wer so verspielt und zugleich selbstbewusst im Fremden, anderen aufgeht, der strahlt, wie könnte es anders sein, nichts als Glück ab." So ist das mit der Staatskapelle Berlin, und das erklärt, warum sich Daniel Barenboim mit diesem Orchester seinen intimsten musikalischen Leidenschaften hingibt.

Magische Anziehungskraft: Barenboim und Bruckner

Dazu gehören auch Wiederholungen. Daniel Barenboim hat die Sinfonien von Anton Bruckner bereits zweimal komplett aufgenommen, bevor er sie nun mit der Staatskapelle Berlin ein drittes Mal einspielte. Warum tut er das? Hat er Bruckner nicht zur Genüge interpretiert? Mitnichten. Das Orchesterwerk des österreichischen Einzelgängers hört nicht auf, ihn zu faszinieren. Da ist etwas Geheimnisvolles drin, etwas Unerklärliches, und das scheint magische Anziehungskraft auf den Grandseigneur der internationalen Klassikszene auszuüben.

Aus Barenboims Perspektive umspannt Bruckners Klangkunst drei Jahrhunderte. Seine Harmonik ist modern, an Wagner geschult, seine Formen haben oft ein barockes Gepräge und die mystische Stimmung seiner Musik führt tief ins Mittelalter zurück. Dass Barenboim der Berliner Staatskapelle zutraut, diesen ebenso archaischen wie modernen Brocken zu bergen, ist das schönste Lob, das er seinem Orchester machen kann. Und welch ein Coup ist ihm mit dem soeben erschienenen Zyklus sämtlicher Bruckner-Sinfonien gelungen!

Nie nachlassende Spannung: Die Staatskapelle Berlin

Die Staatskapelle Berlin stiftet eine hochexplosive, in ihrer Spannung nie nachlassende Atmosphäre. Haftet Bruckners Sinfonien in anderen Interpretationen oft eine drückende Schwere an, so zeigt Barenboim mit seiner neuen Einspielung, dass man den österreichischen Komponisten auch dynamisch verstehen kann. Die Tempi sind in diesem Zyklus oft schneller als in den legendären Bruckner-Zyklen, die der unermüdliche Maestro mit den Berliner Philharmonikern und dem Chicago Symphony Orchestra aufgenommen hat. Funktioniert das?

Und wie! Durch die heftigen Dynamiken kommt die archaische Urgewalt in Bruckners Sinfonien so richtig zur Geltung. Es brodelt, es bebt. Es wird nie langweilig, und das Beeindruckende daran ist, dass der ausgewogene, überaus transparente Klang der Staatskapelle Berlin nicht auf der Strecke bleibt. So macht Bruckner Spaß. So tritt seine betörend schöne, moderne Harmonik ebenso zum Vorschein, wie sich seine Urkraft Ausdruck verschafft. Zur Lebhaftigkeit tragen sicher auch die Live-Mitschnitte bei.

Die ersten drei Sinfonien sind in Wien aufgenommen worden, die Sinfonien 4–9 in Berlin. Und Barenboim geht jetzt wieder auf Tour! Wenn er in diesem Januar in Paris, Berlin, Wien und New York aufgetreten sein wird, dann wird er wieder sämtliche Bruckner-Sinfonien zur Aufführung gebracht haben. Jenseits dieser Auftritte bleibt den Hörerinnen und Hörern aber die jetzt erschienene Edition mit Barenboims Bruckner-Zyklus. Die Ausgabe umfasst insgesamt 9 CDs. Ihr beigefügt ist ein 36-seitiges Booklet, das sich äußerst unterhaltsam und informativ liest.         

Vom 5. bis 7. Januar ist Daniel Barenboim mit der Staatskapelle Berlin live aus der Philharmonie de Paris mit Anton Bruckners Sinfonien Nr. 1 bis 3 im Stream auf www.staatskapelle-berlin.de zu erleben. Die erste Übertragung startet am 05.01.2016 um 20.30 Uhr. Nicht verpassen!


KOMMENTARE

Kommentar speichern

News

03.01.2017
Renée Fleming

Erleuchtet - Renée Flemings Album "Distant Light" ist eine Hommage an die Ästhetik skandinavischer Klangwelten

Nach drei Jahren kreativer Pause meldet sich die amerikanische Sopranistin mit skandinavischen Klängen zurück und präsentiert ein faszinierendes Konzeptalbum, auf dem sie alle Nuancen ihrer hellen Stimme in neuem Licht erstrahlen lässt.

Renée Fleming, Erleuchtet - Renée Flemings Album Distant Light ist eine Hommage an die Ästhetik skandinavischer Klangwelten © Andrew Eccles

Wo findet man als Künstlerin Inspiration, wenn man bereits alles erreicht hat? Renée Fleming ist eine der außergewöhnlichsten Sopranistinnen unserer Zeit und ein international gefeierter Opernstar. Sie stand bereits auf allen großen Bühnen der Welt und wurde für ihre Aufnahmen mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet. Nach drei Jahren kreativer Schaffenspause hat die Sängerin nun die skandinavischen Klangwelten für sich entdeckt und ist dort stimmlich ganz in ihrem Element. "Distant Light" ist ein in sich durch und durch stimmiges Meisterwerk mit soghafter Wirkung.

Musikalischer Ausgangspunkt

Ihre musikalische Reise nach Nordeuropa startet Renée Fleming vom amerikanischen Süden aus. Samuel Barbers "Knoxville: Summer of 1915, Op.24" ist ein in sich geschlossener musikalischer Mikrokosmos, der von einem Gedicht des amerikanischen Schriftstellers James Agee inspiriert wurde - Samuel Barber selbst bezeichnete sein Werk aus dem Jahr 1948 als "lyrische Rhapsodie". Träumerisch und idyllisch sind die Klänge, mit denen Barber den Sommerabend in Knoxville, Tennessee skizziert. Renée Flemings Stimme transportiert mit betörender Intensität die Wärme, die der Musik inne wohnt.

Klangliche Entdeckungsreise

Mit Anders Hillborgs komplexem Werk "The Strand Settings" macht sich die Sopranistin gemeinsam mit dem Royal Stockholm Philharmonic Orchestra unter der Leitung von Sakari Oramo auf den Weg, um neue musikalische Welten zu erkunden. Hillborg hat als einer der bedeutendsten schwedischen Komponisten eine enge Verbindung zu dem Stockholmer Orchester und seinem Chefdirigenten und hat seinen vierteiligen Zyklus der amerikanischen Sopranistin und dem Klangkörper auf den Leib geschrieben. Der Albumtitel "Distant Light" ist ein Zitat aus einem Lied. Die einzelnen Zyklus-Teile mit Titeln "Black Sea" oder "Dark Harbour" verströmen eine geheimnisvolle und melancholische Grundstimmung, aus der Renée Flemings Stimme immer wieder hell und leicht emporsteigt.

Persönliche Note

Um das Album perfekt abzurunden, hat Renée Fleming einige Songs der isländischen Sängerin Björk aufgenommen, die ihr persönlich am Herzen liegen. Der schwedische Arrangeur Hans Ek hat die handverlesenen Songs für die amerikanische Sopranistin neu orchestriert. So ergänzen die poetischen kleinformatigen Werke wie flirrende Polarlichter das weite Spektrum der Klangfarben, dem man auf dem Album begegnet. In den faszinierenden und atmosphärischen Aufnahmen kann sich Renée Flemings Stimme noch einmal glänzend entfalten.

 


KOMMENTARE

Kommentar speichern

News

08.12.2016
Anne-Sophie Mutter

Mutterissimo – Highlights einer großen Geigerin

Anne-Sophie Mutter ist ein Weltstar. Seit vier Jahrzehnten behauptet sich die virtuose Geigerin bereits auf dem internationalen Klassikparkett. Jetzt veröffentlicht Deutsche Grammophon eine Best of der berühmten Künstlerin.

Anne-Sophie Mutter, Mutterissimo – Highlights einer großen Geigerin © Harald Hoffmann / DG

Es war im Dezember 1976. Der Maestro selbst hatte zum Vorspiel geladen. An der Reihe: Anne-Sophie Mutter, ein dreizehnjähriges Mädchen aus Rheinfelden. Herbert von Karajan hatte nicht viel Zeit. Er wollte nur kurz zuhören und dann zum nächsten Termin. Doch als die junge Geigerin zu spielen beginnt, da kommt er aus dem Staunen nicht mehr raus. Anne-Sophie spielt die Chaconne aus der Solo-Partita in d-Moll von Johann Sebastian Bach, und sie spielt das Stück mit einer solchen Inbrunst, dass der berühmte Dirigent ganz aus dem Häuschen ist.

Die begabte Geigerin nimmt es sportlich. Von Nervosität keine Spur, als sie mit souveräner Leichtigkeit noch zwei Sätze aus Violinkonzerten von Mozart folgen lässt. Jetzt ist Herbert von Karajan vollends überwältigt. "Ich habe da gerade eine junge Geigerin entdeckt, die für uns alle ein Wunder ist", so der Maestro zu Mutters Lehrerin. Anne-Sophie Mutter wird die Charakterisierung als Wunderkind zeitlebens ablehnen. Es geht ihr um mehr: um die Seele der Musik, um das Glück, das Musik bereitet.

40 Jahre Bühnenerfahrung: Anne-Sophie Mutter

Das Vorspiel bei Herbert von Karajan sollte nicht folgenlos bleiben. Der Maestro lädt die junge Geigerin ein, mit ihm gemeinsam bei den Salzburger Festspielen aufzutreten, und an einem Pfingstsonntag im Jahre 1977 ist es dann soweit. Anne-Sophie Mutter steht auf der Bühne des Salzburger Festspielhauses und zieht erstmals ein großes Publikum in ihren Bann. Ihre Interpretation von Mozarts Violinkonzert in G-Dur ist hinreißend. Der Saal tobt, und es ist deutlich spürbar, wie ihre Spielfreude und ihr Schwung auch das erfahrene Berliner Philharmonische Orchester mitziehen. 

Seitdem ist es nie mehr ruhig geworden um die begnadete Musikerin. Anne-Sophie Mutter legte eine beispiellose Weltkarriere hin, engagierte sich leidenschaftlich auf dem karitativen Feld und arbeitete geduldig an ihrer vielseitigen, nie langweilig werdenden Diskographie. Die ist im Laufe der Jahrzehnte aber so stark angewachsen, dass man darin leicht die Orientierung verliert. Da hilft eine Best of, in der die schönsten Aufnahmen der Geigerin versammelt sind. Und wann, wenn nicht jetzt, knapp 40 Jahre nach ihrem Bühnendebüt, wäre der richtige Zeitpunkt hierfür?

Persönliche Lieblingsstücke: Romantischer Schwerpunkt

Deutsche Grammophon hat die Gelegenheit beim Schopfe gepackt und legt jetzt ein fulminantes Doppelalbum mit Highlights der genialen Geigerin vor. "Mutterissimo – The Art of Anne-Sophie Mutter" umfasst insgesamt 26 Tracks, allesamt Lieblingsaufnahmen der Mutter, die sie eigens für diese Veröffentlichung ausgesucht hat. Den Löwenanteil der Sammlung bildet romantisches und spätromantisches Repertoire: Beethoven, Schumann, Brahms, Schubert, Mendelssohn, Tschaikowsky, Dvořák und Fauré. Mutter ist hier ganz bei sich selbst. Sie fühlt sich wohl, wenn sie farbreichen Harmonien und leidenschaftlichen Gesten auf der Geige Ausdruck verleihen darf.

Zu ihren unterschätzten Stärken zählt das lyrische Geigenspiel. Mutter versteht es glänzend, sich träumerischen Stimmungen hinzugeben, wie das impressionistische Material der Sammlung eindrucksvoll beweist. Debussys Claire de lune oder Ravels Tzigane, letzteres unter der volltönenden Begleitung der Wiener Philharmoniker (James Levine), sind echte Höhepunkte einfühlsamen Geigenspiels. Mit "Schön Rosmarin" von Fritz Kreisler und "It Ain’t Necessarily So" von George Gershwin finden sich zudem erfreulich leichte Töne auf dem Album, dessen romantische Gesamtatmosphäre sich übrigens ausgezeichnet in die nun aufkeimende Weihnachtszeit fügt. 

    


KOMMENTARE

Kommentar speichern

News

30.11.2016
Gustavo Dudamel

Pictures At An Exhibition - zauberhafter Bilderkosmos mit Gustavo Dudamel

Die Wiener Philharmoniker widmen sich auf ihrem neuen Album unter Leitung von Gustavo Dudamel farbenreich und packend russischer Meisterwerke.

Gustavo Dudamel, Pictures At An Exhibition - zauberhafter Bilderkosmos mit Gustavo Dudamel © Vern Evans

Musik kann Bilder im Kopf entstehen lassen, sie kann mit Klängen malen und mit Rhythmen zeichnen. Bei kaum einem Werk wird dies plastischer erfahrbar als bei den "Bildern einer Ausstellung" von Modest Mussorgsky, die als imposantes musikalisches Meisterwerk gleichsam eine ganze Galerie in Töne fassen. Bei Deutsche Grammophon erscheint nun eine bemerkenswerte Einspielung dieses eindrucksvollen Werks, wobei mit den Wiener Philharmonikern unter der Leitung von Gustavo Dudamel ein ebenso geschliffener wie homogener Klangkörper musiziert, der das Stück mit Verve und tiefer Musikalität durchdringt.

"Bilder einer Ausstellung" faszinieren als kontrastreiche Programmmusik

Die "Bilder einer Ausstellung" wurden von Modest Mussorgsky im Jahr 1874 komponiert und widmeten sich verschiedenen Gemälden und Zeichnungen, die der Komponist auf einer Gedächtnisausstellung in Erinnerung an seinen Freund, den Maler Viktor Hartmann, gesehen hatte. Mussorgsky vertonte diese Impressionen für Klavier und schuf damit ein wahres Musterbeispiel an Programmmusik, wobei nicht zur Gänze feststeht, ob es sämtliche Bilder wirklich gab oder sie teils nur im Kopf Mussorgskys geschaffen wurden. In jedem Fall fand das Werk zahlreiche Nachahmer und wurde etliche Male auch für Orchester bearbeitet. Die bekannteste dieser Fassungen ist jene von Maurice Ravel, die auch auf dem neuen Album vielgestaltig im Zentrum steht. Da tänzelt verstohlen und linkisch der Gnom, da tollen in den Tuillerien die Kinder herum, raunen düster die Katakomben und öffnet sich schließlich machtvoll und imposant das große Tor von Kiew.

Reizvoll ergänzt werden die kontrastreichen "Bilder einer Ausstellung" durch Mussorgskys Stück "Die Nacht auf dem kahlen Berge", der eindringlich ausgestalteten und stimmungsvollen musikalischen Darstellung eines Hexensabbats, sowie durch den berühmten Walzer aus Tschaikowskis Ballettmusik "Der Schwanensee". So findet sich auf dem Album ein ausschließlich russisches und ausgesprochen stimmungsvolles Programm.

Bilderreich, packend und dicht: Dudamel fasziniert mit unmittelbarer Interpretation

Die Wiener Philharmoniker setzten die starken musikalischen Bilder klangmalerisch und ausdrucksstark in Szene. Gustavo Dudamel verbindet mit den Philharmonikern bereits eine langjährige Beziehung und die Vertrautheit und Intensität der Zusammenarbeit spiegeln sich in einer besonders dichten und hingebungsvollen Interpretation. Mit sattem Grundton, strömend, warm und dicht schaffen die Philharmoniker wahre Klanggemälde und erwecken die Stücke Mussorgskys farbenreich und imposant zum Leben. Unter dem impulsstarken und stringenten Dirigat Dudamels entwickelt sich so ein intensives Hörerlebnis, das unmittelbar und hoch musikalisch in den Bann zu ziehen vermag.

Vom Konzertsaal hinaus in die Welt: Brücken bauen mit Musik

Die Aufnahme der Wiener Philharmoniker entstand in intensiver Zusammenarbeit mit der Organisation Superar, die ihren Sitz im 10. Bezirk der Stadt Wien hat und in diesem ethnisch wie kulturell heterogenen Quartier kostenlosen Musikunterricht für etwa 900 Kinder im Alter von 5 bis 16 Jahren anbietet. Im Zuge der Aufnahme haben sich die Kinder mit Mussorgskys farbenreichem Werk auseinandergesetzt, sie sind mit ihren Instrumenten auf die Straßen der Großstadt gegangen und haben schließlich eine Fotoausstellung präsentiert. "Musik kann ein Mittel sein, um Gemeinschaft, Hoffnung und Schönheit zu erleben" so Gustavo Dudamel. Mit der neuen Aufnahme ist dies auf beeindruckende Art und Weise gelungen.


KOMMENTARE

Kommentar speichern

News

30.11.2016
Diverse Künstler

Große Freude - Das Album "Luthersche Weyhnacht"

Im Angesicht des 500. Jubiläums der Reformation 2017 präsentiert das Album "Luthersche Weyhnacht" festliche Musik, die durch den berühmten Theologen geschrieben und inspiri

Diverse Künstler, Große Freude - Das Album Luthersche Weyhnacht © DG

Die Reformation an sich ist schon deshalb eng mit Musik verbunden, weil Martin Luther selbst ein leidenschaftlicher Sänger war und seine geistlichen Botschaften auch gerne mit und in Musik transportierte. Insgesamt 36 Lieder - darunter Psalmen, biblische Erzähl- und Weihnachtslieder - hat der Theologe gedichtet und dadurch im 16. Jahrhundert auch die Menschen erreicht, die nicht lesen konnten. Durch die Musik hatte jeder die Gelegenheit, im Gottesdienst gemeinsam mit der Gemeinde zu singen. Bis heute spielt das gemeinsame Singen eine zentrale Rolle im Gottesdienst der evangelischen Kirche. Vor allem in der Weihnachtszeit lebt diese Tradition jedes Jahr auf - das Album "Luthersche Weyhnacht" bringt stimmungsvoll den geistlichen Kontext zum Ausdruck und wird so zu einem ganz besonderen musikalischen Begleiter durch den Advent. Die evangelisch-lutherische Theologin, Pfarrerin und Autorin Margot Käßmann hat für das Album einen einleitenden Text verfasst, der die Musik auch mit Worten in den Kontext einbettet.

Bach & Luther

Als Johann Sebastian Bach 1685 in Eisenach geboren wurde, lag Martin Luthers Thesenanschlag vom 31. Oktober 1517 an die Tür der Schloßkirche zu Wittenberg bereits mehr als anderthalb Jahrhunderte zurück. Ebenso wie der Reformator Martin Luther, war Bach Schüler der Lateinschule des ehemaligen Dominikanerklosters in Eisenach. Das Album "Luthersche Weyhnacht" macht Luthers Einfluss auf Bachs Musik spürbar. Mit einer Aufnahme von Bachs Choralkantate "Nun komm, der Heiden Heiland BWV 62", die auf Martin Luthers Adventslied "Nun komm, der Heiden Heiland" zurückgeht, eröffnen die English Baroque Soloists gemeinsam mit dem Monteverdi Choir unter der Leitung von John Eliot Gardiner mit historisch informierter Spielfreude das Album. Der britische Organist Simon Preston erweckt mit "Variatio 1: Nel canone all’ottava" aus "Vom Himmel hoch, da komm ich her" BWV 769 und  "Allein Gott in der Höh’ sei Ehr’" BWV 676 Bachs Choralfantasien auf der Orgel zum Leben. Und mit Auszügen aus Bachs "Magnificat" in Es-Dur BWV 243a erinnert der Chor der Christ Church Cathedral Oxford gemeinsam mit der Academy of Ancient Music und Simon Preston daran, dass es sich bei Martin Luther auch um einen großen Marienverehrer handelte.

Historisch informiert

Grundlage vieler barocker Kompositionen ist jedoch Martin Luthers Übersetzung der Bibel in die deutsche Sprache. Das gilt auch für die "Historia von der Geburt Christi", die Heinrich Schütz 1660 für den Weihnachtsgottesdienst komponiert hat und die von Paul McCreesh mit seinem Ensemble Gabrieli Consort & Players, dem Boys’ Choir Of Roskilde Cathedral und glänzenden Gesangssolisten der Alte Musik Szene eingespielt worden ist. Philip Pickett und das New London Consort ergänzen die Reise in die von Martin Luther inspirierte Musikwelt mit Liedern, Motetten und Chorälen von Johann Hermann Schein und Michael Praetorius.

Martin Luther hat sich selbst einmal als "Weihnachtschrist" bezeichnet. So ist das Weihnachtsfest ist ein schöner Anlass, um zur Ruhe zu kommen und anlässlich des 500. Jubiläums der Reformation den Einfluss zu betrachten, den Martin Luther im Laufe der Zeit auf das Schaffen vieler Komponisten gehabt hat.


KOMMENTARE

Kommentar speichern