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11.09.2014

Jerry Douglas, Mike Auldridge & Rob Ickes - Gipfeltreffen dreier Dobro-Meister

Rob Ickes, Jerry Douglas, Mike Auldridge & Rob Ickes - Gipfeltreffen dreier Dobro-Meister

1981 versetzen Al Di Meola, John McLaughlin and Paco de Lucía alle Akustikgitarren-Aficionados mit “Friday Night In San Francisco” in Ekstase. Ähnliche Begeisterung dürfte bei Fans von Dobrogitarren das Album “Three Bells” auslösen. Denn auch hier schlossen sich drei der besten ihres Faches zusammen: Jerry Douglas, Mike Auldridge und Rob Ickes. Wer nun allerdings denkt, die drei hätten sich zu einem gitarristischen Showdown à la “Friday Night In San Francisco” hinreissen lassen, wird (hoffentlich) positiv überrascht werden. Denn diesem Trio ging es ausschließlich um die Musik. “Es gibt keine pyrotechnischen Mätzchen”, versichert Jerry Douglas. “Wir hätten uns natürlich einen ‘wilden Schusswechsel’ liefern können, aber darum ging es uns nicht. Wir dachten uns: Wenn dies tatsächlich die letzte Aufnahme von Mike sein sollte, dann muss es etwas wirklich Außergewöhnliches werden.”

“Wir wollten nicht unbedingt ein Album machen”, sagt Douglas. “Wir hatten einfach nur das drängende Verlangen, ein paar Dinge zusammen aufzunehmen.” Erst als sich der Gesundheitszustand des an Prostatakrebs erkrankten Mike Auldridge verschlechterte (er starb am 29. Dezember 2012, kurz nach Beendigung der Aufnahmen und nur einen Tag vor seinem 74. Geburtstag), konzentrierten sich alle drei nur noch auf das “Three Bells”-Projekt. “Mir war es wichtig, dass dieses Album Mike gerecht wurde”, erklärt Douglas. “Er sollte im Mittelpunkt stehen, und so beschlossen wir, das zu spielen, was er spielen wollte. Sein Enthusiasmus trieb Rob und mich dazu an, alles zu geben. Sonst hätten wir mit ihm gar nicht mithalten können.”

Jeder der drei Musiker ist auf “Three Bells” auch mit einer bemerkenswerten Solo-Performance vertreten. Jerry Douglas kann man mit dem verspielten “The Perils of Private Mulvaney” hören, Rob Ickes mit dem meditativen “The Message” und Auldridge mit einem wunderbaren Medley der beliebten Popstandards “Till There Was You” und “Moon River”. Während diese Solonummern die individuellen Fähigkeiten der Musiker hervorheben, ist der Rest des Albums vom freundschaftlichen musikalischen Austausch und gegenseitigem Respekt geprägt. Und gerade dies macht “Three Bells” zu einem so denkwürdigen Ereignis.


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11.09.2014

Jerry Douglas & The Earls Of Leicester - Abgestaubte Bluegrass-Klassiker

The Earls Of Leicester, Jerry Douglas & The Earls Of Leicester - Abgestaubte Bluegrass-Klassiker

Was sich anhört wie der Titel einer Historienserie der BBC, ist tatsächlich der Name einer neuen Band von Jerry Douglas und eine Referenzan an die den beiden Bluegrass-Pionieren Lester Flatt und Earl Scruggs. Wobei man sich augenzwinkernd zunutze machte, dass Leicester wie Lester ausgesprochen wird. Ein Wink mit dem Zaunpfahl, dass es Douglas und seinen Bandkollegen bei aller Verehrung für ihre Idole doch vor allem darum geht, Spaß zu haben und diesen an die Hörer zu vermitteln. Mit ihrer Band Foggy Mountain Boys schufen Flatt und Scruggs in den 1950er und 1960er Jahren die Blaupause für die zeitgenössische Bluegrass-Musik, indem sie traditionelle Genregrenzen überschritten. Sie popularisierten diesen Stil und erreichten als erste Bluegrass-Band ein Massenpublikum.

“Ich habe mein ganzes Leben lang darauf gewartet, diese Aufnahmen zu machen”, sagt der 58-jährige Meister der Resonatorgitarre (die man allgemein nur Dobro nennt) über das Debütalbum seiner neuen Bluegrass-All-Star-Traumband. In das Sextett holte sich Douglas ausnahmslos Musiker, die in der Bluegrass- und Country-Szene Rang und Namen haben: Shawn Camp (Lead-Gesang und Gitarre), Charlie Cushman (Banjo und Gitarren), Tim O’Brien (Gesang und Mandoline), Johnny Warren
(Fiddle) und Barry Bales (Gesang und Bass). Das Repertoire des Albums besteht aus vierzehn zeitlosen Klassikern aus dem Songbook von Flatt und Scruggs. Die Earls Of Leicester haben diese Nummern von der dicken Staubschicht befreit, die sich auf ihnen im Laufe der Jahrzehnte angesammelt hatte, und ihnen frische Energie eingepumpt. Zugleich aber bemühten sie sich, die emotionale Authentizität, das instrumentale Können und den vibrierenden kreativen Geist zu wahren, der die Originale zu solch unverwüstlichen Klassikern machte.


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10.07.2013
The Deadly Gentlemen

The Deadly Gentlemen - Nicht tödlich, aber höllisch gut

The Deadly Gentlemen, The Deadly Gentlemen - Nicht tödlich, aber höllisch gut

"Roll Me, Tumble Me" ist das dritte Album der Deadly Gentlemen und zugleich ihr Debütalbum für Rounder Records. Die in Boston ansässige fünfköpfige Band präsentiert darauf zehn neckisch-respektlose und dynamisch rootsige Songs, die einen von der ersten bis zur letzten Minute fesseln. Obwohl die Musiker des Quintetts "altmodische Instrumente" (akustische Gitarren, Banjo, Fiddle, Mandoline, Kontrabass) spielen - ein Line-Up, das gemeinhin mit traditionellem Bluegrass assoziiert wird -, trotzen sie konventionellen Genrerestriktionen. Das Resultat ist zeitlose Musik, die zwar in der Tradition ihre Wurzeln hat, aber dennoch unangestrengt zeitgenössisch und vor allem durch und durch unterhaltsam ist. Der Großteil der beschwingten Melodien und poetischen Texte stammt aus der Feder des Leadsängers und Banjospielers Greg Liszt.

Doch nicht weniger wichtig sind die eloquenten Beiträge seiner Bandkollegen Stanislaw "Stash" Wyslouch (Gitarre), Mike Barnett (Fiddle), Dominick Leslie (Mandoline) und Sam Grisman (Bass). Sie reflektieren in der Musik der Deadly Gentlemen die sehr unterschiedlichen musikalischen Erfahrungen, die sie zuvor u.a. in Jazz-, Folk- und Heavy-Metal-Bands oder als Begleiter von Bruce Springsteen sammelten.

"Die Band ist ein sich entwickelndes Projekt", sagt Greg Liszt. "Am Anfang waren wir experimenteller, mittlerweile aber klingen wir natürlicher. Wir betrachteten die Deadly Gentlemen zunächst als kunstvolles Neben-Projekt zu unseren eigentlichen Band, und die Songs von [dem ersten Album] 'The Bastard Masterpiece' waren im Grunde alte Bluegrass-Stücke, die wir in ausgedehnte Gedichte mit Groove-basierter Banjo-Musik verwandelten. [Das nächste Album] 'Carry Me To Home' klang komplett anders. Auf ihm verwendeten wir einen Vokalstil wie eine Gang, wir schrien, rappten und sangen. Auf dem neuen Album nähern wir uns jetzt etwas konventionelleren Songstruktueren."


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03.06.2013
Shovels & Rope

Shovels & Rope – Indie-Folk-Rock mit Punk-Energie

Shovels & Rope, Shovels & Rope – Indie-Folk-Rock mit Punk-Energie

Eine eigenwillige Mixtur aus alten und neuen Sounds und Stilelementen bietet das Singer/Songwriter-Duo Shovels & Rope auf seinem Debütalbum "O’ Be Joyful".

Die US-Band Bright Eyes und ihre kanadischen Kollegen von Arcade Fire gelten als die Wegbereiter der Indie-Folk-Rock-Welle, die in den letzten Jahren ein ständig wachsendes Publikum erfasste. Und von Bands wie Mumford & Sons, The Lumineers, Bon Iver und Noah and the Whale wurde das Genre in jüngster Zeit zu absoluter Blüte geführt.

Jetzt gesellt sich zu diesen Trendsettern ein neues aufregendes Duo mit dem Namen Shovels & Rope, hinter dem sich das aus Charleston/South Carolina stammende Ehe- und Singer/Songwriter-Paar Michael Trent und Cary Ann Hearst verbirgt.
Auf seinem Debütalbum "O’ Be Joyful" präsentiert das Gespann seinen wilden, von Punk-Energie gespeisten Indie-Folk-Rock, der gleichermaßen zum Mitwippen, Mitsingen und Tanzen einlädt. In den USA hat Shovel & Rope Kritiker, Musikerkollegen und Publikum schon zu wahren Begeisterungsstürmen hingerissen.

"Die Architekten von ‘O’ Be Joyful’, die Sänger/Songwriter Michael Trent (Ex-The Films) und Cary Ann Hearst (letztere landete 2010 mit ‘Hell’s Bells’ eine Single in der kultigen Vampirserie ‘True Blood’), servieren eine Kakophonie aus südlichem Gothic und von Alan Lomax sowie Lux Interior inspirierten Garage-Folk, die einfach nur Spaß macht und weniger den Kopf als den Bauch anspricht", meinte der All Music Guide. "Das Debütalbum des aus Charleston/South Carolina stammenden Duos Shovels & Rope ist rauh, laut und trotzdem oft überraschend intim."

Die Musik des Duos ist geprägt vom Sound ramponierter Gitarren, Blues-Harps, einem spartanischen Drumset und vor allem der heiseren Reibeisenstimme von Cary Ann Hearst. Letztes Jahr absolvierte das Paar im Schlepptau von Headlinern wie Jack White, den Felice Brothers und Justin Townes Earle über 200 Auftritte.

"O’ Be Joyful" wurde von National Public Radio, einem Verband freier amerikanischer Radiosender, in die Liste der zehn besten Alben des Jahres 2012 aufgenommen. Mit dem Track "Birmingham" eroberten Shovels & Rope außerdem die Spitze der American Songwriter-Charts.


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20.04.2011
Alison Krauss

Die Überfliegerin - Alison Krauss neues Album “Paper Airplane”

Vier Jahre nach dem triumphalen “Raising Sand”-Album mit Robert Plant meldet sich Alison Krauss nun mit “Paper Airplane” zurück. Begleitet wird sie diesmal wieder von ihrer bewährten Band Union Station.

Alison Krauss, Die Überfliegerin - Alison Krauss neues Album Paper Airplane

Dass Bluegrass-Musik heute nicht mehr das Image hat, amerikanische “Hinterwäldlermusik” zu sein, ist nicht zuletzt ein Verdienst von Alison Krauss. Die heute 39-jährige Sängerin, Songschreiberin, Violinistin und Fiddlespielerin eroberte erst die USA im Sturm und dann auch den Rest der Welt. Bereits mit 14 Jahren nahm sie ihre erste Platte auf und demonstrierte ihre frühreife Virtuosität. Heute nennt sie sage und schreibe 21 Grammys ihr Eigen - mehr als jede andere Künstlerin, ganz gleich welcher Musiksparte. Auch in erfolgreiche Filmmusikprojekte war die umtriebige Künstlerin immer wieder involviert: die bekanntesten waren die Coen-Brothers-Komödie “O Brother, Where Art Thou?” (2000) und das Bürgerkriegsdrama “Cold Mountain” (2003), für das sie u. a. ein Duett mit Sting aufnahm. In Deutschland begeisterte sie zuletzt viele Fans mit Robert Plant und dem gemeinsamen Album “Raising Sand”. Jetzt meldet sich Alison Krauss mit ihrer fantastischen Band Union Station und dem neuen Album “Paper Airplane” zurück.

Union Station ist das, was man eine veritable All-Star-Band nennt. Ein jeder der Musiker - Jerry Douglas (Dobro, Lap-Steel, Gesang), Dan Tyminski (Gitarre, Mandoline, Lead-Gesang), Ron Block (Banjo, Gitarre) und Barry Bales (Bass, Gesang) - hat sich in der Szene längst einen eigenen Namen gemacht. Und dennoch kommen diese markanten Persönlichkeiten unter der Federführung von Alison Krauss immer wieder zusammen, um als Band etwas wirklich Einzigartiges zu kreieren.

Für “Paper Airplane” haben Krauss und ihre Band elf oftmals wehmütige Songs von asketischer Schönheit zusammengetragen, die sie mit der Unterstützung von Toningenieur Mike Shipley (Maroon 5, The Cars, Def Leppard, Joni Mitchell) aufnahmen und produzierten. Dabei heben die Musiker wieder einmal musikalische Grenzen auf und verschmelzen mühelos amerikanische Rootsmusik mit Country, Rock und Pop. Neben Songs, die von den Bandmitgliedern oder ihren Freunden eigens für “Paper Airplane” geschrieben wurden, präsentiert Alison Krauss hier auch Versionen von zwei modernen folkigen Popklassikern: Jackson Brownes “My Opening Farewell” und Richard Thompsons “Dimming Of The Day”. Auf “Paper Airplane” beweist die Frau mit den deutschen Wurzeln, warum sie seit zwanzig Jahren zu den erfolgreichsten US-Sängerinnen aller Zeiten gehört.


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21.04.2010
Willie Nelson

Das ist meine Definition von echter Country Music

Auf seinem neuen Album macht Willie Nelson deutlich, was er wirklich unter "Country Music" versteht

Willie Nelson, Das ist meine Definition von echter Country Music © Universal Music Group

Der Titel ist trügerisch schlicht: "Country Music". Und das Konzept des Albums kommt einem ziemlich bekannt vor: Eine amerikanische Musikikone knöpft sich das Songbook der Country Music vor, um frische Versionen von zeitlosen Klassikern aufzunehmen. Natürlich sollte einen die Tatsache, dass Willie Nelson für diese Art von Kollektionen schon vor über 30 Jahren Maßstäbe setzte, stutzig machen. So wie die Erkenntnis, dass er sich in all den seither verstrichenen Jahren mit der Musik, die das Fundament seiner Karriere bildet, nie in traditioneller Weise auseinandergesetzt hat. Für den Albumtitel liefert Willie Nelson selbst denn auch eine ebenso simple Erklärung: "Das ist meine Definition von echter Country Music."

1975 stieg Willie Nelson, der die amerikanischen Outlaw-Clichés nicht nur in seinen Liedern besingt, sondern sie lange Zeit auch auslebte, zu einer der Ikonen der Country Music auf. An diesem Status hat sich seitdem auch nichts geändert, obwohl der mittlerweile 77-Jährige der Tradition der Musik, mit der man ihn gemeinhin verbindet, oftmals den Rücken zugewandt hat, um in fremden stilistischen Revieren zu wildern. Auf seinen Alben flirtete er in den zurückliegenden 35 Jahren mit so ziemlich allem, was ihm vor die Flinte kam: Swing, Jazz, Honky-Tonk, Rock'n'Roll, Folk, Blues, Pop und sogar Reggae.

Diesmal aber ist "Country Music" angesagt. Wohlgemerkt: Country Music nach Willie Nelsons Definition. Für dieses Album hat er das Genre aus einer weitgefassten Perspektive betrachtet. Hilfreich zur Seite stand ihm dabei der renommierte Produzent T Bone Burnett (der kürzlich noch auf Elvis Costellos jüngstem Album "Secret, Profane & Sugarcane" glänzte). Er schlug Nelson einige Songs fürs Repertoire vor, die dieser noch gar nicht kannte, etwa den Traditional "Satan, Your Kingdom Must Come Down" oder Bob Willis' "Gotta Walk Alone".

Wie es sich gehört, wurde "Country Music" in Nashville mit einer erstklassigen Band aufgenommen, deren Musiker Burnett handverlesen hatte. "Die besten Leute, die man dort auftreiben kann", sagt Willie Nelson über die Band, in der Ronnie McCoury an der Mandoline zu hören ist, Jim Lauderdale als Background-Sänger agiert und Buddy Miller E-Gitarre spielt.

Besuchen Sie auch die Künstlerseite von Willie Nelson auf JazzEcho.


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14.10.2009

Ein Fest der Musik

111 Jahre Deutsche Grammophon, Ein Fest der Musik © Deutsche Grammophon

Als Emil Berliner 1887 die Schallplatte erfand und damit die Reproduktion und weiträumige Verbreitung von Musik einleitete, wird er womöglich geahnt haben, was für eine ästhetische und künstlerische Revolution er lostrat. Gemeinsam mit seinem Bruder Joseph jedenfalls übernahm er im Dezember 1898 den Direktorenposten einer neu gegründeten, aufstrebenden Firma mit Sitz in Hannover, die mit in Amerika hergestellten hydraulischen Pressen die Schellackplatten für die ebenfalls neu ins Leben gerufene Londoner Grammophone Company herstellen sollte. Das war der Starschuss für eine der renommiertesten und profiliertesten Plattenfirmen der Tonträgergeschichte, die Deutsche Grammophon. Sie wurde zur Heimat zahlreicher innovativer, kreativer Künstler, ein Markenzeichen für technische und interpretatorische Qualität, und begeht das 111.Jahr ihres Bestehens nun mit einer spektakulären Editionsserie, die mit vier exklusiven Boxen das Jubiläum feiert.

Und natürlich gibt es viel zu erzählen. Die Geschichte der Deutschen Grammophon und ihrer Künstler füllt immerhin 224 Seiten und ist in der Buchedition „State of the Art – die Geschichte von Deutsche Grammophon“ jetzt schon ein Sammlerstück. Da kann man lesen von den vielen Schritten, die mit zunehmender Geschwindigkeit in einer Wechselwirkung von technischer Entwicklung, künstlerischer Meisterleistungen und visionärer Produzentenarbeit die klassische Musik inspiriert und für viele Menschen zugänglich gemacht haben. So war es beispielsweise 1902 bereits eine Sensation, dass sich der berühmteste Tenor seiner Zeit, Enrico Caruso, dazu überreden ließ, zehn Arien in den Trichter des Aufnahmestudios zu schmettern. Wesentlich leichter wurde es für die Künstler dann von 1925 an, nach der Erfindung des elektroakustischen Mikrofons, das plötzlich ganz andere qualitative Maßstäbe setzte. Kurz darauf entstanden die ersten Aufnahmen von Wilhelm Furtwänger, und auch Bruno Kittel wagte umfassende Einspielungs-Projekte wie etwa von Beethovens „Missa Solemnis“, die auf elf Schlellack-Platten Platz hatte.

So ging es voran, hin zur ersten Magnetbandaufnahme (1946), zur Langspielplatte (1951), zur Stereo-Wiedergabe (1956), der Musikkassette (1965) und schließlich dem Aufbruch ins digitale Zeitalter, das 1982 mit Herbert von Karajans Aufnahme von Richard Strauss' „Eine Alpensymphonie“ begann. Es ist eine Geschichte von großen Stars wie Sarah Bernhardt und Wilhelm Backhaus, Wilhelm Kempf und Claudio Arrau, Dietrich Fischer-Dieskau und Fritz Wunderlich, Martha Argerich und Vladimir Horovitz, die bis in die Gegenwart weiterreicht zu den Koryphäen unserer Tage wie Anna Netrebko, Thomas Quasthoff, Jonas Kaufmann oder auch Lang Lang. Sie hat so viele Höhepunkte der klassischen Musik hervorgebracht, dass es für das Redaktionsteam der Jubiläumsausgaben eine wirkliche Herausforderung war, sich auf einige davon zu beschränken – und das, obwohl alle Editionen bereits in großem Umfang Musik präsentieren.

Das Schmuckstück für Sammler ist dabei die „111 Years Of Deutsche Grammophon – 111 Meisterwerke“, eine Box mit 55 Original-CDs im Originalcover, die in limitierter Auflage einen umfassenden Querschnitt durch die wichtigsten Aufnahmen seit Einführung der Langspielplatte gibt. Hier kommen Perlen des Repertoires wie Pierre Fourniers Einspielung der Bach'schen „Cello-Suiten“ und das legendäre Moskau-Konzert von Vladimir Horowitz ebenso zu Gehör wie große sinfonische Ereignisse unter der Leitung von Koryphäen wie Claudio Abbado, Wilhelm Furtwängler, Herbert von Karajan, Pierre Boulez oder Eugen Jochum. Kammermusik hat ihren Platz wie mit dem Emerson String Quartet, die Pioniere der Alten Musik und des Barocks wie John Eliot Gardiner, Marc Minkowski, Reinhard Goebel und Paul McCreesh sind mit von der Partie, ebenso die großen Solisten von Sviatoslav Richter und Maurizio Pollini bis Hillary Hahn und Anne-Sophie Mutter. Die Stars von heute sind dabei wie Lang Lang, Hélène Grimaud und natürlich auch die schönen Stimmen von Fritz Wunderlich bis Anna Netrebko und Rolando Villazón – kurz: Die „Collector's Edition“ ist eine einmalige Zusammenstellung faszinierender Momente der klassischen Musik, die jede Musiksammlung schmückt und komplettiert.  

Ebenfalls grandios sind die beiden anderen Boxen der Jubiläums-Editionen. Denn mit „111 Klassik-Hits“ wird auf 6 CDs der große Bogen von Enrico Caruso bis zu den jüngsten Stars des Repertoires wie Yuja Wang gespannt. Mit 111 Stücken von Abbado bis Zimerman kann man auf diese kurzweilige Weise einmal durch die Musikgeschichte schlendern und in das hinein schnuppern, was viele Fans der anspruchsvollem Klassik seitdem nicht mehr los gelassen hat. Den Bogen zu der Bildern schließt schließlich die Box mit „11 Klassik-Filme“. Ebenfalls in limitierter Auflage sind dabei auf 13 DVD Meilensteine der Aufführungs- und Konzertgeschichte in einer Sammlung vereint, deren Spektrum von Wilhelm Furtwänglers berühmter „Don Giovanni“-Version von 1954 bis hin zu Anne-Sophie Mutters Violinkonzerten von Mozart und Schmankerln wie Claudio Abbados Interpretation von „Peter und der Wolf“ mit Sting als Sprecher reicht. So gibt es viele Gründe zum Feiern – für die Deutsche Grammophon, weil sie die ersten 111 Jahre erfolgreich gemeistert hat, und für die Freunde der klassischen Muse, weil sie kaum jemals zuvor mehr fantastische Musik in derart attraktiver Form genießen konnte.

Wenn Sie mehr über die Deutsche Grammophon und ihre 111-jährige Geschichte erfahren möchten, dann besuchen Sie die Seite der Deutschen Grammophon bei KlassikAkzente.


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