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Julia Lezhneva, Süße Engelsstimme – Gewinnen Sie ein signiertes Album von Julia Lezhneva
Julia Lezhneva

Süße Engelsstimme – Gewinnen Sie ein signiertes Album von Julia Lezhneva

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20.07.2017
Elina Garanca

Leuchtende Erscheinung - Elīna Garanča glänzt in Donizettis Oper "La favorite"

Mit der Münchner Inszenierung der Oper "La favorite", die nun auf DVD erscheint, präsentiert die Deutsche Grammophon Elīna Garanča in einer Paraderolle, für die sie 2016 an der Bayerischen Staatsoper gefeiert wurde.

Elina Garanca, Leuchtende Erscheinung - Elīna Garanča glänzt in Donizettis Oper La favorite

Gaetano Donizettis Oper "La favorite" wurde am 2. Dezember 1840 an der Pariser Oper uraufgeführt und vom Publikum begeistert angenommen. Bis heute steht das Werk regelmäßig als eine Art Geheimtipp auf dem Spielplan großer Opernhäuser und erweist sich für alle Beteiligten als vielschichtige und inspirierende Quelle für künstlerische Ausdrucksmöglichkeiten.

Dichte Geschichte

Die Liebesgeschichte zwischen der schönen Leonór und dem jungen Novizen Fernandox ist ein Stoff, der wie für eine Grand Opéra geschaffen ist. Vor dem Hintergrund eines Machtkampfes von Kirche und Staat im spanischen Kastilien des 14. Jahrhunderts, werden die Liebenden im Laufe der Handlung mit den Konsequenzen ihrer Sehnsüchte und Wünsche konfrontiert und auf sich selbst und ihre Ängste zurückgeworfen.

Starke Präsenz

In Amélie Niermeyers kammerspielartiger intimer Inszenierung von Gaetano Donizettis Oper "La favorite" in ihrer französischen Originalfassung zeigt sich Elīna Garanča völlig abseits von Kitsch und Drama stimmlich und spielerisch in Höchstform und gab damit 2016 ihr grandioses szenisches Debüt als Léonor. Wenn sie in starke Frauenrollen schlüpft, ist die Mezzosopranistin ganz in ihrem Element. Im auf das Wesentliche reduzierten Bühnenbild von Alexander Müller-Elmau strahlt Elīna Garanča im roten Mantel umso leuchtender und füllt den Raum in jeder Hinsicht mit Präsenz und Stimme.

Schöne Stimmen

Überhaupt ist der Cast für  die Münchner Produktion durch und durch gelungen. Der amerikanische Tenor Matthew Polenzani präsentiert sich als hin- und hergerissener liebender Fernando mit lyrischer Tonschönheit und juveniler Natürlichkeit. Elsa Benoit bezaubert mit einem wunderbar schimmernden Timbre als Inès und der polnische Bariton Mariusz Kwiecień überzeugt als König Alphonse mit sonorem Klang und spielerischer Leidenschaft. Über allen strahlt Elīna Garanča mit einer unaufgeregten Virtuosität und Ausdruckskraft, die in der Arie "O mon Fernand... Mon chatiment descend du ciel" ihren Höhepunkt erreicht.
Ihr Ehemann Karel Mark Chichon lotet derweil am Pult des bayerischen Staatsorchesters mit eindrucksvoller Intensität das Klangspektrum von Donizettis Partitur aus.


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20.07.2017
Diverse Künstler

Die größten Dirigenten – Neues Mammut-Paket der 111er-Serie

In der kultigen 111er-Serie von Deutsche Grammophon erscheint eine neue Edition: 40 große Dirigenten in bahnbrechenden Aufnahmen. Eine glänzende Zusammenstellung, die in keiner Klassik-Sammlung fehlen sollte!

Diverse Künstler, Die größten Dirigenten – Neues Mammut-Paket der 111er-Serie © DG

Als das Gelblabel im Jahre 2009 seine 111er-Serie startete, ahnte wohl keiner, welch immense Erfolge das Projekt zeitigen würde. Doch die Nachfrage war riesig.

Imponierender Fundus: Dankbares Publikum

Das Klassik-Publikum verlangt nach gut geordneten Kompilationen. Es hat ein Recht auf Orientierung. Die Geschichte der klassischen Musik ist so verschlungen, dass Hilfestellungen Gold wert sind. Für den Insider vertiefen sie vorhandenes Wissen und stellen manche Rarität bereit, und der Laie ist froh, wenn er sich einen Überblick verschaffen kann. Aber in wessen Hände ist eine solche Expertise gelegt? Wer verfügt über das nötige Know how und besitzt die begehrten Rechte an bedeutsamen Aufnahmen, die großangelegte, überblicksartige Klassikeditionen erst möglich machen?

Die 111er-Serie ist die Antwort, verweist die Zahl doch auf den stolzen Geburtstag, den das Gelblabel im Jahre 2009 feierte. 111 Jahre Deutsche Grammophon, das war ein gewaltiger Zeitraum, das war eine triumphale Geschichte, in der sich ein beeindruckender Fundus an großartigen Klassikaufnahmen angehäuft hatte. Jetzt ist die Zeit, dieses Erbe dem Publikum des 21. Jahrhunderts zugänglich zu machen, und mit "The Conductors – Legendary Recordings" unternimmt das Gelblabel einen weiteren Schritt in diese Richtung.

Großartiger Gesamtüberblick: Meisterdirigenten des 20. Jahrhunderts  

"The Conductors – Legendary Recordings“ umfasst 40 Tonträger. Jeder einzelne von ihnen porträtiert einen großen Dirigenten mit Schlüsselaufnahmen für das Gelblabel. Das zeitliche Spektrum reicht von 1930 bis in unsere Zeit. Entsprechend reich sind die orchestralen Klangfarben und expressiven Nuancen, die man in der Edition erleben darf. Zu unterschiedlichen Zeiten wird unterschiedlich musiziert.

Die Spannung und atmosphärische Dichte – bei gleichzeitigem architektonischen Gespür –, die Carlos Kleiber bei den Beethoven-Sinfonien erzeugte, ist noch heute singulär, faszinierend, gleichzeitig individuell wie überzeitlich. Die besondere Nähe zum (spät-)romantischen Repertoire und dessen Interpretationstradition, die Christian Thielemann kultiviert, lässt das "Heldenleben" von Richard Strauss auch im 21. Jahrhundert als eine unmittelbar berührende musikalische Narration erscheinen.

Unterschiedliche Interpretationen gründen nicht nur in unterschiedlichen Zeiten und Hörgewohnheiten, sondern auch in den unterschiedlichen Temperamenten der Dirigenten und ihren jeweiligen Klangkörpern. Hier öffnet sich in der neuen Edition ein unermessliches Feld. Die nicht enden wollende Riege eigenwilliger Genies, wie Herbert von Karajan, Karl Böhm, Pierre Boulez, Seiji Ozawa, Daniel Barenboim, Simon Rattle oder Andris Nelsons, spricht für sich.

Digitale Auskopplung: Etliche Erstveröffentlichungen  

Dass die CD-Hüllen dem Cover-Design der Ersterscheinungen nachempfunden sind, wird Sammlerherzen höher schlagen lassen. Das gilt auch für das ebenso informative wie unterhaltsame Booklet, das 112 Seiten umfasst und einen Lesegenuss pur verspricht. Neben berühmten Aufnahmen wartet die Edition übrigens auch mit Raritäten auf. Einige besonders wertvolle erscheinen parallel zur physischen Edition auch digital. Die vier e-Alben von Fritz Busch, Riccardo Chailly, Ferdinand Leitner und Carl Schuricht demonstrieren Orchestermusik auf höchstem Niveau.

Mitreißend: der junge Chailly, der Prokofievs pulsierende Sinfonik zelebriert. Mit Busch, Leitner und Schuricht werden Meisterdirigenten in Erinnerung gerufen, die zu Unrecht in Vergessenheit geraten sind. Ein absolutes Highlight: Schurichts erstmals digital erscheinende, überwältigende Aufnahme von Bruckners Sinfonie Nr. 7 mit den Berliner Philharmonikern. Der Mitschnitt stammt aus den dreißiger Jahren und demonstriert einmal mehr, wie wichtig die behutsame Bergung archivalischer Schätze ist.


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20.07.2017
Diverse Künstler

Bach modern – Edition mit den Kult-Aufnahmen von Walter Gieseking

Er gehört zu den größten Klaviergenies des 20. Jahrhunderts. Jetzt erscheinen seine legendären Bach-Aufnahmen für Deutsche Grammophon in einer edlen Gesamtedition: Fugen, Partiten, Präludien – elektrisierend modern interpretiert.

Diverse Künstler, Bach modern – Edition mit den Kult-Aufnahmen von Walter Gieseking © DG

Von Lyon nach Hannover

Der 1895 in Lyon geborene Meisterpianist spürte das Brodeln der Zeit: das junge Industriezeitalter zwischen Aufbruch und Angst, zwischen großen Hoffnungen und derben Enttäuschungen. Aufgewachsen an der französischen und italienischen Riviera, kommt er als Jugendlicher nach Hannover, wo er bei dem versierten Musikpädagogen Karl Leimer Klavierunterricht erhält. Der Junge ist hochbegabt. Er lernt schnell und prägt in kürzester Zeit einen eigenen Stil aus. Gieseking verbindet technische Raffinesse mit Leichtigkeit. Sein Spiel ist perfekt organisiert. Trotzdem klingt es natürlich. Bei seinem Lehrer hat Gieseking gelernt, dass der Körper ins Klavierspiel hineingelegt werden sollte.

Ein intuitiver Methodiker

Gemeinsam mit Karl Leimer bringt er schließlich eine moderne Klavierschule heraus und arbeitet an einer neuen Methodik des Klavierspiels. Deren Pointe: kein Drill, keine Verrenkungen am Klavier. Die Musik muss fließen. Sie muss vom Pianisten innerlich verstanden worden sein, bevor er sie in schöner, entspannter Manier zur Geltung bringen kann. Das klingt nach intuitiven Fertigkeiten. Eine perfekte Vorbereitung auf romantische und impressionistische Literatur. Aber auf Bach? Kann man so einem barocken Komponisten auf die Spur kommen?

Bach modern: Klare Linien, weicher Anschlag

Es bleibt ein unschätzbares Verdienst von Walter Gieseking, Bachs elektrisierende Modernität entdeckt zu haben. Damit kann er als Vorreiter von Größen wie Rosalyn Tureck oder Glenn Gould gelten, die Bach auf ihre Weise modern, mit schlanker Eleganz darboten. Gieseking tat dies auf seine Weise. Seine Alleinstellungsmerkmale waren der weiche Anschlag, das zügige, kurzweilige Spiel und die poetisch-träumerische Noblesse, die er Bach verlieh. Wie es ihm gelang, bei so viel Zartheit glasklare Harmonien zu produzieren, bleibt sein Berufsgeheimnis. Dabei war ein keineswegs ein Verteidiger von pianistischen Übe-Exzessen: "Der Grad der musikalischen Begabung verhält sich umgekehrt proportional zu der Zeit, die man fürs Üben aufwenden muss", lässt sich der Meister vernehmen. Das spontane Moment bei gleichzeitiger intuitiver Durchdringung der Materie scheint eines seiner Geheimnisse gewesen zu sein.

Die zwischen 24. Januar und 5. Juni 1950 in wenigen Aufnahmesitzungen entstandenen Mitschnitte wurden im Studio Saarbrücken zu Bachs zweihundertstem Todestag eingespielt. Das Live-Element mit sehr wenigen Takes ist unverkennbar für diese Aufnahme – und macht sie zu etwas ganz Besonderem: Gieseking hat nur sehr wenig Bach aufgenommen, sein Mut zum Risiko und kontrastreichen Spiel ist bemerkenswert, und das Gefühl einem genialen Akt beizuwohnen stellte sich bereits bei zeitgenössischen Hörern ein, die diesen Bach-Zyklus in den höchsten Tönen lobten: "Im Sender erlebte ich ein Wunder: die Aufnahme der ersten 24 Präludien und Fugen … einfach fabelhaft", äußerte ein Zeuge der Aufnahme (Stewart Gordon). Nach längerer Zeit liegt nun erstmals eine Edition mit diesem interpretationsgeschichtlich bedeutsamen Bach-Zyklus vor.

"Walter Gieseking – Complete Bach Recordings on Deutsche Grammophon" umfasst sieben Tonträger. Alle Aufnahmen wurden frisch remastert. Etliche darunter erscheinen erstmals auf CD bzw. als Download/Streaming-Album.

Die Hüllen der CDs sind dem Cover-Design der Ersterscheinungen nachempfunden. Als Bonus lockt Schumanns Klavierkonzert mit Walter Furtwängler und den Berliner Philharmonikern, eine fulminante Aufnahme von 1948. Das Booklet rundet die Edition gelungen ab. Es umfasst 40 Seiten, enthält einen brandneuen Essay von Giesekings Meisterschüler Frank R. Latino und wartet mit bislang noch unveröffentlichten Fotos des großen Pianisten auf. Besonders reizvoll schließlich: Passagen aus Giesekings Autobiographie, in denen er sein Bach-Spiel reflektiert.   

 


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20.07.2017
Diverse Künstler

Moderner Held – Klaus Florian Vogt singt bewegenden Parsifal

Er hatte schon viele große Momente als Wagner-Sänger. Sein Auftritt bei den Bayreuther Festspielen 2016 hat jedoch das Zeug, Geschichte zu schreiben. Jetzt erscheint die provokante Parsifal-Inszenierung von Uwe Eric Laufenberg auf DVD/Blu-ray.

Diverse Künstler, Moderner Held – Klaus Florian Vogt singt bewegenden Parsifal

Klaus Florian Vogt ist ein großer Verwandlungskünstler. Der 1970 in Heide/Holstein geborene Opernsänger steht nie still. Irgendetwas bewegt sich immer in ihm, nimmt Fühlung auf, testet eine Richtung aus, in der Vielversprechendes zu erwarten ist.

Künstler mit Witterung: Klaus Florian Vogt

So hält er es auf der Bühne, und so hat er es in seiner Karriere immer gehalten. Begonnen hat Klaus Florian Vogt als Hornist. Gleich nach dem Diplom heuerte er beim hochangesehenen Philharmonischen Staatsorchester Hamburg an, musizierte dort von 1988 bis 1997 mit viel Herzblut und ließ gleichzeitig einen weiteren Traum seiner Laufbahn reifen. Vogt spürte die immense Kraft seiner Stimme.

Noch während seiner Tätigkeit als Orchestermusiker nahm er ein Gesangsstudium auf, und seine Witterung erwies sich als goldrichtig. Spätestens als er im Jahre 1998 an der Semperoper aufgeschlagen hatte und sich der engagierten Förderung des italienischen Meisterdirigenten Giuseppe Sinopoli sicher sein durfte, war klar, dass er mit seiner Gesangslaufbahn zu den Sternen greifen kann. Und das gelang ihm dann auch.  

Parsifal reloaded: Moderner Held

Bereits als lyrischer Tenor legte er beachtliche Bühnenerfolge hin. Doch Vogt war immer noch nicht da, wo er sein wollte. Mit spannungsgeladeneren Rollen wie Hans in Smetanas Verkaufter Braut oder Matteo in Richard Strauss’ Arabella lotete er seine dramatischen Möglichkeiten aus, und als er im Jahre 2002 am Theater Erfurt als Lohengrin debütierte, da offenbarte sich sein dramatisches Charisma glänzend und sprach sich im internationalen Opernbetrieb blitzschnell herum.

Publikum und Fachpresse waren hingerissen von seinem Auftritt. Ein jugendlicher Heldentenor war geboren, frisch, neuartig und modern. Vogt schlug als Wagner-Sänger eine Weltkarriere ein, und dass der norddeutsche Meistertenor einen mythischen Helden zu erneuern weiß, zeigt sich nun in der fulminanten Parsifal-Produktion, die im Vorjahr unter der Regie von Uwe Eric Laufenberg bei den Bayreuther Festspielen Premiere feierte und soeben auf DVD/Blu-ray erschienen ist. Vogt verkörpert die Unschuld des jungen Ritters eindringlich. 

Üppige Bilder: Uwe Eric Laufenberg

Parsifal, der am Ende der Oper zum neuen Gralshüter erstrahlen soll, kommt hier in berührend naiver Gestalt zur Geltung. Mit Kundry, die in ihrer seelischen Vielfalt von der russischen Sopranistin Elena Pankratova eindrucksvoll interpretiert wird, knistert es heftig. Parsifal verliert, aller Engelhaftigkeit zum Trotz, bei Vogt nie seine menschlichen, verführbaren Züge.

Die Inszenierung ist auch sonst glänzend besetzt: Georg Zeppenfeld singt einen bewegenden Gurnemanz. Ryan McKinny stattet Amfortas mit nobler Eleganz aus. Dazu: strahlende Wagner-Klänge des Bayreuther Festspielorchesters unter der Leitung von Hartmut Haenchen. Mit Wehmut blickt man auf die Partie des Klingsor, erlebt man hier doch zum letzten Mal den großen Wagner-Interpreten Gerd Grochowski, der am 16. Januar 2017 vollkommen unerwartet starb.

Die Oper lebt von den markanten Charakteren ebenso wie von den üppigen Bildern, die die Inszenierung von Uwe Eric Laufenberg hervorzurufen weiß. Das trug dem Regisseur in der internationalen Presse viel Lob ein und beweist einmal mehr, wie reizvoll das Projekt von Deutsche Grammophon ist, jedes Jahr eine bedeutende Premiere der Bayreuther Festspiele als Video zu veröffentlichen. 


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13.07.2017
Vladimir Ashkenazy

Im Großen und Ganzen - Deccas glänzende Gesamtedition sämtlicher Konzerteinspielungen von Vladimir Ashkenazy

An Vladimir Ashkenazys Interpretationen der großen Klavierliteratur kann man sich kaum satt hören. Die umfangreiche Gesamtedition seiner Konzert-Einspielungen für das Label Decca bietet jede Menge Gelegenheit für ausgiebigen Hörgenuss.

Vladimir Ashkenazy, Im Großen und Ganzen - Deccas glänzende Gesamtedition sämtlicher Konzerteinspielungen von Vladimir Ashkenazy © Decca / Vivianne Purdom

In seinen 79 vollendeten Lebensjahren hat Vladimir Ashkenazy an den Tasten ein reiches Repertoire erschlossen und ist zweifellos einer der bedeutendsten Pianisten unserer Zeit. Neben Talent, Brillanz und technischer Perfektion überzeugt er auch durch sein bescheidenes Auftreten und seine sensible Annäherung an die Musik gänzlich unterschiedlicher Epochen. Für die Decca nimmt Vladimir Ashkenazy bereits seit 1963 auf und ist damit der dem Label am längsten assoziierte Künstler. Die Edition fängt den künstlerischen Lebensweg des russischen Pianisten auf 46 CDs, zwei DVDs und einem umfangreichen Booklet mit Begleitmaterial ein.

Gesammelte Werke

Sich geschlossen mit großen Zyklen eines Komponisten aufzunehmen, ist ein spannendes Unterfangen. Vladimir Ashkenazy ist ein Mann der Nachhaltigkeit. Er hat sich dieser Aufgabe oft und gerne gestellt und Einspielungen geschaffen, die durch ihre differenzierte Klanggestaltung und eine reiche Palette an Klangfarben Einblicke in seine intensive künstlerische Auseinandersetzung mit den individuellen Handschrift der verschiedenen Komponisten geben. Die drei Beethoven-Zyklen beinhalten unter anderem die Grammy-preisgekrönte Aufnahme mit dem Chicago Symphony Orchestra unter Sir Georg Solti aus dem Jahr 1973, die vor Spielfreude nur so übersprudelt. Die beiden kompletten Rachmaninofv-Zyklen offenbaren die besondere Beziehung, die Vladimir Ashkenazy zum Werk des russischen Komponisten hat. Als erster Pianist überhaupt hat Ashkenazy über viele Jahre hinweg nach und nach alle Kompositionen für Klavier von Sergej Rachmaninov vollständig eingespielt und dessen Oeuvre damit zu seiner persönlichen Herzensangelegenheit erklärt.
Seine musikalische Aufgeschlossenheit kommt in den Zyklen mit Klavierkonzerten von Sergej Prokofiev, Béla Bartók, Johannes Brahms und Wolfgang Amadeus Mozart zum Ausdruck. Ashkenazys Mozart-Interpretationen verströmen liebreizende Frische und Wärme, die Aufnahmen der Klavierkonzerte von Johannes Brahms zeichnen sich durch emotionale Tiefgründigkeit aus und in den Klavierwerken von Béla Bartók präsentiert der Pianist eine atemberaubende Fülle von Farben.

Späte Liebe

Nach den ausgedehnten Streifzügen durch die Klassik und die Romantik, setzt sich Vladimir Ashkenazy seit einigen Jahren auch intensiv mit den Klavierwerken von Johann Sebastian Bach auseinander, dem er mit einer Einspielung der Französischen Suiten auch sein jüngstes Album gewidmet hat. Die Gesamtedition enthält eine Aufnahme von Bachs Klavierkonzert in d-Moll BWV 1052, die im Zusammenspiel mit dem London Symphony Orchestra und David Zinman entstanden ist. Im Spiel mit kontrapunktischer Formenstrenge und harmonischer Transparenz ist Vladimir Ashkenazy hörbar in seinem Element.

Musikalische Vielseitigkeit

Seit dem Ende der 1970er Jahre tritt Vladimir Ashkenazy nicht nur als Pianist, sondern auch als Dirigent in Erscheinung und leitete unter anderem renommierte Klangkörper wie das Royal Philharmonic Orchestra, das Deutsche Symphonie-Orchester Berlin, die Tschechischen Philharmoniker, das NHK-Sinfonieorchester Tokio und das Sydney Symphony Orchestra. Auch als Konzertpianist übernahm er hin und wieder die musikalische Leitung und dirigierte vom Flügel aus. Sein Beethoven-Zyklus mit dem Cleveland Orchestra und die Mozart-Einspielungen mit dem Philharmonia Orchestra sind Zeugnisse dieser künstlerischen Vielseitigkeit und machen Vladimir Ashkenazys feines Gespür für musikalische Ausgewogenheit und allumfassende Klangschönheit deutlich.

 


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05.07.2017
Anna Netrebko

Wagners Zartheit – Anna Netrebko glänzt in Lohengrin

Es war eines der aufregendsten Opernereignisse 2016. Jetzt erscheint Thielemanns Neuauflage von Christine Mielitz’ bewährter Lohengrin-Inszenierung an der Semperoper auf Video. Anna Netrebko in Glanzform!

Anna Netrebko, Wagners Zartheit – Anna Netrebko glänzt in Lohengrin © Daniel Koch

Immer wieder heißt es, Wagner sei laut, exzentrisch und von Größenphantasien beherrscht. Warum auch nicht? Eingefleischte Wagnerianer lieben den musikalischen Rausch. Sie baden in den Klangekstasen des Meisters.

Wagners Zartheit: Zwischentöne gefragt

Gegner des revolutionären Opernkomponisten werfen ihm hingegen Uferlosigkeit, vollkommen überzogenes Pathos und Gefühlsduselei vor. Was dabei jedoch außer Acht bleibt, ist die Zartheit Richard Wagners. Der große Neuerer des romantischen Ausdrucks blickte tief in die menschliche Seele, und dort stieß er nicht nur auf Gefühle der Revolte, sondern auch auf verletzliche Emotionen. Wagner wusste, was es heißt, hin- und hergerissen zu sein. Er kannte das mächtige Gefühl, etwas bewegen zu können, genauso wie unerfüllbare Sehnsüchte.

Kaum ein Dirigent besitzt für diese Gegensätze des weltberühmten Komponisten ein so feines Gespür wie Christian Thielemann. Der passionierte Wagnerianer hat die lyrisch-dramatischen Spannungen im Werk des Operngenies genau studiert, und weil der kraftstrotzende Wagner oft überbetont wird, hat er sich für seine jüngste Lohengrin-Aufführung zwei Sängerstars ins Boot geholt, die als Belcanto-Spezialisten um lyrische Zwischentöne wissen.   

Lyrische Dramatik: Anna Netrebko und Piotr Beczała

"Es war eine Freude", so Christian Thielemann, "mit zwei großen Sängern zu arbeiten, für die Wagner Neuland ist, die jedoch durch ihre künstlerische Intuition und ihre Intelligenz den Fluss italienischer Lyrik mit der Präzision deutscher Deklamation verbinden können." Anna Netrebko und Piotr Beczała erwidern diese Begeisterung ohne jede Einschränkung.

Die russische Operndiva, berühmt für ihre enorme Wandlungsfähigkeit, ist hingerissen von den lyrischen Möglichkeiten Richard Wagners. "Zuerst sang ich alles sehr laut. Ich dachte: ‚Es ist Wagner – es muss laut sein!‘ Aber als ich zur Probe kam, ließ Maestro Thielemann das Orchester so leise spielen, dass ich es kaum hörte und so noch leiser singen konnte als beispielsweise bei Bellini oder Donizetti."

Der polnische Meistertenor Piotr Beczała, den die Zeitschrift Opera jüngst zu einer "der aufregendsten Männerstimmen unserer Zeit" erklärt hat, entdeckte ganz neue Nuancen in seiner Stimme. Die Partie des Lohengrin, so Beczała enthusiastisch, "bezieht Aspekte der Stimme ein, die ich normalerweise im französischen, italienischen oder slawischen Repertoire nicht verwenden würde".

Hautnahes Erlebnis: Hochauflösendes HD-Format

Die Begeisterung, mit der Anna Netrebko und Piotr Beczała den bewegenden Stoff der romantischen Oper bergen, vermittelt sich auf dem soeben erschienenen Video glänzend. Deutsche Grammophon hat für den Mitschnitt erstmals auf das hochauflösende Ultra HD-Format zurückgegriffen, und diese Entscheidung macht sich bezahlt. Es ist, als säße man in der Semperoper, so hautnah, so plastisch tritt einem das Bühnengeschehen entgegen.

Anna Netrebko singt eine großartige Elsa. Sie verleiht der Rolle eine bodenständige, natürliche Gestalt. Elsas Bedürfnisse kommen selbstverständlich zur Geltung. "Natürlich ist es ganz normal", so Anna Netrebko, "dass Elsa wissen will, wer ihr künftiger Ehemann ist und woher er kommt." Doch Lohengrin entzieht sich dem Zugriff. Obwohl er sich Elsa zuwendet, bleibt er der Unfassbare, der nicht befragt werden darf.

Piotr Beczała verkörpert diese Unnahbarkeit der Figur mit Bravour. Sein behutsamer Gesang vermittelt geschickt die rätselhafte Aura des Gralsritters, und so entsteht – nicht zuletzt auch dank der äußerst diskret musizierenden Staatskapelle Dresden und der mit Evelyn Herlitzius (Ortrud), Tomasz Konieczny (Telramund) und Georg Zeppenfeld (König Heinrich) hervorragend besetzten Nebenrollen – ein erstaunlich zartes Lohengrin-Drama, das unmittelbar zu Herzen geht.          

 

     


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05.07.2017
Daniel Barenboim

Erhebend – Barenboim interpretiert Elgars Oratorium "The Dream of Gerontius"

Er gehört zu den profiliertesten Interpreten Edward Elgars. Jetzt veröffentlicht Daniel Barenboim mit der Staatskapelle Berlin erstmals eine Aufnahme von Elgars erhebendem Chorwerk "The Dream of Gerontius".

Daniel Barenboim, Erhebend – Barenboim interpretiert Elgars Oratorium The Dream of Gerontius © Holger Kettner / Decca

Alle Menschen haben Angst vor dem Tod. Doch ist er wirklich so schlimm? Verschwinden wir alle irgendwann im Nirgendwo?

Das ewige Leben: Edward Elgar (1857–1934)

Edward Elgar glaubte an die Verwandlung der Seele. Wenn die Seele den Körper verlässt, dann steigt sie in andere Gefilde auf. Sie wandert. Sie schreitet ihren Weg ab, sieht sich ständigen Bewährungsproben ausgesetzt und kann doch am Ende von allem Leid erlöst werden. Ein gewaltiger Stoff! Ein spirituelles Thema, das es in sich hat! Und welches Medium wäre besser geeignet als Musik, der schwer zu greifenden Hoffnung auf ein Leben nach dem Tod Ausdruck zu verleihen? 

Edward Elgar besaß die kreativen Mittel dazu, den Todeskampf der Seele in Musik zu gießen. "The Dream of Gerontius" ist der schlagende Beweis dafür. Das im Jahre 1900 uraufgeführte Oratorium gehört zu den gewaltigsten Chorwerken der frühen Moderne. Elgar griff für diese Arbeit auf ein bewegendes Gedicht von John Henry Newman zurück. Der tiefsinnige Kardinal beschrieb darin den von einem Schutzengel begleiteten Aufstieg der Seele ins Jenseits, wo die Herrlichkeit Gottes, ein unendlicher, ewiger Trost auf sie wartet.

Spirituelle Ader: Daniel Barenboim

Aber wer kann ein solches Werk heute noch glaubhaft aufführen? Wer lässt sich auf das Wagnis ein, über den Tod hinauszudenken und den unbekannten, angstbesetzten Gebieten unserer Phantasie musikalisch nachzuspüren? Daniel Barenboim hat es getan. Er hat sich eingefühlt in die religiöse Denkwelt Edward Elgars. Wie auch immer er zu dem Glaubensinhalt steht, der das Fundament von "The Dream of Gerontius" bildet, das spirituelle Feingefühl des argentinisch-israelischen Dirigenten ist in seiner Aufnahme stets spürbar.

Daniel Barenboim versteht es glänzend, dem Publikum mächtige musikalische Formen zu vermitteln. Das hat er bei Richard Wagner unter Beweis gestellt, und das demonstriert er jetzt bei Edward Elgar mit überwältigendem Erfolg. Dass Elgar von Wagner geprägt ist, kommt Daniel Barenboim dabei entgegen. Der britische Spätromantiker mischt opernhafte Elemente mit Prinzipien der geistlichen Musik. Die dramatische Dimension seines Oratoriums haucht dem religiösen Stoff Leben ein. Sie macht ihn anschaulich, verstehbar.      

Starbesetzung: Thomas Hampson, Andrew Staples und Catherine Wyn-Rogers

Damit dies gelingt, sind allerdings Künstler gefragt, die spirituelle Gefühle genauso gut darstellen können wie dramatische Momente. Daniel Barenboim bietet Solisten von Weltrang auf, die sich dieser Herkulesaufgabe gewachsen zeigen. Mit der ebenso gefühlsstarken wie erfahrenen Mezzosopranistin Catherine Wyn-Rogers, dem schon zu Lebzeiten zur Legende aufgestiegenen Bariton Thomas Hampson und dem jungen Meistertenor Andrew Staples hat Barenboim Sängergrößen an Bord, die allerhöchsten Ansprüchen genügen. Thomas Hampson singt den Priester mit ernster Inbrunst und stattet den Todesengel mit dämonischer Gewalt aus.

Andrew Staples verleiht dem sterbenden Gerontius eine berührend menschliche Gestalt. Und Catherine Wyn-Rogers gebiert einen Schutzengel, an den sich jeder gern anlehnte. Dazu die gewaltigen Gesänge des Staatsopernchors Berlin und des RIAS Kammerchors. Mitreißend ist das. Überwältigend! Daniel Barenboim beweist einmal mehr, dass er Edward Elgar tief durchdrungen hat. Seine Elgar-Serie mit der Staatskapelle Berlin findet auf diesem Weg eine grandiose Fortsetzung, und man darf gespannt sein, wenn Daniel Barenboim am 15. und 16. Juli bei den BBC Proms die erste und zweite Sinfonie von Edward Elgar aufführen wird.  


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29.06.2017
Max Richter

"Infra" – Neuauflage eines Klassikers von Max Richter

Deutsche Grammophon legt einen Klassiker von Max Richter neu auf: "Infra", eines der bahnbrechendsten Alben des britischen Komponisten, der erst kürzlich mit einem gefeierten Auftritt vor dem gigantischen Blenheim Palace für Furore sorgte.

Max Richter, Infra – Neuauflage eines Klassikers von Max Richter © Rhys Frampton

Obwohl Max Richter die Ruhe in Person ist, wird es nie still um den britischen Komponisten. Richter versteht es glänzend, mehrere Bälle gleichzeitig in der Luft zu halten, ohne sich von seinem hochkonzentrierten Kurs abbringen zu lassen. Dabei ist sein Wirkungsfeld enorm.

Breites Wirkungsfeld: Max Richter

Max Richter dringt als Studiomusiker und Live-Performer, als Film- und Ballettkomponist sowie als Schöpfer ureigener, für sich selbst stehender Klangwelten in unterschiedliche Poren der musikalischen Öffentlichkeit ein. Sein Publikum, das jüngere und ältere Semester in sich vereint, ist immer hautnah dabei. Es verfolgt fiebrig die jüngsten Entwicklungen des großen Künstlers. Doch so imponierend seine neueren Arbeiten auch sind, so droht durch die Fixierung auf das aktuelle Geschehen seine frühere Meisterschaft aus dem Blickfeld zu geraten.

Um dies zu verhindern, legt Deutsche Grammophon jetzt mit "Infra" einen Klassiker von Max Richter neu auf. Das 2010 bei dem Indie-Label FatCat Records veröffentlichte Album erscheint erstmals in physischer Gestalt beim Gelblabel. Ein wichtiger Schritt, kehrt damit doch eine Arbeit in die Öffentlichkeit zurück, in der sich die persönliche Handschrift von Max Richter bereits deutlich abzeichnet. Hinzu kommt, dass Infra grundlegende Gemeinsamkeiten mit Richters jüngstem Album "Three Worlds – Music from Woolf Works" aufweist.     

Wegweisendes Album: Infra

Wie sein aktuelles Album, so ist auch Infra aus einer Kooperation mit dem Royal Ballet, London und dem britischen Choreographen Wayne McGregor hervorgegangen. Der britische Theatermann schafft es immer wieder, Max Richter zu kompositorischen Höchstleistungen zu animieren. Inspirierte er seinen künstlerischen Weggefährten zuletzt mit Leben und Werk der schillernden Schriftstellerin Virginia Woolf, so regte er Infra mit einer Choreographie an, die sich mit dem Londoner Bombenterror im Juli 2005 auseinandersetzte.

25 Minuten Musik bat sich der Choreograph für dieses Ballett aus. Max Richter fügte sich gern in das strenge Schema. Doch das Material ließ ihn nicht los. Richter spürte, dass er es fortführen muss, und so entstand "Infra", ein Album, das die poetische Klangsprache des britischen Komponisten bereits in Reinform enthielt und zu einer der wegweisendsten Veröffentlichungen von Max Richter wurde. "Infra" ist für Klavier, Streichquartett & Elektronik komponiert.       

Imposante Kulisse: Richter vor dem Blenheim Palace

Das Werk besteht aus träumerischen "Journeys" und als Suche nach verborgenen Klangschichten gedachten "Infra"-Sätzen. Max Richter verbindet in dem Album elektronische und akustische Sounds mit klassisch-romantischen Streichermelodien und minimalistischen Klaviermeditationen. Man vernimmt Morsesignale, das Rauschen von Rundfunkwellen und tiefe Bässe. Doch kaum hat man sich an diese moderne Klangpoesie gewöhnt, so wird man auch schon in sehnsuchtstrunkene Sphären entführt, die an Franz Schubert erinnern. Dessen "Winterreise" gehört, neben T. S. Eliots Gedicht "The Waste Land", zu den Inspirationsquellen von "Infra".

Max Richter huldigt in dem Album einem Kult der Erinnerung. Er bahnt den Hörerinnen und Hörern Wege in schwelgerische Stimmungen. Wer diese Musik hört, dem öffnen sich Chancen, in die eigene Seele abzutauchen. Das geschieht sanft. Gefühle der Versöhnung gehören bei Richter unbedingt dazu, und das zeichnet, bei aller Melancholie, auch sein jüngstes Album aus. Das Publikum liebt die emotionale Tiefe von Max Richter. Es hat sein Idol erst kürzlich in der Grafschaft Oxfordshire frenetisch gefeiert. Dort führte Richter vor der imposanten Kulisse des Blenheim Palace sein berühmtes Vivaldi-Projekt und seine Hommage an Virginia Woolf auf.        


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29.06.2017
Vladimir Ashkenazy

Naturschönheiten - Vladimir Ashkenazy hat für Decca die Französischen Suiten von Johann Sebastian Bach eingespielt

Nachdem sich Vladimir Ashkenazy bereits vor drei Jahren Klavierwerken von Johann Sebastian Bach zugewandt hatte, erscheinen nun mit den Französischen Suiten bei Decca weitere Aufnahmen, die diese spannende künstlerische Auseinandersetzung einfangen.

Vladimir Ashkenazy, Naturschönheiten - Vladimir Ashkenazy hat für Decca die Französischen Suiten von Johann Sebastian Bach eingespielt © Sasha Gusov/Decca

In diesem Sommer steht ein runder Geburtstag bevor, denn am 6. Juli feiert Vladimir Ashkenazy seinen 80. Geburtstag. Seit mehr als einem halben Jahrhundert nimmt der große, russische Pianist bereits für Decca auf, viele seiner Alben sind musikalische Meilensteine im Archiv des Labels. Zeitgleich mit der Veröffentlichung des jüngsten Bach-Albums erscheint auch eine umfangreiche Edition mit den kompletten Konzertaufnahmen, die Ashkenazy im Laufe seiner Karriere für Decca eingespielt hat. Auf 46 CDs spannt die Sammlung einen weiten Bogen quer durch das Schaffen des Pianisten. Das Album mit den Französischen Suiten hingegen nimmt ganz konkret Vladimir Ashkenazys Auseinandersetzung mit diesem einen Zyklus der sechs Suiten unter die Lupe und erscheint als feinsinnige, intime Studie.

Getanzte Töne

Das Attribut "Französisch" stammt nicht von Bach selbst, sondern ist vermutlich schlicht in Abgrenzung zu seinen "Englischen Suiten" später hinzugefügt worden. Johann Sebastian Bach hat die Französischen Suiten BWV 812-817 zwischen 1722 und 1724 für seine zweite Ehefrau Anna Magdalena Bach komponiert, während er als Kapellmeister in Köthen tätig war. Der Zyklus präsentiert in den sechs Suiten überwiegend die Struktur und Formensprache, die man von einer Suite erwartet: eine Sammlung verschiedener Tänze - Allemande, Courante, Sarabande und Gigue, nach Belieben ergänzt durch Menuett, Gavotte und Bourrée. Die ersten drei Suiten stehen in verschiedenen Molltonarten, die Suiten Nr. 4, Nr. 5 und Nr. 6 in Dur. Die klare Eleganz der Stücke kombiniert Bach mit einer wohl dosierten Prise Raffinesse, die dem Pianisten pointierte Virtuosität abverlangt, ohne sich dabei in Affekten zu verlieren.

Unverblümtes Spiel

Vladimir Ashkenazys Spiel lebt von einer berührenden Klarheit und Schlichtheit, die alle Poren von Bachs Kompositionen offen legt. Der russische Pianist stülpt der Musik keine Interpretation über, es ist eher so, als würde er sich selbst beim Spielen beobachten und voller Gelassenheit der Musik den Raum öffnen, den sie braucht, um ihre natürliche Schönheit zu entfalten. Die Bescheidenheit, die Vladimir Ashkenazy als Künstlerpersönlichkeit bekanntermaßen auszeichnet, ließ ihn im Rahmen der Aufnahmen feststellen: "Neben Bach bin ich nichts. Wir alle sind dankbar für seine Musik, sie ist für alle Menschen ein Segen."


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News

20.06.2017

Jahrhundertstimme – Glänzende Edition von Gundula Janowitz

Sie sang mit einer Stimme, "die man einfach nur bestaunt und in deren Wohlklang man badet" (Die Welt). In diesem Jahr feiert Gundula Janowitz ihren 80. Geburtstag. Deutsche Grammophon würdigt die große Sopranistin mit einer glänzenden Edition.

Gundula Janowitz, Jahrhundertstimme – Glänzende Edition von Gundula Janowitz © Jürgen Kranich

Sie ist reich beschenkt worden. Gundula Janowitz hat alles mit auf den Weg bekommen, was man als ausdrucksstarke Opernsängerin braucht: eine kristallklare Stimme, schauspielerische Begabung und ein hohes Maß an Herzensbildung.

Von Karajan bewundert: Gundula Janowitz

Was auch immer die 1937 in Berlin geborene Opern-, Oratorien- und Konzertsängerin anfasste, es verwandelte es sich zu Gold. Gundula Janowitz besaß die seltene Fähigkeit, mit Musik zu verschmelzen, ohne die Kontrolle zu verlieren. Hingabe und Souveränität hielten sich bei ihr die Waage, und diese Perfektion, diesen ebenso beherrschten wie leidenschaftlich empfundenen Gesang bewunderte nicht zuletzt Herbert von Karajan an der außergewöhnlichen Sängerin.

Der Stardirigent zählte die in Graz aufgewachsene und am dortigen Steiermärkischen Konservatorium ausgebildete Sängerin, die bereits mit Anfang 20 in angesehenen Ensembles sang, zu seinen Lieblingssopranistinnen. Legendär: Seine Aufnahme der "Vier letzten Lieder" von Richard Strauss mit einer romantisch aufs Ganze gehenden Gundula Janowitz. Wer gefühlsstarke Lieder schätzt, der wird hier mit einer sagenhaften Interpretation beschenkt, die zu den größten des 20. Jahrhunderts zählt.

Breites Betätigungsfeld: Kunstlied, Opernarien und Messen

Aber das Betätigungsfeld von Gundula Janowitz reicht sehr viel weiter. Es erstreckt sich von geistlichem Repertoire über das romantische Kunstlied bis hin zu Oper und Operette. Die soeben erschienene Edition mit Meisteraufnahmen der österreichischen Sopranistin bildet das enorm breite Spektrum ihrer überragenden Gesangskunst eindrucksvoll ab. "The Gundula Janowitz Edition" erscheint im Vorausblick auf den 80. Geburtstag der Sängerin am 2. August 2017.

Die Ausgabe umfasst 14 CDs, darunter hinreißende Arien aus Mozarts Oper "Così fan tutte", aus von Webers "Freischütz", Wagners "Tannhäuser" oder der "Fledermaus" von Johann Strauss II. Stets brillant: Ihre fließenden Übergänge zwischen ernstem und augenzwinkerndem Ausdruck. Wenn sie an der Seite von Eberhard Wächter (Eisenstein) "Dieser Anstand, so manierlich" singt, dann nimmt man ihr Rosalindes seltsam scheue Koketterie Wort für Wort ab. Janowitz versteht es glänzend, den in der Fledermaus verborgenen Tiefsinn freizulegen.

Attraktive Edition: Reichhaltiges Booklet

Gundula Janowitz verkörperte ihre Rollen mit natürlichem Geschick. Der österreichischen Sängerin auf den Leib geschrieben: Fiordiligi aus Mozarts Zweiakter "Così fan tutte". Der mit großem Ernst Liebenden, die im Rahmen einer Wette zur Untreue angestachelt wird, verleiht sie eine beeindruckend authentische Gestalt. Überwältigend ihr Flehen um Vergebung in "Per pietà, ben mio, perdona".

Die Arie gehört neben den "Vier letzten Liedern" von Richard Strauss und den überwältigenden Schubert-Interpretationen der Sopranistin (CDs 10–13) zu den Highlights der Edition. Nicht minder reizvoll ist das geistliche Repertoire der Ausgabe. Wie die Ausschnitte aus Händels "Messias", Bachs "Weihnachtsoratorium" oder Brahms' "Ein deutsches Requiem" eindrucksvoll beweisen, war Gundula Janowitz von tiefer Spiritualität durchdrungen.

Dass die Sängerin ganz in sich ruht, lässt sich in einem berührenden Interview mit ihr erleben. Das Gespräch über ihre Stiftung für Nachwuchskünstler und über die Rolle der Gräfin in Mozarts "Le nozze di Figaro" erscheint hier erstmals in digitaler Gestalt. Gelungen abgerundet wird die limitierte Edition durch das 60-seitige Booklet, das mit brandneuen Texten und bislang unveröffentlichten, aussagekräftigen Fotos der Künstlerin aufwartet.     


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