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Hilary Hahn, Doppeltes Glück – Gewinnen Sie Konzerttickets für Hilary Hahn & Murray Perahia
Hilary Hahn

Doppeltes Glück – Gewinnen Sie Konzerttickets für Hilary Hahn & Murray Perahia

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20.02.2017
Herbert von Karajan

Prägende Klänge - Die Deutsche Grammophon präsentiert Herbert von Karajans Aufnahmen großer geistlicher Werke

Herbert von Karajan hat als wegweisende Künstlerpersönlichkeit die Klassikwelt geprägt und mit vielen legendären Aufnahmen bleibende Spuren hinterlassen. Die Deutsche Grammophon veröffentlicht nun eine Edition mit geistlichen Werken und Chormusik.

Herbert von Karajan, Prägende Klänge - Die Deutsche Grammophon präsentiert Herbert von Karajans Aufnahmen großer geistlicher Werke © Siegfried Lauterwasser / DG

In den fünfzig Jahren künstlerischer Zusammenarbeit sind unter der Leitung von Herbert von Karajan unter dem Dach des gelben Labels viele Aufnahmen entstanden, deren musikalische Ausdruckskraft bis heute unerreicht bleibt. Neben berühmten Opern und sinfonischen Meisterwerken hat Herbert von Karajan sich auch intensiv mit geistlicher Musik auseinandergesetzt.

Karajan & Mozart

So umfangreich die Edition "The Sacred and Choral Recordings" ist, so dicht ist zugleich der musikalische Inhalt, der auf 29 CDs spannende Blickwinkel auf Herbert von Karajan als Persönlichkeit offenbart. Viele der Werke sind eng mit seinem Werdegang verknüpft. Die beiden großen Mozart-Messen beispielsweise waren Herbert von Karajan seit seiner Salzburger Kindheitstage vertraut und haben ihn Zeit seines Lebens begleitet. Gemeinsam mit großen Solisten wie Anna Tomowa-Sintow, Agnes Baltsa, Werner Krenn, Walter Perry, Peter Schreier und José van Dam hat Karajan bedeutende Aufnahmen der Krönungsmesse und der c-Moll Messe geschaffen, die durch himmlische Leichtigkeit, festliche Atmosphäre und flotte Tempi begeistern. Auch Mozarts Requiem KV 626 darf natürlich in dieser Edition nicht fehlen. Herbert von Karajan hat Mozarts Totenmesse im Laufe seiner Karriere drei Mal eingespielt, zuletzt 1986 mit 78 Jahren.

Karajan & die Chormusik

Als junger Dirigent erarbeitete sich Herbert von Karajan am Stadttheater in Aachen die Hauptwerke der Chormusik: Bachs h-Moll-Messe und Matthäus-Passion, Haydns Schöpfung, Beethovens Missa solemnis, Brahms’ Deutsches Requiem oder Verdis Messa da Requiem, mit der er als Aachener Generalmusikdirektor debütierte. Die Edition legt mit der Konzentration auf Aufnahmen dieser Werke, die zum Teil in mehreren Mitschnitten aus unterschiedlichen Jahrzehnten vertreten sind, einen interessanten musikalischen Fokus auf Karajans umfassende Karriere.

Johann Sebastian Bachs Matthäus-Passion BWV 244 ist ein Höhepunkt der protestantischen Kirchenmusik. Karajans Aufnahme von 1972 überzeugt sowohl durch den instrumentalen Schönklang der Berliner Philharmoniker und die exzellenten Solisten Gundula Janowitz, Christa Ludwig, Peter Schreier und Dietrich Fischer-Dieskau, als auch durch stimmliche Strahlkraft des traditionsreichen Wiener Singvereins, dessen Profil Herbert von Karajan über viele Jahrzehnte hinweg bis zu seinem Tod maßgeblich prägte und den er für einen Großteil seiner Aufnahmen engagiert hat.

Karajan im Wandel der Zeit

Eine weitere Lichtgestalt des Oratorienschaffens ist mit Joseph Haydn vertreten. Die Edition enthält gleich drei Aufnahmen seiner "Schöpfung" Hob. XXI unter der Leitung von Herbert von Karajan: Zwei Mitschnitte aus den 1960er Jahren, einmal gemeinsam mit den Wiener Philharmonikern und Gundula Janowitz, Fritz Wunderlich, Kim Borg und Hermann Prey - und einmal mit den Berliner Philharmonikern und Gundula Janowitz, Christa Ludwig, Dietrich Fischer-Dieskau, Walter Berry, Fritz Wunderlich und Werner Krenn, der für Fritz Wunderlich einspringen musste, als der Tenor während der Entstehung der Aufnahmen überraschend verstarb. Anfang der 1980er Jahre entstand eine weitere Aufnahme der Schöpfung mit Edith Mathis, Francisco Araiza und José van Dam und den Wiener Philharmonikern, in der Karajan eine neue Interpretation präsentiert, indem er die Tempi variiert und mit großen Bögen prächtige Klangfarben aus dem Orchester hervorholt.


Igor Strawinskys Psalmensinfonie von 1930 ist das jüngste Werk der Edition. Herbert von Karajan hat das außergewöhnlich besetzte Werk gemeinsam mit dem Chor der deutschen Oper Berlin und den Berliner Philharmonikern 40 Jahre nach seiner Entstehung eingespielt. So präsentiert die Edition "The Sacred and Choral Music" geistliche Musik aus über 200 Jahren und skizziert mehrere Jahrzehnte der Schaffenszeit des großen Herbert von Karajan.


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20.02.2017

Starensemble – Neueditionen des Beaux Arts Trios

Das Beaux Arts Trio gilt als klanglicher Goldstandard der Kammermusik. Jetzt veröffentlicht Decca drei Neueditionen des legendären Ensembles: Klaviertrios von Haydn, Mozart und Beethoven – unübertroffene Klassiker der Aufnahmegeschichte.

Beaux Arts Trio, Starensemble – Neueditionen des Beaux Arts Trios © Decca

Das Beaux Arts Trio hat Musikgeschichte geschrieben. Kaum ein anderes Kammerensemble hat das 20. Jahrhundert und die ersten Jahre des neuen Millenniums so nachhaltig geprägt wie die Streicher um den schillernden Pianisten Menahem Pressler. Gegründet im Jahre 1955, in der Anfangsformation mit Daniel Guilet an der Geige und Bernard Greenhouse am Cello, machte das Ensemble bald von sich reden. Der frische, moderne Stil, das ausgewogene Klangbild und der Teamgeist des Trios setzten Maßstäbe.

Das Beaux Arts Trio verlieh der im Kulturbetrieb bis dahin stiefmütterlich behandelten Kammermusik eine ganz neue Attraktivität. Sie trat aus ihrem Schatten als Liebhaberei von Kennern heraus und eroberte ein immer größer werdendes Publikum. Am Anfang betrachteten die Veranstalter das Ensemble noch "als poor man’s orchestra, ein Soloklavier mit zwei armen Streichern", so Menahem Pressler. Aber die Publikumserfolge sprachen für sich, und so war der furiose Aufstieg des Trios nicht mehr aufzuhalten.

Ungebrochene Vitalität: Zeitlose Aufnahmen

Volker Hagedorn bringt es in der Wochenzeitung DIE ZEIT auf den Punkt: "Dass das Triorepertoire von Haydn bis Kurtág geliebt wird, liegt auch an diesem Ensemble." Und die Wirkung des Beaux Arts Trios hält an! So übertraf die Nachfrage nach der 2015 erschienenen Mammut-Edition alle Erwartungen. "Beaux Arts Trio. The Complete Philips Recordings" unterstrich eindrucksvoll, dass das Interesse an den mitreißenden Klängen des Trios bis heute anhält.

Das hat Decca dazu bewogen, drei Neueditionen auf den Markt zu bringen. Die drei Ausgaben sind der Großedition von 2015 entnommen und enthalten jeweils vollständige Zyklen der Klaviertrios von Haydn, Mozart und Beethoven. Die Vorteile einer solchen Auskopplung liegen auf der Hand: Wem die edle Gesamtedition mit den 60 CDs zu groß ist, der kann sich auf einen kleineren Ausschnitt im Schaffen des Beaux Arts Trios konzentrieren und sich je nach Neigung einen oder mehrere der drei Wiener Klassiker aussuchen.

Elegant gestaltet: Attraktive Neueditionen

Was man dabei zu hören bekommt, ist von atemberaubender Kraft. Wer einmal diesen ziehenden, leidenschaftlich durchwirkten Klang des Beaux Art Trios erlebt hat, der kann davon nicht mehr lassen. In jedem Augenblick spürt man die Musizierfreude und die Lust an der Poesie klassisch-romantischer Klänge. Das Beaux Arts Trio wird nie langweilig. Es bleibt immer mit Leib und Seele bei der Sache.

In der Haydn-Ausgabe besticht die Leichtigkeit, der tänzerische Ausdruck des Ensembles. Aufgenommen in den Jahren 1971–1978, gelten diese Aufnahmen als einer der "großartigsten Erfolge" (Gramophone) auf dem Feld der Kammermusik. Die Edition umfasst 9 CDs und enthält mit Haydns "Zigeunertrio" eine sehr frühe Aufnahme mit der Anfangsformation des Trios.

Dass sich das Beaux Arts Trio glänzend auf Mozart versteht, beweist das Paket mit den preisgekrönten Aufnahmen des mittleren Wiener Klassikers. In der neuen Ausgabe findet sich der Zyklus mit sämtlichen Klaviertrios gleich zweimal: in einer Aufnahme von 1967 und einer von 1987. So lädt die mit 6 CDs bestückte Box zu reizvollen Vergleichen ein.

Dasselbe gilt für die faszinierende Beethoven-Edition mit ihren hochgespannten Klängen. Sie enthält auf ihren 10 CDs ebenfalls zwei vollständige Zyklen: einen von 1964 und einen in den Jahren 1980–1983 aufgenommenen. Allen drei Ausgaben gemeinsam ist die handliche Verpackung der kartonierten CD-Hüllen in elegant gestalteten Klappboxen. Dort stoßen die Wissenshungrigen dann auf die hochgelobten Essays des großen Musikschriftstellers Tully Potter.                    


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09.02.2017
Rafal Blechacz

Soghaft – Rafał Blechacz spielt Bach

Seit er im Jahre 2005 den Internationalen Chopin-Wettbewerb in Warschau gewann, gilt Rafał Blechacz als einer der größten Hoffnungsträger der jungen Pianistengeneration. Jetzt widmet er sich einem seiner Lieblingskomponisten: Bach.

Rafal Blechacz, Soghaft – Rafał Blechacz spielt Bach © Marco Borggreve

Rafał Blechacz ist einer der triumphalsten Gewinner des renommierten Chopin-Wettbewerbs von Warschau. Die Juroren waren so überwältigt von seinem Spiel, dass sie im Jahre 2005 keinen zweiten Preis vergaben. Sie wollten zum Ausdruck bringen, dass Blechacz eine Klasse für sich ist: unvergleichlich, in nicht zu erklimmenden Höhen unterwegs.

Doch Rafał Blechacz pflegt ein sympathisches Understatement und führt ein eher zurückgezogenes, ganz und gar der Musik gewidmetes Leben. Das steigert die Spannung, mit der auf Neuerscheinungen des polnischen Pianisten reagiert wird, natürlich umso mehr, zumal seine bisherigen Veröffentlichungen stets Bestnoten erhielten und unter Klavierkennern als wahre Geheimtipps gelten.

Eine andere Liga: Rafał Blechacz

Jetzt ist es wieder soweit: Ein neues Album von Rafał Blechacz kommt auf den Markt, und wieder sprengt der polnische Meisterpianist sämtliche Kategorien. Diesmal spielt er Johann Sebastian Bach, und er tut dies mit einer solchen Leidenschaft, dass man davon regelrecht überwältigt wird. So lebhaft, so natürlich und klar hat man Bach selten gehört. Meist geht eine der Dimensionen verloren. Wer Bach besonders klar spielt, der droht den natürlichen Fluss zu opfern.

Bei anderen Pianisten geht eine lebhafte, enthusiastische Interpretation nicht selten auf Kosten der entspannten Natürlichkeit. Nicht so bei Blechacz: Ihm gelingt die Quadratur des Kreises. Sein Spiel fließt sanft dahin. Zugleich kommen die Harmonien von Bach differenziert zur Geltung. Und die emotionale Lebhaftigkeit von Rafał Blechacz ist einfach hinreißend. Das zeigt sich schon zu Beginn des neuen Albums. Blechacz legt mit Bachs Italienischem Konzert gleich richtig los. Der erste Satz ist von enormer tänzerischer Energie.  

Soghaftes Spiel: Ein Bach-Album nach Maß  

Im zweiten Satz schaltet Blechacz dann sofort zwei Gänge zurück. Jedem einzelnen Ton wird hier Beachtung geschenkt, und das verleiht dem Andante eine ergreifende Würde. Im dritten Satz kehrt der tänzerische Furor zurück, und der fällt wahrhaft mitreißend aus. Überaus sanft geht Rafał Blechacz dagegen mit den Partiten in B-Dur und a-Moll um. Er lässt sie über weite Strecken sanft fließen und betont ihre lyrische Qualität. Das tänzerische Moment tritt dabei, ohne je zu verschwinden, sacht in den Hintergrund.

Pointiert spielt Blechacz die vier Duette. Hier zeigt sich, wie glänzend er sich auf harmonische Klarheit versteht. Elektrisierend modern dagegen: die Fantasie und Fuge in a-Moll. Die Fantasie mutet fast wie ein Impromptu von Franz Schubert an, so visionär klingen ihre Harmonien und so weich fließt sie dahin. Die Fuge nimmt dann ungewöhnlich an Fahrt auf. Das ist fast schon zu schnell, möchte man meinen. Doch je länger man hinhört, desto mehr erschließt sich die Entscheidung des Pianisten.

Das Album endet still und andächtig mit dem von Myra Hess für Klavier transkribierten Choral Jesus bleibet meine Freude. Hier gewinnt die Diskretion, das erstaunlich frühreife Understatement des Pianisten wieder die Oberhand. Es ist, als verschwände Blechacz heimlich von der Bühne, als wollte er sagen: Ist alles kein Ding. Ich geh dann mal wieder. Dem Hörer drängt sich indes ein Zitat von John O’Connor auf: "Blechacz ist einer der großartigsten Künstler, die ich je in meinem Leben gehört habe."             


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02.02.2017
Andreas Ottensamer

"New Era" - Andreas Ottensamer präsentiert sein Debütalbum bei Decca

Für sein erstes Album im Hause Decca hat Andreas Ottensamer sich zwei renommierte Kollegen ins Boot geholt. Gemeinsam zelebrieren Emmanuel Pahud, Albrecht Mayer und Andreas Ottensamer Konzerte aus dem 18. Jahrhundert.

Andreas Ottensamer, New Era -  Andreas Ottensamer präsentiert sein Debütalbum bei Decca © Katja Ruge / Decca

Andreas Ottensamer ist der erste Klarinettist, den Decca exklusiv unter Vertrag nimmt. In den neuen Aufnahmen für das Label legt er den Fokus auf musikalische Schätze des 18. Jahrhunderts. Herausgekommen ist ein Album, das wie eine musikalische Visitenkarte Andreas Ottensamers künstlerische Vorzüge zum Ausdruck bringt.

Solistischer Funkenschlag

In den Klarinettenkonzerten von Johann und Carl Philipp Stamitz sowie in Arrangements verschiedener Mozart-Arien lässt Andreas Ottensamer alle klanglichen Facetten seines Instruments aufleuchten. In Franz Danzis Fantasie über die Arie "Lá ci darem la mano" aus Mozarts Oper "Don Giovanni" blitzt seine brillante Virtuosität auf und er lässt spielerisch die Töne tanzen, in den langsamen Sätzen der Konzerte spinnt er mit der Klarinette mit berührender Intensität und Zartheit lyrische Kantilenen. Die Kammerakademie Potsdam begleitet den Solisten mit hellwachen Sinnen und lässt sich auf alle dynamischen Feinheiten und jede agogische Wendung ein.

Die Mannheimer Wiege der Klarinette

Ganz nebenbei lädt das Album auch auf eine kleine Reise in die Vergangenheit der Klarinette ein, die sich seit ihrer Ent­wick­lung um 1700 schnell unter den Komponisten zu einem beliebten Instrument entwickelt hat, das unter anderem W.A. Mozart in Begeisterung versetzte. Das Klarinettenkonzert von Johann Stamitz ist eines frühesten Klarinettenkonzerte der Musikgeschichte. Vater Johann und Sohn Carl Phil­ipp Stamitz waren wich­tige Ver­tre­ter der "Mann­hei­mer Schule", die in der zweiten Hälfte des 18. Jahr­hun­derts einer der bedeu­tends­ten Ent­wick­lungs­stand­orte der Kla­ri­nette war. Ins­ge­samt elf Kon­zerte für Kla­ri­nette und Orches­ter hat Carl Stamitz geschrieben. Andreas Ottensamer beschließt sein Album mit dem Konzert Nr. 7 in Es-Dur, das im finalen Rondeau vor lebhafter Leichtigkeit übersprudelt.

Glänzendes Zusammenspiel

Als Soloklarinettist der Berliner Philharmoniker und leidenschaftlicher Solist hat Andreas Ottensamer sich bereits mit 27 Jahren ein reiches Repertoire erspielt. Gemeinsam mit seinen Berliner Orchesterkollegen, dem Oboisten Albrecht Mayer und dem Flötisten Emmanuel Pahud, ist der Klarinettist nun für sein Album "New Era" in die Holzbläser-Konzerte des 18. Jahrhunderts eingetaucht. Mit dem Konzert für Klarinette, Fagott und Orchester in B-Dur op. 47 von Franz Danzi zollen Andreas Ottensamer und Albrecht Mayer in ihrer Bearbeitung für Klarinette und Englischhorn einem weiteren Vertreter der Mannheimer Schule Respekt und werfen sich im ausgewogenen Zusammenspiel musikalisch die Bälle zu. Der Flötist Emmanuel Pahud hat gemeinsam mit Andreas Ottensamer zwei Arien von Wolfgang Amadeus Mozart eingespielt. In "Se viver non degg’io" aus "Mitridate" und "Batti batti o bel Masetto" aus der Oper “Don Giovanni” lassen die beiden Musiker ihre Instrumente singen.

Emmanuel Pahud, Albrecht Mayer und Andreas Ottensamer sind so etwas wie die drei Musketiere der Holzbläserzunft. Ihr bunter Klangfarbenmix von Klarinette, Oboe und Flöte verströmt eine große Portion leichtfüßiger Spielfreude und macht das Album zu einem echten musikalischen Hochgenuss.

 


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02.02.2017
Aida Garifullina

Strahlende Diva – Solodebut von Aida Garifullina

Für Plácido Domingo ist sie "eine der aufregendsten Operndiven von heute". Jetzt veröffentlicht Aida Garifullina ihr Solodebut bei Decca: ergreifende Arien von Tschaikowsky, Rachmaninow, Rimski-Korsakow und anderen.

Aida Garifullina, Strahlende Diva – Solodebut von Aida Garifullina © Decca / Simon Fowler

Was für ein Jahr liegt hinter Aida Garifullina! An der Wiener Staatsoper festigte sie ihren Ruf als eine der verheißungsvollsten Jungsopranistinnen der Gegenwart. Beim Bastille Day Concert in Paris sang die junge Frau, die aus ihrem Lampenfieber keinen Hehl macht, für Millionen von Zuschauern. Schließlich ging sie noch mit Andrea Bocelli auf US-Tournee und war neben Meryl Streep und Hugh Grant in dem hochkarätigen Kinofilm Florence Foster Jenkins auf Leinwand zu erleben.

Mehr geht nicht, und es kann kein Zweifel darüber bestehen, dass 2016 das Jahr der Aida Garifullina war. Sie bewies ihre außerordentliche Bühnenbegabung mit allen Fasern ihrer Künstlerpersönlichkeit. Dabei scheint ihr das Schauspieltalent in die Wiege gelegt, und ihr ungewöhnlich warm und satt anmutender Sopran verleiht ihr eine ureigene Ausdruckskraft. Was bislang noch fehlte, um die steile Karriere der jungen Sängerin vollständig zu machen, war ein Soloalbum.

Überwältigende Gefühlsmacht: Aida Garifullina

Ein solches Album liegt jetzt vor. Decca hat soeben das Solodebut der 1987 in Kasan, im Herzen der damaligen Sowjetrepublik Tatarstan geborenen Starsopranistin veröffentlicht. Und wie bei allem, was sie bislang angefasst hat, beweist Aida Garifullina auch hier ein glückliches Händchen. Es ist nicht allein ihr betörender Gesang, die überwältigende Gefühlsmacht ihres Ausdrucks, die das Album zu einem absoluten Hochgenuss macht. Eigenwillig und reizvoll ist auch die Zusammenstellung.

Aida Garifullina hat die Arien für das Album, das sie in Wien gemeinsam mit dem ORF Radio-Symphonieorchester aufgenommen hat, selbst ausgesucht. Sie spiegeln ihren bisherigen Werdegang und waren wichtige Wegbegleiter ihrer künstlerischen Entwicklung. Das zeigt sich gleich zu Beginn des Albums mit Gounods lebensfroher Arie "Je veux vivre". Mit ihr zog Aida das Publikum des Wiener und Dresdner Opernballs völlig in ihren Bann.

Breitgefächertes Repertoire: Klassische Arien, Volkslied und Ballade

Aida Garifullina singt die Arie hinreißend leicht und tänzerisch. In jedem Augenblick spürt man, dass sie weiß, wovon sie singt, dass sie selbst auch von unbändiger Lebenslust durchdrungen ist. Die darauffolgende "Glöckchenarie" von Léo Delibes ist ein weiterer Meilenstein ihrer Karriere. Mit der ebenso tückischen wie mitreißenden Bravourarie glänzte sie in Stephen Frears' Film Florence Foster Jenkins.

Ein besonderes Verhältnis hat Aida Garifullina zu tiefsinniger, melancholischer Gesangskunst. So liebt sie die Melodie aus Rachmaninows "Vocalise", die sie hingebungsvoll fließen lässt. Hier nimmt sie sich ein Beispiel an der großen Filmschauspielerin und Meistersopranistin Anna Moffo. "Ich wollte bittersüße Traurigkeit, Qual und unerfüllte Hoffnungen genauso wunderbar ausdrücken wie sie", so die junge Sängerin.

Bei dem russischen Repertoire spürt man, wie wohl sie sich darin fühlt. Hier ist sie zuhause. Hier kann sie sich ganz fallen lassen. Rimski-Korsakows Schneeflöckchen-Arie hat sie schon als Kind gesungen, und die Ballade von den Moskauer Nächten ist ihr seit jeher wohlvertraut. Entsprechend inniglich klingen ihre Interpretationen. Eine besondere Perle: "Allüki", ein tatarisches Volkslied, in das sie sich ganz hineinbegibt. Atemberaubend!


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26.01.2017
Víkingur Ólafsson

"Philip Glass: Piano Works" - Víkingur Ólafssons soghafte Hommage an den Meister der Minimal Music

Pünktlich zum 80. Geburtstag von Philip Glass erscheint ein Aufsehen erregendes Album des isländischen Pianisten Víkingur Ólafsson.

Víkingur Ólafsson, Philip Glass: Piano Works - Víkingur Ólafssons soghafte Hommage an den Meister der Minimal Music © Ari Magg / DG

Die eindringliche und betörende Wirkung der Werke von Philip Glass ist längst Kult. Am 31. Januar feiert der amerikanische Komponist seinen 80. Geburtstag und passend zu diesem Jubiläum erscheint bei Deutsche Grammophon das Debutalbum des isländischen Pianisten Víkingur Ólafsson. "Philip Glass: Piano Works" lautet der schlichte Titel dieses faszinierenden Opus', das die Klavieretüden des legendären Minimal-Music-Schöpfers ins Zentrum stellt und sie mit packender Dichte und Kompromisslosigkeit durchdringt und ausleuchtet. Am 27. Januar wird das Album veröffentlicht.

Eine musikalische Meditation über die Zeit

"Musik ist ein Ort, der so real ist wie jeder andere Ort, an dem du schon einmal gewesen bist", hat der Komponist Philip Glass einmal über die Welt der Töne gesagt. In seinen eigenen Stücken hebt er durch das Spiel mit wiederkehrenden melodischen Pattern und kreisenden Rhythmen nicht selten Zeit und Raum aus den Angeln und kreiert so einen flirrenden Kosmos, der beim Hörer farbenreiche innere Bilder entstehen lässt. Mit den Klavieretüden von Glass finden sich auf dem neuen Album vielschichtige und sinnliche Werke von sehr unterschiedlichem Charakter, wobei ihr Spektrum von innig meditativen Klanggemälden bis hin zu emotional aufwühlenden und virtuos durchkomponierten Etüden von großer Expressivität reicht. Ergänzt werden die Klavieretüden durch eindrucksvolle Reworks von Werken von Philip Glass durch Christian Badzura. In keinem Moment verharrt die Musik von Glass dabei im unterkühlt intellektuellen Bereich. Stattdessen entfaltet sie in ihrer eindringlichen und intensiven Tonsprache eine soghafte Wirkung, deren Kraft und Zauber sich im Laufe des Albums immer stärker offenbaren.

Virtuoser Klangkünstler und feinsinniger Interpret: Víkingur Ólafsson begeistert auf seinem Debutalbum mit faszinierender Reife in seinem Spiel

Der Pianist Víkingur Ólafsson, der erst jüngst als Exklusivkünstler bei Deutsche Grammophon unter Vertrag genommen wurde, hat sich für sein Album "Philip Glass: Piano Works" intensiv mit dem außergewöhnlichen Werk des Komponisten beschäftigt und im persönlichen Austausch mit Glass einen ganz besonderen Blick auf dessen Stücke gewonnen. So sagt er über die musikalische Struktur der Etüden: „Oberflächlich betrachtet scheinen sie voller Wiederholungen zu sein. Aber je mehr man sie spielt und über sie nachdenkt, desto mehr scheinen sich ihre Narrative gleich einer Spirale vorwärts zu drehen. Solange sich die Zeit weiter vorwärts bewegt, hören wir nie zweimal die gleiche Musik, selbst wenn die Klangfolgen auf dem Papier gleich aussehen“. Mit seiner derartigen Interpretation der Klavieretüden von Philip Glass gelingt dem 32-jährigen Musiker nichts weniger als ein pianistisches Meisterwerk von tiefer Emotionalität und mitreißender Kraft. Die kreisende Wiederkehr des musikalischen Materials wird unter seinen Händen als Art musikalischer Wiedergeburt erlebbar, wobei sich die schillernden Klangfarben und Stimmungen im Laufe der Zeit immer wieder neu formieren. Mit filigraner und sensibler Anschlagskultur, einer großen Wärme in der Tongebung und der akribischen Durchdringung der einzelnen Klangschichtungen und Muster erweckt Ólafsson die Etüden vielfältig und spannungsvoll zum Leben und erweist dem legendären Komponisten zu seinem 80. Geburtstag eindrucksvoll die Ehre. 


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25.01.2017
Max Richter

Heiß ersehnt – Das neue Album von Max Richter

Seine Fangemeinde kann es kaum noch erwarten. Nach dem großen Erfolg von "Sleep" fiebert das Publikum weltweit dem neuen Album von Max Richter entgegen. Jetzt ist es soweit: "Three Worlds: music from Woolf Works" wird veröffentlicht.

Max Richter, Heiß ersehnt – Das neue Album von Max Richter © Yulia Mahr

Max Richter ist einer der kühnsten Grenzgänger. Er wandelt beinahe blind auf dem schmalen Grat zwischen klassischer und elektronischer Musik. Als ob es das Selbstverständlichste von der Welt sei, verbindet er Klangsprachen, die sich höchst unterschiedlichen Musikstilen verdanken. Sein Geheimnis: Er trifft den Ton unserer Zeit. Ohne sich anzubiedern, schmiegt er sich dem urbanen, dem modernen Lebensgefühl des Menschen an. Dabei spürt er ein wachsendes Bedürfnis nach Romantik.

Es gibt diese moderne Sehnsucht nach Einkehr, nach träumerischer Stille. Einfache Melodien sind nicht passé. Eine reduzierte Klangpoesie, die elementare Erfahrungen des Menschen zum Ausdruck bringt, berührt uns. Bei Max Richter treten seelische Regungen zutage. Man hört seiner Musik an, ob sie träumt oder wach ist, ob sie Gefühle der Freude oder des Schmerzes verströmt. Seine gedehnten Ambientsounds beschränken sich nicht auf das sphärische Rauschen der Zeit. Sie zielen auf das Gefühlsleben des Menschen.

Ergreifendes Stilelement: Die Stimme von Virginia Woolf

Mit seinem neuen Album beweist Max Richter eindrucksvoll, wie nahe seine Musik an fundamentale Emotionen des Menschen heranrückt. "Three Worlds: music from Woolf Works" spürt dem Erzählwerk der britischen Schriftstellerin Virginia Woolf nach. Das Album vereint Musik, die der Avantgarde-Komponist zu Wayne McGregors gefeierter Ballett-Produktion Woolf Works am Royal Opera House London beigesteuert hat. Max Richter lässt die Dichterin selbst zu Wort kommen.

Er ist bei den Recherchen zu dem Projekt auf eine uralte Aufnahme von Virginia Woolf gestoßen. "Es ist die einzige Aufnahme, die überlebt hat", so der Komponist euphorisch, und sie funktioniert wie eine "Zeitmaschine, die uns erlaubt, Woolfs Stimme und ihren wunderbaren Gebrauch von Sprache zu vernehmen". Gleich zu Beginn des Albums hört man Virginia Woolf lesen und lauscht ergriffen der rhythmischen Poesie ihrer Rede. Max Richter unterlegt die Lektüre der Dichterin mit dem Glockenspiel von Big Ben und Straßengeräuschen von London.

Hereinbrechende Wellen: Liebe und Abschied

Wie selbstverständlich finden diese drei Elemente zueinander: Die Stimme der Dichterin schmiegt sich dem Glockenschlag von Big Ben und der Straßenatmosphäre natürlich an. Max Richter bringt hier Klangelemente zusammen, die von sich aus zueinanderpassen. Der Beginn des Albums wirkt dabei wie ein Intro. Der Takt ist nun angeschlagen, und es folgt mit "In the garden" eine ergreifende, romantisch-verträumte Geigenmelodie, die sich sanft über eine diskrete Klavierbegleitung legt.

Noch immer klingt einem dabei die Stimme von Virginia Woolf in den Ohren. Es scheint, als ob Max Richter aus ihr die gesamte Ballettmusik entwickelt hat. Dabei kompiliert er in bekannter Manier solistische und orchestrale Episoden, elektronische Texturen und Musik für Sopran ohne Worte. In "Entropy" klingt das eher sphärisch, während "War Anthem" einen elegischen Orchesterton anschlägt, der in seiner filmisch-epischen Großzügigkeit beeindruckt.

Ans Eingemachte geht Max Richter mit "Tuesday". Hier liest Gillian Anderson, vielen bekannt aus der Fernsehserie Akte X, den ergreifenden Abschiedsbrief von Virginia Woolf an ihren Ehemann vor. Dazu hört man den Klang hereinbrechender Wellen. Sofort fühlt man sich gehalten, über das eigene Leben nachzudenken, wie überhaupt das ganze neue Album von Max Richter eine großartige Einladung ist, die Zeit anzuhalten und sich nicht mehr von nebensächlichen Dingen ablenken zu lassen. Bei Virginia Woolf geht es ums Ganze: um Liebe und Leidenschaft, um Treue und Abschied.   


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25.01.2017
Riccardo Chailly

Elektrisierende Heimspiele - Decca präsentiert Riccardo Chaillys jüngste Aufnahmen mit der Filarmonica Della Scala

Seit 2015 ist Riccardo Chailly Musikdirektor der Mailänder Scala. Unter seiner Leitung sind seitdem visionäre Aufnahmen am Pult der Filarmonia Della Scala entstanden, die nun bei Decca erscheinen.

Riccardo Chailly, Elektrisierende Heimspiele - Decca präsentiert Riccardo Chaillys jüngste Aufnahmen mit der Filarmonica Della Scala © Silvia Lelli

Mit dem Album hat Riccardo Chailly sich den Wunsch erfüllt, viele bedeutende instrumentale Werke aus der Feder großer italienischer Opernkomponisten einzuspielen, die einst in seiner Heimatstadt an der Mailänder Scala zum ersten Mal zur Aufführung gebracht worden sind. Darunter tummeln sich u.a. Ouvertüren von Bellini, Donizetti, Verdi und Rossini, Intermezzi von Leoncavallo und Puccini sowie Amilcare Ponchiellis verspielter "Tanz der Stunden". Romantisch, veristisch und  voller Gefühl! Alle Titel tragen die emotionale Intensität der italienischen Oper in sich und zeichnen sich durch die leidenschaftlichen und authentischen Interpretationen von Riccardo Chailly aus, der hier spürbar ganz in seinem Element ist. Gleichzeitig wird das Album zu einem spannenden Porträt des Mailänder Opernhauses über drei Jahrzehnte und dokumentiert Riccardo Chaillys lustvolle Reise durch das Repertoire.

Turandot feat. Berio

Die Decca hat noch ein weiteres musikalisches Goldstück aus dem Hut gezaubert, das die Herzen der Opernliebhaber höher schlagen lassen wird. Giacomo Puccini selbst vermochte seine Oper "Turandot" nicht zu vollenden, sein Schüler Franco Alfano hat das furiose Finale nach seinem Tod geschrieben, während Arturo Toscanini ihm dabei über die Schulter blickte. 2015 stand "Turandot" jedoch an der Mailänder Scala mit einem neuen, von Lucio Berio komponierten Ende auf dem Programm, das bereits 2001 unter den Fittichen von Riccardo Chailly in Auftrag gegeben worden war. Die schwedische Sopranistin Nina Stemme präsentiert sich dabei in der Titelrolle mit dramatischer Strahlkraft, Maria Agresta bezaubert als Liù an der Seite von Aleksandrs Antonenko, der als Prinz Calaf rundum überzeugt und in Chaillys flotten Tempi zur Höchstform aufläuft.

Glücklicherweise wurde die sensationelle Inszenierung von Nikolaus Lehnhoff auf DVD und Blu-ray festgehalten und gibt den Startschuss zu einem Zyklus aller Puccini Opern auf DVD unter Chaillys Leitung.

 


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23.01.2017
Maurizio Pollini

Immer und ewig - Maurizio Pollini interpretiert späte Werke von Frédéric Chopin

Das Album konzentriert sich auf späte Werke von Frédéric Chopin und fängt Maurizio Pollinis langjährige und innige Verbundenheit zu seinen Kompositionen ein.

Maurizio Pollini, Immer und ewig - Maurizio Pollini interpretiert späte Werke von Frédéric Chopin © Cosimo Filippini / DG

Die Karriere von Maurizio Pollini ist eng mit der Musik von Frédéric Chopin verknüpft. Die sinnliche Brillanz der Harmonien und die poetische Virtuosität, die Chopins Werke herausfordern, liegen dem italienischen Pianisten im Blut, der Anfang Januar seinen 75. Geburtstag feiern konnte. Bereits 1960 konnte er mit 18 Jahren den renommierten internationalen Chopin-Wettbewerb in Warschau für sich entscheiden und sich mit der Musik des polnischen Komponisten auf den Olymp der Konzertpianisten katapultieren. Diesen Spitzenplatz hat er seitdem inne und veröffentlicht nun mit dem Album "Chopin – Late Works, op. 59 – 64" im Hause Deutsche Grammophon eine weitere Ode an Chopin, die von einem tiefen Verständnis für dessen musikalische Sprache durchdrungen ist.

Zarte Stärke - tosende Stille

Chopins Musik steckt voller Kontraste und sinnlicher Überraschungsmomente. Maurizio Pollini führt die Ohren als formvollendeter Grandseigneur an den Tasten mit gelassener Eleganz durch Chopins Wunderland. Ob im furiosen Walzer Nr. 2 in cis-Moll, oder in der der sich rauschhaft steigernden Polonaise-Fantasie in As-Dur: Pollini lässt die Töne perlen und sprechen und die Zartheit eines Moments im Nu zu tosender Stärke aufblühen. Unter seinen Händen wird Chopins Musik betörend lebendig und wechselt ihre Farben von innerem Leuchten zu expressiver Strahlkraft.

Die Barcarolle op. 60 eröffnet das Album mit einer Prise raffinierter Harmonik und lyrischem Feinsinn. Die Mazurken op. 59 tragen Züge polnischer Volksmusik und sind durchdrungen von zarten Erinnerungen an Chopins Heimat. Melancholische Klänge und harmonische Unruhe bestimmen das Wesen der Nocturnes op. 62, während Chopin in den drei Mazurken Opus 63 wiederum vor jugendlicher Frische übersprudelt und in den Walzern Opus 64 ganz unterschiedliche Gefühlsregungen zum Ausdruck bringt, die sich in unvorhersehbaren Wendungen in der Musik widerspiegeln.

Späte Werke - frische Aufnahmen

Sämtliche Etüden hat Maurizio Pollini bereits 1972 für die Deutsche Grammophon eingespielt, es folgte eine ganze Reihe filigraner Chopin-Zyklen: die Préludes, die Polonaisen, die Balladen, die Nocturnes sowie ausgewählte Mazurken, Walzer und Scherzi. Das neue Album fokussiert sich auf die Werke op. 59 – 64, die für Chopins letzte Schaffensphase stehen und seine kompositorische Experimentierfreude in dieser Zeit in den Mittelpunkt stellen. Als leidenschaftlicher Vermittler von Chopins musikalischer Sprache ist Maurizio Pollini für die neu entstandenen Aufnahmen tief in Chopins dichte und polyphone Klangwelt eingetaucht und bringt dort auch tragische und abgründige Zwischentöne zum Ausdruck, die unter der Oberfläche der virtuosen Kapriolen verborgen sind.

Maurizio Pollini begegnet den kompositorischen Visionen in Chopins späten Werken mit kühnen Interpretationen, die eine ganz persönliche unerschrockene Annäherung an die Werke offenbaren und jeder romantischen Verklärtheit eine Absage erteilen. Er beschließt das Album dann auch nicht mit großem Getöse, sondern mit der geheimnisvollen, sinnlichen Mazurka op. 68 Nr. 4, die Chopin kurz vor seinem Tod geschrieben hat und findet damit ganz unprätentiös zu einem zutiefst berührenden Abschluss.

 


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19.01.2017
Diverse Künstler

Aristokrat des Cellos – Gesamtedition von Pierre Fournier

Er galt als nobler "Grandseigneur unter den Cellisten von Weltruf" (Die Spiegel). Jetzt veröffentlicht Deutsche Grammophon sämtliche Aufnahmen, die Pierre Fournier für das Gelblabel getätigt hat, darunter Klassiker wie Bachs Cellosuiten.

Diverse Künstler, Aristokrat des Cellos – Gesamtedition von Pierre Fournier © Siegfried Lauterwasser / DG

Sein Ton war von einer solchen Wärme und poetischen Ausdruckskraft, dass sein Publikum kaum genug davon bekommen konnte. Selbst Klassikfans, die von Haus aus keine besondere Nähe zum Cello haben, zog er in seinen Bann. Pierre Fournier verstand es, sich ganz auf die Musik zu konzentrieren. Wenn er Cello spielte, dann gab es nichts um ihn herum, und dieser Grad an Aufmerksamkeit, an absoluter Fokussiertheit vermittelt sich glänzend in seinen Aufnahmen.

Fournier galt als ebenso höfliche wie unnahbare Persönlichkeit. Umgeben von einer geheimnisvollen Aura, avancierte der Franzose in der Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg zu einem Idol der musikalischen Jugend. Seine Kompromisslosigkeit im Dienste der Kunst und seine kühle Eleganz nötigten dem Publikum weltweit Respekt und Bewunderung ab. Wo er hinkam, löste er Begeisterung aus. Dabei verlor er nie den Boden unter den Füßen, sondern suchte stets das richtige Maß.

Jahrhundertcellist: Pierre Fournier (1906–1986)

Auf diese Weise schrieb er Musikgeschichte. Pierre Fournier gilt heute als einer der größten Solisten des 20. Jahrhunderts, seine zeitlosen Aufnahmen verlangen geradezu nach einer umfassenden Ausgabe, die sein Gesamtschaffen in den Blick nimmt. Eine solche liegt jetzt vor. 65 Jahre nach seiner ersten Aufnahme für Decca veröffentlicht Deutsche Grammophon jetzt in einer limitierten Edition sämtliche Einspielungen, die der französische Meistercellist für das Gelblabel, für Decca und für Philips getätigt hat.

Das Resultat ist überwältigend. Wenn man die insgesamt 25 CDs durchhört, wird man von einer Klangschönheit zur nächsten geführt. Pierre Fournier beherrschte das Cello nach allen Regeln der Kunst. Er erkundete sämtliche Ausdrucksmöglichkeiten, die das Instrument ihm bot. Legendär: seine Interpretation der Cellosuiten von Johann Sebastian Bach. Hier bewährt sich die noble Distanz seines Spiels. So intim und individuell er die Cellosuiten interpretiert, er drängt sich nie in den Vordergrund. 

Sanglicher Ton: Hinreißender Spielfluss

Dabei gelingt es ihm mit seinem uneitlen, schnörkellosen Spiel, die erstaunliche Modernität Bachs zu demonstrieren. Nicht minder beeindruckend ist das weitverzweigte romantische Repertoire, das sich in der neuen Sammlung findet.

Egal ob Fournier Beethoven, Brahms oder Schubert, Chopin, Tschaikowsky oder Richard Strauss spielt – stets erschließt er mit schlafwandlerischer Sicherheit den Sinn des jeweiligen Werks und birgt dessen klanglichen Schatz. Sein kontrollierter Zugang versperrt ihm dabei keinesfalls das leidenschaftliche Potenzial der Romantik.

Im Gegenteil, lässt der sangliche Ton, für den er berühmt war, gefühlsstarke Musik umso schöner und klarer erscheinen. Es ist, als wollte er mit dem Cello sagen: Man braucht sich seiner Gefühl nicht zu schämen, und jedes starke Gefühl gründet in einer schönen Melodie. Dafür steht Pierre Fournier, und das macht die jüngste Ausgabe so attraktiv.

Hinzu kommt der edle Rahmen von "The Pierre Fournier Edition. Complete Recordings on Deutsche Grammophon, Decca & Philips". Die Ausgabe enthält ein 64-seitiges Booklet mit einem glänzenden Begleitessay von Jürgen Ostmann. Die CD-Hüllen sind den Covern der Ersterscheinungen nachgebildet, und die seltenen Fotos Pierre Fourniers gewähren faszinierende Einblicke in eine charismatische Künstlerpersönlichkeit.       


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