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Aida Garifullina, Gewaltige Stimmpower – gewinnen Sie ein signiertes Album von Sopranistin Aida Garifullina
Aida Garifullina

Gewaltige Stimmpower – gewinnen Sie ein signiertes Album von Sopranistin Aida Garifullina

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23.03.2017
Riccardo Chailly

Chailly in Leipzig – Edition mit gefeierten Bach-Aufnahmen

Riccardo Chailly ist einer der bewundertsten Dirigenten weltweit. Jetzt veröffentlicht Decca eine Edition seiner elektrisierend modernen Bach-Aufnahmen mit dem Gewandhausorchester Leipzig.

Riccardo Chailly, Chailly in Leipzig – Edition mit gefeierten Bach-Aufnahmen Decca/ © Gert Mothes

Von seinen Jahren in Leipzig spricht man bereits als Ära. Dabei liegt sein Weggang aus der sächsischen Kulturmetropole erst kurze Zeit zurück, verließ er doch das Gewandhausorchester erst im vergangenen Jahr, in der Spielzeit 2015/2016.  

Triumphale Jahre: Chailly in Leipzig

Seither konzentriert er sich vornehmlich auf seine Aufgabe als Musikdirektor der Mailänder Scala. Im Jahre 2005 hatte er in Leipzig sein Amt angetreten. Dort fand er, wie er immer wieder betont hat, ein ausgezeichnet geformtes Orchester vor. Das Gewandhausorchester bewegte sich voll auf der Höhe seiner ehrwürdigen Tradition, als Herbert Blomstedt dem italienischen Dirigenten das Zepter übergab. Chailly liebte, seit er sie zum ersten Mal wahrgenommen hatte, die "golden dunkle Farbe" dieses Klangkörpers.

Dieser Ton schien so schön, so vollkommen und ausgereift, dass er das Orchester keinesfalls neu erfinden wollte. In Leipzig galt es, in die Tiefe zu gehen und die im Orchester bereits angelegten Möglichkeiten voll auszuschöpfen. Als Meisterschüler von Claudio Abbado wusste Chailly dabei einen diskreten Charme einzusetzen. Mit seinen Tugenden der Zurückhaltung, die der Musik den absoluten Vorrang einräumten, erwarb er sich in Leipzig viele Sympathien und trieb das Gewandhausorchester zu wahren Höchstleistungen an.

Ewig jung: Bach im 21. Jahrhundert

Seine Aufnahmen aus der Leipziger Zeit kommen nicht mit großem Pomp daher. Sie sind beim ersten Hören oft unscheinbar. Dass sie eine hohe Qualität haben, spürt man sofort. Wie grandios und nachhaltig sie sind, erfährt man allerdings erst später, wenn man sie immer und immer wieder hört und gar nicht mehr von ihnen lassen kann. So geht es einem auch mit seinen Bach-Interpretationen aus der Leipziger Zeit, die ab sofort in einer einzigen Edition gebündelt vorliegen.

"Chailly in Leipzig – Johann Sebastian Bach" umfasst sieben Tonträger. Darauf enthalten: die Brandenburgischen Konzerte, 5 Klavierkonzerte, das Weihnachtsoratorium und die Matthäus Passion. Kurz: orchestrale und vokale Klassiker des Eisenacher Altmeisters, die bei Riccardo Chailly in frischer, überaus moderner Gestalt neu erklingen. Obwohl dem italienischen Dirigenten jeglicher Originalitätskult fernliegt, schafft er doch etwas völlig Neues: einen Bach, der reif ist fürs 21. Jahrhundert.

Allseits Bewunderung: Öffentliche Reaktionen

Begeisterung riefen schon kurz nach ihrem Erscheinen die mit modernen Instrumenten eingespielten Aufnahmen der Brandenburgischen Konzerte hervor. Sie kämen "mit einer wunderbaren Selbstverständlichkeit daher", lobte NDR Kultur. Nicht minder euphorisch wurden die 5 Klavierkonzerte aufgenommen. Die poetische Reife des jungen iranischen Meisterpianisten Ramin Bahrami löste hier allseits Begeisterung aus. Das Weihnachtsoratorium hat Chailly gemeinsam mit dem Dresdner Kammerchor unter Jörg Genslein aufgenommen.

Eine großartige Interpretation, "mit Finesse, Fluss und festlichem Elan", so der Daily Telegraph aus London. Besonderen Dank erntete Chailly für die Matthäus Passion, die er mit dem Thomanerchor Leipzig unter Christoph Biller und dem Tölzer Knabenchor unter Gerhard Schmidt-Gaden aufnahm. "Hier ist alles Licht", so Die Welt, "ein denkwürdiger Tod in der Mittagssonne, anrührend und tröstlich zugleich." Kurz: Wer diese Edition erwirbt, der erhält einen ganzen Kosmos hochgelobter Bach-Interpretationen. 


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16.03.2017
Diverse Künstler

Prächtige Jubiläumsedition – Wiener Philharmoniker feiern 175. Geburtstag

Sie gelten als das Wahrzeichen der europäischen Musiktradition schlechthin. Jetzt feiern die Wiener Philharmoniker ihren 175. Geburtstag. Deutsche Grammophon krönt den Jubeltag mit einer limitierten Deluxe-Edition.

Diverse Künstler, Prächtige Jubiläumsedition – Wiener Philharmoniker feiern 175. Geburtstag © Deutsche Grammophon

Als Otto Nicolai am 28. März 1842 den Taktstock hob, um den ersten Konzertabend der Wiener Philharmoniker zu eröffnen, ahnte wohl niemand, was aus diesem Orchester einmal werden würde. Heute blicken die Wiener Philharmoniker auf eine bewegte, 175 Jahre währende Historie zurück.

Triumphale Geschichte: Die Wiener Philharmoniker

Die musikalischen Zeichen standen von Beginn an gut. Schon Johannes Brahms verneigte sich vor dem Orchester, dem er sich freundschaftlich verbunden fühlte. Richard Wagner lobte die Wiener Philharmoniker als eines der vorzüglichsten Orchester überhaupt, und Richard Strauss prägte das legendäre Bonmot: "Die Philharmoniker preisen heißt Geigen nach Wien tragen." Der spätromantische Komponist wusste, wovon er sprach. Er arbeitete jahrelang mit dem Orchester zusammen.    

Witz, Charme und ein sympathisches Augenzwinkern gehören seit jeher zu Wien, wo nicht nur die ernste Muse, sondern auch die Operette blühte. Die Wiener Philharmoniker trugen entscheidend dazu bei. Den Gründungsimpuls des Orchesters bildeten jedoch romantische Motive. Otto Nicolai versammelte hervorragend ausgebildete Musiker seiner Zeit, um die Sinfonien Ludwig van Beethovens aufzuführen.

Das Beste vom Besten: Klassik, Romantik und die leichte Muse

Bis heute verströmen die Wiener Philharmoniker diese besondere romantische Stimmung, die sich mit den tänzerischen Stilelementen eines Haydn oder Mozart auf geheimnisvolle Weise verbindet. Der voluminöse, sinnliche Klang des Orchesters eignet sich hervorragend für gefühlsstarke, romantische und spätromantische Kompositionskunst. Deshalb ist es nur zu begrüßen, dass die jetzt erschienene Jubiläumsedition einen reichen Schatz romantischer Orchesterwerke enthält.

Das Spektrum reicht von Beethoven, Schubert, Schumann, Brahms, Smetana und Tschaikowski bis hin zu Wagner, Bruckner, Dvořák, Mahler und Richard Strauss. Haydn und Mozart sind in der Jubiläumsausgabe selbstredend auch enthalten. Besonders eindringlich: die Aufnahmen der beiden Haydn-Sinfonien Nr. 88 und 92 von Leonard Bernstein. Als Kultaufnahme gilt Mozarts Requiem in der Einspielung Herbert von Karajans. Auch diese Interpretation ist in der Sammlung vertreten.

Nicht minder ergreifend: Mozarts "Eine kleine Nachtmusik" in der wundersam schwebenden Aufnahme von James Levine. Zahllose weitere Aufnahmeklassiker säumen die Ausgabe, die mit Schönbergs Gurre-Liedern (Abbado), Elgars Enigma Variations und Chabriers Suite pastorale (Gardiner) auch seltener in Augenschein genommene Perlen der Wiener Philharmoniker birgt. Daneben: Klassiker der leichten Muse, wie die Walzer von Johann Strauss (Böhm) oder Lehárs fulminante Operette "Die lustige Witwe" (Gardiner).     

Fantastische Beigaben: Fotos, Archivalien und informative Texte

"Wiener Philharmoniker – 175th Anniversary Edition" umfasst summa summarum 44 CDs. Hinzu kommt eine Bonus-DVD. Hier kann man das berühmte Neujahrskonzert aus dem Jahre 1989 mit Carlos Kleiber am Pult erleben. Neben dem reichhaltigen musikalischen Schatz, der einen Aufnahmezeitraum von 1951–2004 umspannt, besticht die limitierte Deluxe-Edition durch ihr edles Design und die vielen wunderbaren Beigaben, die sie enthält. Die CD-Hüllen sind dem Cover-Design der Ersterscheinungen nachempfunden.

Die seltenen Fotografien im Booklet lassen das Sammlerherz höherschlagen. Auf informationshungrige Hörerinnen und Hörer wartet faszinierendes Material. So findet sich das erste Foto der Wiener Philharmoniker überhaupt im Booklet abgedruckt. Die kurzweiligen Essays von Silvia Kargl und Richard Evidon bieten ausgezeichnete Einführungen in die Geschichte und das Schaffen des Orchesters. Kurz: Der Geburtstag der Wiener Philharmoniker kann kommen. Diese Jubiläumsedition ist ein wunderbares Geschenk.

        


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16.03.2017
Diverse Künstler

Grund zum Jubel - Mit dem neuen Album "Jubilate" transportiert der St. Paul's Cathedral Choir pure Freude am Singen

Auf seinem neuen Album widmet sich der renommierte Londoner St. Paul's Cathedral Choir geistlichen und traditionellen Werken ganz unterschiedlicher Epochen und vermittelt die zeitlose Schönheit des mehrstimmigen Gesangs.

Diverse Künstler, Grund zum Jubel - Mit dem neuen Album Jubilate transportiert der St. Paul's Cathedral Choir pure Freude am Singen Ⓒ Decca / Graham Lacdao

Der Chor der bekannten Londoner Bischofskirche St. Paul's wurde bereits vor 900 Jahren gegründet und gehört weltweit zu den renommiertesten Kirchenchören. Unter der musikalischen Leitung von Andrew Carwood umfasst der St. Paul’s Cathedral Choir heute die hellen Sopranstimmen von 30 Chorknaben und die exzellenten Gesangskünste von 20 erwachsenen, professionellen Sängern. Im daraus entstehenden reichen, stimmlichen Spektrum können alle Farben zur Geltung kommen, die der Musik innewohnen.

Ansteckende Begeisterung

Wenn der St. Paul’s Cathedral Choir gemeinsam mit den Cathedral Choristers of Britain nach dem instrumentalen Intro aus voller Kehle "Zadok the Priest" von Georg Friedrich Händel anstimmt, ist Gänsehaut garantiert. Die Wucht der leidenschaftlichen Begeisterung, mit der die Sänger den Lobgesang präsentieren, den Händel 1727 anlässlich der Krönung des britischen König George II. komponiert hat, ist überwältigend. Die Hymne gibt den Startschuss für über eine Stunde exzellenter Chormusik aus fünf Jahrhunderten.

Reise durch die Jahrhunderte

Wenngleich die Werke in ganz unterschiedlichen Epochen und historischen Kontexten entstanden sind, eint die ausgewählten Kompositionen der emotionale Gehalt, den sie transportieren. Der St. Paul’s Cathedral Choir stellt sich in den Aufnahmen als sensibler und wendiger vokaler Klangkörper unter Beweis und präsentiert sich als ausdrucksstarkes musikalisches Sprachrohr der anspruchsvollen Texte. Die puristische Klangschönheit des "Salvator mundi" von 1575 aus der Feder von Thomas Tallis öffnet als eines der frühesten Werke auf dem Album "Jubilate" den Raum für eine musikalische Reise durch die Jahrhunderte, auf der sich in Kompositionen von Henry Purcell und Ralph Vaughan Williams bis hin zu Maurice Greene, Hubert Parry, Howard Goodall und Paul Mealor das weite musikalische Feld geistlicher und weltlicher Traditionen offenbart und sich klangliche Einblicke in die feierlichen Zeremonien der britischen Monarchie erschließen.

Mehrstimmigkeit und solistische Glanzstücke

Mit Werken wie "O God thou art my God" aus dem Jahr 1680 von Henry Purcell, "Hear my prayer" von Felix Mendelssohn-Bartholdy von 1844, die Motette "Greater Love Hath No Man" aus dem Jahr 1912 von John Ireland umspannt der St. Paul’s Cathedral Choir mühelos mehrere Jahrhunderte und lässt diese in der Musik zugleich durch die zeitlose Schönheit der Vielstimmigkeit miteinander verschmelzen. Balfour Gardiners "Evening Hymn" ist ein romantisch-üppiges, harmonisch dichtes Werk und gilt als Klassiker des englischen Chorrepertoires. In Felix Mendelssohn-Bartholdys "O for the Wings of a Dove" und John Rutters Arrangement eines gälischen Segens leuchten darüber hinaus die Stimmen von Nathaniel Morley und Aled Jones in solistischem Glanz.

Mit dem Fokus des Albums auf britische Komponisten von der Renaissance bis hin zu zeitgenössischen Musikern des 21. Jahrhunderts, zeichnet der St. Paul’s Cathedral Choir ein authentisches und komplexes musikalisches Porträt der britischen Chorgeschichte.

 


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09.03.2017
Grigory Sokolov

Er schwebt – Sokolov spielt Mozart und Rachmaninov

Neuerscheinungen von Grigory Sokolov sind Ereignisse für sich. Jetzt veröffentlicht der Meisterpianist zwei neue Live-Mitschnitte: tiefsinnige Klavierkonzerte von Mozart und Rachmaninov, vom Maestro schwebend dargeboten.

Grigory Sokolov, Er schwebt – Sokolov spielt Mozart und Rachmaninov © Klaus Rudolph

Grigory Sokolov hat seine Eigenheiten. Der russische Ausnahmepianist bevorzugt zum Beispiel die Live-Performance.

Andere Liga: Grigory Sokolov

Im Gegensatz zur Studioaufnahme sieht er in dem spontanen Akt des Musizierens das größere Potenzial. Hier kommt es auf den Augenblick an. Ein großer Solist muss hellwach sein. Er muss auf die Sekunde hin Präsenz zeigen. So virtuos er auch spielt, so außerordentlich seine Fähigkeiten auch sind, er verfügt nicht über diesen einen Augenblick. Anders gesagt: Es kann misslingen. Die Interpretation kann schiefgehen. Live-Akte sind riskanter als Studioaufnahmen.

Grigory Sokolov hat es auf diesem Feld jedoch zu einer Meisterschaft gebracht, die jedes seiner Recitals zu einem Ereignis werden lässt. Der russische Ausnahmepianist gebietet über eine Technik, ein poetisches Einfühlungsvermögen und eine Coolness, die ihm alle Freiheiten auf der Bühne gestatten. Am Flügel ist Grigory Sokolov er selbst. Niemand kann ihn hier aufhalten, und so bewegen sich seine Konzertauftritte stets in einem Spektrum zwischen groß und ganz groß.

Die Entdeckung: Der Teamplayer

Wenn der Maestro dann einmal seine persönliche Rangliste offenbart und Aufnahmen zur Publikation freigibt, dann kann man sicher sein, dass er aus der Fülle des Materials einen Live-Mitschnitt der Extraklasse ausgesucht hat. So ist es auch diesmal. Nach "The Salzburg Recital" und "Schubert / Beethoven" wartet Sokolov jetzt mit dem dritten Live-Album in nur zwei Jahren auf. Was diesmal anders ist: Er ist in Orchesterbegleitung zu hören, und das hat insofern eine historische Qualität, als Sokolov seit Jahren nurmehr solo auftritt.

Es hat aber auch eine musikalische Dimension, erlebt man den eigenwilligen Pianisten, den viele Fachleute für den größten Tastenmagier unserer Zeit halten, hier doch als Teamplayer. Wer gedacht hätte, der individualistische Künstler mache sein eigenes Ding und nehme nicht viel Rücksicht auf das Orchester, der sieht sich getäuscht. Im Gegenteil: Sokolov kommuniziert, wenn er Mozarts hinreißendes Klavierkonzert in A-Dur zum Besten gibt, glänzend mit dem Mahler Chamber Orchestra unter der Leitung von Trevor Pinnock.  

Berührende Beigaben: Liebesgedichte der Ehefrau und ein Filmportrait von Nadia Zhdanova

In dieser fast schwebenden Interpretation aus dem Jahre 2005 stimmt einfach alles: die tänzerische Dynamik, das poetische Feingefühl und die glasklaren Harmonien. Mozart ist hier, vor allem in dem berührenden Adagio des zweiten Satzes, als moderner Visionär zu erleben, der das romantische Lebensgefühl eines Beethoven bereits vorwegnimmt.

Nicht minder aufregend und hervorragend abgestimmt klingt das berühmte Klavierkonzert Nr. 3 von Rachmaninov. Grigory Sokolov hat es im Jahre 1995 mit dem BBC Philharmonic unter der Leitung von Yan Pascal Tortelier aufgenommen. Der Pianist spielt es ungewöhnlich pointiert, so dass die farbreichen Harmonien des russischen Komponisten besonders schillernd zur Geltung kommen.

Dadurch erhält der melancholische, sehnsuchtsvolle Ton des gefühlvollen Klavierkonzerts eine eigentümliche Leichtigkeit, die das schmerzvolle Moment sanft abfedert. Eine ähnliche Stimmung verströmen die im Booklet abgedruckten Gedichte von Inna Sokolova, der Ehefrau des Pianisten. Besonders ergreifend: wie liebevoll sie ihn beobachtet, charakterisiert und in seinem Eigensinn annehmen kann.

Das Filmportrait von Nadia Zhdanova ist eine weitere wunderbare Beigabe dieses Albums. Hier erlebt man den Künstler in alten Filmaufnahmen als junges, aufstrebendes Klaviergenie und aus dem Blickwinkel seiner Weggefährten und Schüler. So werden Facetten einer hochsensiblen Künstlerpersönlichkeit sichtbar, die sich ganz der Musik verschrieben hat. Grandios!   


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08.03.2017
Jan Lisiecki

Tanzlust – Jan Lisiecki brilliert mit frühen Meisterwerken von Chopin

In der Riege aufstrebender Jungpianisten gilt er als "Genie" (Spiegel). Jetzt veröffentlicht Jan Lisiecki ein ebenso tanzfreudiges wie virtuoses Chopin-Album: Noble Frühwerke des polnischen Komponisten.

Jan Lisiecki, Tanzlust – Jan Lisiecki brilliert mit frühen Meisterwerken von Chopin © Holger Hage

Chopin ist seine Leidenschaft. Jan Lisiecki hat ein besonderes Gespür für den polnischen Komponisten. Das er schon früh unter Beweis gestellt hat.

Frühvollendeter Meisterpianist: Jan Lisiecki

Als 15-Jähriger debütierte er bereits mit einem vom Warschauer Fryderyk Chopin Institute herausgegebenen Live-Album. Darauf interpretierte er die beiden Klavierkonzerte von Chopin so reif und spannungsgeladen, dass die internationale Presse danach Kopf stand. Sie lobte ihn als einen "Virtuosen bar jeder Manieriertheit mit einer kraftvollen und vor allem unwiderstehlich natürlichen Spielweise" (Diapason). Das BBC Music Magazine beschwor seinerzeit die erstaunlich "reife Musikalität" des Youngsters.

So überraschte es nicht, dass der 1995 im kanadischen Calgary als Sohn polnischer Eltern geborene Ausnahmepianist bereits im Jahre 2011 exklusiv bei Deutsche Grammophon unterzeichnete. Seitdem hat er drei vielbeachtete Alben vorgelegt, die seinem frühen Gang auf das internationale Parkett Kontinuität und Glanz verliehen. Feinsinnig: sein Album mit Klavierkonzerten von Mozart (2011). Virtuos: seine Einspielung von Chopins Etüden (2013). Von poetischer Ausdruckskraft: seine Interpretation Robert Schumanns (2016).  

Zusammenarbeit nach Maß: Krzysztof Urbański und Jan Lisiecki

Jetzt kehrt der junge Meisterpianist zu Chopin zurück, und das mit einer Veröffentlichung, die ihn auf einer noch höheren Reifestufe zeigt. Jan Lisiecki hat sich viel vorgenommen. Er möchte die pianistische Brillanz des jungen Chopin genauso zur Geltung bringen wie dessen poetische Feinfühligkeit. Dabei freut er sich, dass er diesmal nicht auf bekannte Werke des polnischen Komponisten zurückgreift. "Viele Stücke auf unserem neuen Album werden den meisten Zuhörern nicht vertraut sein", so Lisiecki.

"Es ist, als würden wir zum ersten Mal etwas über sie sagen." Wir, das sind Jan Lisiecki, Krzysztof Urbański und das NDR Elbphilharmonie Orchester. Jan Lisiecki hat sich Krzysztof Urbański bewusst ins Boot geholt. Der polnisch-kanadische Pianist teilt mit dem polnischen Dirigenten eine emotionale Bindung an Chopins Heimat. Zudem ist das gegenseitige Vertrauen der beiden groß. Lisiecki weiß, was er an dem offenherzigen Meisterdirigenten hat. Er schätzt dessen Urteile.    

Tanzlust: Der freudvolle Chopin

Als Urbański die Einladung von Lisiecki erhielt, mit ihm Chopin aufzunehmen, da reifte in ihm bald die Überzeugung heran, dass sich für dieses Projekt vor allem das NDR Elbphilharmonie Orchester eigne. Lisiecki ist im Nachhinein glücklich mit dieser Wahl. Die Wärme der Streicher, die Farbvielfalt des Bläserklangs und die enthusiastische Kooperationsbereitschaft dieses Orchesters haben ihn gänzlich überzeugt. Das merkt man den Aufnahmen an. Die Tanzlust ist allenthalten spürbar. Man wird mitgerissen von dem schwungvollen, dem zuversichtlichen Chopin der jungen Jahre.

So vor allem in den Variationen über "Là ci darem la mano" aus Mozart "Don Giovanni". Überwältigend hier: die Musizierfreude des Orchesters und das entspannt perlende Spiel von Jan Lisiecki. Andere Werke lassen passagenweise schon den melancholischen Chopin erahnen. So das spannungsgeladene Rondo à la Krakowiak oder das über weite Strecken verträumt fließende Andante spianato et Grande Polonaise brillante. Mit dem posthum erschienenen Nocturne in cis-Moll interpretiert Jan Lisiecki zum Schluss noch in zartfühlender Manier ein Stück, das an den verletzlichen Chopin gemahnt. Eine wunderbare Abrundung dieses Albums.   

   

 


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01.03.2017
Daniel Barenboim

Visionäre – Daniel Barenboim setzt Pierre Boulez ein Denkmal

Pierre Boulez war einer der größten Komponisten der Avantgarde. Jetzt veröffentlicht Daniel Barenboim eine Hommage an seinen im Vorjahr verstorbenen Freund: Ein wegweisendes Album mit Schlüsselwerken des französischen Komponisten.

Daniel Barenboim, Visionäre – Daniel Barenboim setzt Pierre Boulez ein Denkmal © Uwe Arens / DG

Es wird Zeit, Pierre Boulez zu entdecken. Die Musik des französischen Komponisten lockt wie eine exotische Insel.

Neue Horizonte: Pierre Boulez (1925–2016)

Wer auf diese Insel gelangt, der wird mit seltenen Farben, Pflanzenarten und Landschaften belohnt, die ihm völlig neue Horizonte öffnen. Hier ist nichts verbraucht. Nichts Gewöhnliches gedeiht auf diesem einsamen Stück Erde. Das Einzige, was der Abenteuerreisende zu erkennen vermag, sind Felsenlandschaften, deren Schroffheit jedoch durch eine schier unendliche Farbpracht in den Tälern aufgewogen wird. So abweisend, so direkt seine Musik bisweilen klingt, sie birgt poetische Klangwelten von berückender Schönheit.

Diese Überzeugung teilt auch Daniel Barenboim. Der argentinisch-israelische Dirigent lernte Pierre Boulez in den sechziger Jahren kennen. Barenboim war damals Anfang 20 und ließ sich von der visionären Kraft des französischen Komponisten mitreißen. Für Daniel Barenboim war und ist Pierre Boulez "ein Mann für die Zukunft". Wer sich auf die Klangkunst des französischen Komponisten einlässt, der atmet den Geist einer neuen Zeit.

Musik der Zukunft: Daniel Barenboim hält die Spannung

Doch wie findet man sich in dem weitverzweigten Œuvre des französischen Meisterkomponisten zurecht? Hier leistet das neue Album von Daniel Barenboim unschätzbare Dienste. "Daniel Barenboim – Hommage à Boulez" versammelt etliche Schlüsselwerke des französischen Avantgardisten. Das Album umfasst zwei Tonträger. Es setzt ein mit dem flirrend vorbeiziehenden "Dérive 2", das Daniel Barenboim zu den größten Werken von Pierre Boulez zählt.

Barenboim hat diese Komposition für elf Instrumente mit Mitgliedern des West-Eastern Divan Orchestras bei den BBC Proms 2012 aufgenommen. Die lebendige Atmosphäre des Live-Acts ist deutlich spürbar. Eine ungeheure Spannung liegt in der Luft, und Barenboim reizt sie bis zum letzten Ton aus. Nicht minder furios geht es in "Dialoque de l’ombre double" zu. Ebenfalls aufgenommen bei den BBC Proms, erlebt man hier einen rauschhaften Wirbel, der doch nie aus der Form gerät und Momente einer berührenden Zartheit offenbart.

Bewährtes und Neues: Eröffnung des Pierre Boulez Saals

Garant für die gelungene Interpretation dieses Werkes ist das ebenso virtuose wie leidenschaftliche Spiel des Frankfurter Meisterklarinettisten Jussef Eisa, der sich unter der live-elektronischen Begleitung des IRCAM den kreiselnden Bewegungen des französischen Komponisten geschickt anschmiegt. Das gelingt auch Guy Eshed mit seinem flinken und immer wieder innehaltenden Flötenspiel in "Mémoriale", einer Komposition, die einmal mehr die zartfühlende Seite des revolutionären Grenzgängers Pierre Boulez zum Vorschein bringt.

Mit "Le Marteau sans maître" findet sich auch ein Boulez-Klassiker auf dem Album. Hier dirigiert der Komponist selbst das West-Eastern Divan Orchestra und führt es sanft in die bizarren Assoziationsfelder der surrealen Poesie von René Char. Werke wie "Anthèmes 2" für Violine und Live-Elektronik und "Messagesquisse" für Violoncello solo und 6 Violoncelli vermitteln in prägnanten Miniaturen die elektrisierend neue, fein gesponnene Kompositionskunst von Pierre Boulez.

Etwas mehr als ein Jahr nach dem Tod des großen französischen Komponisten setzt Barenboim mit seinem neuen Album genau das richtige Zeichen. Hören wir Boulez! Setzen wir uns mit diesem genialen Neuerer auseinander! Neben Barenboims Aufnahmen wird der Pierre Boulez Saal in Berlin, der sowohl altbewährte als auch neue Musik beheimaten soll, dafür künftig reichlich Gelegenheit bieten. Konzipiert als öffentliches Fenster der Barenboim-Said Akademie, wird der Kammermusiksaal am 4. und 5. März mit Aufführungen des Boulez Ensembles unter der Leitung von Daniel Barenboim feierlich eröffnet.  


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28.02.2017
Daniel Hope

Musik im Wandel der Zeit – Daniel Hopes Album "For Seasons"

Der britische Geiger Daniel Hope fasziniert mit seinem atmosphärischen Konzeptalbum "For Seasons" rund um die Jahreszeiten.

Daniel Hope, Musik im Wandel der Zeit – Daniel Hopes Album For Seasons © DG

Der Wechsel der Jahreszeiten und die verschiedenen Naturschauspiele, Temperaturen und Lichtverhältnisse ziehen die Menschen seit jeher in den Bann. Es ist der archaische Wandel der Zeit, der hier Jahr um Jahr unmittelbar spürbar wird und der auch Komponisten quer durch alle Epochen und Genres zu ganz besonderen Werken inspiriert hat. Auf seinem neuen Album "For Seasons" stellt Daniel Hope dieses elementare Erlebnis in den Mittelpunkt. Neben seiner Ersteinspielung von Vivaldis "Vier Jahreszeiten" begibt er sich dazu gleichsam auf eine musikalische Reise durch das Kalenderjahr und widmet jedem Monat ein ganz besonderes Stück. Das Ergebnis ist ein vielschichtiges und berührendes Konzeptalbum geworden, das in stetig wechselnden Perspektiven und Stimmungen durch die Jahreszeiten leitet. Am 3. März erscheint "For Seasons" bei Deutsche Grammophon.

Von Antonio Vivaldi über Kurt Weill bis zu Max Richter: „For Seasons“ vereint Werke verschiedenster Genres

Auf seinem neuen Album schlägt Daniel Hope einen großen Bogen und platziert ganz bewusst zeitlos klassische Werke wie Antonio Vivaldis "Vier Jahreszeiten" neben Stücken aus ganz anderen Zeiten und Genres. So finden sich der "Danse des Sauvages" aus "Les indes Galantes" von Jean-Philippe Rameau ebenso auf dem Album wie Kurt Weills "September Song" aus den "Knickebocker Holiday" und steht die Bach-Arie "Bete aber auch dabei" direkt neben Chilly Gonzales "Wintermezzo". Was alle eint, ist der jeweilige Bezug zum betreffenden Monat und das Aufgreifen einer bestimmten Grundstimmung und Klangfarbe, die Hope mit den einzelnen Jahresabschnitten verbindet. Da findet sich als musikalischer Kommentar zum Monat März "Spring 1" von Max Richter auf dem Album, eine postklassische Antwort auf Vivaldis "Frühling", die in frischen Farbklängen umfängt. Dem Juli wiederum ist "Am leuchtenden Sommermorgen" aus der Dichterliebe von Robert Schumann gewidmet, das in einem eigenen Arrangement von Daniel Hope erklingt.

Stimmungsvolle Einheit aus Zeit, Musik und Bild

Ergänzend zu den Stücken auf dem Album finden sich im beiliegenden Booklet zwölf Werke bildender Künstler, die sich ebenfalls mit den Jahreszeiten auseinandersetzen. Hope hat diese Bilder in Abstimmung mit der jeweiligen Komposition und dem jeweiligen Monat ausgewählt. Im Zusammenspiel mit der Musik vermitteln sie einen starken Eindruck der jeweiligen Jahresphase.

Musikantisch, farbenreich und intim

Zusammen mit dem Zürcher Kammerorchester und prominenten Kollegen wie der Sopranistin Anna Lucia Richter oder Chilly Gonzales am Klavier zeigt sich Daniel Hope auf "For Seasons" so persönlich und facettenreich wie selten. Mit inniger Musikalität, farbenreicher Lebendigkeit in der Tongebung und intimer Hingabe in seinem Spiel lässt er die unterschiedlichen Werke erblühen und den Wandel der Zeit bewegend spürbar werden.

Die Idee zu einem derartigen Album hat Daniel Hope bereits seit zwanzig Jahren in sich getragen, seither hatte er sie weiterentwickelt und verfeinert. Mit "For Seasons" legt er nun ein dichtes und schlüssig gestaltetes Gesamtkunstwerk vor, das stilistische Grenzen problemlos überwindet und mit spannenden neuen Perspektiven überrascht. Darüber hinaus aus ist das Album auch ein eindringlicher Appell des Künstlers für die Wahrung der Schöpfung. So schreibt Hope: "Wir können nur hoffen, weiter in einer Welt leben zu dürfen, in der die Jahreszeiten nicht nur existieren, sondern in der ihre Schönheit weltweit geschützt wird. Und dass sie uns weiterhin verzaubern und inspirieren."


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22.02.2017
Gidon Kremer

Voller Sehnsucht – Gidon Kremer spielt Rachmaninov

Es ist ein kammermusikalisches Dreamteam: Gidon Kremer an der Seite von Daniil Trifonov und Giedrė Dirvanauskaitė. Jetzt erscheint, pünktlich zu seinem 70. Geburtstag, das schon mit Spannung erwartete Rachmaninov-Album des lettischen Meistergeigers.

Gidon Kremer, Voller Sehnsucht – Gidon Kremer spielt Rachmaninov © Paolo Pellegrin/Magnum Photos

Gidon Kremer überlässt nichts dem Zufall. Wenn er musiziert, dann möchte er frei sein. Deshalb steckt er den Rahmen, in dem seine Projekte stattfinden sollen, schon im Vorhinein sorgsam ab. Dazu gehört auch die kluge Auswahl seiner musikalischen Partnerinnen und Partner. Sie sollen zu ihm passen. Schön ist, wenn er sie bereits kennt. Mindestens sollten sie jedoch ähnliche Neigungen haben wie er und die Kunst in den Mittelpunkt ihres Interesses rücken.

"Musik ist für mich eine Energiequelle", so Gidon Kremer, "und ich möchte diese Energie vermitteln – durch Töne, durch mein Repertoire, durch meine Entscheidung für die Zusammenarbeit mit bestimmten Musikern." Wichtig ist dem lettischen Meistergeiger, dass die Chemie zwischen den Kammermusikern stimmt. Sie sollten füreinander offen sein. Gidon Kremer legt größten Wert auf verlässliche Partner, auf echte Wegbegleiter, "mit denen ich in der Sprache der Musik kommunizieren kann".

Dreamteam: Gidon Kremer an der Seite von Daniil Trifonov und Giedrė Dirvanauskaitė

Das neue Album des preisgekrönten Geigers, das jetzt drei Tage vor seinem 70. Geburtstag am 27. Februar 2017 erscheint, demonstriert beinahe mustergültig sein Selbstverständnis als Musiker. Mit Kreislers Preghiera und den beiden Trios élégiaques von Sergej Rachmaninov hat Gidon Kremer sich ein hochpersönliches, ihn tief bewegendes Repertoire erwählt. Mit dieser Musik vermag er sowohl seinen lyrischen Neigungen als auch seiner leidenschaftlichen Impulsivität Ausdruck zu verleihen.

Damit das gelingt, hat Kremer sich einen Pianisten und eine Cellistin an Bord geholt, die seinen hohen Ansprüchen genügen. Der lettische Meistergeiger kennt Daniil Trifonov und Giedrė Dirvanauskaitė aus der gemeinsamen Zusammenarbeit bei seinem Kammerorchester, der Kremerata Baltica. Die litauische Streicherin fungiert dort als Erste Cellistin, und der russische Pianist ist bei dem Ensemble bereits als Konzertsolist aufgetreten. Was die drei eint, ist die Liebe für Rachmaninow, für seine bewegend-melancholische, zutiefst menschliche Klangpoesie.

Herzensangelegenheit: Ein hochpersönliches Album

Dass die drei auf einer Wellenlänge sind, merkt man dem Album sofort an. Obwohl jeder als individueller Musiker in Erscheinung tritt, ziehen sie doch gemeinsam an einem Strang und erzeugen so einen schlüssigen Gesamtklang. Umso schöner kristallisieren sich die harmonischen Finessen von Sergej Rachmaninov heraus. Der glasklare Klang der beiden Trios élégiaques ist hinreißend.

Jeder Note, jedem musikalischen Detail wird hier Beachtung geschenkt, und das verleiht der melancholischen Stimmung, die der russische Komponist ausbreitet, eine fast schon tröstliche Gestalt. Es ist, als ob die Trauer, die der Komponist empfindet, durch das Gerüst der Musik eine Relativierung erfährt. Hochgespannt interpretieren Kremer, Trifonov und Dirvanauskaitė das zweite der beiden elegischen Klaviertrios.

Rachmaninov komponierte es in tiefer Trauer über den Tod Tschaikowskys. Das Werk vibriert förmlich. Man spürt regelrecht den Schock, von dem der Komponist heimgesucht wurde und den er in ergreifender Weise musikalisch zu bewältigen sucht. Das erste Trios élégiaque klingt da schon tänzerischer, gelöster, obgleich es an Tiefsinn dem ersten in nichts nachsteht.

Bevor die Hörerinnen und Hörer in die seelischen Tiefen von Rachmaninov abtauchen, werden sie jedoch von Gidon Kremer und Daniil Trifonov mit Fritz Kreislers Preghiera verwöhnt. Das Werk greift eine sehnsuchtsvolle Melodie aus Rachmaninovs Zweitem Klavierkonzert auf. Gidon Kremer spielt sie mit hingebungsvoller Inbrunst, und so gerät sein Geburtstagsalbum auch zu einem Statement: Große Gefühle sind erlaubt!  

 


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20.02.2017
Herbert von Karajan

Prägende Klänge - Die Deutsche Grammophon präsentiert Herbert von Karajans Aufnahmen großer geistlicher Werke

Herbert von Karajan hat als wegweisende Künstlerpersönlichkeit die Klassikwelt geprägt und mit vielen legendären Aufnahmen bleibende Spuren hinterlassen. Die Deutsche Grammophon veröffentlicht nun eine Edition mit geistlichen Werken und Chormusik.

Herbert von Karajan, Prägende Klänge - Die Deutsche Grammophon präsentiert Herbert von Karajans Aufnahmen großer geistlicher Werke © Siegfried Lauterwasser / DG

In den fünfzig Jahren künstlerischer Zusammenarbeit sind unter der Leitung von Herbert von Karajan unter dem Dach des gelben Labels viele Aufnahmen entstanden, deren musikalische Ausdruckskraft bis heute unerreicht bleibt. Neben berühmten Opern und sinfonischen Meisterwerken hat Herbert von Karajan sich auch intensiv mit geistlicher Musik auseinandergesetzt.

Karajan & Mozart

So umfangreich die Edition "The Sacred and Choral Recordings" ist, so dicht ist zugleich der musikalische Inhalt, der auf 29 CDs spannende Blickwinkel auf Herbert von Karajan als Persönlichkeit offenbart. Viele der Werke sind eng mit seinem Werdegang verknüpft. Die beiden großen Mozart-Messen beispielsweise waren Herbert von Karajan seit seiner Salzburger Kindheitstage vertraut und haben ihn Zeit seines Lebens begleitet. Gemeinsam mit großen Solisten wie Anna Tomowa-Sintow, Agnes Baltsa, Werner Krenn, Walter Perry, Peter Schreier und José van Dam hat Karajan bedeutende Aufnahmen der Krönungsmesse und der c-Moll Messe geschaffen, die durch himmlische Leichtigkeit, festliche Atmosphäre und flotte Tempi begeistern. Auch Mozarts Requiem KV 626 darf natürlich in dieser Edition nicht fehlen. Herbert von Karajan hat Mozarts Totenmesse im Laufe seiner Karriere drei Mal eingespielt, zuletzt 1986 mit 78 Jahren.

Karajan & die Chormusik

Als junger Dirigent erarbeitete sich Herbert von Karajan am Stadttheater in Aachen die Hauptwerke der Chormusik: Bachs h-Moll-Messe und Matthäus-Passion, Haydns Schöpfung, Beethovens Missa solemnis, Brahms’ Deutsches Requiem oder Verdis Messa da Requiem, mit der er als Aachener Generalmusikdirektor debütierte. Die Edition legt mit der Konzentration auf Aufnahmen dieser Werke, die zum Teil in mehreren Mitschnitten aus unterschiedlichen Jahrzehnten vertreten sind, einen interessanten musikalischen Fokus auf Karajans umfassende Karriere.

Johann Sebastian Bachs Matthäus-Passion BWV 244 ist ein Höhepunkt der protestantischen Kirchenmusik. Karajans Aufnahme von 1972 überzeugt sowohl durch den instrumentalen Schönklang der Berliner Philharmoniker und die exzellenten Solisten Gundula Janowitz, Christa Ludwig, Peter Schreier und Dietrich Fischer-Dieskau, als auch durch stimmliche Strahlkraft des traditionsreichen Wiener Singvereins, dessen Profil Herbert von Karajan über viele Jahrzehnte hinweg bis zu seinem Tod maßgeblich prägte und den er für einen Großteil seiner Aufnahmen engagiert hat.

Karajan im Wandel der Zeit

Eine weitere Lichtgestalt des Oratorienschaffens ist mit Joseph Haydn vertreten. Die Edition enthält gleich drei Aufnahmen seiner "Schöpfung" Hob. XXI unter der Leitung von Herbert von Karajan: Zwei Mitschnitte aus den 1960er Jahren, einmal gemeinsam mit den Wiener Philharmonikern und Gundula Janowitz, Fritz Wunderlich, Kim Borg und Hermann Prey - und einmal mit den Berliner Philharmonikern und Gundula Janowitz, Christa Ludwig, Dietrich Fischer-Dieskau, Walter Berry, Fritz Wunderlich und Werner Krenn, der für Fritz Wunderlich einspringen musste, als der Tenor während der Entstehung der Aufnahmen überraschend verstarb. Anfang der 1980er Jahre entstand eine weitere Aufnahme der Schöpfung mit Edith Mathis, Francisco Araiza und José van Dam und den Wiener Philharmonikern, in der Karajan eine neue Interpretation präsentiert, indem er die Tempi variiert und mit großen Bögen prächtige Klangfarben aus dem Orchester hervorholt.


Igor Strawinskys Psalmensinfonie von 1930 ist das jüngste Werk der Edition. Herbert von Karajan hat das außergewöhnlich besetzte Werk gemeinsam mit dem Chor der deutschen Oper Berlin und den Berliner Philharmonikern 40 Jahre nach seiner Entstehung eingespielt. So präsentiert die Edition "The Sacred and Choral Music" geistliche Musik aus über 200 Jahren und skizziert mehrere Jahrzehnte der Schaffenszeit des großen Herbert von Karajan.


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News

20.02.2017

Starensemble – Neueditionen des Beaux Arts Trios

Das Beaux Arts Trio gilt als klanglicher Goldstandard der Kammermusik. Jetzt veröffentlicht Decca drei Neueditionen des legendären Ensembles: Klaviertrios von Haydn, Mozart und Beethoven – unübertroffene Klassiker der Aufnahmegeschichte.

Beaux Arts Trio, Starensemble – Neueditionen des Beaux Arts Trios © Decca

Das Beaux Arts Trio hat Musikgeschichte geschrieben. Kaum ein anderes Kammerensemble hat das 20. Jahrhundert und die ersten Jahre des neuen Millenniums so nachhaltig geprägt wie die Streicher um den schillernden Pianisten Menahem Pressler. Gegründet im Jahre 1955, in der Anfangsformation mit Daniel Guilet an der Geige und Bernard Greenhouse am Cello, machte das Ensemble bald von sich reden. Der frische, moderne Stil, das ausgewogene Klangbild und der Teamgeist des Trios setzten Maßstäbe.

Das Beaux Arts Trio verlieh der im Kulturbetrieb bis dahin stiefmütterlich behandelten Kammermusik eine ganz neue Attraktivität. Sie trat aus ihrem Schatten als Liebhaberei von Kennern heraus und eroberte ein immer größer werdendes Publikum. Am Anfang betrachteten die Veranstalter das Ensemble noch "als poor man’s orchestra, ein Soloklavier mit zwei armen Streichern", so Menahem Pressler. Aber die Publikumserfolge sprachen für sich, und so war der furiose Aufstieg des Trios nicht mehr aufzuhalten.

Ungebrochene Vitalität: Zeitlose Aufnahmen

Volker Hagedorn bringt es in der Wochenzeitung DIE ZEIT auf den Punkt: "Dass das Triorepertoire von Haydn bis Kurtág geliebt wird, liegt auch an diesem Ensemble." Und die Wirkung des Beaux Arts Trios hält an! So übertraf die Nachfrage nach der 2015 erschienenen Mammut-Edition alle Erwartungen. "Beaux Arts Trio. The Complete Philips Recordings" unterstrich eindrucksvoll, dass das Interesse an den mitreißenden Klängen des Trios bis heute anhält.

Das hat Decca dazu bewogen, drei Neueditionen auf den Markt zu bringen. Die drei Ausgaben sind der Großedition von 2015 entnommen und enthalten jeweils vollständige Zyklen der Klaviertrios von Haydn, Mozart und Beethoven. Die Vorteile einer solchen Auskopplung liegen auf der Hand: Wem die edle Gesamtedition mit den 60 CDs zu groß ist, der kann sich auf einen kleineren Ausschnitt im Schaffen des Beaux Arts Trios konzentrieren und sich je nach Neigung einen oder mehrere der drei Wiener Klassiker aussuchen.

Elegant gestaltet: Attraktive Neueditionen

Was man dabei zu hören bekommt, ist von atemberaubender Kraft. Wer einmal diesen ziehenden, leidenschaftlich durchwirkten Klang des Beaux Art Trios erlebt hat, der kann davon nicht mehr lassen. In jedem Augenblick spürt man die Musizierfreude und die Lust an der Poesie klassisch-romantischer Klänge. Das Beaux Arts Trio wird nie langweilig. Es bleibt immer mit Leib und Seele bei der Sache.

In der Haydn-Ausgabe besticht die Leichtigkeit, der tänzerische Ausdruck des Ensembles. Aufgenommen in den Jahren 1971–1978, gelten diese Aufnahmen als einer der "großartigsten Erfolge" (Gramophone) auf dem Feld der Kammermusik. Die Edition umfasst 9 CDs und enthält mit Haydns "Zigeunertrio" eine sehr frühe Aufnahme mit der Anfangsformation des Trios.

Dass sich das Beaux Arts Trio glänzend auf Mozart versteht, beweist das Paket mit den preisgekrönten Aufnahmen des mittleren Wiener Klassikers. In der neuen Ausgabe findet sich der Zyklus mit sämtlichen Klaviertrios gleich zweimal: in einer Aufnahme von 1967 und einer von 1987. So lädt die mit 6 CDs bestückte Box zu reizvollen Vergleichen ein.

Dasselbe gilt für die faszinierende Beethoven-Edition mit ihren hochgespannten Klängen. Sie enthält auf ihren 10 CDs ebenfalls zwei vollständige Zyklen: einen von 1964 und einen in den Jahren 1980–1983 aufgenommenen. Allen drei Ausgaben gemeinsam ist die handliche Verpackung der kartonierten CD-Hüllen in elegant gestalteten Klappboxen. Dort stoßen die Wissenshungrigen dann auf die hochgelobten Essays des großen Musikschriftstellers Tully Potter.                    


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