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Nemanja Radulovic

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08.12.2016
Anne-Sophie Mutter

Mutterissimo – Highlights einer großen Geigerin

Anne-Sophie Mutter ist ein Weltstar. Seit vier Jahrzehnten behauptet sich die virtuose Geigerin bereits auf dem internationalen Klassikparkett. Jetzt veröffentlicht Deutsche Grammophon eine Best of der berühmten Künstlerin.

Anne-Sophie Mutter, Mutterissimo – Highlights einer großen Geigerin © Harald Hoffmann / DG

Es war im Dezember 1976. Der Maestro selbst hatte zum Vorspiel geladen. An der Reihe: Anne-Sophie Mutter, ein dreizehnjähriges Mädchen aus Rheinfelden. Herbert von Karajan hatte nicht viel Zeit. Er wollte nur kurz zuhören und dann zum nächsten Termin. Doch als die junge Geigerin zu spielen beginnt, da kommt er aus dem Staunen nicht mehr raus. Anne-Sophie spielt die Chaconne aus der Solo-Partita in d-Moll von Johann Sebastian Bach, und sie spielt das Stück mit einer solchen Inbrunst, dass der berühmte Dirigent ganz aus dem Häuschen ist.

Die begabte Geigerin nimmt es sportlich. Von Nervosität keine Spur, als sie mit souveräner Leichtigkeit noch zwei Sätze aus Violinkonzerten von Mozart folgen lässt. Jetzt ist Herbert von Karajan vollends überwältigt. "Ich habe da gerade eine junge Geigerin entdeckt, die für uns alle ein Wunder ist", so der Maestro zu Mutters Lehrerin. Anne-Sophie Mutter wird die Charakterisierung als Wunderkind zeitlebens ablehnen. Es geht ihr um mehr: um die Seele der Musik, um das Glück, das Musik bereitet.

40 Jahre Bühnenerfahrung: Anne-Sophie Mutter

Das Vorspiel bei Herbert von Karajan sollte nicht folgenlos bleiben. Der Maestro lädt die junge Geigerin ein, mit ihm gemeinsam bei den Salzburger Festspielen aufzutreten, und an einem Pfingstsonntag im Jahre 1977 ist es dann soweit. Anne-Sophie Mutter steht auf der Bühne des Salzburger Festspielhauses und zieht erstmals ein großes Publikum in ihren Bann. Ihre Interpretation von Mozarts Violinkonzert in G-Dur ist hinreißend. Der Saal tobt, und es ist deutlich spürbar, wie ihre Spielfreude und ihr Schwung auch das erfahrene Berliner Philharmonische Orchester mitziehen. 

Seitdem ist es nie mehr ruhig geworden um die begnadete Musikerin. Anne-Sophie Mutter legte eine beispiellose Weltkarriere hin, engagierte sich leidenschaftlich auf dem karitativen Feld und arbeitete geduldig an ihrer vielseitigen, nie langweilig werdenden Diskographie. Die ist im Laufe der Jahrzehnte aber so stark angewachsen, dass man darin leicht die Orientierung verliert. Da hilft eine Best of, in der die schönsten Aufnahmen der Geigerin versammelt sind. Und wann, wenn nicht jetzt, knapp 40 Jahre nach ihrem Bühnendebüt, wäre der richtige Zeitpunkt hierfür?

Persönliche Lieblingsstücke: Romantischer Schwerpunkt

Deutsche Grammophon hat die Gelegenheit beim Schopfe gepackt und legt jetzt ein fulminantes Doppelalbum mit Highlights der genialen Geigerin vor. "Mutterissimo – The Art of Anne-Sophie Mutter" umfasst insgesamt 26 Tracks, allesamt Lieblingsaufnahmen der Mutter, die sie eigens für diese Veröffentlichung ausgesucht hat. Den Löwenanteil der Sammlung bildet romantisches und spätromantisches Repertoire: Beethoven, Schumann, Brahms, Schubert, Mendelssohn, Tschaikowsky, Dvořák und Fauré. Mutter ist hier ganz bei sich selbst. Sie fühlt sich wohl, wenn sie farbreichen Harmonien und leidenschaftlichen Gesten auf der Geige Ausdruck verleihen darf.

Zu ihren unterschätzten Stärken zählt das lyrische Geigenspiel. Mutter versteht es glänzend, sich träumerischen Stimmungen hinzugeben, wie das impressionistische Material der Sammlung eindrucksvoll beweist. Debussys Claire de lune oder Ravels Tzigane, letzteres unter der volltönenden Begleitung der Wiener Philharmoniker (James Levine), sind echte Höhepunkte einfühlsamen Geigenspiels. Mit "Schön Rosmarin" von Fritz Kreisler und "It Ain’t Necessarily So" von George Gershwin finden sich zudem erfreulich leichte Töne auf dem Album, dessen romantische Gesamtatmosphäre sich übrigens ausgezeichnet in die nun aufkeimende Weihnachtszeit fügt. 

    


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30.11.2016
Gustavo Dudamel

Pictures At An Exhibition - zauberhafter Bilderkosmos mit Gustavo Dudamel

Die Wiener Philharmoniker widmen sich auf ihrem neuen Album unter Leitung von Gustavo Dudamel farbenreich und packend russischer Meisterwerke.

Gustavo Dudamel, Pictures At An Exhibition - zauberhafter Bilderkosmos mit Gustavo Dudamel © Vern Evans

Musik kann Bilder im Kopf entstehen lassen, sie kann mit Klängen malen und mit Rhythmen zeichnen. Bei kaum einem Werk wird dies plastischer erfahrbar als bei den "Bildern einer Ausstellung" von Modest Mussorgsky, die als imposantes musikalisches Meisterwerk gleichsam eine ganze Galerie in Töne fassen. Bei Deutsche Grammophon erscheint nun eine bemerkenswerte Einspielung dieses eindrucksvollen Werks, wobei mit den Wiener Philharmonikern unter der Leitung von Gustavo Dudamel ein ebenso geschliffener wie homogener Klangkörper musiziert, der das Stück mit Verve und tiefer Musikalität durchdringt.

"Bilder einer Ausstellung" faszinieren als kontrastreiche Programmmusik

Die "Bilder einer Ausstellung" wurden von Modest Mussorgsky im Jahr 1874 komponiert und widmeten sich verschiedenen Gemälden und Zeichnungen, die der Komponist auf einer Gedächtnisausstellung in Erinnerung an seinen Freund, den Maler Viktor Hartmann, gesehen hatte. Mussorgsky vertonte diese Impressionen für Klavier und schuf damit ein wahres Musterbeispiel an Programmmusik, wobei nicht zur Gänze feststeht, ob es sämtliche Bilder wirklich gab oder sie teils nur im Kopf Mussorgskys geschaffen wurden. In jedem Fall fand das Werk zahlreiche Nachahmer und wurde etliche Male auch für Orchester bearbeitet. Die bekannteste dieser Fassungen ist jene von Maurice Ravel, die auch auf dem neuen Album vielgestaltig im Zentrum steht. Da tänzelt verstohlen und linkisch der Gnom, da tollen in den Tuillerien die Kinder herum, raunen düster die Katakomben und öffnet sich schließlich machtvoll und imposant das große Tor von Kiew.

Reizvoll ergänzt werden die kontrastreichen "Bilder einer Ausstellung" durch Mussorgskys Stück "Die Nacht auf dem kahlen Berge", der eindringlich ausgestalteten und stimmungsvollen musikalischen Darstellung eines Hexensabbats, sowie durch den berühmten Walzer aus Tschaikowskis Ballettmusik "Der Schwanensee". So findet sich auf dem Album ein ausschließlich russisches und ausgesprochen stimmungsvolles Programm.

Bilderreich, packend und dicht: Dudamel fasziniert mit unmittelbarer Interpretation

Die Wiener Philharmoniker setzten die starken musikalischen Bilder klangmalerisch und ausdrucksstark in Szene. Gustavo Dudamel verbindet mit den Philharmonikern bereits eine langjährige Beziehung und die Vertrautheit und Intensität der Zusammenarbeit spiegeln sich in einer besonders dichten und hingebungsvollen Interpretation. Mit sattem Grundton, strömend, warm und dicht schaffen die Philharmoniker wahre Klanggemälde und erwecken die Stücke Mussorgskys farbenreich und imposant zum Leben. Unter dem impulsstarken und stringenten Dirigat Dudamels entwickelt sich so ein intensives Hörerlebnis, das unmittelbar und hoch musikalisch in den Bann zu ziehen vermag.

Vom Konzertsaal hinaus in die Welt: Brücken bauen mit Musik

Die Aufnahme der Wiener Philharmoniker entstand in intensiver Zusammenarbeit mit der Organisation Superar, die ihren Sitz im 10. Bezirk der Stadt Wien hat und in diesem ethnisch wie kulturell heterogenen Quartier kostenlosen Musikunterricht für etwa 900 Kinder im Alter von 5 bis 16 Jahren anbietet. Im Zuge der Aufnahme haben sich die Kinder mit Mussorgskys farbenreichem Werk auseinandergesetzt, sie sind mit ihren Instrumenten auf die Straßen der Großstadt gegangen und haben schließlich eine Fotoausstellung präsentiert. "Musik kann ein Mittel sein, um Gemeinschaft, Hoffnung und Schönheit zu erleben" so Gustavo Dudamel. Mit der neuen Aufnahme ist dies auf beeindruckende Art und Weise gelungen.


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30.11.2016
Diverse Künstler

Große Freude - Das Album "Luthersche Weyhnacht"

Im Angesicht des 500. Jubiläums der Reformation 2017 präsentiert das Album "Luthersche Weyhnacht" festliche Musik, die durch den berühmten Theologen geschrieben und inspiri

Diverse Künstler, Große Freude - Das Album Luthersche Weyhnacht © DG

Die Reformation an sich ist schon deshalb eng mit Musik verbunden, weil Martin Luther selbst ein leidenschaftlicher Sänger war und seine geistlichen Botschaften auch gerne mit und in Musik transportierte. Insgesamt 36 Lieder - darunter Psalmen, biblische Erzähl- und Weihnachtslieder - hat der Theologe gedichtet und dadurch im 16. Jahrhundert auch die Menschen erreicht, die nicht lesen konnten. Durch die Musik hatte jeder die Gelegenheit, im Gottesdienst gemeinsam mit der Gemeinde zu singen. Bis heute spielt das gemeinsame Singen eine zentrale Rolle im Gottesdienst der evangelischen Kirche. Vor allem in der Weihnachtszeit lebt diese Tradition jedes Jahr auf - das Album "Luthersche Weyhnacht" bringt stimmungsvoll den geistlichen Kontext zum Ausdruck und wird so zu einem ganz besonderen musikalischen Begleiter durch den Advent. Die evangelisch-lutherische Theologin, Pfarrerin und Autorin Margot Käßmann hat für das Album einen einleitenden Text verfasst, der die Musik auch mit Worten in den Kontext einbettet.

Bach & Luther

Als Johann Sebastian Bach 1685 in Eisenach geboren wurde, lag Martin Luthers Thesenanschlag vom 31. Oktober 1517 an die Tür der Schloßkirche zu Wittenberg bereits mehr als anderthalb Jahrhunderte zurück. Ebenso wie der Reformator Martin Luther, war Bach Schüler der Lateinschule des ehemaligen Dominikanerklosters in Eisenach. Das Album "Luthersche Weyhnacht" macht Luthers Einfluss auf Bachs Musik spürbar. Mit einer Aufnahme von Bachs Choralkantate "Nun komm, der Heiden Heiland BWV 62", die auf Martin Luthers Adventslied "Nun komm, der Heiden Heiland" zurückgeht, eröffnen die English Baroque Soloists gemeinsam mit dem Monteverdi Choir unter der Leitung von John Eliot Gardiner mit historisch informierter Spielfreude das Album. Der britische Organist Simon Preston erweckt mit "Variatio 1: Nel canone all’ottava" aus "Vom Himmel hoch, da komm ich her" BWV 769 und  "Allein Gott in der Höh’ sei Ehr’" BWV 676 Bachs Choralfantasien auf der Orgel zum Leben. Und mit Auszügen aus Bachs "Magnificat" in Es-Dur BWV 243a erinnert der Chor der Christ Church Cathedral Oxford gemeinsam mit der Academy of Ancient Music und Simon Preston daran, dass es sich bei Martin Luther auch um einen großen Marienverehrer handelte.

Historisch informiert

Grundlage vieler barocker Kompositionen ist jedoch Martin Luthers Übersetzung der Bibel in die deutsche Sprache. Das gilt auch für die "Historia von der Geburt Christi", die Heinrich Schütz 1660 für den Weihnachtsgottesdienst komponiert hat und die von Paul McCreesh mit seinem Ensemble Gabrieli Consort & Players, dem Boys’ Choir Of Roskilde Cathedral und glänzenden Gesangssolisten der Alte Musik Szene eingespielt worden ist. Philip Pickett und das New London Consort ergänzen die Reise in die von Martin Luther inspirierte Musikwelt mit Liedern, Motetten und Chorälen von Johann Hermann Schein und Michael Praetorius.

Martin Luther hat sich selbst einmal als "Weihnachtschrist" bezeichnet. So ist das Weihnachtsfest ist ein schöner Anlass, um zur Ruhe zu kommen und anlässlich des 500. Jubiläums der Reformation den Einfluss zu betrachten, den Martin Luther im Laufe der Zeit auf das Schaffen vieler Komponisten gehabt hat.


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30.11.2016

Musikalisches Porträt des Jahrhundertgeigers David Oistrach

"The David Oistrakh Edition" erweist dem Ausnahmekünstler David Oistrach die Ehre und präsentiert beeindruckende Referenzaufnahmen des leidenschaftlichen Musikers.

David Oistrach, Musikalisches Porträt des Jahrhundertgeigers David Oistrach © DG

Unter den zahlreichen hochkarätigen Musikern einer Generation gibt es immer wieder auch Persönlichkeiten, die schon zu Lebzeiten Geschichte schreiben und deren Können und Größe weit über einzelne Auftritte und Aufnahmen hinausreichen. Ein Musiker, auf den dies uneingeschränkt zutraf, war David Oistrach. Mit gutem Grund ist er als Jahrhundertgeiger in die Geschichte eingegangen, seine virtuose Spielkunst und seine sensible Interpretationsgabe sind bis heute legendär. Mit "The David Oistrakh Edition" erscheint nun eine Zusammenstellung, die sämtliche Aufnahmen Oistrachs bei Deutsche Grammophon, Decca und Philips vereint und eine wahre Schatzkiste darstellt für jeden Hörer, der sich intensiv mit der musikalischen Persönlichkeit des sowjetischen Virtuosen auseinandersetzen möchte.

David Oistrach: Phänomen, Genie und Menschenfreund

David Oistrach wurde 1908 in Odessa geboren und fand schon früh zur Geige. Mit beeindruckendem Talent gesegnet, verfeinerte und vollendete er sein Spiel bei seinem Lehrer Pjotr Stoljarsky und gewann mit 28 Jahren schließlich den Eugéne-Ysaye-Wettbewerb 1937 in Brüssel. In den folgenden Jahren widmeten etliche Komponisten dem außergewöhnlichen Geiger eigens für ihn komponierte Werke, darunter die beiden Violinkonzerte von Schostakowitsch, die beiden Sonaten von Prokofjew oder das Violinkonzert in d-Moll von Chatschaturjan. In seiner Interpretation dieser und anderer Werke legte David Oistrach eine ungemeine Intensität und Leidenschaft an den Tag, bei der sich seine nahezu unfehlbare Technik und sein brillantes Virtuosentum eindrucksvoll verbanden mit einer berührenden Musikalität in der Ausgestaltung der melodischen Bögen und einer bestechenden Klarheit in seiner musikalischen Aussage. Getragen von dem für Oistrach so charakteristischen warm schwingenden Ton und einem natürlichen Fluss in seinem Spiel offenbarten sich die Werke der Hörerschaft so in ihrer ganzen Tiefe. David Oistrach, der auch als Lehrer, Kollege und Freund hoch geschätzt wurde und von Yehudi Menuhin als "freundlichster, loyalster und warmherzigster Mensch" gewürdigt wurde, "den man sich denken kann", machte in seinem Spiel keinerlei Kompromisse und widmete sich mit bedingungsloser Hingabe der Musik. Im Jahr 1974 verstarb er völlig überraschend und hinterließ der Nachwelt sein kostbares musikalisches Erbe.

Von Bach bis Hindemith: Edition umfasst breites stilistisches Repertoire des Künstlers

David Oistrach selbst meinte einmal, die Musik sei der ganze Sinn seines Lebens und lauscht man den vorliegenden Aufnahmen der "The David Oistrakh Edition", so ist diese absolute Hinwendung in jedem Ton spürbar. Die breite Palette des Repertoires reicht dabei von den Violinkonzerten Johann Sebastian Bachs über Vivaldi, Tschaikowsky, Bruch oder Ravel bis hin zu Strawinsky, Prokofjew und Hindemith. So entsteht auf insgesamt 22 CDs das packende musikalische Porträt eines Musikers, dessen Strahlkraft und Leidenschaft in seinem Spiel uns bis heute in den Bann ziehen. 


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24.11.2016
Diverse Künstler

Weihnachtliche Klänge aus dem musikalischen Herzen Leipzigs

Der Thomanerchor und das Gewandhausorchester widmen sich auf dem Album "Weihnachten in Leipzig" dem beeindruckenden musikalischen Erbe ihrer Stadt.

Diverse Künstler, Weihnachtliche Klänge aus dem musikalischen Herzen Leipzigs © DG

Das musikalische Herz der Stadt Leipzig schlägt dort, wo einst Johann Sebastian Bach zum ersten Mal sein Weihnachtsoratorium zur Aufführung brachte. Als 20. Thomaskantor prägte der Großmeister des Barock das musikalische Leben in der Stadt maßgeblich und machte die Thomaskirche zum Hort hochkarätiger Konzerte und ausgereifter Interpretationskunst. Dies ist bis heute so und international geschätztes Aushängeschild dieses Ortes ist der Thomanerchor, bis ins Jahr 2015 geleitet von Georg Christoph Biller. Auf dem Album "Weihnachten in Leipzig", das bei Deutsche Grammophon erschienen ist, werden die musikalischen Schätze, die Leipzig sowohl durch das Erbe seiner Komponisten als auch durch seine jahrhundertealten und hochrenommierten Klangkörper zu bieten hat, eindrucksvoll erfahrbar. Zusammen mit dem Gewandhausorchester unter Leitung von Riccardo Chailly präsentiert der Chor der Thomaner darauf in einer reizvollen Zusammenstellung verschiedener Stücke ein facettenreiches und anspruchsvolles Programm, welches das Weihnachtsfest stimmungsvoll umrahmt.

Thomanerchor und Gewandhausorchester: Zwei musikalische Aushängeschilder einer Stadt mit Geschichte

Der Thomanerchor ist eine der ältesten Kultureinrichtungen überhaupt und wurde bereits im Jahr 1212 gegründet. Zur Hochform lief er schließlich unter Leitung von Johann Sebastian Bach auf und hat seither nichts von seiner Bedeutung für das Leipziger Kulturleben eingebüßt. Allwöchentlich gestaltet er die Motette in seiner Heimatkirche, zudem werden regelmäßig Bach-Kantaten aufgeführt. Musikalischer Partner ist hierbei das Leipziger Gewandhausorchester, welches ebenso wie der Thomanerchor für eine ausgesprochen kultivierte und feine Klanggestaltung steht und die musikalischen Kostbarkeiten seiner Stadt unter großem Zuspruch hinausträgt in die Welt. Auf "Weihnachten in Leipzig" offenbaren beide Klangkörper einen überaus sensiblen und tiefsinnigen Zugang zu den unterschiedlichen Werken. Während der Thomanerchor mit feiner Transparenz und einem weichen, homogenen Chorklang besticht, zeigt sich das Gewandhausorchester als wendiges und musikantisch agierendes Ensemble, das unter dem Dirigat von Riccardo Chailly jedes Detail der Stücke intensiv durchdringt.

Von Bach bis Mauersberger: Auf den Spuren der Komponisten Leipzigs

Ebenso eng wie der Bezug der Interpreten zur Stadt Leipzig ist die Verbindung vieler Komponisten zu dieser besonderen Musikmetropole. „Ach, wie beneide ich immer Leipzig um seine Musik“, schrieb einst Clara Schumann enthusiastisch - und in der Tat: Die Dichte der musikalischen Tonschöpfer an diesem Ort war und ist außergewöhnlich. Auf dem Album "Weihnachten in Leipzig" sind verschiedene Werke von den großen Komponisten-Söhnen der Stadt versammelt. Von Heinrich Praetorius über den Thomaskantor Johann Sebastian Bach, den Gewandhauskapellmeister Felix Mendelssohn Bartoldy bis hin zum späteren Thomaskantor Erhard Mauersberger reicht die breite Palette der Komponisten und ebenso vielfältig ist die Stückauswahl. Neben Auszügen aus Bachs Weihnachtsoratorium erklingen rein instrumentale Sätze wie das Konzert für Trompete und zwei Oboen in D-Dur von Georg Philipp Telemann, außerdem stehen klassische weihnachtliche A cappella Chorsätze im Zentrum, die der Thomanerchor berührend schlicht und ergreifend in Szene setzt. So entsteht schließlich das farbenprächtige und glanzvolle musikalische Mosaik einer Stadt, deren Klangschätze nicht nur zu Weihnachten in den Bann ziehen.


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24.11.2016
Diverse Künstler

"Complete Chopin Deluxe Edition" - einzigartige Hommage an den Meister der Tasten

Die "Complete Chopin Deluxe Edition" erweist dem eindrucksvollen Werk Frédéric Chopins die Ehre und besticht mit mitreißenden Referenzaufnahmen von höchster Qualität.

Diverse Künstler, Complete Chopin Deluxe Edition - einzigartige Hommage an den Meister der Tasten © DG

"Das Klavier ist mein zweites Ich", hat Frédéric Chopin einmal gesagt und lauscht man seinem Werk, wird deutlich, was er damit meint: In jedem Ton und jeder Wendung ist die musikalische Seelenverwandtschaft des Künstlers zu seinem Instrument spürbar und so zeugen seine Werke von einer ungemein dichten Ausdruckskraft und emotionalen Tiefe. Kein anderer Komponist hat die romantische Klavierliteratur derart geprägt und verändert wie der polnische Komponist und bis heute zählen seine Werke zu den meistgespielten auf den Konzertpodien in aller Welt. Bei Deutsche Grammophon erscheint mit der "Complete Chopin Deluxe Edition" nun eine hochkarätige und konkurrenzlose Gesamtzusammenstellung des Werks von Frédéric Chopin. Auf insgesamt 20 CDs vereint sie Aufnahmen der renommiertesten Chopin-Interpreten vergangener und heutiger Tage und bietet neben berührenden Hörerlebnissen spannende Einblicke in die Rezeptionsgeschichte eines der größten Komponisten der Romantik.

Mit Passion und Poesie: Chopin erkundete in seinen Werken neue Gefühlsdimensionen

1810 in Warschau geboren, begann Chopin bereits im Alter von sieben Jahren mit dem Komponieren. Und auch wenn der Künstler dem Klavier Zeit seines Lebens treu bleiben sollte, bewies er innerhalb seines pianistischen Werks eine immense Vielfalt. Diese spiegelt auch die vorliegende Edition wieder. Imposante Großformate wie die zwei Klavierkonzerte stehen neben tänzerischen Miniaturen wie den Walzern, virtuose Gipfelstürme wie seine Sonaten gesellen sich zu sanglich filigranen Schätzen wie den Nocturnes, außerdem sind auch die kammermusikalischen Werke Chopins zu erleben, etwa seine Sololieder. Mit Kompositionen wie seinen berühmten Etüdenzyklen op.10 und op.25 revolutionierte Chopin nicht nur die Technik, sondern schuf darüber hinaus auch neue Gattungen der Klavierliteratur, allen voran die Ballade. Als Wanderer zwischen den Welten, der in Polen geboren alsbald nach Paris übersiedelte, wo er 1849 auch starb, vergaß Chopin zudem nie seine polnische Herkunft. Vielmehr erwuchsen aus seiner intensiven Beschäftigung mit den volkstümlichen musikalischen Formen seiner verlorenen Heimat die mitunter farbenprächtigsten Klangbilder Chopins, darunter die wie hingetupft scheinenden Mazurken und die wuchtig triumphalen Polonaisen. Was all seine Werke eint, ist eine direkte Emotionalität und singende Melodik, die Chopin als hochsensiblen Feingeist offenbaren.

Von Rubinstein bis Trifonov: Meisterwerke Chopins erklingen im Spiegel großer Interpreten

Die neue Edition von Deutsche Grammophon vereint nicht nur sämtliche Werke Chopins in sich, sie bietet darüber hinaus die faszinierende Möglichkeit, etliche der größten Chopin-Interpreten von Martha Argerich und Vladimir Ashkenazy bis Lilya Zilberstein und Krystian Zimerman in historischen Einspielungen zu erleben. Außerdem sind führende jüngere Interpreten bei der Edition vertreten, darunter Jan Lisiecki, Alice Sara Ott, Daniil Trifonov, Yuja Wang und nicht zuletzt der Gewinner des Internationalen Chopin-Wettbewerbs 2015, Seong-Jin Cho. Wie Cho haben die meisten Gewinner des renommierten Wettbewerbs Chopin-Alben bei Deutsche Grammophon veröffentlicht und aus diesem einzigartigen Schatz schöpft die Edition. So liegt ein besonderer Genuss im Entdecken der ganz unterschiedlichen Interpretationsansätze sowohl der vergangenen als auch der jüngeren Pianistengeneration. Ergänzt werden die Aufnahmen in der "Complete Chopin Deluxe Edition" durch ein umfangreiches Bonusmaterial.


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23.11.2016
Seong-Jin Cho

"Chopin spricht direkt das Herz an" – Seong-Jin Cho spielt Chopins Klavierkonzert Nr. 1

Der Koreaner Seong-Jin Cho gehört zu den talentiertesten Nachwuchspianisten unserer Zeit. Nun präsentiert er sich auf seinem ersten Studioalbum.mit Chopins erstem Klavierkonzert und den vier Balladen.

Seong-Jin Cho, Chopin spricht direkt das Herz an – Seong-Jin Cho spielt Chopins Klavierkonzert Nr. 1 © Harald Hoffmann / DG

"Alles ist poetisch, verinnerlicht, stilvoll", schrieb die Financial Times über Seong-Jin Chos Deutsche-Grammophon-Aufnahme mit den 24 Preludes op. 28 von Chopin, während der Guardian  "die Zurückhaltung und feinsinnige Differenzierung von Chos Spiel" lobte und voller Anerkennung feststellte, dass er "keinerlei Effekthascherei" betreibe und es ihm "nur um die Musik" gehe. Um die Musik geht es im Leben des 22-jährigen Koreaners bereits seit seiner Kindheit. Mit sechs Jahren begann der 1994 in Seoul geborene Pianist mit dem Klavierspiel, und bereits als Elfjähriger hatte er seinen ersten öffentlichen Auftritt. 2008 gewann er in Moskau den 6. Internationalen Chopin-Wettbewerb für Nachwuchspianisten, im Folgejahr wurde Seong-Jin Cho mit 15 Jahren der jüngste Gewinner in der Geschichte des Internationalen Hamamatsu-Klavierwettbewerbs in Japan.

Poesie und Innigkeit: Seong-Jin Cho

Die bedeutendste Auszeichnung erhielt Cho jedoch im Oktober 2015: den ersten Preis beim berühmten Warschauer Chopin-Wettbewerb. Die Werke des polnischen Komponisten haben für ihn einen hohen Stellenwert "Chopins Musik erzählt uns so viel über das Menschsein und spricht direkt das Herz an." Vorherige Gewinner des Chopin-Wettbewerbs waren unter anderem angesehene Klaviergrößen wie Martha Argerich, Maurizio Pollini und Yundi

Bereits zwei Wochen nach dem Chopin-Wettbewerb 2015 veröffentlichte die Deutsche Grammophon das erste Solo-Album des jungen Pianisten mit Live-Aufnahmen aus der Warschauer Philharmonie, nun erscheint am 25. November 2016 die allererste Studioplatte des 22-jährigen Koreaners, wiederum mit Werken von Frédéric Chopins. Cho präsentiert sich hierauf mit dem ersten Klavierkonzert – begleitet vom erstklassigen London Symphony Orchestra unter Gianandrea Noseda – sowie den vier Balladen des polnischen Meisters.

Kantables und polnische Tanzrhythmen

Das erste Klavierkonzert von Chopin bringt der junge Meisterpianist mit exquisit-schönemTon zum Klingen. Im ersten Satz intoniert er die Themen mit hohem Sinn für kantable Linienführung, während seine Darstellung des langsamen Satzes durch zarte Poesie und Farbenreichtum besticht. Der dritte Satz, ein Rondo, basiert auf dem synkopischen Rhythmus des polnischen Volkstanzes Krakowiak. Seong-Jin Cho arbeitet diesen tänzerischen Charakter so plastisch heraus, dass man sich unversehens auf einer polnischen Bauernhochzeit wiederzufinden glaubt.

Pastorale und Ritterschlacht

In Chopins erster Ballade g-Moll  sieht sich der Interpret mit einer Vielzahl musikalischer Charaktere auf engem Raum konfrontiert. Cho trifft hier stets den richtigen Ton: Die Largo-Einleitung gestaltet er gewichtig, das Hauptthema natürlich-fließend, und die dramatische Coda, die in ihrer turbulenten Bewegtheit an eine historische Ritterschlacht erinnert, nimmt er mit packender Direktheit, jedoch ohne Gewalt. Mit pastoraler Schlichtheit intoniert er die Einleitung der zweiten Ballade, während er Ballade Nr. 3 mit wunderbaren dramatischen Steigerungen versieht. Chopins vierte Ballade ist bei vielen Pianisten gefürchtet, da sie zum einen sehr weitschweifig komponiert ist und zum anderen mit einer teuflisch schweren Coda schließt, in der das gesamte Stück kulminiert. Cho hält die Spannung hier bis zum Schluss und zeigt in der hochsouverän bewältigten Coda, dass ihn auch pianistisch maximal fordernde Passagen nicht aus der Ruhe bringen.


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03.11.2016
Franco Fagioli

Furios: Franco Fagioli überzeugt als Farnaspe in Pergolesis Oper "Adriano in Siria"

Giovanni Battista Pergolesis barocke Oper "Adriano in Siria" bietet alles, was das Herz eines Opernfans begehrt und präsentiert in der neuen Einspielung für Decca einen Franco Fagioli in Höchstform.

Franco Fagioli, Furios: Franco Fagioli überzeugt als Farnaspe in Pergolesis Oper Adriano in Siria © Stephan Boehme

Liebe, Macht, Intrigen und Leidenschaft - das Libretto von Pietro Metastasio aus dem Jahr 1732 hat es in sich und beleuchtet politische und zwischenmenschliche Konflikte mit treffsicherer Präzision. Der italienische Komponist Giovanni Battista Pergolesi hat während der kurzen Schaffenszeit vor seinem Tuberkulose-Tod mit nur 26 Jahren, die fiktiven Geschichten aus dem Leben des römischen Kaisers Hadrian als Auftragswerk für den König von Neapel musikalisch in Szene gesetzt. Seine barocke Oper gilt als zentrale Vertonung des Librettos, wurde jedoch zu Lebzeiten vom Publikum abgelehnt, so dass sie für zwei Jahrhunderte in der Versenkung verschwand und erst in den 1980er Jahren wieder im Rampenlicht erschien.

Mutige Annäherung

Lediglich die virtuosen Arien, die Pergolesi dem gefeierten Kastraten Caffarelli auf den Leib komponiert hatte, wurden begeistert aufgenommen, weil der exzentrische Sänger darin einmal mehr das ganze Spektrum seiner außergewöhnlichen Stimme präsentieren konnte. Mehr als 280 Jahre nach der Blütezeit der barocken Kastraten präsentiert Decca auf der neuen Aufnahme von "Adriano in Siria" mit dem argentinischen Countertenor Franco Fagioli in der Rolle des Farnaspe einen unerschrockenen, modernen Caffarelli des 21. Jahrhunderts, der der stimmlichen Virtuosität der barocken Vorbilder in nichts nachsteht und sich mit leidenschaftlichem Impetus in Pergolesis komplexe Klangwelten stürzt.

Musikalische Herausforderungen

Bereits in der ersten Bravourarie "Sul mio cor so ben qual sia" demonstriert Franco Fagioli mit weiten Sprüngen, schwindelerregenden Läufen und langen Bögen augenblicklich seine stimmlichen Fähigkeiten. In "Lieto così talvolta" verweben sich die Gesangsstimme und die Melodie der Solo-Oboe chromatisch miteinander zu einem filigranen Klanggebilde und in "Torbido in volto e nero" erweist sich Franco Fagioli als echter Stimmakrobat, wenn er sich mit virtuosen Kapriolen über das satte klangliche Fundament hinweg schwingt, das die Capella Cracoviensis dem Sänger auf historischen Instrumenten unter der Leitung von Jan Tomasz Adamus bereitet.

Brillante Besetzung

Neben Franco Fagioli als Farnaspe, sind auch die weiteren Rollen der Oper durchweg glänzend besetzt. Die russische Sopranistin Dilyara Idrisova kann in der Rolle der Sabina in den Arien "Chi soffre, senza pianto", "Splenda per voi sereno" und "Ah, ingrato, m’inganni" eine bemerkenswerte Bandbreite von Gefühlen ausdrücken, Romina Rosso brilliert als Emirena mit strahlender Höhe in "Prigioniera abbandonata" und der ukrainische Countertenor Yuriy Mynenko schlüpft überzeugend in die Rolle des Kaisers Hadrian.

Am 16. Dezember kann man die glanzvolle Besetzung mit Pergolesis Oper live in einer konzertanten Aufführung im Theater an der Wien erleben. Die Aufnahme erscheint bereits am 4. November 2016 in einer umfangreichen Box mit drei CDs.

 


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03.11.2016
Lisa Batiashvili

Schnörkellose Romantik – Batiashvili spielt Tschaikowsky und Sibelius

Sie gehört zu den virtuosesten Geigerinnen der Gegenwart. Jetzt veröffentlicht Lisa Batiashvili ein Album mit den Violinenkonzerten von Tschaikowsky und Sibelius - von Daniel Barenboim und der Staatskapelle Berlin kongenial begleitet.

Lisa Batiashvili, Schnörkellose Romantik – Batiashvili spielt Tschaikowsky und Sibelius © Sammy Hart

Es gibt nur wenige Solisten, denen schon in jungen Jahren kaum noch etwas beizubringen ist. Lisa Batiashvili ist eine solche Ausnahmeerscheinung.

Ureigene Spielkultur: Lisa Batiashvili

Die 1979 in Tiflis geborene Geigerin findet schon früh zu ihrer eigenen Form. Ihr Markenzeichen: der scharf geschnittene, klare Ton, kombiniert mit der Gabe, starke Gefühlssequenzen diskret zu vermitteln und nicht ins Sentimentale abzugleiten. Dabei schont sich Lisa Batiashvili keineswegs. Sie geht immer wieder an die Grenzen und stürzt sich mit wilder Leidenschaft in romantische Geigenmusik. Aber all dies geschieht mit Maß und Proportion. Nichts ist zufällig bei der georgischen Geigerin.

Alles macht musikalisch Sinn und wirkt dabei doch gar nicht künstlich. Das wäre auch seltsam bei ihrer Biographie. Lisa Batiashvili ist mit Musik aufgewachsen. Musik ist für sie das Natürlichste von der Welt. Bereits im Kindesalter erhält sie bei ihrem Vater Unterricht. Sie macht rasante Fortschritte, überfordert sich jedoch nicht, sondern arbeitet konzentriert an ihrer Technik. Mit 12 Jahren geht sie an die Hamburger Musikhochschule und lernt bei Mark Lubotski.

Schicksalhafte Begegnung: Daniel Barenboim

1993 wechselt sie zu der großen Geigenlehrerin Ana Chumachenco nach München und verfeinert ihre Fähigkeiten. Auf einen originellen Stil legt sie dabei gar keinen großen Wert. Lieber stellt sie sich in den Dienst der großen Komponisten und birgt die klanglichen Schätze, die sie hinterlassen haben. Doch gerade mit dieser bescheidenen Haltung findet sie ihren ureigenen Ton.

Lisa Batiashvili sucht nicht, sie findet, und diese Natürlichkeit, diese Unverkrampftheit beeindruckt nicht nur ihr stetig wachsendes Publikum, sondern auch gestandene Größen der Klassikkultur wie Alfred Brendel oder Daniel Barenboim. Letzterer nimmt zum ersten Mal von ihr Notiz, als er sie bei einer Fernsehübertragung mit dem finnischen Radio-Sinfonieorchester Sibelius' Violinkonzert interpretieren sieht.

Der Dirigent ist hingerissen von ihrem Spiel, ruft sie an und äußert den Wunsch, mit ihr zusammenarbeiten zu dürfen. Lisa Batiashvili nimmt die Offerte an. In der Folge tritt sie mehrmals mit Barenboim und der Staatskapelle Berlin vor 40.000 Zuschauern beim Berliner Opern-Air-Konzert "Staatsoper für alle" auf. Dabei spielen die beiden auch die Violinkonzerte von Sibelius und Tschaikowsky, die beim Publikum frenetische Begeisterung auslösen.

Modernisierte Romantik: Schnörkellose Darbietung

Daraufhin gehen sie ins Studio und nehmen die beiden Konzerte auf. Das Resultat liegt jetzt vor, und man kann nur sagen: Es ist überwältigend. Lisa Batiashvili entschlackt und modernisiert das Violinkonzert von Tschaikowsky, das oftmals zu pathetisch gegeben wird. Ohne den starken Gefühlsausdruck des russischen Komponisten zu beschneiden, verzichtet sie doch auf große Gesten und macht das Hörerlebnis damit umso berührender. Bei Batiashvili hört man den echten, den wahren Tschaikowsky.

Sie fügt der Komposition keine unnötigen Extras hinzu, sondern lässt Tschaikowsky für sich selbst sprechen. Paradoxerweise entfaltet sie gerade so einen originellen Klang. Ihr natürliches Spiel ist unverwechselbar, und es passt nicht nur zu Tschaikowsky, sondern auch zu Sibelius. Bei dem Violinkonzert des finnischen Komponisten spürt man, wie sie sich an den eigenwilligen, skandinavischen Klangnuancen erfreut und unbändige Lust am virtuosen Spiel entwickelt. Doch alles mit Maß und poetischer Inspiration. Das ist wahrhaft große Kunst.    


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03.11.2016
Albrecht Mayer

Mit der Oboe singen – Lieblingsstücke von Albrecht Mayer

Er gehört zu den besten Oboisten der Gegenwart. Für sein Album Vocalise hat Albrecht Mayer jetzt seine persönlichen Lieblingsstücke aus den Veröffentlichungen der letzten Jahre ausgewählt.

Albrecht Mayer, Mit der Oboe singen – Lieblingsstücke von Albrecht Mayer © DG

Albrecht Mayer weiß zu begeistern. Überall, wo der fränkische Meisteroboist hinkommt, verbreitet er gute Laune. Mayer ist nicht nur ein glänzender Solist, er strahlt auch menschliche Wärme aus, die sich unmittelbar auf sein Publikum überträgt. Wenn er den Konzertsaal betritt und zu spielen beginnt, dann entsteht sofort eine magisch-gespannte Atmosphäre.

Genauso ist es mit seinen CD-Veröffentlichungen. Jede einzelne von ihnen ist ein Ereignis. Keine ist mittelmäßig oder bloß vorläufig. Mayer hat immer eine Idee, ein Konzept, von dem er sich leiten lässt, und auf seinem neuen Album folgt er einem sehr persönlichen Motiv. Der Oboist hat für das Album "Vocalise" seine Lieblingsstücke aus den Veröffentlichungen der letzten Jahre ausgewählt und den Focus dabei auf Kompositionen gelegt, die den sanglichen Charakter der Oboe besonders prägnant zur Geltung bringen.

Lyrischer Ton: Albrecht Mayer singt mit der Oboe

Dass die Oboe eine besondere Nähe zur menschlichen Stimme hat, ist für Albrecht Mayer keine Nebensächlichkeit. Es ist vielmehr eine der wichtigsten Erkenntnisse seines musikalischen Selbstverständnisses. Mayer war in jungen Jahren Mitglied des Bamberger Domchors, und obgleich er sich gegen eine Gesangskarriere entschied, hat er seine Lust am Singen doch nie vergessen und sie mit in seine Solistenkarriere getragen. Wenn Albrecht Mayer Oboe spielt, dann singt er mit seinem Instrument.

Der gesangliche Charakter der Oboe ist für ihn essenziell. Abrecht Mayer hält immer nach Repertoire Ausschau, das die kantablen Schönheiten seines Instruments hervorlockt, und wenn er einen Komponisten liebt und keine Oboenliteratur bei ihm findet, dann hilft er sich mit Arrangements und Transkriptionen aus. Auf diese Weise hat er viel Musik, die ursprünglich nicht für sein Instrument komponiert wurde, für Oboe umgesetzt, und sein neues Album enthält die schönsten Funde und Klassiker, die er in den letzten Jahren aufgenommen hat.        

Breites Repertoire: Vom Barockzeitalter bis in die moderne Zeit

Das Album ist reich an melodiösen Stücken, die den Schönklang der Oboe, ihre weichen, lyrischen Nuancen, glänzend zum Vorschein bringen. Das Spektrum reicht von barocken Arien bis hin zu französischen Chansons. Prominent vertreten sind Arien von Georg Friedrich Händel, den Mayer seit jeher schätzt. "Ich fand es toll", so der Meisteroboist im Booklet zur CD, "dass die Arien schon zu Händels Zeiten das Publikum zur Raserei bringen konnten und heute noch immer das Potenzial dazu haben."

Und in der Tat verzaubern Arien wie Lascia ch’io Pianga oder Will the sun forget to streak den Hörer, denn Mayer spielt sie mit hingebungsvoller Zartheit. Zeigt er hier seine lyrischen Stärken, so bewährt sich in den Transkriptionen frühmoderner Komponisten seine Fähigkeit, lange Linien zu ziehen und den Überblick zu behalten. So in Clair de Lune von Claude Debussy, das er in einem Arrangement von Chris Hazell vorträgt und in geduldigen Wellenbewegungen sanft fließen lässt. Das ist atemberaubend, einfach überwältigend.       


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