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Jonas Monar, Die Vampirschwestern 3: Jonas Monar präsentiert den Titelsong Die Andern und wir 5x2 Kino-Freikarten für euch
Jonas Monar

"Die Vampirschwestern 3": Jonas Monar präsentiert den Titelsong "Die Andern" und wir 5x2 Kino-Freikarten für euch

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21.10.2016
David Crosby

David Crosby und Michael League - alter Knochen trifft jungen Feuerball

David Crosby, David Crosby und Michael League - alter Knochen trifft jungen Feuerball Henry Diltz

Gegensätze ziehen sich an. Als jüngsten Beweis für diese These kann man wohl die Zusammenarbeit zwischen David Crosby und Michael League betrachten. Denn ein ungleicheres Paar ist nur schwer vorstellbar. Während Crosby - einst Mitglied der Supergruppen The Byrds und Crosby, Stills, Nash & Young - in seiner Solokarriere, die sich nun schon über 45 Jahre erstreckt, gerade einmal vier Studio- und zwei Live-Alben herausbrachte, gilt League als hyperaktiver Hansdampf in allen Gassen (und Genres).

Bei einem seiner vielen Projekte - "Family Dinner, Volume 2" - konnten sich die beiden letztes Jahr erstmals beschnuppern. Die Chemie zwischen ihnen stimmte gleich so sehr, dass sie beschlossen, gemeinsam ein paar Songs zu komponieren. Innerhalb von nur vier Tagen brachten sie in Crosbys Domizil im kalifornischen Santa Ynez die ersten drei Songs für das nun erscheinende Album "Lighthouse" zu Papier.

Gemeinsam mit League zu komponieren war "eine der besten Erfahrungen meines Lebens", meint Crosby. "Es ist nicht so, dass er die Texte und ich die Musik schrieb oder er die Musik und ich die Texte. Es war alles miteinander verwoben, beinahe Wort für Wort und Note für Note. Es ist ein erstaunlicher Prozess und ein sehr schneller." Die Bewunderung beruht auf Gegenseitigkeit. "Unter den Folk-Rock-Songwritern ist David ein wahrer Sonderfall", meint League. "Er bringt Farbe, Entdeckungs- und Risikofreude in seine Songtexte, Gitarrenparts und Gesangsharmonien ein. Er hat keine Angst davor, Akkorde mit Noten zu spicken, die man dort normalerweise nicht hört."

Fünf der neun Stücke dieses erstaunlichen Albums schrieben Crosby und League also im Tandem. Weitere zwei - "Drive Out To The Desert" und "What Makes It So" - schuf David Crosby im Alleingang. Hinzu kamen schließlich noch zwei Nummern mit anderen Songwriting-Partnern. "Paint You A Picture" entstand in Kollaboration mit seinem Freund und Kollegen Marc Cohn, der vor allem für seinen Hit "Walking In Memphis" bekannt ist. Die Schlussnummer "By The Light Of The Common Day" wiederum schrieb Crosby mit der großartigen Becca Stevens, die er bei den "Family Dinner"-Sessions kennengelernt hatte.

Aufgenommen wurde das Album in einem Studio in Santa Monica, das Crosbys altem Kumpel Jackson Browne gehört. Dort kam es auch zur einzigen Meinungsverschiedenheit zwischen dem Künstler und seinem produzierenden Partner, als Crosby zwischen den Aufnahmen einen Monat Pause einlegen wollte. League wollte davon jedoch nichts wissen und beharrte darauf, das Album innerhalb von zwei Wochen fertigzustellen. "Ich sagte ihm, dass ich noch nie ein Album in zwei Wochen aufgenommen hätte", berichtet Crosby. "Ich sagte ihm: 'Ich bin ein alter Knochen und du bist ein junger Feuerball. Du musst ein bisschen auf die Bremse treten und mir einen ganzen Monat Zeit geben.'" Dann fügt er mit einem herzerfrischenden Lachen hinzu: "Wir nahmen das ganze Album schließlich in zwölf Tagen auf."


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19.09.2016
James Horner

Gesamtkunstwerk - Das Album "Collage" erinnert an James Horners reiches Oeuvre

In einer Collage vereinen sich viele verschiedene kleine Teile zu einem künstlerischen Gesamtbild. So ist es auch bei James Horners Album "Collage", das posthum erscheint und u.a. das letzte Werk des amerikanischen Komponisten präsentiert.

James Horner, Gesamtkunstwerk - Das Album Collage erinnert an James Horners reiches Oeuvre © Mercury Classics

Musik für mehr als 100 Filme hat James Horner im Laufe seiner bewegten künstlerischen Laufbahn geschrieben, darunter "Titanic" und "Avatar". Für seine Soundtracks wurde er mit zwei Oscars, zwei Golden Globes und sechs Grammy Awards ausgezeichnet. Die Lücke, die James Horner hinterlassen hat, als er am 22. Juni 2015 bei einem Flugzeugabsturz ums Leben kam, lässt sich kaum schließen.

Vergangenheit und Zukunft

Wie klingt die Sehnsucht? Wie klingt die Liebe? Die Angst, der Schmerz, das Schweigen? Fragen, die man sich kaum beantworten kann und deren Antworten doch in James Horners Musik Gestalt annehmen. Als musikalischer Stimmungsmaler hat der Komponist mit seinen Klängen immer wieder Gefühle zum Ausdruck gebracht, die das Kinopublikum weit über Grenzen der Bilder und der gesprochenen Worte der Filme hinaus trugen.

Das aktuelle Album präsentiert nicht nur das letzte, bislang unveröffentlichte Werk des amerikanischen Musikers, sondern ist auch ein bewundernder Rückblick auf sein Schaffen und ein klangvoller Nachruf auf einen grandiosen Komponisten, der es vermochte, große filmische Geschichten mit unzähligen atmosphärischen Klangfarben zu bereichern.

Meister der Farben

Zutiefst berührend sind die zarten, solistischen Cello- und die Geigenklänge von Mari und Håkon Samuelsen in "Jose’s Martyrdom" aus dem Film "For Greater Glory", die zwischendurch von den sinfonischen Wogen eines großen Orchesters umspült werden. James Horner war ein Meister darin, musikalische Spannungsbögen aufzubauen. Eine große Orchesterbesetzung bot ihm dabei immer wieder alle Möglichkeiten, sich künstlerisch auszutoben. "The Ludlows" aus "The Legends of the Fall" berührt beispielsweise durch den Kontrast von der Schönheit einer schlichten Klaviermelodie und der Wucht eines satten Streicherunisonos, in "Return to the wild" aus dem Soundtrack zu "Wolf Totem" lässt Horner die Titelmelodie in vielen unterschiedlichen dynamischen Abstufungen durch das Orchester wandern.

Musikalische Themen aus "Iris", "First in Flight" und "Aliens" ergänzen die vielschichtigen musikalischen Erinnerungen an einige der schönsten Filmmusik-Kompositionen aus James Horners Schaffen. "Kitty Hawk" und "Conquest of the Air" aus "First in Flight" wurden für das Album erstmalig durch das Royal Liverpool Philharmonic Orchestra unter der Leitung von David Arnold eingespielt.

Unsterbliche Klänge

Im Mittelpunkt des Album steht jedoch die titelgebende Komposition, mit deren Vollendung James Horner im Sommer 2015 befasst war: "Collage" ist das letzte Werk aus seiner scheinbar unerschöpflichen, kreativen Feder. Mit den für Horner typischen unverwechselbaren satten Klangfarben hat er in dem sechsteiligen Werk ein dichtes, romantisches Klanggemälde für vier Hörner und Orchester geschaffen.

"Collage" ist nur wenige Wochen vor Horners tödlichen Unfall im letzten Sommer in seiner Anwesenheit durch das London Philharmonic Orchestra unter der Leitung von Jaime Martin eingespielt worden und wird nun mit seiner Veröffentlichung am 23. September bei Mercury Classics posthum zu einer Art Lebenswerk, in dem sich alle kompositorischen Facetten des amerikanischen Komponisten noch einmal vereinen.


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25.08.2016
Derrick Hodge

Der Alleskönner - Derrick Hodge brilliert als stilistisches und instrumentales Chamäleon

Derrick Hodge, Der Alleskönner - Derrick Hodge brilliert als stilistisches und instrumentales Chamäleon Chris Baldwin

Multiinstrumentalisten, sagen böse Zungen, sind Menschen, die zwar viele Instrumente spielen, aber leider kein einziges richtig beherrschen. Wie unfundiert diese Behauptung ist, haben gerade im Jazz schon jede Menge Künstler bewiesen: von Ornette Coleman über Keith Jarrett und Jack DeJohnette bis hin zu Marcus Miller. Mit Derrick Hodge, wie Miller von Haus aus eigentlich Bassist, gesellt sich zu dieser Galerie nun ein weiteres Musterexemplar. Bevor er 2013 sein Debütalbum "Live Today" bei Blue Note herausbrachte, hatte sich Hodge schon einen hervorragenden Namen in den Bands von Trompeter Terence Blanchard, Keyboarder Robert Glasper, Rapper Common und den Nu-Soul-Vokalisten Jill Scott und Maxwell gemacht. Auf dem Album "Live Today", das nicht nur in Jazzkreisen als "erfrischend originell" gepriesen wurde, bewies er erstmals seine instrumentale Vielfältigkeit, wenn auch noch in einem konventionellen Bandkontext. Nun ging er kühn einen Schritt weiter und spielte sein neues Album "The Second" fast durchweg im Alleingang ein. Nur bei vereinzelten Tracks erhielt er Unterstützung durch den Schlagzeuger Mark Colenburg oder eine von Trompeter Keyon Harrold, Posaunist Corey King und Tenorsaxophonist Marcus Strickland gebildete Bläsersektion.

 

"Ich wollte ein Album kreieren, das alle meine künstlerischen Facetten offenbart, aber zugleich auch das Publikum anspricht", meint Hodge. "Ich hoffe, dass diese Musik den Leuten Auftrieb gibt und ihnen dabei hilft über den Tag zu kommen. Und ich wollte auch zeigen, dass ich mit Haut und Haar für den Rest meines Lebens und meiner Karriere Musik erschaffen möchte." Tatsächlich hat Hodge über all die Komplexität seiner Musik nie ihre Zugänglichkeit aus den Augen verloren. Seine Melodien und Grooves besitzen eine bemerkenswerte, manchmal fast schon hypnotisierende Anziehungskraft. Auf "The Second" hat Derrick Hodge seinen Groove-orientierten Personalstil, der Jazz- und Hip-Hop-Elemente miteinander verschlingt, noch weiter verfeinert. Die neuen Songs spiegeln dabei seine enormen Erfahrungen in allen Bereichen der zeitgenössischen schwarzen Musik wider. Genau aus diesem Grund machte ihn der Nu-Soul-Star Maxwell auch zum musikalischen Leiter der Band, mit der er sich derzeit auf seiner umjubelten "'blackSUMMERS'night"-Welttournee befindet.


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20.04.2016
Rufus Wainwright

Eine Hochzeit im Himmel – Rufus Wainwright huldigt Shakespeare mit einem neuen Album

Shakespeares 400. Todestag stellt England auf den Kopf. Rufus Wainwright leistet mit seinem neuen Tribute-Album "Take All My Loves – 9 Shakespeare Sonnets" einen würdigen Beitrag.

Rufus Wainwright, Eine Hochzeit im Himmel – Rufus Wainwright huldigt Shakespeare mit einem neuen Album © DG

23. April 1616: ein Mann stirbt, seine Legende wird geboren. Ohne William Shakespeare wären die Sprache, die Kunst, Literatur, die (Pop-)Kultur heute ärmer. Kein Dichter hat die Menschen so unmittelbar berührt. Keiner hat so brillant und zeitlos die großen archetypischen Gefühle inszeniert: Liebe und Hass. Sehnsucht und Überdruss. Leidenschaft und Langeweile. Sein oder Nicht-Sein. Keine Frage: der geniale Wortjäger und -Sammler veränderte die Art, mit der wir uns heute ausdrücken. Ohne Shakespeare hätte Leonard Bernstein keinen Plot für seine "West Side Story" gehabt, Agatha Christie beim Schreiben ihrer "Mausefalle" auf dem Stift herumgekaut, Alfred Hitchcock Dokumentarfilme gedreht, hätten Nick Lowe, Iron Maiden oder Mumford & Sons sich andere Songs und Albumtitel ausdenken müssen. Shakespeare ist überall. England feiert seinen Dichterfürsten im großen Stil. In London und Umgebung gibt es hunderte Hommagen an den Barden, dessen Sprache die Welt neu erschuf.

Wainwright begann bereits vor sieben Jahren mit der Vertonung Shakespeares

Nicht erst seit gestern gehört Rufus Wainwright zu den modernen Shakespeare-Aposteln. Seit 2009 setzt sich der kanadische Singer-Songwriter und Komponist mit seinen Sonetten auseinander. Es begann im Vorfeld seiner ersten Oper "Prima Donna". "Da ich noch nie Musik für die Bühne geschrieben hatte, wollte ich mich zuerst mit einigen kleinen Stücken herantasten", sagte er. Diese Gelegenheit bot sich, als ihn der Produzent Robert Wilson fragte, ob er die Musik zu einer Adaption von Shakespeares Sonetten für das Berliner Ensemble schreiben wollte. "Robert Wilson, Shakespeare, das Berliner Ensemble – das klang für mich nach einer guten Kombination." 2010 orchestrierte Wainwright fünf dieser Sonette für das San Francisco Symphony Orchestra. In anderen Fassungen erschienen drei weitere Sonnette in Wainwrights Album "Songs for Lulu". Aus einer Spielerei wurde ein riesiges Projekt. "Lässt man sich einmal auf Shakespeares Sonette ein, dann gibt es kein Zurück mehr", kommentierte Wainwright. "Man wird eingesogen, taucht ein, geht unter und steht als besserer Mensch wieder auf." Wainwright nannte das Projekt eine "Hochzeit im Himmel".

Vom "Dreigroschenoper-Sound" zum orchestralen Oeuvre 

Für "Take All My Loves" hat er die Vertonung der epochalen Liebesgedichte nochmals überarbeitet. Wo die Fassungen fürs Berliner Ensemble noch einen "angeschrägten Dreigroschenoper-Sound" hatten (rezensierte das Magazin nachtkritik.de), wo der damals in Berlin lebende Kosmopolit dort unbekümmert mittelalterlichen Minnegesang, Pop, Cabaret, Rock und Klassik aneinanderreihte, sind die neuen Versionen musikalisch ausgefeilt, großzügig arrangiert, verbinden den Rausch mit dem Detail, die Erhabenheit mit Spontaneität, Witz und Biss. Immer schon hat der Pop-Rebell den Glamour Hollywoods mit Indie-Rock und opernhaftem Drama kombiniert. Auch hier zeigt Wainwright Mut zum Kontrast, streut quirlige post-punkige Gitarren ein, untermalt mit elektronischen Klangtapeten, bezirzt mit Pop-Balladen-Charme, lässt Streicher flirren, gibt den Sprechern filmisch wirkende Hallräume, überrascht den Hörer von Moment zu Moment aufs Neue auf seiner Reise in die schwindelnden Höhen und irren Abgründe des shakespearischen Universums. Genau wie dieser in seinem Werk einfach alles abdeckte, lässt Wainwright hier seiner Vision den größten Raum, schöpft aus dem Vollen.

Wainwrights Telefonbuch gibt viele große Namen her

Sorgfältig wählte der 42-Jährige die Sänger und Sprecher für "Take All My Loves" aus, und die diversen Mitstreiter spiegeln vortrefflich seine eigene künstlerische Bandbreite. Mit von der Partie sind die österreichische Koloratursopranistin Anna Prohaska und die Star-Schauspielerin Helena Bonham Carter ("Die Rede des Königs"). Die britische Rocksängerin Florence Welch schwebt auf den sanften Westcoast-Folkpop-Klängen von "When in Disgrace" davon. Der Berliner Grimme-Preisträger Jürgen Holtz ("Du bist nicht allein", "Good Bye Lenin") und der Schauspieler Christopher Nell (2011 umjubelte ihn die Theaterszene für seinen Romeo) sind auf einer deutschsprachigen Tango-Version ("All dessen müd") des Sonnets 66 zu hören. Begleitet werden sie vom BBC Symphony Orchestra unter der Leitung von Jayce Ogren, das im vergangenen Jahr Wainwrights "Prima Donna" auf CD einspielte. Mit dem Produzenten Marius de Vries, der entscheidend an "Take All My Loves" mitwirkte, schließt sich ein weiterer Kreis: De Vries produzierte Wainwrights frühe Alben "Want One" und "Want Two" und mischte 2007 sein bisher erfolgreichstes: "Release The Stars".

Wainwright hatte noch nie ein Problem damit, im Kontext der ganz Großen zu stehen. So wie er sich ohne Anbiederung vor Verdi, Strauss und Wagner verneigt hat (mit "Release The Stars" und "Prima Donna"), liefert er hier nun William Shakespeare ein tadelloses Tribute-Album, das sich aus der Masse der Würdigungen heraushebt und dem zeitlosen Dichter über den runden Todestag hinaus neue Fans bescheren wird.

 


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17.03.2016
Ana Moura

Göttliche Fadista auf Abwegen - Ana Moura erschließt dem Fado neue Horizonte

Ana Moura, Göttliche Fadista auf Abwegen - Ana Moura erschließt dem Fado neue Horizonte

"Wenn man den Fado singen und weinen kann, dann kann man ihn auch tanzen", behauptet Ana Moura in "Fado Dançado", einem Stück ihres neuen Albums "Moura". Wobei fraglich ist, ob Traditionalisten des Genres diesen "Fado Dançado", der mit einem lebhaften afrikanischen Rhythmus unterlegt ist, überhaupt noch als Fado durchgehen lassen. Wie jeder Künstler, der mit den Konventionen eines Genres bricht, setzt sich Moura natürlich der Gefahr aus, hartnäckige Traditionsbewahrer zu vergrätzen.

Doch der sensationelle Erfolg ihres letzten Albums "Desfado" spricht eigentlich für sich. In Portugal befindet es sich seit mittlerweile 168 Wochen ununterbrochen in den Charts, wodurch es dort zum erfolgreichsten Album aller Zeiten wurde! Auf "Moura" setzt die Sängerin, die von der französischen Zeitung Le Figaro einmal "die göttliche Fadista" genannt wurde, nun den innovativen Weg fort, den sie auf "Desfado" zusammen mit ihrem US-amerikanischen Produzenten Larry Klein einschlug.

Auch diesmal arbeitete Ana Moura mit einer Reihe von Musikern, Komponisten und Textern zusammen, die sich außerhalb des engen Fado-Zirkels bewegen. Einige davon - wie Márcia Santos, Miguel Araújo, Pedro Abrunhosa und Pedro da Silva Martins (Deolinda) - kennt man bereits von "Desfado". Völlig neue Gefährten sind hingegen Carlos Tê, der ansonsten mit portugiesischen Rockgrößen wie Rui Veloso und Jorge Palma arbeitet, Jorge Cruz von der Band Diabo Na Cruz, Edu Mundo, Sara Tavares und Kalaf von dem Kuduro-/Grime-/Breakbeat-Ensemble Buraka Som Sistema. Der angolanische Songwriter Toty Sa’Med vertonte für Ana Moura außerdem eigens ein paar Texte des ebenfalls angolanischen Schriftstellers José Eduardo Agualusa. Mit "Lilac Wine" nahm Moura zudem noch eine Nummer in ihr Repertoire auf, die einst durch jazzige Interpretationen von Eartha Kitt und Nina Simone weltbekannt wurde.

Klein stellte Moura erneut ein Team exzellenter Musiker zur Seite, darunter der Keyboarder Pete Kuzma (Jill Scott, Lizz Wright) und Schlagzeuger Vinnie Colaiuta (Frank Zappa, Sting). Zu ihnen gesellen sich noch zwei portugiesische Musiker, mit denen die Sängerin seit Jahren regelmäßig live auftritt: Ângelo Freire, der Portugiesische Gitarre spielt und auch zu den Begleitern von Mariza zählt, sowie Pedro Soares mit seiner klassischen Gitarre (die in Fado-Kreisen auch "viola de fado" genannt wird). In dem Stück "Eu entrego" ist Ana Moura außerdem in einem Duett mit Omara Portuondo zu hören, einer der Grandes Dames der kubanischen Musik.

Nicht immer sind die Neuerungen so ohrenfällig wie im eingangs erwähnten "Fado Dançado". Manchmal sind es auch kleine Details, die große Wirkung erzielen. Die Portugiesische Gitarre etwa wurde diesmal wie eine E-Gitarre verstärkt. "Was mit der Gitarre auf diesem Album gemacht wurde, gefällt mir ungemein", sagt Ana Moura. "Die Idee dazu hatten wir eigentlich schon bei der letzten Aufnahme, aber erst jetzt haben wir es in die Tat umgesetzt. Das ist vielleicht der größte Unterschied. Aber es gibt noch andere, wie etwa die Omnipräsenz der Hammond-Orgel, die vielen Themen einen quasi spirituellen Klang verleiht. Auch das Schlagzeug ist anders als auf dem anderen Album, akustischer, antiquierter, mit einem ungeschliffeneren Klang."

Ana Moura Live:

21.05.16 - Dortmund, Konzerthaus

22.05.16 - Hamburg, Fabrik

24.05.16 - Frankfurt, Alte Oper (Women of the World Festival)

25.05.16 - CH-Genf, Theatre du Luman

26.05.16 - CH-Zürich, Volkshaus

28.05.16 - Berlin, Passionskirche

29.05.16 - A-Wien, Konzerthaus


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04.02.2016
Pink Floyd

Sinfonisch statt Synthesizer! Orchestrale Hits von Pink Floyd

Gelungenes Klassik Crossover ist eine Kunst für sich. Mit dem Pink Floyd-Album "Wish You Were Here Symphonic" ist ein wunderbarer Spagat zwischen rockigen Sounds und sinfonischer Dichte gelungen.

Pink Floyd, Sinfonisch statt Synthesizer! Orchestrale Hits von Pink Floyd Ⓒ Decca / Tiernen Trevallion

Wer am 5. und 6. September 2014 und am 12. Februar 2015 das Glück hatte, in den Londoner Abbey Road Studios anwesend zu sein, konnte Zeuge einer legendären Produktion werden, die, vier Jahrzehnte nach den Aufnahmen von Pink Floyds Album "Wish You Were Here" am selben Ort die Musik noch einmal in ganz neuer und außergewöhnlicher Klanggestalt aufleben lässt.

Das London Orion Orchestra blüht unter der Leitung von Peter Scholes auf seiner rockigen Mission richtig auf. Der neuseeländische Klarinettist, Dirigent und Komponist Peter Scholes hat bereits Stücke für das Royal New Zealand Ballet, das Auckland Philharmonia Orchestra, das Saint Matthew’s Chamber Orchestra und Chamber Music New Zealand komponiert und ist Gründer und musikalischer Leiter des Auckland Chamber Orchestra. Für das ambitionierte Pink Floyd Projekt ist er tief in die Musik der Band eingetaucht und hat in seinen intelligenten Arrangements die Essenz daraus in große sinfonische Bögen verwandelt. Diese knüpfen an das Schaffen der legendären Rockmusiker an und lassen zugleich eine ganz eigene musikalische Welt entstehen. Man muss kein Pink Floyd Fan sein, um dem Reiz dieser besonderen Klänge zu erliegen - und wenn man Fan ist, dann wird man von der originellen Hommage an die Geschichte der britischen Rockband begeistert sein.

Prominente rockige Unterstützung haben die Musiker des London Orion Orchestra durch den exzentrischen amerikanischen Sänger Alice Cooper, Dave Fowler und Stephen McElroy an den Gitarren und Rick Wakeman an den Keyboards. Alice Cooper und Rick Wakeman interpretieren den Titelsong "Wish You Were Here, den man in einer Version von Dave Fowler und Stephen McElroy noch ein zweites Mal auf dem Album erleben kann. Das Orchester präsentiert alte Hits "Welcome To The Machine", "Have A Cigar", "Eclipse" und das neunteilige Stück "Shine On You Crazy Diamond" von 1975, das Syd Barrett, dem Mitbegründer und kreativen Kopf von Pink Floyd gewidmet ist.

Die Klänge des Orchesters wirken wie ein Blick durch ein Kaleidoskop. Sie funkeln und strahlen und verändern permanent ihre Gestalt und ihre Klangfarben. Peter Scholes hat die vielen Facetten des wandelbaren orchestralen Klangkörpers perfekt in seinen Arrangements herausgekitzelt und überrascht die Ohren mit einem aufregenden Mix aus sinfonischer Wucht, rockigen Reminiszensen und experimentellen Sounds.


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05.11.2015
Plácido Domingo

König der Oper - "Domingo – The 50 Greatest Tracks"

Am 21. Januar 2016 wird Plácido Domingo 75 Jahre alt. Zum Geburtstag beschenkt die Deutsche Grammophon alle seine Fans mit einem Doppelalbum, das die 50 schönsten Tracks seiner Karriere enthält.

Plácido Domingo, König der Oper - Domingo – The 50 Greatest Tracks © DG

Mit Anfang 20 begann der spanische Sänger, eine Opernbühne nach der anderen für sich zu erobern. Seit vielen Jahrzehnten gehört Plácido Domingo seitdem zu den Stars der internationalen Solisten-Riege. Gemeinsam mit José Carreras und Luciano Pavarotti vermochte er es, als "Die drei Tenöre" seit der Weltmeisterschaft 1990 das Publikum regelmäßig in wilde Begeisterung zu versetzen und öffnete damit den musikalischen Horizont für viele außergewöhnliche Ereignisse. Berührungsängste kannte der Sänger nie. Er war der erste klassische Künstler, der ein Konzert im New Yorker Central Park gegeben hat und erreichte mit Auftritten in Fernsehserien wie "The Simpsons", "Sesame Street" und "Seinfeld" ganz unterschiedliche Zielgruppen. Plácido Domingos künstlerische Vielseitigkeit ist faszinierend und beeindruckend. Das Doppelalbum bringt das weite Spektrum seines sängerischen Schaffens wunderbar zum Ausdruck.

König der Oper

Insbesondere in der Opernwelt ist der spanische Tenor zuhause. Die "LA Times" hat Plácido Domingo kurzerhand zum "König der Oper" ernannt. Nachdem er bereits zahlreiche internationale Erfolge gefeiert hatte, debütierte er 1986 an der LA Opera und ist seit 2003 ihr Generaldirektor. 147 Rollen hat der Tenor im Laufe seiner Karriere weltweit gespielt und gesungen, in über 3600 Opernvorstellungen stand er auf der Bühne. Auf "Domingo – The 50 Greatest Tracks" sind alle Rollen und Musikstile versammelt, die Plácido Domingos Werdegang geprägt haben. Man kann ihn als glühend eifersüchtigen Don José mit "La fleur que tu m’avais jetée" in George Bizets "Carmen" erleben, als verzweifelten Prinzen Calaf mit "Nessun dorma" in Giacomo Puccinis Oper "Turandot" oder als bis über beide Ohren verliebten Mario Cavaradossi mit "Recondita armonia" in "Tosca". Plácido Domingos Repertoire erstreckt sich auf dem Album von italianischer und französischer Oper aus der Feder von Verdi, Puccini, Rossini und Offenbach mit Walthers betörender Arie "Morgenlich leuchtend" aus Wagners "Die Meistersinger von Nürnberg" und einer beeindruckenden Darbietung als "Lohengrin" auch auf das deutsche Opernfach. Seine große stimmliche Ausdrucksstärke macht Plácido Domingo zu einem äußerst wandelbaren Künstler, wie man auf der ersten CD, die sich ganz der Oper widmet, genüsslich feststellen kann.

Verblüffende Vielseitigkeit

Plácido Domingo überzeugt jedoch nicht nur als leidenschaftlicher Sänger in den großen Opern, sondern auch mit einem humorvollen Augenzwinkern in glanzvollen Operettenproduktionen à la Franz Lehár, wenn er mit unwiderstehlichem Charme u.a. den beliebten Ohrwurm "Dein ist mein ganzes Herz" aus "Das Land des Lächelns" präsentiert. Sensible Authentizität stellt Plácido Domingo in den berührenden Aufnahmen deutscher, italienischer und lateinamerikanischer Lieder unter Beweis. Mit großer Hingabe interpretiert er Augustin Laras "Granada", singt mit "El día que me quieras" dem unvergessenen Tangokönig Carlos Gardel ein inbrünstiges Ständchen und schlägt mit "Be my love" von Nikolaus Brodszky eine Brücke in die Popularmusik der 1950er Jahre. Arrangements von "Panis angelicus" von César Franck, "Mille cherubini in coro" von Franz Schubert und "Der Engel" aus Richard Wagners "Wesendonck-Lieder" bereichern das Album um viele weitere stilistische Klangfarben, die Plácido Domingo mit stimmlicher Präzision wunderbar in Szene setzt.


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10.09.2015
Rufus Wainwright

Der Himmel über Paris – Rufus Wainwright veröffentlicht eine Studio-Einspielung seines gefeierten Operndebüts Prima Donna

Was 2009 für ausverkaufte Häuser und stehende Ovationen in London, New York und Madrid sorgte, erscheint nun als Studio-Album: "Prima Donna" von Rufus Wainwright.

Rufus Wainwright, Der Himmel über Paris – Rufus Wainwright veröffentlicht eine Studio-Einspielung seines gefeierten Operndebüts Prima Donna © George Scott

2009 brachte der Indie-Popstar Rufus Wainwright mit "Prima Donna"seine erste Oper auf die Bühne. Nach der Premiere in Manchester erhielt der Zweiakter auch in London, New York, Toronto und Madrid stürmischen Applaus. Gesponsert von 2000 Fans, über die Musik-Plattform Pledge Music, hat Wainwright nun mit dem BBC Symphony Orchestra und Solisten eine Studio-Aufnahme von "Prima Donna" realisiert. Sie erscheint auf CD, digital und als Stream.

Jahrelang nahm Wainwright Anlauf zu diesem Projekt

Natürlich ist "Prima Donna" keine Rockoper wie "Tommy" oder "Quadrophenia"! Im Gegenteil: Die meisten seiner seit den 1990ern geschriebenen Songs wären der lange Warm-Up für dieses Melodram gewesen, betonte Wainwright, laut New York Times, immer wieder in jüngeren Interviews. Das klingt enorm – ist aber glaubwürdig. Nehmen wir die  grandiose Sentimentalität, den coolen Cabaret-Kitsch seines erfolgreichsten Albums Release "The Stars". 2007 nahm es den Tonfall einer Rufus-Oper vorweg, verneigte sich vor Verdi, Strauss und Wagner.

Kanadischer Folkpop-Aristokrat im Reiche der Oper

Seit siebzehn Jahren spielt der eigenwillige, brillante, pompöse Singer-Songwriter nach eigenen Regeln und entzieht sich jeder Kategorisierung. Auf sieben Studio-Alben hat er unnachahmlich den Glamour Hollywoods mit Indie-Pop und opernhaftem Drama kombiniert. Seine stilistischen Brückenschläge haben den Spross des Wainwright-Garrigle-Clans zum Konsens-Künstler und Liebling der Medien gemacht, er wurde für einen Grammy und einen Brit-Award nominiert. Wainwrights wundervolle Wandlungsfähigkeit zeigen seine Kollaborationen mit so unterschiedlichen Pop- und Rock-Größen  wie den Pet Shop Boys und Shirley Bassey, Elton John, Antony, Joni Mitchell, Lou Reed, Boy George, Mark Ronson und Robbie Williams.

Mit "Prima Donna" griff der damals 36-Jährige aber erst nach den Sternen, nach der sicher ehrgeizigsten musikalischen Ausdrucksform, die es gibt. Alles spricht dafür, dass Wainwright dieses Projekt aus purer Leidenschaft in die Hände nahm, es ist eine Oper über die Oper, eine Ode ans Genre, das er seit Teenagerzeiten anbetet.

Maria Callas lieferte die Vorlage zur Protagonistin von Prima Donna

Wainwright bekam die Idee zu dem Stück, als er Interviews mit der späten Maria Callas anschaute. Das französischsprachige Libretto (Co-Autorin: Bernadette Colelomine) handelt von einer alternden Opernsängerin, es hebt auf dramatischen Opernthemen wie Verlust und Eifersucht ab, malt schwärmerische Bilder.

Entsprechend verneigt sich die Musik, eingespielt vom BBC Symphony Orchestra unter Leitung Jayce Ogrens, unüberhörbar vor der romantischen Oper des (späten) 19. Jahrhunderts, lässt die Klangwelt Puccinis und Massenets aufleben. Im ersten Akt erklingt eine Arie aus Gaetano Donizettis Oper Rosmonda d'Inghilterra (die eng mit der Handlung verknüpft ist), gegen Ende scheinen ganz klar Madama Butterfly und der Rosenkavalier hindurch. Indes spannt Wainwright den stilistischen Rahmen bis ins frühe 20. Jahrhundert, stellenweise erinnert "Prima Donna" an Poulenc und Weill. Die Anspielungen seien "keinesfalls billige Klischees, sondern, meisterhaft in die Musik hinein gewoben", urteilte das Opernfachblatt Rhinegold.co.uk. Wainwright habe "ein Liebeslied an die Oper geschrieben, durchtränkt von den Stilen des goldenen Opernzeitalters", schrieb die Times. Als "entwaffnend schön" bezeichnete die New York Times das Werk.

Prima Donna knüpft an Wainwrights bisherige Musik an

Auch wenn sich Wainwright hier der Oper mit Wucht in die Arme wirft, so verleiht er Prima Donna dennoch seine Identität. Am stärksten zeigt dies die letzte Arie des Opus, wo die Hauptdarstellerin Regine (gesungen von der britischen Sopranistin Janis Kelly) auf ihrem Balkon stehend und ein Feuerwerk am Himmel über Paris anschauend akzeptiert, dass ihr großes, sehnlich erhofftes Comeback nicht mehr stattfinden wird. Die träumerisch vor sich hintänzelnde Melodie der Arie, mit ihrer behutsam-schlichten, repetitiven, dann pathetisch anschwellenden Orchestrierung – sie könnten direkt aus einem seiner Songs sein. Und so schafft es Wainwright, der seit drei Jahren kein Studio-Album mehr veröffentlicht hat (auch wenn er eigenen Angaben nach der Pop-Welt keinesfalls entsagen möchte), sich selbst im großen Genre-Sprung treu zu bleiben. Seine zweite Oper ist bereits in Auftrag gegeben und soll 2018 Premiere haben. 


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18.06.2015
Mari & Hakon Samuelsen

Große Gefühle – Verträumte Musik von Oscar-Preisträger James Horner

Er ist einer der größten Filmkomponisten der Gegenwart. Jetzt veröffentlicht Mercury Classics ein neues Album von James Horner. Mari (Geige) und Hakon Samuelsen (Cello) spielen das eigens für sie komponierte Doppelkonzert "Pas de Deux".

Mari & Hakon Samuelsen, Große Gefühle – Verträumte Musik von Oscar-Preisträger James Horner © Stephen Butkus

Große Gefühle gehören zum Schönsten, was es in der Musik gibt. In der Neuen Musik waren sie indes lange verpönt. Die musikalische Avantgarde reagierte allergisch auf starke Empfindungen.

Romantische Gefühle

Sie witterte sentimentale Verirrungen und befürchtete, durch romantische Reste von eigenen, klarer formulierten Ideen abgehalten zu werden. Obwohl es sehr mächtig war, hat sich das anti-romantische Dogma nie ganz durchsetzen können. In der Pop-Musik, die von romantischen Gefühlen zerrt, ohnehin nicht. Aber auch in der Neuen Musik bildeten sich Strömungen heraus, die den allzu verkopften Kunstidealen harmonische, tonale und gefühlsstarke Schöpfungen entgegensetzten.

Die minimalistische Kompositionsweise von Größen wie Michael Nyman, Philip Glass oder Arvo Pärt ist bis heute eine der stärksten Gegenbewegungen. Eine andere geht von zeitgenössischen Komponisten aus, die für den Film arbeiten. Im Film geht es nicht ohne Gefühle, und so ist es kein Zufall, dass bei Komponisten wie Howard Shore oder James Horner romantische Klangmomente ein selbstverständlicher Bestandteil ihrer Kunst sind. James Horner hat es hier zu unvergleichlicher Meisterschaft gebracht.

Mari und Hakon Samuelsen - Zwei Cineasten

Der US-amerikanische Komponist und zweifache Oscar-Preisträger hat die Filmmusiken zu Klassikern wie "Titanic" und "Avatar" beigesteuert. Dabei hat er maßgeblich zum Gelingen dieser Welterfolge beigetragen. Die Geigerin Mari Samuelsen und der Cellist Hakon Samuelsen kennen diese Filme. Sie sind leidenschaftliche Kinogänger, und schon seit langem bewundern sie die Musik von James Horner. Die norwegischen Geschwister haben als Solisten und als Duo eine steile Weltkarriere hingelegt. Ihr größter Erfolg ist ein von ihnen selbst initiiertes Weihnachtskonzert, das in über 116 Millionen Haushalte ausgestrahlt wurde.

Was bislang jedoch drückte, ist das verschwindend kleine Repertoire für Cello und Geige. Seit Jahren träumen die beiden deshalb von einer Musik, die eigens für sie komponiert wurde. Hakon sagt: Es sollte kein "fragmentierter Sound" sein, wie er für einen Großteil der zeitgenössischen Musik typisch sei, sondern eine harmonische, direkt zu Herzen gehende Musik. Und kein Komponist schien den beiden Norwegern da geeigneter als James Horner. Er war ihr Wunschkandidat, und so fassten sie sich ein Herz und traten an ihn heran.

"Pas De Deux": Ein ergreifender Dialog

Horner sagte spontan zu und komponierte für sie ein Doppelkonzert für Cello und Geige. Das Werk trägt den Titel "Pas de Deux" und entfaltet einen ergreifenden Dialog zwischen Cello und Geige. Lange poetische Linien, wie sie für Horners Filmmusik typisch sind, changieren mit heftigen dramatischen Ausbrüchen. "Ich wollte", so James Horner, "ein romantisches Stück schreiben." Und das ist ihm wahrlich gelungen! Das norwegische Geschwisterduo wird vom Royal Liverpool Philharmonic Orchestra unter der Leitung von Vasily Petrenko begleitet.

Gemeinsam übergeben sie Horners erstaunliches Zeugnis eines neoromantischen Kompositionsideals, das sie im November 2014 in Liverpool bereits live aufführten, jetzt erstmals einem breiteren Publikum. Unter dem gleichnamigen Albumtitel "Pas de Deux" erscheint es gemeinsam mit Werken von Arvo Pärt, Giovanni Sollima und Ludovico Einaudi. Pärts meditatives "Fratres", Sollimas leidenschaftliches "Violoncelles, vibrez!" (mit Alisa Weilerstein) und Einaudis minimalistischer Klassiker "Divenire" passen sich dabei kongenial in die gefühlvolle Gesamtatmosphäre des Albums ein.      


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02.06.2015
Diverse Künstler

25 Stimmen - 100 Farben! Das Doppelalbum "Divas & Tenors"

Schöne Stimmen sind zweifellos ein Genuss. Das wird besonders deutlich, wenn man sich das neue Album "Divas & Tenors" anhört, das eine exzellente Sammlung von Liedern und Arien präsentiert.

Diverse Künstler, 25 Stimmen - 100 Farben! Das Doppelalbum Divas & Tenors © Decca Classics

Die Doppel-CD beginnt ganz puristisch und mit herrlich zarter Klangschönheit - allein mit der samtigen Stimme der tschechischen Mezzosopranistin Magdalena Kožená, zwei Flöten und Basso continuo Begleitung. "Schafe können sicher weiden, wo ein guter Hirte wacht. Wo Regenten wohl regieren, kann man Ruh und Friede spüren und was Länder glücklich macht." singt Magdalena Kožená und macht mit der Arie aus Johann Sebastian Bachs Kantate "Was mir behagt, ist nur die muntre Jagd" vor allem die Ohren ihrer Hörer glücklich. Es folgt die Arie "Let the bright Seraphim" aus Händels Oratorium "Samson", interpretiert von der neuseeländischen Sopranistin Kiri Te Kanawa, die mit der Solotrompete so glänzend um die Wette jubiliert, dass es eine Freude ist.

Fest der Diven

Und schon in man mittendrin in diesem Fest der schönen Frauenstimmen. Ob Joan Sutherland, Agnes Baltsa, Cecilia Bartoli oder Anna Netrebko - alle großen Diven sind gesanglich hier versammelt und zeigen sich stimmlich von der allerbesten Seite. Die französische Sopranistin Patricia Petibon interpretiert "Lascia ch'io pianga" von Georg Friedrich Händel mit tiefempfundender Intensität und zeigt damit noch eine ganz andere Seite des deutsch-britischen Komponisten. Auch Cecilia Bartoli beeindruckt mit vielfarbigen Nuancen wenn sie "Casta Diva" aus Vincenzo Bellinis tragischer Oper "Norma" präsentiert. Ihr dunkler Mezzosopran verleiht der Arie noch einmal eine ganz andere Tiefe.

Ihre Kollegin Renée Fleming ist auf dem Album gleich mit drei ganz unterschiedlichen Werken vertreten. Neben Antonín Dvoráks romantischem "Song to the Moon" aus der Oper "Rusalka" brilliert die amerikanische Sopranistin mit einem lässig phrasierten "Summertime" von George Gershwin und der kleinen, feinen und betörenden Arie "O mio babbino caro" aus der Oper "Gianni Schicchi" von Giacomo Puccini.

Ein echtes Highlight ist die berühmte "Barcarolle" von Jacques Offenbach gesungen von Elīna Garanča und Anna Netrebko, deren Stimmen ausgezeichnet miteinander harmonieren. Sumi Jo beweist sich darüber hinaus als feurige Königin der Nacht mit perfekten Koloraturen und Angela Gheorghiu bezaubert als Wally mit "Ebben? Ne andrò lontana". Doch schließlich ist es "Time to say goodbye". Katherine Jenkins gibt dem Reigen der singenden Damen mit dem wohlklingenden Ohrwurm den letzten Schliff. 

Olymp der Tenöre

Dann sind die Herren an der Reihe, gesanglich alle Register zu ziehen. Luciano Pavarotti macht den Anfang - mit langen Bögen und kraftvoller Tongestaltung in Händels "Care Selve". In drei weiteren berühmten Arien stellt er auf dem Album einige seiner Paraderollen der italienischen Oper vor, in denen er sich stimmlich hörbar zuhause fühlt. Leidenschaftlich schmettert er Verdis "La donna è mobile", besingt in "Recondita armonia" glaubhaft seine Liebe zur feurigen Floria Tosca und überzeugt mit "Nessun Dorma" auf ganzer Linie als Prinz Kalaf. Musikalisches i-Tüpfelchen ist das neapolitanische Liedchen "’O sole mio", das wohl niemand inbrünstiger singen kann als der legendäre Luciano Pavarotti persönlich.

Doch mit Fritz Wunderlichs Version von "Verdi Prati", Plácido Domingos "Brindisi", mit Rolando Villazon, Francisco Araiza und einem stimmlich hervorragend aufgelegten Juan Diego Florez als Glucks verliebter Orphée gehen musikalisch noch viele weitere Herzenswünsche in Erfüllung und man kann sich an den vielen sonoren und strahlend schönen Stimmen gar nicht satt hören. Alfie Boe steuert mit "Bring him home" aus "Lés Misérables" noch ganz andere Klangfarben bei, die das Spektrum des Albums noch einmal erweitern.

Und am Ende schleicht sich auf dem Olymp der Männerstimmen sogar doch noch eine schöne Frauenstimme ein. Renée Fleming singt gemeinsam mit Bryn Terfel "All I ask of you" aus dem "Phantom der Oper" und rundet im Duett mit dem walisischen Bassbariton das Doppelalbum wunderbar ab.


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