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Alex Aiono, Gewinnt Tickets für Alex Aiono beim NDR 2 Soundcheck Neue Musik Festival
Alex Aiono

Gewinnt Tickets für Alex Aiono beim NDR 2 Soundcheck Neue Musik Festival

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13.07.2017
Charles Lloyd

Bilanz mit bahnbrechender Band - neues Livealbum von Charles Lloyd

Charles Lloyd, Bilanz mit bahnbrechender Band - neues Livealbum von Charles Lloyd D. Darr

Charles Lloyd kennt man in der Jazzszene seit einem halben Jahrhundert als philosophischen Feingeist mit einem gewissen Hang zu Mystizimus und Spiritualität. Ein Mann plakativer Worte war der Saxophonist nie. Doch sein mittlerweile nicht mehr ganz so neues New Quartet mit Pianist Jason Moran, Bassist Reuben Rogers und Schlagzeuger Eric Harland bezeichnet er ohne rot zu werden als "eine bahnbrechende Band, die unerreicht ist". "Hoppla", mag sich da mancher denken, "ist das etwa derselbe Charles Loyd, der in den 1960ern mit Cracks wie Gábor Szabó, Ron Carter und Tony Williams zusammenspielte und jenes fabelhafte Quartett mit Keith Jarrett, Cecil McBee und Jack DeJohnette leitete?" Er ist es. Und auch danach umgab  sich Lloyd niemals mit Musikern der zweiten Garnitur.

 

Zuletzt etwa nahm er für Blue Note spannende Projekte mit Pianist Gerald Clayton, Bassist Joe Sanders, Schlagzeuger Gerald Cleaver, dem griechischen Lyra-Virtuosen Sokratis Sinopoulos und dem ungarischen Zymbal-Maestro Miklós Lukács ("Wild Man Dance") sowie mit u.a. Bill Frisell, Greg Leisz, Norah Jones und Willie Nelson ("I Long To See You") auf. Doch für sein neues Album "Passin’ Thru" tat sich der 79-jährige Saxophonist einmal mehr mit seinem vor gut zehn Jahren gegründeten New Quartet zusammen, mit dem er für ECM Records zwischen 2007 und 2010 die drei Meisterwerke "Rabo De Nube", "Mirror" und "Athens Concert" aufgenommen hatte.

 

Lloyd erklärt, warum er nun mit "Passin' Thru" ein neues Kapitel im Leben dieser Band aufgeschlagen hat: "Es ist ein kleiner Planet, und wir befinden uns hier nur auf der Durchreise zu dem Einen", sagt er. "Hin und wieder gelangt man bei dieser Reise an entscheidende Kreuzungen. Dieses Quartett mit Jason, Reuben und Eric fand im April 2007 auf sehr organische Art zueinander. Nach den ersten Tönen unseres ersten Konzertes wusste ich schon, dass es eine magische Formation war." Im Sommer 2016 trommelte Lloyd das New Quartet für seine erste ausgedehnte Tour in Jahren zusammen. Tatsächlich beginnt "Passin’ Thru" mit dem ersten Song, der auf dieser Tournee gespielt wurde: "Dream Weaver" wurde 2016 beim Montreux Jazz Festival aufgezeichnet. Die restlichen sechs Stücke wurden im selben Jahr im Lensic Theater in Santa Fe/New Mexico bei einem sublimen Konzert aufgenommen, das Lloyd - so wie übrigens auch das gesamte Album - seiner im Herbst 2014 verstorbenen Freundin Judith McBean gewidmet hat. "Shiva Dreams", die letzte Nummer des Albums, war - so sagt Lloyd -  "ein Gebet und eine Meditation für sie".

 

Das Repertoire setzt sich zusammen aus überarbeiteten Klassikern ("Passin’ Thru", "Dream Weaver", "How Can I Tell You" und "Tagore On The Delta") und neueren Kompositionen  ("Part 5, Ruminations","Nu Blues" und "Shiva Dreams") des Saxophonisten zusammen. Auf die Frage, weshalb er für "Passin’ Thru" Songs aus seiner Vergangenheit einer neuerlichen Reflexion unterzog, antwortet Lloyd: "Die Lieder sind meine Kinder. Die Kinder sind aufgewachsen und haben das Haus verlassen. Ich besuche sie von Zeit zu Zeit in verschiedenen Ecken der Welt. ‘Passin’ Thru’ und ‘Dream Weaver’ sind nur zwei meiner vielen Kinder. Sie verließen das Haus und kehrten zurück. Ich verließ das Haus und kehrte zurück. Wenn wir uns gegenseitig besuchen, stellen wir fest, dass wir uns mehr Geschichten zu erzählen haben. So wie sie reifer geworden sind, bin auch ich es geworden. Wenn ich heute hinausgehe, dann bringe ich viele Jahre Erfahrung mit, die ich noch nicht besaß, als ich ein idealistischer junger Mann war." Lloyd hat mit Erstaunen festgestellt, wie sich die Mitglieder seines New Quartet entwickelt haben. "Sie haben ihre Flügel auf verschiedene Arten ausgebreitet. Aber wenn wir als Einheit zusammenkommen, stellen wir fest, dass die Musik und Liebe sich nur vertieft haben. Das Band unserer gemeinsamen Erfahrungen - auf und abseits der Bühne - beseelt und bereichert die Musik.In einer Zeitspanne von zehn Jahren steckt man viel Territorium ab. Aber im Zeitrahmen des Univsersums ist es bloß eine Nanosekunde."


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06.04.2017
Dominic Miller

ECM-Debüt von Sting-Gitarrist Dominic Miller - Gitarrenmusik mit internationalem Flair

Auf dem Album "Silent Light", das auf CD und Vinyl erscheint, stellt Dominic Miller sein (nicht immer stilles) musikalisches Licht keineswegs unter den Scheffel.

Dominic Miller, ECM-Debüt von Sting-Gitarrist Dominic Miller - Gitarrenmusik mit internationalem Flair © Steven Haberland/ECM Records

Dass Dominic Millers "Silent Light" ein so internationales Flair ausstrahlt, sollte einen nicht wundern. Geboren wurde der Gitarrist als Sohn eines US-Amerikaners und einer Irin in Argentinien, wuchs ab seinem zehnten Lebensjahr aber in den Staaten auf und studierte dann an der renommierten Guildhall School of Music in London. Mittlerweile lebt der musikalische Globetrotter, der auch Stunden bei der brasilianischen Gitarren-Legende Sebastião Tapajós nahm, in Frankreich. "Silent Light" reflektiert all diese Lebensstationen Dominic Millers: In Stücken wie "Baden" (ein Tribut an den brasilianischen Gitarristen und Komponisten Baden Powell) gibt es starke lateinamerikanische Einflüsse, während  "Le Pont" die Pariser Luft des frühen 20. Jahrhunderts zu atmen scheint, "Valium" an keltische Stücke im Stil von Bert Jansch erinnert und "Fields Of Gold" eine gedämpfte Instrumentalversion von einer der bekanntesten Sting-Balladen ist. In dessen Band ist Miller seit über 20 Jahren nicht nur Gitarrist, sondern auch des Leaders rechte Hand.

Gemeinsam schrieben sie zudem den Welthit "Shape Of My Heart". Darüber hinaus arbeitete Miller mit den Chieftains, Plácido Domingo und Paul Simon zusammen. Letzterer lobt Miller im Booklet von "Silent Light" für seinen "wunderbaren Anschlag hat, der mit Aromen von Jazz und englischer Folkmusik gewürzt ist".

In seinen eigenen Anmerkungen im Booklet erinnert sich Miller, wie er sich mit seinem Produzenten Manfred Eicher über zwei ECM-Künstler unterhielt, die ihn musikalisch entscheidend beeinflusst haben: Egberto Gismonti und Pat Metheny. An dem einen fasziniert ihn, wie er seinen "ungeschliffenen" Ansatz mit "klassischen Obertönen" zu kombinieren versteht, an dem anderen die eher "Groove-orientierten" Stimmungen und das "Americana-Feeling" seiner Musik. An Methenys akustische Ausflüge erinnern auf "Silent Lights" Stücke wie "Angels" und "Tisane", während die Duo-Nummern mit dem Perkussionisten Miles Bould von dem Album "Duas Vozes" inspiriert zu sein scheinen, das Gismonti einst mit dem vor kurzem verstorbenen Naná Vasconcelos aufnahm. Bei Stücken wie dem synkopierten "Baden", dem nachdenklichen Opener "What You Didn’t Say", dem stimmungsvollen "Water" und dem nach einem Schachzug betitelten "En Passant" komplementiert Bould Millers Gitarre mit subtilen Rhythmen und Texturen. Grooviger wird es in "Chaos Theory", dem einzigen Stück des ansonsten live im Studio  aufgenommenen Albums, bei dem Miller mit Overdubs (einer zweiten Gitarre und des Basses) arbeitet, während Bould Schlagzeug spielt. "Wir haben uns einfach in der Art, wie es die brasilianische Band Azymuth tun würde, mit dem Beat vergnügt", verrät Miller. Die Gitarrensolostücke sind wiederum überwiegend gedämpft und intim. Auf die kompositorische Handschrift des Gitarristen hat natürlich auch die lange, intensive Zusammenarbeit mit Sting abgefärbt. "Ich versuche mit meiner Instrumentalmusik, die ich wie Songs behandle und arrangiere, eine ähnliche Narrative zu erschaffen, mit Strophen, Refrains und Überleitungen”, sagt Miller. “Wenn Dominic Gitarre spielt", meldet sich Sting höchstpersönlich zu Wort, “erschafft er Farben, ein komplettes Spektrum an Emotionen, eine klangliche Architektur, die sowohl auf Stille als auch auf Echo aufbaut. Er hebt die Stimmung in andere Höhen.”

Betitelt ist das Album nach dem gleichnamigen Film des mexikanischen Regisseurs Carlos Reygadas, dessen Arbeit auch ein Katalysator für die Aura von Einfachheit, Klarheit und Reinheit war, die dieses Album umgibt. "Seine Verwendung von Stille, Licht und Raum hat mich fasziniert", erläutert der Gitarrist. "Manchmal verstreichen Minuten ohne Bewegung oder Dialog, was ich sehr mutig und inspirierend fand."


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21.10.2016
David Crosby

David Crosby und Michael League - alter Knochen trifft jungen Feuerball

David Crosby, David Crosby und Michael League - alter Knochen trifft jungen Feuerball Henry Diltz

Gegensätze ziehen sich an. Als jüngsten Beweis für diese These kann man wohl die Zusammenarbeit zwischen David Crosby und Michael League betrachten. Denn ein ungleicheres Paar ist nur schwer vorstellbar. Während Crosby - einst Mitglied der Supergruppen The Byrds und Crosby, Stills, Nash & Young - in seiner Solokarriere, die sich nun schon über 45 Jahre erstreckt, gerade einmal vier Studio- und zwei Live-Alben herausbrachte, gilt League als hyperaktiver Hansdampf in allen Gassen (und Genres).

Bei einem seiner vielen Projekte - "Family Dinner, Volume 2" - konnten sich die beiden letztes Jahr erstmals beschnuppern. Die Chemie zwischen ihnen stimmte gleich so sehr, dass sie beschlossen, gemeinsam ein paar Songs zu komponieren. Innerhalb von nur vier Tagen brachten sie in Crosbys Domizil im kalifornischen Santa Ynez die ersten drei Songs für das nun erscheinende Album "Lighthouse" zu Papier.

Gemeinsam mit League zu komponieren war "eine der besten Erfahrungen meines Lebens", meint Crosby. "Es ist nicht so, dass er die Texte und ich die Musik schrieb oder er die Musik und ich die Texte. Es war alles miteinander verwoben, beinahe Wort für Wort und Note für Note. Es ist ein erstaunlicher Prozess und ein sehr schneller." Die Bewunderung beruht auf Gegenseitigkeit. "Unter den Folk-Rock-Songwritern ist David ein wahrer Sonderfall", meint League. "Er bringt Farbe, Entdeckungs- und Risikofreude in seine Songtexte, Gitarrenparts und Gesangsharmonien ein. Er hat keine Angst davor, Akkorde mit Noten zu spicken, die man dort normalerweise nicht hört."

Fünf der neun Stücke dieses erstaunlichen Albums schrieben Crosby und League also im Tandem. Weitere zwei - "Drive Out To The Desert" und "What Makes It So" - schuf David Crosby im Alleingang. Hinzu kamen schließlich noch zwei Nummern mit anderen Songwriting-Partnern. "Paint You A Picture" entstand in Kollaboration mit seinem Freund und Kollegen Marc Cohn, der vor allem für seinen Hit "Walking In Memphis" bekannt ist. Die Schlussnummer "By The Light Of The Common Day" wiederum schrieb Crosby mit der großartigen Becca Stevens, die er bei den "Family Dinner"-Sessions kennengelernt hatte.

Aufgenommen wurde das Album in einem Studio in Santa Monica, das Crosbys altem Kumpel Jackson Browne gehört. Dort kam es auch zur einzigen Meinungsverschiedenheit zwischen dem Künstler und seinem produzierenden Partner, als Crosby zwischen den Aufnahmen einen Monat Pause einlegen wollte. League wollte davon jedoch nichts wissen und beharrte darauf, das Album innerhalb von zwei Wochen fertigzustellen. "Ich sagte ihm, dass ich noch nie ein Album in zwei Wochen aufgenommen hätte", berichtet Crosby. "Ich sagte ihm: 'Ich bin ein alter Knochen und du bist ein junger Feuerball. Du musst ein bisschen auf die Bremse treten und mir einen ganzen Monat Zeit geben.'" Dann fügt er mit einem herzerfrischenden Lachen hinzu: "Wir nahmen das ganze Album schließlich in zwölf Tagen auf."


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06.10.2016
Rolf Zuckowski

Gute-Laune-Box: In der Reihe "Das große Abenteuer Musik" erscheinen vier beliebte Musik-Geschichten mit Rolf Zuckowski

Kinder sind begeisterungsfähig und phantasievoll. Grund genug für Rolf Zuckowski, sich seit vielen Jahrzehnten als Musiker, Komponist und Produzent mit großem künstlerischem Erfindungsreichtum für die Kleinsten einzusetzen.

Rolf Zuckowski, Gute-Laune-Box: In der Reihe Das große Abenteuer Musik erscheinen vier beliebte Musik-Geschichten mit Rolf Zuckowski © DG

Rolf Zuckowskis "Vogelhochzeit" aus dem Jahr 1977 kennt fast jeder, seine "Schulweghitparade" hat die Kindheit vieler Erwachsener von heute begleitet. Es gibt kaum jemanden, den man so mit kindgerechten Ohrwürmern verbindet, wie den sympathischen Hamburger Musiker und Komponisten, der 2008 mit einem ECHO für sein Lebenswerk geehrt wurde.

Klassik für Kinder

Über die Musik für Kinder aus seiner eigenen Feder hinaus, hat Rolf Zuckowski sich auch stets für die Vermittlung von klassischer Musik eingesetzt und beliebte und bekannte Werke großer Komponisten mit viel Phantasie und Liebe zum Detail in spannende Musik-Geschichten verwandelt, die unter anderem in der Reihe "Das große Abenteuer Musik" erschienen sind. Vier Highlights aus dieser erfolgreichen Serie erscheinen nun beim gelben Label noch einmal als schön gestaltete umfangreiche Box, die die ganze Familie erfreuen wird.

Märchenhafte Musikwelt

In spannenden Geschichten erzählt Rolf Zuckowski vom Geheimnis der Oper, von der kleinen Clara und von einem großen schwarzen Tier, das sich als Klavier entpuppt. So können die Kinder die Welt der Musik für sich entdecken und gleichzeitig ganz spielerisch Kompositionen von Beethoven, Chopin, Gershwin, Mozart, Prokofieff, Schubert, Mozart und Rossini kennenlernen. Jede Geschichte wird von den Klängen verschiedener Instrumente in ganz unterschiedlichen Besetzungen gestaltet. "Die vier Jahreszeiten" von Antonio Vivaldi verknüpft Rolf Zuckowski auf dem Album "Die vier Jahreszeiten des kleinen Bären" mit den Abenteuern eines Bärenkindes, Auszüge aus der Ballettmusik "Der Nussknacker" von Peter Tschaikowsky werden mit "Claras Traum vom Nussknacker und Mäusekönig" zu einer traumhaften Geschichte verwoben und auf dem Album "Ein armes Tier ist das Klavier" kann man quer durch die Epochen die vielen Gesichter der Klaviermusik kennen lernen. Mit der Opern-CD "Das Geheimnis der Oper" werfen die Kinder einen heimlichen Blick hinter die Kulissen des Musiktheaters und entdecken dabei Arien wie "Der Vogelfänger bin ich ja" aus Mozarts Oper "Die Zauberflöte" oder “Den hohen Herrscher würdig zu empfangen” aus Albert Lortzings "Zar und Zimmermann".

Beste Qualität

Alle Aufnahmen sind unter den Fittichen von Decca und der Deutschen Grammophon entstanden und wurden von den großen Musikern der letzten Jahrzehnte eingespielt. Ganz selbstverständlich kommen die Kinder mit Solisten wie Mitsuki Uchida und Roberto Michelucci, Sängern wie Peter Schreier und Kurt Moll und Dirigenten wie Kurt Masur, Semyon Bychkov oder Sir Neville Marriner in Berührung. Als Erzähler verbindet Rolf Zuckowski leichtfüßig und charmant höchste künstlerische Qualität mit unterhaltsamer Dramaturgie. Das macht bereits den Kleinsten Spaß, begeistert neugierige Schulkinder und wird auch bei dem ein oder anderen Elternteil eigene wohlige Kindheitserinnerungen wecken.

 


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19.09.2016
James Horner

Gesamtkunstwerk - Das Album "Collage" erinnert an James Horners reiches Oeuvre

In einer Collage vereinen sich viele verschiedene kleine Teile zu einem künstlerischen Gesamtbild. So ist es auch bei James Horners Album "Collage", das posthum erscheint und u.a. das letzte Werk des amerikanischen Komponisten präsentiert.

James Horner, Gesamtkunstwerk - Das Album Collage erinnert an James Horners reiches Oeuvre © Mercury Classics

Musik für mehr als 100 Filme hat James Horner im Laufe seiner bewegten künstlerischen Laufbahn geschrieben, darunter "Titanic" und "Avatar". Für seine Soundtracks wurde er mit zwei Oscars, zwei Golden Globes und sechs Grammy Awards ausgezeichnet. Die Lücke, die James Horner hinterlassen hat, als er am 22. Juni 2015 bei einem Flugzeugabsturz ums Leben kam, lässt sich kaum schließen.

Vergangenheit und Zukunft

Wie klingt die Sehnsucht? Wie klingt die Liebe? Die Angst, der Schmerz, das Schweigen? Fragen, die man sich kaum beantworten kann und deren Antworten doch in James Horners Musik Gestalt annehmen. Als musikalischer Stimmungsmaler hat der Komponist mit seinen Klängen immer wieder Gefühle zum Ausdruck gebracht, die das Kinopublikum weit über Grenzen der Bilder und der gesprochenen Worte der Filme hinaus trugen.

Das aktuelle Album präsentiert nicht nur das letzte, bislang unveröffentlichte Werk des amerikanischen Musikers, sondern ist auch ein bewundernder Rückblick auf sein Schaffen und ein klangvoller Nachruf auf einen grandiosen Komponisten, der es vermochte, große filmische Geschichten mit unzähligen atmosphärischen Klangfarben zu bereichern.

Meister der Farben

Zutiefst berührend sind die zarten, solistischen Cello- und die Geigenklänge von Mari und Håkon Samuelsen in "Jose’s Martyrdom" aus dem Film "For Greater Glory", die zwischendurch von den sinfonischen Wogen eines großen Orchesters umspült werden. James Horner war ein Meister darin, musikalische Spannungsbögen aufzubauen. Eine große Orchesterbesetzung bot ihm dabei immer wieder alle Möglichkeiten, sich künstlerisch auszutoben. "The Ludlows" aus "The Legends of the Fall" berührt beispielsweise durch den Kontrast von der Schönheit einer schlichten Klaviermelodie und der Wucht eines satten Streicherunisonos, in "Return to the wild" aus dem Soundtrack zu "Wolf Totem" lässt Horner die Titelmelodie in vielen unterschiedlichen dynamischen Abstufungen durch das Orchester wandern.

Musikalische Themen aus "Iris", "First in Flight" und "Aliens" ergänzen die vielschichtigen musikalischen Erinnerungen an einige der schönsten Filmmusik-Kompositionen aus James Horners Schaffen. "Kitty Hawk" und "Conquest of the Air" aus "First in Flight" wurden für das Album erstmalig durch das Royal Liverpool Philharmonic Orchestra unter der Leitung von David Arnold eingespielt.

Unsterbliche Klänge

Im Mittelpunkt des Album steht jedoch die titelgebende Komposition, mit deren Vollendung James Horner im Sommer 2015 befasst war: "Collage" ist das letzte Werk aus seiner scheinbar unerschöpflichen, kreativen Feder. Mit den für Horner typischen unverwechselbaren satten Klangfarben hat er in dem sechsteiligen Werk ein dichtes, romantisches Klanggemälde für vier Hörner und Orchester geschaffen.

"Collage" ist nur wenige Wochen vor Horners tödlichen Unfall im letzten Sommer in seiner Anwesenheit durch das London Philharmonic Orchestra unter der Leitung von Jaime Martin eingespielt worden und wird nun mit seiner Veröffentlichung am 23. September bei Mercury Classics posthum zu einer Art Lebenswerk, in dem sich alle kompositorischen Facetten des amerikanischen Komponisten noch einmal vereinen.


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25.08.2016
Derrick Hodge

Der Alleskönner - Derrick Hodge brilliert als stilistisches und instrumentales Chamäleon

Derrick Hodge, Der Alleskönner - Derrick Hodge brilliert als stilistisches und instrumentales Chamäleon Chris Baldwin

Multiinstrumentalisten, sagen böse Zungen, sind Menschen, die zwar viele Instrumente spielen, aber leider kein einziges richtig beherrschen. Wie unfundiert diese Behauptung ist, haben gerade im Jazz schon jede Menge Künstler bewiesen: von Ornette Coleman über Keith Jarrett und Jack DeJohnette bis hin zu Marcus Miller. Mit Derrick Hodge, wie Miller von Haus aus eigentlich Bassist, gesellt sich zu dieser Galerie nun ein weiteres Musterexemplar. Bevor er 2013 sein Debütalbum "Live Today" bei Blue Note herausbrachte, hatte sich Hodge schon einen hervorragenden Namen in den Bands von Trompeter Terence Blanchard, Keyboarder Robert Glasper, Rapper Common und den Nu-Soul-Vokalisten Jill Scott und Maxwell gemacht. Auf dem Album "Live Today", das nicht nur in Jazzkreisen als "erfrischend originell" gepriesen wurde, bewies er erstmals seine instrumentale Vielfältigkeit, wenn auch noch in einem konventionellen Bandkontext. Nun ging er kühn einen Schritt weiter und spielte sein neues Album "The Second" fast durchweg im Alleingang ein. Nur bei vereinzelten Tracks erhielt er Unterstützung durch den Schlagzeuger Mark Colenburg oder eine von Trompeter Keyon Harrold, Posaunist Corey King und Tenorsaxophonist Marcus Strickland gebildete Bläsersektion.

 

"Ich wollte ein Album kreieren, das alle meine künstlerischen Facetten offenbart, aber zugleich auch das Publikum anspricht", meint Hodge. "Ich hoffe, dass diese Musik den Leuten Auftrieb gibt und ihnen dabei hilft über den Tag zu kommen. Und ich wollte auch zeigen, dass ich mit Haut und Haar für den Rest meines Lebens und meiner Karriere Musik erschaffen möchte." Tatsächlich hat Hodge über all die Komplexität seiner Musik nie ihre Zugänglichkeit aus den Augen verloren. Seine Melodien und Grooves besitzen eine bemerkenswerte, manchmal fast schon hypnotisierende Anziehungskraft. Auf "The Second" hat Derrick Hodge seinen Groove-orientierten Personalstil, der Jazz- und Hip-Hop-Elemente miteinander verschlingt, noch weiter verfeinert. Die neuen Songs spiegeln dabei seine enormen Erfahrungen in allen Bereichen der zeitgenössischen schwarzen Musik wider. Genau aus diesem Grund machte ihn der Nu-Soul-Star Maxwell auch zum musikalischen Leiter der Band, mit der er sich derzeit auf seiner umjubelten "'blackSUMMERS'night"-Welttournee befindet.


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20.04.2016
Rufus Wainwright

Eine Hochzeit im Himmel – Rufus Wainwright huldigt Shakespeare mit einem neuen Album

Shakespeares 400. Todestag stellt England auf den Kopf. Rufus Wainwright leistet mit seinem neuen Tribute-Album "Take All My Loves – 9 Shakespeare Sonnets" einen würdigen Beitrag.

Rufus Wainwright, Eine Hochzeit im Himmel – Rufus Wainwright huldigt Shakespeare mit einem neuen Album © DG

23. April 1616: ein Mann stirbt, seine Legende wird geboren. Ohne William Shakespeare wären die Sprache, die Kunst, Literatur, die (Pop-)Kultur heute ärmer. Kein Dichter hat die Menschen so unmittelbar berührt. Keiner hat so brillant und zeitlos die großen archetypischen Gefühle inszeniert: Liebe und Hass. Sehnsucht und Überdruss. Leidenschaft und Langeweile. Sein oder Nicht-Sein. Keine Frage: der geniale Wortjäger und -Sammler veränderte die Art, mit der wir uns heute ausdrücken. Ohne Shakespeare hätte Leonard Bernstein keinen Plot für seine "West Side Story" gehabt, Agatha Christie beim Schreiben ihrer "Mausefalle" auf dem Stift herumgekaut, Alfred Hitchcock Dokumentarfilme gedreht, hätten Nick Lowe, Iron Maiden oder Mumford & Sons sich andere Songs und Albumtitel ausdenken müssen. Shakespeare ist überall. England feiert seinen Dichterfürsten im großen Stil. In London und Umgebung gibt es hunderte Hommagen an den Barden, dessen Sprache die Welt neu erschuf.

Wainwright begann bereits vor sieben Jahren mit der Vertonung Shakespeares

Nicht erst seit gestern gehört Rufus Wainwright zu den modernen Shakespeare-Aposteln. Seit 2009 setzt sich der kanadische Singer-Songwriter und Komponist mit seinen Sonetten auseinander. Es begann im Vorfeld seiner ersten Oper "Prima Donna". "Da ich noch nie Musik für die Bühne geschrieben hatte, wollte ich mich zuerst mit einigen kleinen Stücken herantasten", sagte er. Diese Gelegenheit bot sich, als ihn der Produzent Robert Wilson fragte, ob er die Musik zu einer Adaption von Shakespeares Sonetten für das Berliner Ensemble schreiben wollte. "Robert Wilson, Shakespeare, das Berliner Ensemble – das klang für mich nach einer guten Kombination." 2010 orchestrierte Wainwright fünf dieser Sonette für das San Francisco Symphony Orchestra. In anderen Fassungen erschienen drei weitere Sonnette in Wainwrights Album "Songs for Lulu". Aus einer Spielerei wurde ein riesiges Projekt. "Lässt man sich einmal auf Shakespeares Sonette ein, dann gibt es kein Zurück mehr", kommentierte Wainwright. "Man wird eingesogen, taucht ein, geht unter und steht als besserer Mensch wieder auf." Wainwright nannte das Projekt eine "Hochzeit im Himmel".

Vom "Dreigroschenoper-Sound" zum orchestralen Oeuvre 

Für "Take All My Loves" hat er die Vertonung der epochalen Liebesgedichte nochmals überarbeitet. Wo die Fassungen fürs Berliner Ensemble noch einen "angeschrägten Dreigroschenoper-Sound" hatten (rezensierte das Magazin nachtkritik.de), wo der damals in Berlin lebende Kosmopolit dort unbekümmert mittelalterlichen Minnegesang, Pop, Cabaret, Rock und Klassik aneinanderreihte, sind die neuen Versionen musikalisch ausgefeilt, großzügig arrangiert, verbinden den Rausch mit dem Detail, die Erhabenheit mit Spontaneität, Witz und Biss. Immer schon hat der Pop-Rebell den Glamour Hollywoods mit Indie-Rock und opernhaftem Drama kombiniert. Auch hier zeigt Wainwright Mut zum Kontrast, streut quirlige post-punkige Gitarren ein, untermalt mit elektronischen Klangtapeten, bezirzt mit Pop-Balladen-Charme, lässt Streicher flirren, gibt den Sprechern filmisch wirkende Hallräume, überrascht den Hörer von Moment zu Moment aufs Neue auf seiner Reise in die schwindelnden Höhen und irren Abgründe des shakespearischen Universums. Genau wie dieser in seinem Werk einfach alles abdeckte, lässt Wainwright hier seiner Vision den größten Raum, schöpft aus dem Vollen.

Wainwrights Telefonbuch gibt viele große Namen her

Sorgfältig wählte der 42-Jährige die Sänger und Sprecher für "Take All My Loves" aus, und die diversen Mitstreiter spiegeln vortrefflich seine eigene künstlerische Bandbreite. Mit von der Partie sind die österreichische Koloratursopranistin Anna Prohaska und die Star-Schauspielerin Helena Bonham Carter ("Die Rede des Königs"). Die britische Rocksängerin Florence Welch schwebt auf den sanften Westcoast-Folkpop-Klängen von "When in Disgrace" davon. Der Berliner Grimme-Preisträger Jürgen Holtz ("Du bist nicht allein", "Good Bye Lenin") und der Schauspieler Christopher Nell (2011 umjubelte ihn die Theaterszene für seinen Romeo) sind auf einer deutschsprachigen Tango-Version ("All dessen müd") des Sonnets 66 zu hören. Begleitet werden sie vom BBC Symphony Orchestra unter der Leitung von Jayce Ogren, das im vergangenen Jahr Wainwrights "Prima Donna" auf CD einspielte. Mit dem Produzenten Marius de Vries, der entscheidend an "Take All My Loves" mitwirkte, schließt sich ein weiterer Kreis: De Vries produzierte Wainwrights frühe Alben "Want One" und "Want Two" und mischte 2007 sein bisher erfolgreichstes: "Release The Stars".

Wainwright hatte noch nie ein Problem damit, im Kontext der ganz Großen zu stehen. So wie er sich ohne Anbiederung vor Verdi, Strauss und Wagner verneigt hat (mit "Release The Stars" und "Prima Donna"), liefert er hier nun William Shakespeare ein tadelloses Tribute-Album, das sich aus der Masse der Würdigungen heraushebt und dem zeitlosen Dichter über den runden Todestag hinaus neue Fans bescheren wird.

 


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17.03.2016
Ana Moura

Göttliche Fadista auf Abwegen - Ana Moura erschließt dem Fado neue Horizonte

Ana Moura, Göttliche Fadista auf Abwegen - Ana Moura erschließt dem Fado neue Horizonte

"Wenn man den Fado singen und weinen kann, dann kann man ihn auch tanzen", behauptet Ana Moura in "Fado Dançado", einem Stück ihres neuen Albums "Moura". Wobei fraglich ist, ob Traditionalisten des Genres diesen "Fado Dançado", der mit einem lebhaften afrikanischen Rhythmus unterlegt ist, überhaupt noch als Fado durchgehen lassen. Wie jeder Künstler, der mit den Konventionen eines Genres bricht, setzt sich Moura natürlich der Gefahr aus, hartnäckige Traditionsbewahrer zu vergrätzen.

Doch der sensationelle Erfolg ihres letzten Albums "Desfado" spricht eigentlich für sich. In Portugal befindet es sich seit mittlerweile 168 Wochen ununterbrochen in den Charts, wodurch es dort zum erfolgreichsten Album aller Zeiten wurde! Auf "Moura" setzt die Sängerin, die von der französischen Zeitung Le Figaro einmal "die göttliche Fadista" genannt wurde, nun den innovativen Weg fort, den sie auf "Desfado" zusammen mit ihrem US-amerikanischen Produzenten Larry Klein einschlug.

Auch diesmal arbeitete Ana Moura mit einer Reihe von Musikern, Komponisten und Textern zusammen, die sich außerhalb des engen Fado-Zirkels bewegen. Einige davon - wie Márcia Santos, Miguel Araújo, Pedro Abrunhosa und Pedro da Silva Martins (Deolinda) - kennt man bereits von "Desfado". Völlig neue Gefährten sind hingegen Carlos Tê, der ansonsten mit portugiesischen Rockgrößen wie Rui Veloso und Jorge Palma arbeitet, Jorge Cruz von der Band Diabo Na Cruz, Edu Mundo, Sara Tavares und Kalaf von dem Kuduro-/Grime-/Breakbeat-Ensemble Buraka Som Sistema. Der angolanische Songwriter Toty Sa’Med vertonte für Ana Moura außerdem eigens ein paar Texte des ebenfalls angolanischen Schriftstellers José Eduardo Agualusa. Mit "Lilac Wine" nahm Moura zudem noch eine Nummer in ihr Repertoire auf, die einst durch jazzige Interpretationen von Eartha Kitt und Nina Simone weltbekannt wurde.

Klein stellte Moura erneut ein Team exzellenter Musiker zur Seite, darunter der Keyboarder Pete Kuzma (Jill Scott, Lizz Wright) und Schlagzeuger Vinnie Colaiuta (Frank Zappa, Sting). Zu ihnen gesellen sich noch zwei portugiesische Musiker, mit denen die Sängerin seit Jahren regelmäßig live auftritt: Ângelo Freire, der Portugiesische Gitarre spielt und auch zu den Begleitern von Mariza zählt, sowie Pedro Soares mit seiner klassischen Gitarre (die in Fado-Kreisen auch "viola de fado" genannt wird). In dem Stück "Eu entrego" ist Ana Moura außerdem in einem Duett mit Omara Portuondo zu hören, einer der Grandes Dames der kubanischen Musik.

Nicht immer sind die Neuerungen so ohrenfällig wie im eingangs erwähnten "Fado Dançado". Manchmal sind es auch kleine Details, die große Wirkung erzielen. Die Portugiesische Gitarre etwa wurde diesmal wie eine E-Gitarre verstärkt. "Was mit der Gitarre auf diesem Album gemacht wurde, gefällt mir ungemein", sagt Ana Moura. "Die Idee dazu hatten wir eigentlich schon bei der letzten Aufnahme, aber erst jetzt haben wir es in die Tat umgesetzt. Das ist vielleicht der größte Unterschied. Aber es gibt noch andere, wie etwa die Omnipräsenz der Hammond-Orgel, die vielen Themen einen quasi spirituellen Klang verleiht. Auch das Schlagzeug ist anders als auf dem anderen Album, akustischer, antiquierter, mit einem ungeschliffeneren Klang."

Ana Moura Live:

21.05.16 - Dortmund, Konzerthaus

22.05.16 - Hamburg, Fabrik

24.05.16 - Frankfurt, Alte Oper (Women of the World Festival)

25.05.16 - CH-Genf, Theatre du Luman

26.05.16 - CH-Zürich, Volkshaus

28.05.16 - Berlin, Passionskirche

29.05.16 - A-Wien, Konzerthaus


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04.02.2016
Pink Floyd

Sinfonisch statt Synthesizer! Orchestrale Hits von Pink Floyd

Gelungenes Klassik Crossover ist eine Kunst für sich. Mit dem Pink Floyd-Album "Wish You Were Here Symphonic" ist ein wunderbarer Spagat zwischen rockigen Sounds und sinfonischer Dichte gelungen.

Pink Floyd, Sinfonisch statt Synthesizer! Orchestrale Hits von Pink Floyd Ⓒ Decca / Tiernen Trevallion

Wer am 5. und 6. September 2014 und am 12. Februar 2015 das Glück hatte, in den Londoner Abbey Road Studios anwesend zu sein, konnte Zeuge einer legendären Produktion werden, die, vier Jahrzehnte nach den Aufnahmen von Pink Floyds Album "Wish You Were Here" am selben Ort die Musik noch einmal in ganz neuer und außergewöhnlicher Klanggestalt aufleben lässt.

Das London Orion Orchestra blüht unter der Leitung von Peter Scholes auf seiner rockigen Mission richtig auf. Der neuseeländische Klarinettist, Dirigent und Komponist Peter Scholes hat bereits Stücke für das Royal New Zealand Ballet, das Auckland Philharmonia Orchestra, das Saint Matthew’s Chamber Orchestra und Chamber Music New Zealand komponiert und ist Gründer und musikalischer Leiter des Auckland Chamber Orchestra. Für das ambitionierte Pink Floyd Projekt ist er tief in die Musik der Band eingetaucht und hat in seinen intelligenten Arrangements die Essenz daraus in große sinfonische Bögen verwandelt. Diese knüpfen an das Schaffen der legendären Rockmusiker an und lassen zugleich eine ganz eigene musikalische Welt entstehen. Man muss kein Pink Floyd Fan sein, um dem Reiz dieser besonderen Klänge zu erliegen - und wenn man Fan ist, dann wird man von der originellen Hommage an die Geschichte der britischen Rockband begeistert sein.

Prominente rockige Unterstützung haben die Musiker des London Orion Orchestra durch den exzentrischen amerikanischen Sänger Alice Cooper, Dave Fowler und Stephen McElroy an den Gitarren und Rick Wakeman an den Keyboards. Alice Cooper und Rick Wakeman interpretieren den Titelsong "Wish You Were Here, den man in einer Version von Dave Fowler und Stephen McElroy noch ein zweites Mal auf dem Album erleben kann. Das Orchester präsentiert alte Hits "Welcome To The Machine", "Have A Cigar", "Eclipse" und das neunteilige Stück "Shine On You Crazy Diamond" von 1975, das Syd Barrett, dem Mitbegründer und kreativen Kopf von Pink Floyd gewidmet ist.

Die Klänge des Orchesters wirken wie ein Blick durch ein Kaleidoskop. Sie funkeln und strahlen und verändern permanent ihre Gestalt und ihre Klangfarben. Peter Scholes hat die vielen Facetten des wandelbaren orchestralen Klangkörpers perfekt in seinen Arrangements herausgekitzelt und überrascht die Ohren mit einem aufregenden Mix aus sinfonischer Wucht, rockigen Reminiszensen und experimentellen Sounds.


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05.11.2015
Plácido Domingo

König der Oper - "Domingo – The 50 Greatest Tracks"

Am 21. Januar 2016 wird Plácido Domingo 75 Jahre alt. Zum Geburtstag beschenkt die Deutsche Grammophon alle seine Fans mit einem Doppelalbum, das die 50 schönsten Tracks seiner Karriere enthält.

Plácido Domingo, König der Oper - Domingo – The 50 Greatest Tracks © DG

Mit Anfang 20 begann der spanische Sänger, eine Opernbühne nach der anderen für sich zu erobern. Seit vielen Jahrzehnten gehört Plácido Domingo seitdem zu den Stars der internationalen Solisten-Riege. Gemeinsam mit José Carreras und Luciano Pavarotti vermochte er es, als "Die drei Tenöre" seit der Weltmeisterschaft 1990 das Publikum regelmäßig in wilde Begeisterung zu versetzen und öffnete damit den musikalischen Horizont für viele außergewöhnliche Ereignisse. Berührungsängste kannte der Sänger nie. Er war der erste klassische Künstler, der ein Konzert im New Yorker Central Park gegeben hat und erreichte mit Auftritten in Fernsehserien wie "The Simpsons", "Sesame Street" und "Seinfeld" ganz unterschiedliche Zielgruppen. Plácido Domingos künstlerische Vielseitigkeit ist faszinierend und beeindruckend. Das Doppelalbum bringt das weite Spektrum seines sängerischen Schaffens wunderbar zum Ausdruck.

König der Oper

Insbesondere in der Opernwelt ist der spanische Tenor zuhause. Die "LA Times" hat Plácido Domingo kurzerhand zum "König der Oper" ernannt. Nachdem er bereits zahlreiche internationale Erfolge gefeiert hatte, debütierte er 1986 an der LA Opera und ist seit 2003 ihr Generaldirektor. 147 Rollen hat der Tenor im Laufe seiner Karriere weltweit gespielt und gesungen, in über 3600 Opernvorstellungen stand er auf der Bühne. Auf "Domingo – The 50 Greatest Tracks" sind alle Rollen und Musikstile versammelt, die Plácido Domingos Werdegang geprägt haben. Man kann ihn als glühend eifersüchtigen Don José mit "La fleur que tu m’avais jetée" in George Bizets "Carmen" erleben, als verzweifelten Prinzen Calaf mit "Nessun dorma" in Giacomo Puccinis Oper "Turandot" oder als bis über beide Ohren verliebten Mario Cavaradossi mit "Recondita armonia" in "Tosca". Plácido Domingos Repertoire erstreckt sich auf dem Album von italianischer und französischer Oper aus der Feder von Verdi, Puccini, Rossini und Offenbach mit Walthers betörender Arie "Morgenlich leuchtend" aus Wagners "Die Meistersinger von Nürnberg" und einer beeindruckenden Darbietung als "Lohengrin" auch auf das deutsche Opernfach. Seine große stimmliche Ausdrucksstärke macht Plácido Domingo zu einem äußerst wandelbaren Künstler, wie man auf der ersten CD, die sich ganz der Oper widmet, genüsslich feststellen kann.

Verblüffende Vielseitigkeit

Plácido Domingo überzeugt jedoch nicht nur als leidenschaftlicher Sänger in den großen Opern, sondern auch mit einem humorvollen Augenzwinkern in glanzvollen Operettenproduktionen à la Franz Lehár, wenn er mit unwiderstehlichem Charme u.a. den beliebten Ohrwurm "Dein ist mein ganzes Herz" aus "Das Land des Lächelns" präsentiert. Sensible Authentizität stellt Plácido Domingo in den berührenden Aufnahmen deutscher, italienischer und lateinamerikanischer Lieder unter Beweis. Mit großer Hingabe interpretiert er Augustin Laras "Granada", singt mit "El día que me quieras" dem unvergessenen Tangokönig Carlos Gardel ein inbrünstiges Ständchen und schlägt mit "Be my love" von Nikolaus Brodszky eine Brücke in die Popularmusik der 1950er Jahre. Arrangements von "Panis angelicus" von César Franck, "Mille cherubini in coro" von Franz Schubert und "Der Engel" aus Richard Wagners "Wesendonck-Lieder" bereichern das Album um viele weitere stilistische Klangfarben, die Plácido Domingo mit stimmlicher Präzision wunderbar in Szene setzt.


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