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Maroon 5, Gewinnt hier eine V-Vinyl von Maroon 5
Maroon 5

Gewinnt hier eine "V"-Vinyl von Maroon 5

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12.06.2014
Richard Reed Parry

Der innere Rhythmus - Richard Reed Parrys "Music for Heart and Breath"

Richard Reed Parry ist als Mitglied der Band Arcade Fire bekannt. Nun legt er sein Solodebüt mit Eigenkompositionen vor, denen ein faszinierendes Konzept zugrunde liegt: "Music for Heart and Breath" ist an Puls und Atem der Musiker gekoppelt

Richard Reed Parry, Der innere Rhythmus

Wie lässt sich Musik so eng wie möglich mit unserem Körper verbinden? Ist eine Musik denkbar, die direkt aus unserem Inneren kommt? Richard Reed Parry hat sich diese Fragen vor langer Zeit zum ersten Mal gestellt. Er hat Klangforschung und zeitgenössischen Tanz studiert, bevor er sich 2002 der kanadischen Band Arcade Fire anschloss. Im Studium hörte er eine Vielzahl elektroakustischer Kompositionen, zu denen er größtenteils keinen Zugang fand. "Das war zwar intellektuell reizvoll, doch stellte diese Musik keinen Bezug zu meinem Körper her", sagt er. Als Gegenentwurf erfand er eine buchstäblich organische Musik: Richard Reed Parrys "Music for Heart and Breath" ist an Körperfunktionen gekoppelt. Gestaltungsparameter der Aufführung sind Atem- und Herzfrequenzen der Musiker. Zu diesem Zweck trägt jeder Interpret ein Stethoskop.

Irisierende Schönheit

Im Eröffnungsstück des Albums führt der Komponist sein Konzept exemplarisch vor. Eine Geige spielt, Pizzicato. Unablässig wiederholt sie eine Figur aus zwei Impulsen unterschiedlicher Tonhöhe, etwa 80 Mal pro Minute – das Schlagen eines Herzes. Oboe, Trompete, Flöte, Bratsche und Cello kommen nacheinander dazu, alle spielen eine pochende Zweitonfigur. Jede Stimme folgt ihrem eigenen Zeitgeber, dem Puls des jeweiligen Spielers. Dadurch verschieben sich die Stimmeinsätze kontinuierlich gegeneinander. Ein tempo rubato, hervorgerufen durch Schwankungen der Herzfrequenz, verleiht den einzelnen Stimmen zusätzliche innere Elastizität. So entsteht ein polymorphes Klanggewebe von irisierender Schönheit, dessen grafische Repräsentation man sich in Form von sechs übereinandergelegten EKG-Herzspannungskurven vorstellen kann. Vor diesem Hintergrund etabliert sich bald eine neue Klangschicht: Die Geige wird nun mit gestrichenem Bogen gespielt, ihre Klanggesten folgen dem Ein- und Ausatmen des Geigers …

Kontrolliertes Chaos

Als Gesamtheit aller Stimmen besitzt dieses faszinierende Stück weder Takt noch Metrum. Gleichwohl existiert eine zeitliche Gliederung, resultierend aus Vorgaben des Komponisten zur Anzahl der Wiederholungen der Zweitonfigur, zur Veränderung von Tonhöhen, Dynamik und Spieltechniken. Es geht hier wie auf dem gesamten Album um das Wechselspiel zwischen Organisation und Chaos. Richard Reed Parry experimentiert im weiteren Verlauf mit verschiedensten Konstellationen erkennbarer Ordnung und freien Fließens sowie mit variierenden Besetzungen (Duett, Quartett, Sextett, Nonett, Orchester). Für das Orchesterstück etwa entschied er, als Zeitmaß allen Spielern den Herzschlag des Dirigenten (Nico Muhly) vorzugeben.

Neuartige Hörerfahrung

"Es ist schon recht umständlich, weil die Musiker mit einem Stethoskop in sich hineinhören und zugleich auf die anderen hören müssen", gesteht Richard Reed Parry ein. "Doch dadurch entsteht eine Subtilität, eine Weite und ein einzigartiges Wechselspiel zwischen den Musikern und dem Stück selbst, das stets im Fluss ist und sich nie wiederholt: Jedes Stück ist eine einzigartige, zarte Kollision von Tönen, Dynamik, Zeiteinheiten und wechselnden Harmonien, dem jedes Mal wieder im wahrsten Sinne neues Leben eingehaucht wird." Seine Musik, so meint er, eröffnet eine völlig neue Hörerfahrung. "Die Musiker verstärken und übermitteln ihre subtilen physiologischen Rhythmen. Der Hörer auf der anderen Seite nimmt nicht nur Anteil an diesem intimen Vorgang, sondern hört zugleich auch in sich selbst hinein."

"Music for Heart and Breath" wurde erstmals 2011 aufgeführt. An der von Deutsche Grammophon produzierten Aufnahme wirkten Nico Muhly, Aaron und Bryce Dessner (The National), das Kronos Quartet und das yMusic Sextet mit. Das Album erscheint am 13.06. Richard Reed Parry plant eine Fortsetzung.


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05.11.2013
We Love ...

WE LOVE KLASSIK - Musikalische Höhepunkte und ein Staraufgebot der besonderen Art

We Love ..., We Love Klassik - Musikalische Höhepunkte und ein Staraufgebot der besonderen Art

Die bekannte WE LOVE-Marke von ProSieben bietet mit WE LOVE KLASSIK zum ersten Mal die Crème de la Crème der Klassik auf einer Compilation. Ein Staraufgebot, das seinesgleichen sucht, präsentiert dem Hörer in einer einmaligen Zusammenstellung einen musikalischen Höhepunkt nach dem anderen.

„Tempora mutantur, nos et mutamur in illis“ - die Zeiten ändern sich und wir uns mit ihnen!
Nie war Ovids Ausspruch so aktuell. Was vor Jahren undenkbar war, ist auf WE LOVE KLASSIK Realität: Karajan neben Sting; Teufelsgeiger, Priester und Mönche zwischen Lang Lang, Anna Netrebko und Jonas Kaufmann.
Klassische Musik ist hier vielfältig und spannend wie nie - neu interpretiert, dynamisch, mitreißend und gefühlvoll. WE LOVE KLASSIK bietet eine besondere, genreübergreifende Konstellation zum Zuhören, Träumen, Tanzen, Verschenken und natürlich auch zum Selbst-Behalten und Genießen.

>>> Bei Amazon kann man das Album jetzt bestellen, auch als MP3-Version.

David Garrett, der nach eigener Aussage das Leben in vollen Zügen zu genießen sucht, präsentiert uns zu Beginn mit „Viva la vida“ eine Hymne an das Leben. Luciano Pavarotti interpretiert unvergessen und unerreicht die Arie „Nessun dorma“ aus Turandot von Puccini. Anna Netrebko entzückt mit „O mio babbino caro“, Rolando Villazon singt passend zum Verdi-Jahr „La donna è mobile“ aus Rigoletto, Jonas Kaufmann überzeugt mit Puccinis leidenschaftlichem „E lucevan le stelle“ aus Tosca. Piotr Beczala verspricht „Dein ist mein ganzes Herz“, Andrea Bocellis „Sancta Maria“ berührt ebenso wie Jose Carreras „Maria“ aus der West Side Story, Paul Pott erinnert mit „Caruso“ an eine Legende. Der montenegrische Gitarrist Milos verzaubert mit seiner „Spanish Romance“, der Geiger Daniel Hope brilliert mit „I giorni“ von Einaudi. Gustavo Dudamel, venezolanischer Dirigent und Nationalheld, bringt mit „Mambo“ Konzertsäle in euphorische Stimmung. Crossover-Künstler wie Schiller alias Christopher von Deylen, Il Divo, Adya oder The Philharmonics stehen für neue Wege in der Musik. Die Priester erinnern an den „Spiritus Dei“, die Mönche vom Stift Heiligenkreuz beten singend: “Veni Creator Spiritus“.

WE LOVE KLASSIK bietet über zweieinhalb Stunden großartige Musik, Hits und Melodien, darunter „Time to say good bye“, „Liebe ist alles“, „Liebestraum“, „Barcarole“, „Angel“, „Caruso“, die „Ode an die Freude“, „La fleur que tu m’avais jetée“, „Celeste Aida“ und „O sole mio“. Internationale Künstler wie Lang Lang, Hélène Grimaud, Sol Gabetta, Yuja Wang, Alice Sara Ott, Sarah Brightman, Katherine Jenkins, die legendäre Maria Callas, Nigel Kennedy - sie alle werden Sie begeistern.

WE LOVE KLASSIK präsentiert Klassik: umwerfend, anders, erfrischend, neu!


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25.10.2013
Woody Guthrie

Woody Guthrie - Amerikaner, Radikaler, Patriot

Woody Guthrie, Woody Guthrie - Amerikaner, Radikaler, Patriot

Als Amerikas Konservative 1984 Bruce Springsteens Hit "Born In The U.S.A." als patriotischen Song fehlinterpretierten und für ihre Zwecke highjacken wollten, war dies kein Präzedenzfall. Ganz ähnlich war es knapp vierzig Jahre zuvor Springsteens großem Idol Woody Guthrie ergangen, als dieser sein bis heute bekanntestes Stück "This Land Is Your Land" herausbrachte. Der Song, der ursprünglich den Titel "God Blessed America" tragen sollte und eine ironische Antwort auf Irving Berlins pathos-geschwängertes "God Bless America" war, wurde als patriotisches Lied missinterpretiert und in den Kanon der inoffiziellen Nationalhymnen der USA eingereiht. Doch mit dem in den USA grassierenden billigen Hurra-Patriotismus hatte Guthries kritische Vaterlandsliebe rein gar nichts gemein. Der Folk- und Protestsong-Barde war einer jener Patrioten, die von Leuten mit divergierenden Ansichten gerne als Nestbeschmutzer bezeichnet werden. Insofern könnte der Titel der jetzt erscheinenden Box "American Radical Patriot" bei Guthrie-Fans zunächst ein Stirnrunzeln hervorrufen. Doch wenn man die Aufnahmen dieser Box hört und die begleitenden Texte (ein 60-seitiges Booklet und eine 258-seitige PDF-Datei) liest, erschließt sich einem schnell, dass der Titel kaum passender hätte gewählt werden können.

Als letztes Jahr Woody Guthries 100. Geburtstag gefeiert wurde, erschien bereits eine ganze Reihe von außergewöhnlichen Wieder- und Erstveröffentlichungen. Doch all diese Alben verblassen im Vergleich mit der "American Radical Patriot"-Box, die nun in limitierter Auflage erscheint. Sie enthält auf sechs CDs zum ersten Mal sämtliche Aufnahmen, die Guthrie 1940 mit dem Musik- und Folkloreforscher Alan Lomax für die Library of Congress gemacht hatte. Zu hören gibt es frühe Einspielungen von Klassikern wie "So Long, It’s Been Good To Know Yuh", "Do Re Mi", "Pretty Boy Floyd", "I Ain't Got No Home" und "Hard, Ain't It Hard".

Durch die Geschichten, die Guthrie Lomax zwischendurch über sein Leben erzählte, erfährt man viel Erhellendes zum Hintergrund dieser Songs. Bisher gab es aus dem rund fünfstündigen Programm, das vier der sechs CDs dieser Box füllt, nur einen dreistündigen Zusammensschnitt. Die beiden restlichen CDs bieten weitere Raritäten, die Guthrie in seiner Blütezeit in den 1940er Jahren gemacht hatte, als er mit seinen gewitzten Songs zum musikalischen Sprachrohr der Arbeiterklasse aufstieg. Darüber hinaus enthält das Paket noch eine DVD und eine Vinyl-Single mit einer privaten Bob-Dylan-Aufnahme von "VD City" (entstanden 1961, im selben Jahr, in dem der 19-jährige Dylan sein Idol in einem New Yorker Krankenhaus erstmals persönlich traf) und einer Version von "The Greatest Thing That Man Has Ever Done", die Guthrie 1951 bei sich zu Hause aufgenommen hatte.

Auch Bruce Springsteen meldete sich zu Guthries 100. Geburtstag zu Wort und lobte dessen "durch praktischen Idealismus gemilderten Fatalismus" und Guthrie als Beispiel dafür, dass "es nicht sinnlos sei, den Mächtigen die Wahrheit zu sagen". An letzterem kann man heute freilich mehr denn je seine Zweifel haben.


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11.02.2013
Chris Potter

Verlockende Sirenengesänge: Chris Potters neues Album “The Sirens”

Chris Potter, Verlockende Sirenengesänge

Der 42-jährige Chris Potter, der zuvor bereits auf mehreren ECM-Alben seines Mentors Dave Holland zu hören war und gemeinsam mit Paul Motian und Jason Moran 2009 das moderne Klassikeralbum “Lost In A Dream” einspielte, hat für “The Sirens” einen Zyklus reizvoller “Songs ohne Worte” komponiert. Die Stücke werden mit subtiler Virtuosität von einer prominent und interessant zusammengestellten Band präsentiert: Neben Potter an Tenor- und Sopransaxophon sowie an der Bassklarinette agieren hier Craig Taborn (Piano), David Virelles (präpariertes Piano, Celeste, Harmonium), Larry Grenadier (Kontrabass) und Eric Harland (Schlagzeug).

“Das ist für mich ein ungewöhnliches Album”, gesteht Chris Potter. “Da ich ein übergreifendes Thema im Kopf hatte, schaffte ich es, die gesamte Musik in ungefähr zwei Wochen zu komponieren. Ich hatte ‘Die Odyssee’ nach vielen Jahren gerade noch einmal gelesen, und dies inspirierte mich dazu, mit dieser epischen, mythischen Stimmung im Kopf Musik zu schreiben. In der ‘Odyssee’geht es ausschließlich um große Themen, die in kühnem Kontrast zu einander stehen - romantisches Abenteuer und Heimkehr, Versuchung und Identität, Leben und Tod. Doch obwohl diese Themen in diesem archetypischen Raum stattfinden, geht es stets um Dinge, mit denen wir auch heute noch konfrontiert werden. Die Geschichten stammen aus der Antike, doch die menschlichen Emotionen ändern sich nie. Deshalb erscheint uns das Buch noch heute real. Aus diesem Grund wollte ich der Musik einen Lyrizismus verleihen, der auf dieser zeitlosen, sehr menschlichen Gemütslage basiert - und es gibt nichts menschlicheres als Melodien.”

Chris Potter: Ein Musiker der Kontraste und Paradoxe

Potters Stimme ist die eine Poeten. Geschickt wägt er Licht und Schatten miteinander ab und ist vor allem immer sehr lyrisch; sei es in dem song-ähnlichen Auftakt von “Wine Dark Sea”, den er auf dem Tenorsax spielt, oder im leidenschaftlich romantischen “Penelope”, wo er zum Sopransax greift. Die Irish Times beschrieb sein Spiel einmal in paradoxer Weise: “Wenn Potter spartanisch und lakonisch ist, gibt er seinem Spiel immer einen Schuss Redseligkeit. Wenn Potter hingegen mitteilsam ist, erweist er sich zugleich als Meister der Zurückhaltung.” Der New Yorker wiederumgelangte zu folgender Erkenntnis: “Als Tenorsaxophonist, der einen an Joe Henderson im Zenit seines Könnens erinnern kann, stellt Potter seine beachtliche Technik stets in den Dienst der Musik und benutzt sie nie um des Spektakels willen.”

Auf “The Sirens” sah Potter seine Rolle darin, den “Geschichtenerzähler zu spielen. Anstatt über ein paar wirklich schwierige Changes zu spielen, wollte ich eine Stimmung erzeugen, eine Geschichte erzählen.” In Craig Taborn, David Virelles, Larry Grenadier und Eric Harland fand er die idealen Partner für seine musikalische Reise. “Dies sind einige der Musiker, mit denen ich am liebsten zusammenspiele”, sagt Chris Potter. “Sie können einfach alles auf jede nur erdenkliche Art spielen, von straight-ahead bis vollkommen frei. Und wir gehören alle derselben Generation an, haben einander beobachtet, wie wir musikalisch aufwuchsen, und teilen eine Menge derselben zeitgenössischen Einflüsse.”

Offene Formen und ausgeprägter Lyrizismus

Mit ihren offenen Formen und ihrem ausgeprägten Lyrizismus stellt Musik wie jene von “The Sirens” die Protagonisten vor nicht geringe Herausforderungen. “Man muss wissen, wann man in sie eintauchen sollte, aber auch, wann man ihr Raum lassen sollte”, sagt Chris Potter, der momentan auch Mitglied von Pat Methenys Unity Band ist. “Die Musiker müssen einerseits starke Persönlichkeiten sein, andererseits aber auch eine gewisse Reife besitzen - und deshalb ist diese Band geradezu perfekt. Diese Jungs sind absolut auf der Höhe der Zeit.”


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24.01.2013
Adam Green

Das neue Album von Adam Green & Binki Shapiro

Adam Green, Romantik und Reflexion

Man muss dieses Album nur einmal hören, um sich von Adam Green und Binki Shapiro verzaubern zu lassen. Das süße Echo eines späten 60s-Folk-Pop in den trügerisch hübschen Arrangements und im lockeren Miteinander der Protagonisten scheint ideal zu einem sonnigen Sommertag zu passen, womöglich noch in Südkalifornien, wo es ja nie regnen soll. Doch schon bald stellt sich heraus, dass diese zehn Songs als tröstliche Begleiter am einsamen Ende einer Großstadtnacht fast noch besser funktionieren (zumal bei Regen). Gewiss, die Atmosphäre, die Green und Shapiro in dieser knappen halben Stunde heraufbeschwören, sie scheint voller romantischer Optionen zu stecken. Doch in den luziden Texten machen schnell auch Verrat, gebrochene Herzen und Zwietracht die Runde. Langsam, aber unausweichlich entfaltet sich ein intimes Drama - eines, das sogar Green und Shapiro selbst überrascht hat, als ihr gemeinsames Debüt Form annahm.

Debütanten sind beide natürlich mitnichten. Adam Green machte zunächst in der New Yorker Anti-Folk-Szene als eine Hälfte der Moldy Peaches von sich reden. Doch als seinem Duo mit Kimya Dawson 2007 mit dem Grammy-gekrönten Soundtrack des Indie-Films “Juno” später Mainstream-Erfolg zuteilwurde, hatte Green längst zu einer Solokarriere abgehoben, die ihn mit frechen, eigenwilligen Songs wie “Jessica” und “Emily” nicht nur zum Darling der hiesigen Musikpresse werden ließ. Alben wie “Gemstones” und “Jacket Full Of Danger” konnten sich auch noch hoch in den deutschen Charts platzieren.

Derweil machte Binki Shapiro mit Little Joy auf sich aufmerksam. Ihr L.A.-Trio mit Fabrizio Moretti (von den Strokes) und dem Brasilianer Rodrigo Amarante (von Los Hermanos) begeisterte 2008 mit seinem Debütalbum Kritiker und Fans. Zuvor war Shapiro bereits im Umfeld von Beck positiv aufgefallen, mit der gemeinsamen Video-Arbeit für sein Album “The Information” und den Leonard-Cohen-Songs auf seinem Record Club Blog. Ihr charmanter Retro-Modern-Look machte sie zudem zum Blickfang auf Modeseiten. Die Los Angeles Times listete Binki Shapiro kürzlich unter die “30 unter 30”-Künstler, die man doch mal im Auge behalten sollte.

Das Ergebnis der Zusammenarbeit zwischen Adam Green und Binki Shapiro ist jedenfalls ein besonderes. Selten klang ein Duett-Album so harmonisch und bittersüß zugleich. Adam Green und Binki Shapiro gewinnen als Vertraute, als Geistesverwandte, die schwierige persönliche Umstände in zehn genau beobachtete, konzis konstruierte Songs verwandelt haben, die sich souverän einer breiten musikalischen Palette bedienen. Von den engelsgleichen Stimmen, die zur Eröffnung “Here I Am” dominieren,  über die Pop-Psychedelia von “I Never Found Out” und das Surf-Gitarren-Intermezzo von “What’s The Reward” bis zum eleganten Schluss-Walzer “The Nighttime Stopped Bleeding”. Die Intimität und Unmittelbarkeit, die diese Stücke ausstrahlen, geht aber nicht nur auf ihren schon beschriebenen Entstehungsprozess im New Yorker Appartement zurück. Genauso wichtig war die Umsetzung, die entspannte Session-Atmosphäre bei der Studioproduktion im kalifornischen Encino unter Produzent Noah Georgeson (Devendra Banhart, Joanna Newson). Wahrscheinlich hat es nicht mal geregnet. “Don’t Ask For More”? In diesem Fall schwierig…


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06.12.2012

Die DVD 'El Encuentro - A Film For Bandonéon And Cello' von Dino Saluzzi und Anja Lechner

Dino Saluzzi, El Encuentro - A Film For Bandonéon And Cello

Musik wird oft als eine universelle Sprache bezeichnet, doch die Herausforderung, soziale, kulturelle und stilistische Grenzen wirklich zu überschreiten, erfordert nach wie vor ein gutes Maß an Unerschrockenheit. Der nun auf DVD erscheinende Film "El Encuentro - A Film For Bandonéon And Cello" ist das dokumentarische Porträt einer ungewöhnlichen musikalischen Partnerschaft, deren Protagonisten tatsächlich zu einer universellen Sprache gefunden haben. Die Filmemacher Norbert Wiedmer (der auch schon bei der gefeierten ECM-Dokumentation “Sounds and Silence” Regie geführt hatte) und Enrique Ros folgten dem Bandoneonisten Dino Saluzzi und der Cellistin Anja Lechner mit ihrer Kamera nach Argentinien, Deutschland, Armenien, Italien, die Niederlande und die Schweiz. “Die Wahrnehmung von Musik und die Art, wie man Musik spielt, ändert sich, wenn man reist”, sagt Anja Lechner. Die Kamera hat das Duo auf seinen Reisen begleitet und unterstreicht Lechners Aussage, indem sie den Prozess des Musikmachens in sehr verschiedenen Kontexten beleuchtet.

Die kulturellen Hintergründe der beiden Protagonisten könnten unterschiedlicher kaum sein: Der Argentinier Dino Saluzzi hat seine Wurzeln im Tango und der andinischen Volksmusik, während die Kasselerin Anja Lechner in der europäischen Klassik zu Hause ist. Auf der anderen Seite verbindet sie auch einiges: u.a. dass beide mit Leidenschaft stilistische Grenzen überschreiten und über außergewöhnliche Improvisationsfähigkeiten verfügen.

Seit sich ihre Wege auf dem Album “Kultrum” 1998 erstmals kreuzten, arbeiten sie eng miteinander. “El Encuentro” gewährt nun Einblicke in das Leben dieser reisenden Musiker. Man sieht sie in Konzerten, bei Proben und im Aufnahmestudio, aber auch in privater Atmosphäre. Dabei trifft man zudem auf Kooperationspartner wie den Komponisten Tigran Mansurian, den Arranger Levon Eskenian, den Jazzkomponisten und Pianisten George Gruntz oder Dinos Bruder, den Saxophonisten/Klarinettisten Felix Saluzzi, mit dem das Gespann zuletzt die Alben “El Encuentro” und “Navidad de los Andes” einspielte.

Kulminationspunkt der Reise ist ein Konzert im Amsterdamer Muziekgebouw, bei dem das renommierte Metropole Orkest Werke von Dino mit den Saluzzis und Lechner aufführt.

Nachgezeichnet wird aber auch Dino Saluzzis Werdegang: von seinen bescheidenen Anfängen im argentinischen Salta über seine ersten Begegnungen mit europäischen Jazzmusikern bis zu dem Zeitpunkt, als er es schließlich schaffte, sein eigenes (vom Tango inspiriertes, aber dadurch keineswegs limitiertes) eigenes Idiom zu kreieren.

 


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21.09.2012
Rickie Lee Jones

Der Teufel steckt im Detail

Auf ihrem von Ben Harper produzierten neuen Album “The Devil You Know” interpretiert Rickie Lee Jones Rock’n’Roll-Klassiker, die ihre Generation geprägt haben. So wie hier hat man diese allerdings noch nie zuvor gehört.

Rickie Lee Jones, Der Teufel steckt im Detail

1979 war Rickie Lee Jones eine der ganz großen Entdeckungen in der gerade aufblühenen Singer/Songwriter-Szene der USA. Mit der Single “Chuck E.’s In Love” katapultierte sich die damals erst 24-Jährige auf Platz 4 der Billboard-Charts. Auf ihrem titellosen Debütalbum, das Platz 3 der Charts eroberte, wirkten neben den Studiomusikgrößen von Los Angeles auch Stars wie Dr. John, Randy Newman und Michael McDonald mit. Doch schon bald zeigte die Künstlerin, dass sie nicht nur eine begnadete Songschreiberin war, sondern auch Jazz- und Popstandards in einzigartiger Weise zu interpretieren vermochte. Jetzt hat sie für ihr neues Album “The Devil You Know” eine Reihe von Rock’n’Roll-Klassikern aufgenommen, mit denen ihre Generation einst aufgewachsen war. Herausgekommen ist dabei allerdings kein schlichtes Retroalbum, sondern ein Meisterwerk, das Rickie Lee Jones’ Singularität Rechnung trägt.

Wertvolle Hilfe von Produzent Ben Harper

Jones nahm das Album mit der unschätzbar wertvollen Hilfe eines anderen Grammy-Preisträgers auf: Der gefeierte Folk-Soul-Rocker Ben Harper produzierte nicht nur sämtliche Tracks, sondern spielte auch auf allen Nummern mit und steuerte darüber hinaus mit “Masterpiece” den einzigen neuen Song des Albums zum Repertoire bei. “Masterpiece” ist eine Ballade, die er Jones auf den Leib geschrieben hat. Harper war 2009 auch schon an der Aufnahme von Jones’ letztem Album “Balm In Gilead” beteiligt gewesen. In ihm fand die Sängerin den idealen Partner, um den von ihr ausgewählten Klassikern einen neuen Anstrich zu geben.

Rickie Lee Jones mit Songs von den Rolling Stones, The Band, Van Morrison und Neil Young

Auf “The Devil You Know” wagt sie ich an Werke von Giganten wie Neil Young (“Only Love Can Break Your Heart”), The Band (“The Weight”), den Rolling Stones (“Sympathy For The Devil” und “Play With Fire”), Van Morrison (“Comfort You”), Donovan (“Catch The Wind”) und Rod Stewart (“Seems Like A Long Time”). Diese Songs haben sich tief ins kollektive Popgedächtnis eingebrannt. Aber Jones fand einen ganz eigenen Zugang zu ihnen, indem sie sie mit sparsamen, intimistischen Arrangements entkleidete und dabei Schichten und Emotionen freilegte, die einem neu und doch vertraut vorkommen. Der Teufel steckt bekanntlich im Detail, und mit teuflisch guten Details geizt diese Album wirklich nicht. Unter die Pop-Juwelen aus den späten 1960er und frühen 1970er Jahren schmuggelt sie zudem noch ihre Version des bluesigen Jazzevergreens “St. James Infirmary”, dem Louis Armstrong bereits 1928 Popularität verschafft hatte.

Ein Coveralbum, das sämtliche Songs vollkommen neu klingen lässt

“Dieses Coveralbum hat mich an einen vollkommen neuen Ort geführt”, sagt Jones. “Ich fand zu einen anderen Stimme - einer ruhigeren, vielleicht auch gereifteren, aber wahrscheinlich trotzdem jüngeren als ich je hatte. Ben gab mir ein Gefühl der Sicherheit, so dass ich diese Songs mit der gebotenen Sorgfalt aufnehmen, aber zugleich auch Impulsen folgen konnte. Die Lieder haben das verdient. Sie klingen wie neu... so hat sie sicher noch niemand gehört.”


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16.02.2012

Unveröffentlichte Soul-Jazz-LP aus dem Hause James Brown

Fred Wesley, Unglaublich, dass dieses Album bisher nirgendwo erschienen ist!

Unglaublich, dass dieses Album bisher nirgendwo erschienen ist! Das Kult-Label Hip-O-Select hat einen verborgenen Schatz gehoben.

Nur Branchen-Insider kannten die sagenumwobene unveröffentlichte LP vom Funk- und Jazz-Maestro Fred Wesley aus dem Umfeld des „hardest working man in show business“: James Brown. Hip-O-Select hat sie ausgegraben, gekonnt digital remastert und veröffentlicht am 21. Februar 2012 den Meilenstein mit dem Titel „The Lost Album (Featuring Watermelon Man)“ von The J.B.'s & Fred Wesley.

Fred Wesley, Posaunist, Bandleader und Arrangeur, bestimmte James Browns Sound der frühen 1970er. Unter Wesleys Leitung entstanden Hits wie "Soul Power", "Gimme Some More" und "Pass The Peas". Phänomenal: die farbenfrohen Soli, die der gewichtige Mann mit Browns damaliger Backingband The J.B.´s einspielte.

Im Herzen ist er immer ein Jazzer geblieben. 1972 „schenkte“ ihm der „Godfather“ ein Jazzalbum unter eigenem Namen.

Mit den J.B.´s und einer erlesenen Garde New Yorker Studiomusiker (Randy Brecker, Michael Brecker, Joe Farrell, Eddie Daniels, Steve Gadd, Ron Carter) ging man ins Studio. Für die LP spielten sie Pop-Hits der Stunde, Funk-Kracher und Jazz-Standards im anspruchsvoll arrangierten Soul-Jazz-Gewand ein.

Doch nach Veröffentlichung der ersten Single, „Watermelon Man“, stoppte Brown die Veröffentlichung des Albums. Es verschwand im Archiv.

6 der 9 Titel der Original-LP sind offiziell noch nirgendwo erschienen. Bonustracks der CD sind 4 damals als Single-A-und-B-Seiten veröffentlichte Titel. Insgesamt enthält „The Lost Album Featuring Watermelon Man“ von Wesley und den J.B.´s 13 frisch geborgene Soul-Jazz-Perlen. Eine Sensation!

Hier die komplette Titelliste von „The Lost Album (Featuring Watermelon Man)“:

1. Watermelon Man

2. Sweet Loneliness

3. Secret Love

4. Seulb

5. You´ve Got A Friend

6. Transmographication

7. Use Me

8. Get On The Good Foot

10. Alone Again (Naturally)

11. Back Stabbers

12. J.B. Shout

13. Funky & Some

 


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10.11.2011

Swinging Bells! Beim Jazzecho unter'm Tannenbaum - Michel Legrand mit glänzender Gästeliste

Mit einem unglaublichen Staraufgebot - von Imelda May über Jamie Cullum bis Mika - spielt Michel Legrand auf “Noël! Noël!! Noël!!!” den musikalischen Weihnachtsmann. Das JazzEcho präsentiert dieses Album und weitere Highlights für’s Fest der Feste!

Michel Legrand, Swinging Bells! Beim Jazzecho unter'm Tannenbaum

“Noël! Noël!! Noël!!!” Nach dem Hören dieses Albums ist man fast schon wieder versucht, an den Weihnachtsmann zu glauben. Er kommt hier in der Gestalt des französischen Pianisten, Arrangeurs und Dirigenten Michel Legrand daher, der mit seinen buschigen Augenbrauen, dem schlohweißen Haar und einer rundum sympathischen Ausstrahlung auch optisch wahrlich eine gute Besetzung wäre.

Ihm fehlt eigentlich nur der Rauschebart! Und wie es sich für einen guten Weihnachtsmann gehört, knausert Legrand auf “Noël! Noël!! Noël!!!” nicht mit Geschenken und Überraschungen: Für das Album arrangierte und instrumentierte er zehn weltweit populäre Klassiker der Weihnachtsmusik, die er dann mit Stars der unterschiedlichsten musikalischen Lager aufnahm:

Jamie Cullum swingt lässig wie der kleine Bruder von Frank Sinatra, der zum Jazz geläuterte Punk-Pionier Iggy Pop lässt an der Seite von der französischen First Lady Carla Bruni, Madeleine Peyroux und Emilie Simon den Crooner raushängen, Teddy Thompson und Rufus Wainwright träumen im Duo von einer weißen Weihnacht, der bunte Pop-Vogel Mika bringt die Glöckchen auf Französisch zum Erklingen, Ayo verführt mit Soul und Imelda May beschließt die stille, swingende Nacht ganz stilvoll. Ein besseres Weihnachtsalbum wird man dieses Jahr kaum finden können!

Doch natürlich gibt es immer einige Alternativen. Eine davon bietet der kanadische Sänger Paul Anka. Seit das Teenie-Idol der späten 50er Jahre mit dem Album “Rock Swings” (auf dem er Hits von u.a. Bon Jovi, Oasis, Soundgarden und Nirvana mit einer Bigband verswingte) sein Comeback feierte, ist Anka erneut hip und angesagt.

Er eroberte seine alten Fans zurück und gewann jüngere Fans neu hinzu. Und dieses Jahr möchte er ihnen allen ein ganz besonderes Weihnachtsgeschenk machen: Dafür ging er mit einem Orchester ins legendäre Capitol-Studio von Los Angeles, um ein Dutzend Weihnachtslieder aufzunehmen.

“Songs Of December” ist sein erstes Weihnachtsalbum in über 50 Jahren!!! Auf ihm interpretiert Paul Anka in seiner einzigartig swingenden Manier jahreszeitliche Klassiker. Die Arrangements dazu stammen von Größen wie David Foster, Johnny Mandel, Patrick Williams und Chris Walden.

Ganz anders - mal frech, mal frivol, vor allem aber immer fabelhaft und fröhlich - klingen die von den Puppini Sisters neu aufbereiteten Weihnachtslieder. Auf “Christmas With The Puppini Sisters” machen die drei singenden A-cappella-Damen vor, wie man ältere und jüngere Klassiker des Genres neu herausputzen kann, ohne die Originale darunter leiden zu lassen.

Neben Evergreens wie “White Christmas”, “Let It Snow” und “Here Comes Santa Claus” knöpften sich die Puppini Sisters weihnachtliche Lieder vor, die man als Original von Elton John, Eartha Kitt, Mariah Carey oder George Michael kennt. Bei den Puppini Sisters klingen sie natürlich vollkommen anders.

Und alle Jahre wieder findet man im Katalog von Universal Music natürlich auch Dauerbrenner wie Ella Fitzgeralds “Ella Wishes You A Swinging Christmas”, das immerhin schon seit 1960 Weihnachtsfeiern in aller Welt beschallt, und “Christmas ‘64” vom Hammond-Orgel-Schwergewicht Jimmy Smith.

Andere Alben können (noch) nicht auf eine solche Langlebigkeit zurückblicken, haben aber, weil sie durch Originalität und musikalische Qualität bestechen, durchaus das Potenzial dazu, sich zu ähnlichen Longsellern zu entwickeln:

dazu gehören Till Brönners “The Christmas Album” (2007 mit u.a. Curtis Stigers und Yvonne Catterfeld aufgenommen) und Diana Kralls “Christmas Songs” (aus dem Jahr 2005). Wer schon einmal von Weihnachten unter Palmen geträumt hat, kann sich diesen Traum - zumindest musikalisch und sehr preiswert - mit der CD “Christmas In Cuba” aus der “Jazz Club”-Reihe erfüllen.

Aus derselben Serie stammt auch die Compilation “Swinging Christmas” mit klassisch swingende Songs von Jazzgrößen wie u.a. Roy Hargrove, Ramsey Lewis, Louis Armstrong, Lionel Hampton, Peggy Lee, Dinah Washington und Abbey Lincoln.


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14.10.2011
Beyond

Mehr als Musik

Mit ihrem ersten Album „Beyond“ sind Tina Turner, Regula Curti und Dechen Shak-Dagsay in die Klangräume der Spiritualität eingetaucht. Das Album „Children Beyond“ setzt diese Reise zusammen mit 30 Kindern aus aller Welt fort.

Beyond, Mehr als Musik

Mit „Beyond“ entstand vor zwei Jahren etwas rundum Besonderes, Musik zum einen, die mit profunder Kraft unmittelbar die Gefühle der Hörer anspricht, aber auch eine geistig-spirituelle Ebene besitzt, die anhand der Gebete zu den Liedern weit über das übliche Klangempfinden hinaus reicht. Die Kompositionen des Projektes stammen überwiegend von Regula Curti und Dechen Shak-Dagsay, der schweizer Yoga-Lehrerin und Musiktherapeutin und der tibetischen Mantra-Sängerin, deren Welten sich aufs Innigste miteinander verbinden. Dazu kam Tina Turner, Weltstar und Rock-Queen mit Gespür für die besondere Stimmung von Musik, die dem Projekt eine weitere Dimension verlieh und nicht zuletzt durch ihre Popularität dafür sorgte, dass es umfassend international wahrgenommen wurde.

Von Anfang an war es Regula Curti als Initiantin des Projektes aber klar, dass es nicht bei einem einzigen Album bleiben würde: „Ich willalle Weltreligionen in einer transformierenden Musik über mehrere Musikprojekte hinweg vereinen.“ Kurz nach der Veröffentlichung von ‚Beyond‘ begann Regula Curti daher bereits mit der Recherche nach Material für das Folgeprojekt ‚Children Beyond‘. Auf der Suche nach geeigneten Gebeten reiste sie an Orte mit Gemeinschaften, die nebeneinander in Frieden ihren Glauben praktizieren. Sie erinnert sich: „Frühmorgens vor Sonnenaufgang in Java standen die Türen von Kirchen, Moscheen, Synagogen, Tempeln und den heiligen Schreinen weit offen. Die unterschiedlichen Gebete, Rhythmen, Worte und Melodien verschmolzen zu einer verbindenden Klangwelt jenseits von Unterschieden.“ Alle drei Sängerinnen setzen sich schon lange privat und beruflich mit Spiritualität auseinander. Mit ihrer Musik wollen sie die Menschen inspirieren und helfen, Gräben zwischen Religionen zu überwinden.

„Beyond“ blieb daher keine Eintagsfliege, denn dafür war den Künstlerinnen ihre Botschaft von Frieden, Toleranz und der vereinenden Kraft der Musik viel zu wichtig. Konsequenterweise gingen sie zurück bis an die Basis und entwickelten eine Fortsetzung der Idee, die sie mit 30 in der Schweiz lebenden Kindern unterschiedlichster kultureller Herkunft zusammenbrachte. Keines der Kinder ist als Sänger ausgebildet, vielmehr wurden die Kinder zwischen sieben und zwölf Jahren aus dem Kanton Zürich spontan ausgewählt. Während der Schulferien lernten sie in Workshops die großen Weltreligionen und die Grundlagen des Singens kennen und am Ende des Projektes standen die Aufnahmen. Es war für alle Beteiligten eine großartige Erfahrung. Denn gerade in den jungen Jahren, wo sich viele Weichen für das spätere Leben und die späteren Einstellungen der Menschen stellen, ist das Bedürfnis nach spiritueller Kraft besonders groß.

Für Tina Turner, Regula Curti und Dechen Shak-Dagsay ist es wichtig, nicht nur selbst mit den Kindern zu arbeiten und zu singen, sondern dass die Kinder als Chor darüber hinaus viele andere Menschen und auch Gleichaltrige erreichen können. Auf dem Programm stehenGebete und Mantras aus unterschiedlichen Weltreligionen, die sie gemeinsam singenund die mit viel Nachdruck und Freude die Ideen von „Beyond“ weiterentwickeln. Dabei ist den Künstlerinnen wichtig, dass die Einnahmen von „Children Beyond“ nicht ihnen selbst, sondern vor allem bedürftigen Menschen zugute kommen, an die die Erlöse weiter gegeben werden. Die gesamten Einnahmen der Künstlerinnen von diesem Album werden wie schon bei „Beyond“ zu gleichen Teilen in drei Stiftungen fließen: in die Dewa Che Stiftung, die friedensfördernde Projekte für Kinder und Jugendliche innerhalb und außerhalb von Tibet etwa mit Ausbildungsprogrammen und karitativer Hilfe unterstützt, in die Stiftung Seeschau, die vor allem interkulturelle Erziehungs- und Forschungsprojekte für Kinder und Jugendliche vorantreibt, und in die Stiftung Tina, die beispielsweise einem Kinderkrankenhaus in Memphis, Tennessee, hilft.


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