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13.04.2010

Ein Leben in Liedern

Howard Carpendale, Ein Leben in Liedern

Wenn Frauen schon auf dem Parkplatz Sekt trinken, wegen überfüllter Damen-WCs kollektiv das Männer-Klo stürmen und den Alltag, häufig „den Alten“, bis nach der letzten Zugabe am Ausgang warten lassen … dann  ist er wieder auf Tour. Ihr Howie. Hello again. Und wie. Offizieller Beginn der Tournee „Stark“ in der Gruga-Halle. Die Probe-Premiere in Emsdetten drei Tage zuvor hat begeistert, hat Mut gemacht.

Herrlich unaufgeregt

Nun gut, in Essen bleiben auf den Seitenrängen etliche Plätze frei, und einmal, da stolpert, da strauchelt der 64-Jährige auf der Bühne. Aber was soll’s. Er stolpert, strauchelt und schmunzelt. Der neue, ein bisschen auch der alte Howard Carpendale. So herrlich unaufgeregt, ehrlich, humorvoll, so authentisch wie nie. Die Überraschung des Abends. Vielen Kollegen, die mit ihren Fans und Songs gealtert sind, reichen neue Titel nur zum Überbrücken der Zeit, bis endlich mit Klassikern die Party losgeht. Carpendales Stücke der aktuellen CD „Stark“ kommen auf Anhieb an. Eine gesungene Biographie der letzten Jahre.

Nach 2003 und dem Abschied von der Bühne nun der Abschied vom Rentner-Golf und Kurzauftritt bei Betriebs-Galas mit vornehm wippenden Vorstandschefs. Howie ist wieder da, ist „Noch immer mittendrin“ und hat nichts dem Zufall überlassen. Ein Jahr arbeitete er in einem Berliner Studio an der neuen CD, plante die perfekte Show mit tollen Musikern und vier sympathischen, jungen Sängern, die dem Altmeister aus Südafrika den Rücken frei halten.

„Stark“, die CD: „Wir haben überlebt“, eine gefühlsbetonte Ballade mit dem Trend zum Klassiker, „Jetzt bist du weg“, die Botschaft zum Mitsingen für alle, die gar nicht wissen, was sie an ihrem Partner haben. „London“, die Liebeserklärung an seine verehrten Beatles.

Stets unterschätzt

Natürlich weiß der eigentlich stets unterschätzte Entertainer und Sänger, was seine Fans unbedingt hören wollen. Die kleinen Anekdoten von gescheiterten Diät-Versuchen und überflüssigen Pfunden, kaschiert vom langen Schal. So was verbindet. Das Rezept gegen Trennungsschmerz, mit Augenzwinkern verordnet. Das versteht jede Frau. Das Märchen von Golfspielern, die keinen Sex mehr haben. Howie macht uns den Tiger.

Und muss selbst über sich lachen. Zum Schluss, na klar, spielt er sie alle, die Hits von früher, ganz früher und noch davor. „Alice“, „Ti Amo“, „Nachts, wenn alles schläft“,„Du fängst den Wind“ …Längst  belagern da seine Frauen die Bühne. Sie haben wie gewohnt und gewollt im Sturmlauf die Ordner überrannt, ihrem Howie Blumen, Luftballon-Herzen und ein glückliches Lächeln geschenkt.

Rolling Stones

In diesem Moment, selbst im grellen Scheinwerferlicht, sieht keine so aus, als wäre sie damals dabei gewesen. Damals, 1967, hier in der Grugahalle, bei seinem „ersten richtigen Auftritt“, als nach ihm die Rolling Stones auf der Bühne standen. 43 Jahre später ist die Band immer noch im Geschäft. Und Howard Carpendale auch.

Quelle: Hermann Beckfeld (Medienhaus Lensing)


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