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23.11.2011

Ein Klagenfurter im Berliner Untergrund

Ingolf Wunder beeindruckt die Besucher der Berliner Yellow Lounge mit Werken von Franz Liszt und Frédéric Chopin.

Ingolf Wunder, Ein Klagenfurter im Berliner Untergrund © Stefan Höderath

Die Yellow Lounge hat mit ihrem Motto "Klassik im Club" einen veritablen weltweiten Trend initiiert, bringt seit nunmehr zehn Jahren kontinuierlich hochkarätige Gäste aus den Welten Klassik, elektronische Clubmusik und Multimedia Arts zusammen und hat sich damit längst als einer der beliebtesten Termine im einzigartig vielfältigen Programmkalender des Berliner Nachtlebens entwickelt. Und das Erfolgskonzept wird mittlerweile sogar ins Ausland exportiert.

Der Countdown auf der Website für die Yellow Lounge London zeigt es an: In neun Tagen findet die Yellow Lounge zum zweiten Mal auf englischem Boden statt. Zu Gast wird ein Trio sein, das durch eine geballte Ladung jugendlichen Charmes und ein Übermaß an künstlerischem Talent besticht: Auf der Bühne werden die Weltklasse-Geigerin Janine Jansen und die deutsch-japanische Pianistin und ECHO Klassik-Preisträgerin Alice Sara Ott erwartet. Als DJ wird Francesco Tristano fungieren, der als klassisch geschulter Pianist und Komponist immer wieder wegweisende musikalische Projekte in Angriff nimmt, die keinerlei Berührungsängste gegenüber der Welt der elektronischen Clubmusik zeigen.

Für den Klaviervirtuosen Ingolf Wunder, Gast der zurückliegenden Berliner Yellow Lounge am 21.11.2011, war die Erfahrung, seine erlesene Kunst einmal außerhalb des klassischen Konzertsaals zu praktizieren, nach eigenem Bekunden etwas völlig Neues. Im Club ADS, bis vor kurzem noch subkulturelles Bollwerk inmitten des Areals des Berliner Mediaspree-Projekts, präsentierte sich der 26-Jährige zu fortgeschrittener Stunde nach einem vorausgegangenen Recital im Konzerthaus Berlin sichtlich gelöst.

Unter heiterem Minenspiel schüttelte der Zweitplatzierte des Chopin-Wettbewerbs 2010 während seines locker und spontan wirkenden Vortrags Schwergewichte der Klavierliteratur aus dem Ärmel, wie die Ungarischen Rhapsodien Nr. 2 und 6 von Franz Liszt und Anatoli Ljadows Spieldose op. 32. Und natürlich gab er auch eine Kostprobe seines weltweit gerühmten Chopin-Spiels zu Besten, die Berceuse op. 57 und eine Polonaise des polnischen Meisters. Das Publikum der Yellow Lounge quittierte den so mühelos wirkenden Vortrag mit begeistertem Applaus. Und man darf hoffen, dass dies nicht die letzte musikalische Begegnung zwischen Ingolf Wunder und einem aufgeschlossenen Publikum jenseits der klassischen Konzertpodien gewesen ist ...


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