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22.02.2013

Meisterwerke aus 300 Jahren Klaviermusik - Das neue Album von Ingolf Wunder

Ingolf Wunder sorgte als Zweitplatzierter beim Internationalen Chopin-Wettbewerb 2010 für weltweites Aufsehen. Nun legt er sein neues Album mit einer Reise durch 300 Jahre Klaviermusik vor, die bei Scarlatti beginnt und mit John Williams ausklingt.

Ingolf Wunder, Meisterwerke aus 300 Jahren Klaviermusik © Patrick Walter / DG

Ingolf Wunder unternahm seine ersten musikalischen Gehversuche ab dem vierten Lebensjahr auf der Geige. Doch obwohl er auf dem Instrument ein recht hohes Niveau erreichte, erkannte er, dass daraus nie die große Liebe werden würde. Erst kurz vor seinem 14. Lebensjahr kam echte Leidenschaft ins Spiel - mit Wunders einsetzender Begeisterung für das Klavierspiel. Was sich nun ereignete, bezeichnete der Spätberufene einmal als eine Art „Raketenstart“. Rein zufällig wurde er von dem Klavierpädagogen Prof. Horst Matthaeus entdeckt, der sich so begeistert von Wunders Talent zeigte, dass er ihn sofort in seine Klasse aufnahm. „Dann ging plötzlich alles ganz schnell“, erinnert sich Ingolf Wunder.

Der heimliche Sieger

Wunder legte die Geige beiseite und studierte Klavier in Klagenfurt und Linz. Nach einer Reihe erfolgreicher Wettbewerbsteilnahmen stellte er mit seinem Erfolg beim Internationalen Chopin-Wettbewerb in Warschau 2010 die entscheidende Weiche für eine große Karriere. Zwar belegte Wunder offiziell nur den zweiten Platz, doch feierten Publikum und Presse ihn als heimlichen Sieger. Führt man sich zudem vor Augen, dass er der erste deutschsprachige Finalteilnehmer des prestigeträchtigen und ausschließlich der Musik Chopins vorbehaltenen Klavierwettbewerbs seit 1927 war, bekommt man eine Ahnung davon, welchen nachhaltigen Eindruck Wunder als Chopin-Interpret hinterlässt.

300. Bühnenauftritt als Pianist

Wunder unterschrieb einen Exklusivvertrag der Deutschen Grammophon und gehört heute zu den gefragtesten klassischen Musikern seiner Generation. Dass er in diesem Jahr seinen 300. öffentlichen Auftritt als Pianist bestreitet, gab ihm die Idee zum Titel seines neuen Albums. Nach seiner Debütaufnahme für Deutsche Grammophon, dem glänzenden „Chopin Recital“, gibt Wunder mit „300“ nun ein Einblick in die Vielfältigkeit seines Repertoires. Über seine Auswahl persönlicher Lieblingsstücke sagt er: „Ohne diese Werke aus 300 Jahren Klaviermusik, die ich hier versammelt habe, hätte meine Laufbahn sicher ganz anders ausgesehen. Jedes einzelne davon liegt mir am Herzen, alle haben mich schon sehr früh so fasziniert, dass ich unbedingt Pianist werden wollte.“

300 Jahre Klaviermusik

Die Reise Ingolf Wunders durch 300 Jahre Klaviermusik beginnt mit einer Sonatenminiatur von Scarlatti und bewegt sich über das Herzstück der Aufnahme, Mozarts „Linzer“ Sonate KV 333, zu den großen Virtuosen des 19. Jahrhunderts, Chopin und Liszt, bis hin zu Rimsky-Korsakov, Debussy, Rachmaninov und Skrjabin. Mit Stücken von Raoul Koczalski und Moritz Moszkowski und Arcadi Volodos’ virtuoser Paraphrase von Mozarts Rondo alla Turca stellt Ingolf Wunder auch seltener Gehörtes vor. Zwei für das Klavier arrangierte Klassiker der Filmmusik von Ennio Morricone und John Williams runden die musikalische Zeitreise mit Lieblingsstücken des österreichischen Pianisten ab.

Heimliche Horowitz-Hommage

Wer die Auswahl der Stücke eingehender betrachtet, wird vielleicht die interessante Entdeckung machen, dass Ingolf Wunder hier zugleich eine Hommage an Wladimir Horowitz vorlegt. Die Stücke von Scarlatti, Skrjabin, Moszkowski und Rachmaninov gehörten zu den bevorzugten Zugaben der Klavierlegende und wurden von dem glühenden Horowitz-Verehrer Wunder gewiss kaum zufällig ausgewählt. „Horowitz stammt aus einer Zeit, die so viele große Pianisten hervorgebracht hat”, erklärte Ingolf Wunder einmal im Klassikmagazin Limelight. „Ich glaube, dass sich unser Denken seither verändert hat. Musiker können heute das Internet nutzen und fast jede Aufnahme eines beliebigen Stücks hören, während man damals gezwungen war, selbständig zu denken. Kleinen Dingen wurde größere Wichtigkeit beigemessen, weil nicht jederzeit alles verfügbar war. Es ging nicht so sehr darum, wer am schnellsten spielen konnte oder um andere Rekordleistungen, sondern die Musik stand im Vordergrund. Es geht mir darum, diesen Geist zu bewahren.“

Die Veröffentlichung von Ingolf Wunders „300“ wird von einer großen Deutschlandtour begleitet. Alle Termine finden Sie hier im Überblick.


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