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01.09.2017

Jack Johnson Biografie 2017

Jack Johnson

„All The Light Above It Too“

 

Als er sich auf die Suche nach einem geeigneten Titel für sein siebtes Studioalbum machte, landete Jack Johnson schließlich bei einer Textzeile aus dem Eröffnungssong: Ein etwas wehmütiges, emotionales Stück, das insgesamt davon handelt, wie wichtig es ist, gerade in überhitzten Zeiten wie diesen die Dinge etwas gelassener zu betrachten.

 

„‘All The Light Above It Too’ – das bezieht sich auf die Sonne, genauer gesagt darauf, dass sie ja schließlich in alle Richtungen strahlt“, so der Musiker aus Hawaii, der im Verlauf seiner Karriere schon reichlich Platinerfolge gelandet hat. „Was aktuell abgeht in der Welt kann einen leicht überfordern, immerhin ist ein Typ aus dem Reality-TV unser neuer Präsident. Wenn mich also dieses Gefühl überkommt, dass alles um mich herum den Bach runter geht, dann hilft es schon, sich daran zu erinnern, dass es diese wunderschöne Welt da draußen gibt: Eine Welt, die eben gerade nicht nur für uns gemacht ist. Wir sind bloß ein Teil in einem größeren Zusammenhang... und wir können uns so unglaublich glücklich schätzen, das zu haben.“

 

Auf dem Nachfolger zum 2013 veröffentlichten Album „From Here to Now to You“ kehrt Johnson zu jenem minimalistischen DIY-Ansatz zurück, der schon seine Vierspuraufnahmen ausmachte, mit denen er seine Karriere vor inzwischen gut 17 Jahren begonnen hat. „Immer wenn ich mir Demos oder irgendwelche Ideen für Songs anhöre, dann schwingt da genau dieses Gefühl mit, auf das ich so sehr stehe, auch wenn’s vielleicht einfach nur Sachen sind, die ich schnell mit dem Laptop oder Telefon aufgenommen habe“, so Johnson. „Dieses Mal war mir besonders wichtig, die Aufnahmen so zu machen, dass dieses ursprüngliche Gefühl erhalten bleibt: Genau das Gefühl, das in der Luft lag, als der Song noch komplett neu und unfertig war.“

 

Von Johnson selbst und Robbie Lackritz (Feist, Bahamas) produziert, fand die Arbeit im Mango Tree Studio statt – jenem Home-Studio, in dem seit „On and On“ (2003) jedes seiner Alben aufgenommen wurde. Obwohl auf einigen Tracks auch seine angestammte Band zu hören ist, hat Johnson weite Teile der Instrumentalaufnahmen selbst übernommen und so die Songs nach und nach um seine Gitarrenparts herum gestrickt. Obwohl dieser Ansatz bewusst ganz simpel und schlicht war, ist „All The Light Above It Too“ insgesamt ein vielschichtiges Album, was den Sound und die vielen Stimmungen und Nuancen anbelangt.

 

Ein wichtiger Einfluss während der Entstehung des siebten Albums war ein Hochsee-Segeltörn durch den Nordatlantik, der Johnsons ganze Weltsicht auf den Kopf stellen sollte. Er war unterwegs mit 5 Gyres, einer Nonprofit-Organisation, die sich dem Kampf gegen Plastikmüll in den Weltmeeren verschrieben hat, und „da draußen auf dem Ozean, ohne Ablenkung, ohne Fernsehen oder Telefone, da konnte ich mich einfach perfekt auf den Schreibprozess einlassen“, holt er aus. „Es war das beste Setting, um alles rauszulassen, was mich davor beschäftigt hatte“, so Johnson weiter, dessen Hochsee-Trip auch für den neuen Dokumentarfilm „The Smog Of The Sea“ (2017) festgehalten wurde.

 

Indem er auf das für ihn typische Melodieverständnis setzt und sich mal wieder als ehrlicher, nachdenklicher Storyteller präsentiert, funktioniert das Album insgesamt wie eine Art Auszeit: eine vertonte Verschnaufpause von den Ängsten und Problemen unserer Zeit – und das, obwohl er die vielen Missstände allesamt anspricht. Los geht’s mit dem Song „Subplots“, wenn Gitarren und zurückgelehnte Harmonien jene Weisheit umspülen, die schließlich zum Albumtitel werden sollte („All the light under the sun/And all the light above it too/It don’t shine for you“). Das üppig arrangierte und atmosphärische „You Can’t Control It“ handelt daraufhin von Schönheit und Schmerz, die mit kollektiven Erfahrungen verbunden sind. Der sanfte Gesang von „Sunsets for Somebody Else“ täuscht danach beinahe über die Bedenken hinweg, die Johnson in Bezug auf unseren Non-Stop-Medienkonsum artikuliert (seine Frage lautet: „Can this world not afford to sleep anymore?“), und auf der ersten Single „My Mind Is For Sale“ sind es krasse Rhythmen und Gitarrenkaskaden, die ein paar der deutlichsten Zeilen des Albums untermalen: „I don’t care for your paranoid us-against-them walls/I don’t care for your careless, me-first-gimme-gimme appetite at all.“ Sein Ansatz ist hingegen das Gegenteil von „ich-ich-ich“...

 

Im Mittelteil von „All The Light Above It Too“ hat Johnson ein paar Songs versammelt, die einen für den Moment die Probleme des Alltags vergessen lassen. Durchzogen mit Bildern von einem idyllischen Spontantrip – die Füße auf dem Armaturenbrett, abends das Lagerfeuer –, vertont „Big Sur“ ganz klar eine solche Flucht aus der Monotonie: „Der handelt einfach davon, mal kurz vor all den Dingen abzuhauen, die sich eigentlich nicht vermeiden lassen. Einfach mit den besten Freunden an einen Ort zu fahren, wo man diese endlosen Gespräche führen kann. Ich meine solche, die eigentlich nur zu einem Ende kommen, weil man irgendwann auch mal kurz schlafen muss.“

 

Mit „Love Song #16“ präsentiert er dann nicht das erste Ständchen für seine Frau Kim und macht sich selbst dabei ganz schön rund: „Als ich den Song gerade zur Hälfte geschrieben hatte, zählte ich mal nach, wie viele Liebeslieder ich in all den Jahren schon für sie gemacht hatte... na ja, und das waren bis dahin mindestens 15“, so der Sänger. „Ein Großteil des Texts besteht aus witzigen Seitenhieben: Dass sie ja schon immer cooler war als ich, dass sie die Pixies schon kannte, als ich noch keine Ahnung hatte, dass sie die Dichter der Beat-Generation schon in der High School gelesen hatte, wo doch die meisten Leute sie erst später im College oder so für sich entdecken...“

 

Ausklingen lässt er das Album mit ein paar scharfsinnigen Beobachtungen über das Gute im Menschen und die Abgründe, die sich auch immer wieder auftun: Über hypnotisierender Slide-Gitarre und einem Folk-Fundament sinniert Johnson auf „One Moon“ z.B. darüber nach, wie absurd Neid und Habgier doch sein können. „Ich war beim Campen mit meiner Familie, und wir unterhielten uns irgendwann darüber, dass andere Planeten ja mehr Monde haben als unsere Erde“, setzt er an. „Schließlich wurde daraus ein Witz: Dass wir neidisch sind auf diese anderen Planeten – schließlich gibt es da diese Regel, dass man doch immer zwangsläufig mindestens das haben will, was die Nachbarn haben...“ Über einem Fundament aus Beats und Bass verwandelt er auf „Gather“ eine Metapher über Höhlenmenschen und Vertreter unserer Zeit in einen „Schlagabtausch zwischen Leuten, die übers schlichte Überleben nachdenken, und andererseits Leuten, die darüber nachdenken, ob sie sich nicht noch einen Kaffee holen sollen“, wie er sagt. Den Schlusspunkt der LP markiert „Fragments“: ein gedrosseltes Stück inkl. Gitarrensolo, was Johnson als Teppich ausrollt, um darauf all seine Sorgen und seinen Frust in einen optimistischen Ausblick zu verwandeln.

 

Diese einzigartige Mischung aus Introspektion und kritischer Beobachtungsgabe hat schon immer den Kern von Jack Johnsons Songwriting ausgemacht: Geboren und aufgewachsen auf Hawaii, waren Surfbrett und Gitarre schon früh die zentralen Pole seines Lebens, bis er mit dem Debütalbum „Brushfire Fairytales“ 2001 schließlich ins internationale Rampenlicht trat. Seither sind sechs weitere Studioalben sowie zwei Live-Alben von ihm erschienen, die sich insgesamt mehr als 25 Millionen Mal verkaufen sollten.

 

Sein Label Brushfire Records und seine Tour-Crew sind Vordenker, was Umweltstandards in der Musikindustrie anbelangt, und sein Netzwerk All At Once verbindet bei jedem Tour-Stopp die Fans mit Nonprofit-Organisation in der jeweiligen Region. Darüber hinaus haben Johnson und seine Frau Kim gemeinsam die Kokua Hawaii Foundation ins Leben gerufen, um Umweltthemen in den Schulen und Gemeinden von Hawaii auf die Tagesordnung zu bringen, sowie die Johnson Ohana Foundation, die sich weltweit für Umwelt-, Kunst- und Musikerziehung stark macht.

 

„Noch immer einer der einflussreichsten Singer-Songwriter des 21. Jahrhunderts“, schrieb LA Weekly gerade erst über Jack Johnson: Mit „All The Light Above It Too“ hat er nun ein Album aufgenommen, das die Zuhörer dazu animiert, ihren eigenen Standpunkt jenseits vom omnipräsenten Chaos einzunehmen, den Blickwinkel zu ändern und so im Idealfall neue Hoffnung zu finden. Die Motivation, dieses neue Album aufzunehmen, war zugleich auch ganz persönlicher Natur: „Immer wenn ich ein neues Album aufnehme, versuche ich genau den Punkt einzufangen, an dem ich gerade im Leben stehe. Und dann hoffe ich, dass sich die Leute mit dem identifizieren können, was sie da zu hören kriegen. Erst wenn ein Album wirklich einen anderen Menschen berührt, habe ich das Gefühl, damit etwas bewirkt zu haben.“

 

 

 


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