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30.10.2012

Jake Bugg Biografie

Jake Bugg

Jake Bugg ist noch gar nicht lange volljährig, und doch verströmt seine Musik etwas Zeitlos-Klassisches und steht in der Tradition großer Singer/Songwriter-Kunst. Im Oktober hat der junge Mann aus Nottingham mit seinem gleichnamigen Debütalbum auf Anhieb Platz #1 der UK-Charts erobert. Hierzulande erscheint sein Debüt Anfang nächsten Jahres.

Inzwischen darf man wohl davon ausgehen, dass auch in unseren Breiten der eine oder andere bereits von diesem Jungspund gehört hat: Immerhin ist Jake Buggs gleichnamiges Debütalbum Ende Oktober von Null auf Platz #1 in die UK-Charts eingestiegen. Dabei hatte er schon zuvor für Furore gesorgt: zunächst mit einem Auftritt im Vorprogramm jener Top-Secret-Show der Stone Roses im Londoner Village Underground, um nur wenige Tage später für Noel Gallagher dessen wohl intimste Solo-Show überhaupt zu eröffnen (Gallagher war im Dingwalls in Camden aufgetreten). Während Letzterer den jungen Mann kurzerhand auch noch für den Rest seiner Tour durch Europa und die USA engagierte, hat Jake Bugg nun nicht nur eine Menge großer Gigs vor sich, sondern vielmehr: eine große Zukunft.

Aber um das mal gleich klarzustellen: Jake Bugg ist bestimmt nicht der Typ, der nur von seinen „Connections“ lebt und so durchstartet, weil er anderen Honig ums Maul schmiert. Wie denn auch? Immerhin hat er den Großteil der 18 Jahre, die er nun schon auf diesem Planeten verweilt, in Nottingham gesessen – und nach London hat’s ihn erst verschlagen, nachdem sein Label ihn darum gebeten hat. Wenn überhaupt irgendwas so eine Anziehungskraft hat wie dieser Honig, dann sind es seine Songs selbst. Denn die sprechen für sich: „Ich glaube, Noel hat sie einfach gehört und ihm haben sie gefallen“, so Jakes bescheidener Kommentar.

Und so war’s auch – wobei Mr. Gallagher und die Stone Roses keinesfalls die einzigen waren, denen seine Songs gefallen haben. Jake Bugg ist bereits in ganz Großbritannien aufgetreten; er hat hart gearbeitet, extrem viele Shows gespielt und mit jedem dieser Auftritte neue Fans für sich gewonnen. Seine Headliner-Shows in Manchester und London, die im November anstehen, mussten längst in größere Venues verlegt werden, und nachdem auch der Erscheinungstermin des Albums in seiner Heimat vorverlegt werden musste, spricht die Chartplatzierung natürlich auch eine ziemlich deutliche Sprache: Jake ist ohne Zweifel der Mann der Stunde.

Er selbst hat ein ziemlich gutes Bild davon, worauf er diesen Erfolg zurückführen kann: „Ich gebe zwar nicht besonders viel auf Lob und Komplimente“, setzt er an, „aber in der Regel kommen die Leute nach den Konzerten zu mir und sagen, dass sie den Sound einfach erfrischend finden. Keine Ahnung, aber scheinbar ist es doch so, dass Gitarrenmusik immer dann zurückkommt, wenn irgendwer sie gerade mal wieder für tot erklärt hat. Die Leute sind einfach hungrig nach diesem Sound. Und ich hoffe, dass noch mehr Leute mal wieder eine Gitarre in die Hand nehmen, anstatt immer nur mit Synthesizern rumzuhantieren.“

Dass er selbst alles ganz klassisch mit sechs Saiten angeht, ging ihm selbst jedoch auch erst auf, nachdem ihn ein recht modernes Format auf die Idee gebracht hatte: Eine Folge der Simpsons war es, die Jake zur Musik brachte. „Da lief der Song ‘Vincent’ von Don McLean, wie sich hinterher herausstellte“, erinnert er sich zurück, „und ich wollte unbedingt wissen, wer das war. Ich wollte einfach lernen, diesen Song zu spielen und ähnliche Stücke selbst zu komponieren – ja und so ging’s dann los mit der Musik.“

Doch zunächst tat er das, was jeder macht, der sich bis über beide Ohren in einen Song verliebt: Er verfolgte diese Melodie zurück zu den Wurzeln, tauchte immer weiter ab in die Musikgeschichte. Anfangs arbeitete er sich durch andere Stücke von McLean, dann begegnete er Buddy Holly und Richie Valens, und so ging’s immer weiter auf der Suche nach jener Essenz, jenem Etwas, das die ganz großen Songwriter auszeichnet. So hatte er bald darauf seine Helden gefunden: „Moderne Sachen habe ich erst viel später entdeckt. Ich weiß zum Beispiel noch, wie ich zum ersten Mal Arctic Monkeys gehört habe – und damit nicht so besonders viel anfangen konnte. Erst als ich einen Tick älter war, wurde mir klar: ‘Ah, das ist ja voll auf die 12; das ist der Hammer.’ Hat aber ein wenig gedauert.“

Mit „so um die 14“ schnappte er sich dann die Akustikgitarre seines Onkels und begann, basierend auf den bereits gelernten Songs anderer Musiker, seine ersten Eigenkompositionen zu stricken. Es dauerte auch gar nicht lange, bis sich erste brauchbare Ideen herauskristallisierten: Genau genommen entstand sogar einer der besten Tracks seines Debütalbums, „Someplace“, während jener ersten Gehversuche als Songwriter. Die wunderschön-melancholische Ballade trägt bereits ganz klar seine Handschrift und zeigt, was für ein gutes Händchen für Melodien er schon damals hatte. „In ein paar Bands“ sei er zuvor auch gewesen, doch sei ihm und auch den anderen Jungs recht schnell klar geworden, dass Jake eher zum Solokünstler taugt. „Ich wollte eigentlich schon immer mein eigenes Ding durchziehen, und da ja nun alles so schnell ging, scheint der Plan ja auch aufgegangen zu sein.“ 

Seinen Plattenvertrag unterzeichnete er erst vor einem Jahr, nur ist Jake dermaßen produktiv, dass seither etliche neue Songs entstanden sind; so viele, dass schließlich sogar jede Menge Ideen ausrangiert werden mussten, um bei den vierzehn Tracks seines gleichnamigen Debüts zu landen. Was die Themen dieser Stücke angeht, ist er nicht gerade der Typ, der lang und breit darüber diskutieren und Erklärungen abgeben mag; allerdings muss er das auch gar nicht: Zeilen wie „I go back to Clifton to see my old friends/The best people I could ever have met/I skin up a fat one/And hide from the feds“ aus dem Track „Two Fingers“ sprechen für sich, und letzten Endes geht es in seinen Kompositionen häufiger darum, wie man dem Alltag entfliehen (jener „fat one“, der fette Joint) oder durch die Musik selbst die harten Realitäten der Welt etwas erträglicher gestalten kann. Im Fall von „Taste It“ stürzt er sich in die Zukunft und fühlt sich lebendiger denn je, während seine UK-Debütsingle „Trouble Town“ wie eine Zeile aus einem Blues-Klassiker anmutet: „Stuck in speed bump city, where the only thing that’s pretty is the thought of getting out“.

„Einige handeln von meinem damaligen Leben, davon, wie mir... so vieles echt scheißegal war“, berichtet Jake. „Ich bin nicht gerade besonders gut darin, das alles genau aufzudröseln, aber sie alle basieren auf persönlichen Erfahrungen. Wenn ich Texte schreibe, versuche ich ehrlich gesagt gar nicht so viel darüber nachzudenken; besser ist es doch, wenn man das alles einfach so aus sich heraussprudeln lässt.“ 

Und das ist überhaupt das Element, das Jake Buggs Sound auszeichnet: dieses Sprudeln, dieser Flow, diese ungefilterte Ehrlichkeit. Ob es sich nun um die ungehobelt-aggressiven Gitarren von „Lightning Bolt“ oder die für sein Alter viel zu einsichtigen und reifen Zeilen von „Seen It All“ oder sonst ein anderes Stück von seinem Debüt handelt – all das klingt so natürlich, so angenehm unkalkuliert, so offensichtlich aus der Seele eines jungen Mannes hervorsprudelnd. Jake Bugg ist ein Künstler, auf den viele gewartet haben, den man vermisst hat seit... nun, sagen wir so: seit jene Künstler auf den Plan getreten sind, die ihn dieser Tage für ihr Vorprogramm anfragen.

Sein aktueller Platz #1 in den UK-Charts unterstreicht, was so oder so auf der Hand liegt: Jake Bugg ist das spannendste Singer/Songwriter-Talent, das Großbritannien im Jahr 2012 zu bieten hat.

 


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