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James Horner BACKSTAGE EXCLUSIV

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22.09.2016

Gesamtkunstwerk - Das Album "Collage" erinnert an James Horners reiches Oeuvre

In einer Collage vereinen sich viele verschiedene kleine Teile zu einem künstlerischen Gesamtbild. So ist es auch bei James Horners Album "Collage", das posthum erscheint und u.a. das letzte Werk des amerikanischen Komponisten präsentiert.

James Horner, Gesamtkunstwerk - Das Album Collage erinnert an James Horners reiches Oeuvre © Mercury Classics

Musik für mehr als 100 Filme hat James Horner im Laufe seiner bewegten künstlerischen Laufbahn geschrieben, darunter "Titanic" und "Avatar". Für seine Soundtracks wurde er mit zwei Oscars, zwei Golden Globes und sechs Grammy Awards ausgezeichnet. Die Lücke, die James Horner hinterlassen hat, als er am 22. Juni 2015 bei einem Flugzeugabsturz ums Leben kam, lässt sich kaum schließen.

Vergangenheit und Zukunft

Wie klingt die Sehnsucht? Wie klingt die Liebe? Die Angst, der Schmerz, das Schweigen? Fragen, die man sich kaum beantworten kann und deren Antworten doch in James Horners Musik Gestalt annehmen. Als musikalischer Stimmungsmaler hat der Komponist mit seinen Klängen immer wieder Gefühle zum Ausdruck gebracht, die das Kinopublikum weit über Grenzen der Bilder und der gesprochenen Worte der Filme hinaus trugen.

Das aktuelle Album präsentiert nicht nur das letzte, bislang unveröffentlichte Werk des amerikanischen Musikers, sondern ist auch ein bewundernder Rückblick auf sein Schaffen und ein klangvoller Nachruf auf einen grandiosen Komponisten, der es vermochte, große filmische Geschichten mit unzähligen atmosphärischen Klangfarben zu bereichern.

Meister der Farben

Zutiefst berührend sind die zarten, solistischen Cello- und die Geigenklänge von Mari und Håkon Samuelsen in "Jose’s Martyrdom" aus dem Film "For Greater Glory", die zwischendurch von den sinfonischen Wogen eines großen Orchesters umspült werden. James Horner war ein Meister darin, musikalische Spannungsbögen aufzubauen. Eine große Orchesterbesetzung bot ihm dabei immer wieder alle Möglichkeiten, sich künstlerisch auszutoben. "The Ludlows" aus "The Legends of the Fall" berührt beispielsweise durch den Kontrast von der Schönheit einer schlichten Klaviermelodie und der Wucht eines satten Streicherunisonos, in "Return to the wild" aus dem Soundtrack zu "Wolf Totem" lässt Horner die Titelmelodie in vielen unterschiedlichen dynamischen Abstufungen durch das Orchester wandern.

Musikalische Themen aus "Iris", "First in Flight" und "Aliens" ergänzen die vielschichtigen musikalischen Erinnerungen an einige der schönsten Filmmusik-Kompositionen aus James Horners Schaffen. "Kitty Hawk" und "Conquest of the Air" aus "First in Flight" wurden für das Album erstmalig durch das Royal Liverpool Philharmonic Orchestra unter der Leitung von David Arnold eingespielt.

Unsterbliche Klänge

Im Mittelpunkt des Album steht jedoch die titelgebende Komposition, mit deren Vollendung James Horner im Sommer 2015 befasst war: "Collage" ist das letzte Werk aus seiner scheinbar unerschöpflichen, kreativen Feder. Mit den für Horner typischen unverwechselbaren satten Klangfarben hat er in dem sechsteiligen Werk ein dichtes, romantisches Klanggemälde für vier Hörner und Orchester geschaffen.

"Collage" ist nur wenige Wochen vor Horners tödlichen Unfall im letzten Sommer in seiner Anwesenheit durch das London Philharmonic Orchestra unter der Leitung von Jaime Martin eingespielt worden und wird nun mit seiner Veröffentlichung am 23. September bei Mercury Classics posthum zu einer Art Lebenswerk, in dem sich alle kompositorischen Facetten des amerikanischen Komponisten noch einmal vereinen.


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