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11.11.2008

James Taylor "Covers"

Selber seit gut vierzig Jahren einer der profiliertesten Songwriter der amerikanischen Szene, beschränkte sich James Taylor bei seinem jüngsten Aufnahmeprojekt darauf, einmal ausschließlich Songs einzusingen, die von anderen geschrieben und durch Kollegen von ihm bereits bekannt gemacht wurden. Das Album trägt den treffend-schlichten Titel “Covers” und enthält ein rundes Dutzend Nummern, die überwiegend aus den fünfziger bis siebziger Jahren stammen.

“Ein Album mit durch andere Künstler bekannt gemachten Stücken wollte ich schon seit Jahren aufnehmen”, gesteht James Taylor. “Ich hatte das Vergnügen, diese Songs im Laufe von Jahren immer wieder live aufzuführen. Aber sie nun zusammen mit diesen unglaublichen Musikern im Studio einzuspielen, war einfach ein außergewöhnliches Erlebnis.”

Zehn Tage lang zog sich der Gitarre spielende Sänger im Januar mit seiner von ihm so getauften “Band of Legends” in einen zum Aufnahmestudio umgebauten Stall auf seinem Landgut im westlichen Massachusetts zurück, um dort ohne große vorherige Proben und live ein Programm aus Covernummern aufzunehmen.

Die Repertoireauswahl dürfte in einigen Punkten selbst eingefleischte James-Taylor-Fans überraschen: Etwa wenn er das durch Elvis Presley 1956 zum Welterfolg gewordene “Hound Dog” in dem Arrangement präsentiert, das drei Jahre davor schon die Rhythm’n’Blues-Legende Big Mama Thornton benutzt hatte. Oder wenn er Hits von schwarzen Rhythm’n’Blues/Soul/Doo Wop-Vokalensembles wie den Temptations (“It’s Growing”), den Spinners (“Sadie”) oder den Drifters (“On Broadway”) interpretiert - das letztgenannte Stück kennen Jazzhörer natürlich in George Bensons Version. Auch den durch Junior Walker & The All-Stars bekannt gewordenen Motown-Klassiker “(I’m A) Road Runner”, der von dem fabelhaften Songwriter-Team Holland-Dozier-Holland verfaßt wurde, hätte man hier wohl kaum erwartet. Weitere grandiose Klassiker unterschiedlichster Genres sind “Wichita Lineman” (1968 ein Hit für Country-Star Glen Campbell), Leonard Cohens “Suzanne”, Buddy Hollys “Not Fade Away”, Eddie Cochranes “Summertime Blues” (den einst u.a. auch die Beach Boys und Marc Bolan mit seiner Band T. Rex im Programm hatten) und George Jones’ “Why Baby Why”. Jüngeren Datums sind dagegen John Andersons “Seminole Wind” und das durch die Dixie Chicks bekannte “Some Days You Gotta Dance”.

Als Bonustrack für die europäische Albumversion wurden die beiden songs: „Knock On Wood“ und „Midnight Hour“ aufgenommen.

So exquisit wie die Auswahl ist auch die “Band of Legends”, mit der James Taylor dieses ungemein abwechslungsreiche Album aufgenommen hat: an den Sessions waren musikalische Schwergewichte wie Luis Conte, Michael Landau, Jeff Babko, Lou Marini, Arnold McCuller, Jimmy Johnson, David Lasley, Walt Fowler, Andrea Zonn, Kate Markowitz, Steve Gadd und Larry Goldings beteiligt. Mit Mitgliedern dieser “Band of Legends” präsentierte James Taylor das Programm des Albums im Sommer auch schon bei einigen sehr umjubelten Konzerten live.

Seit nunmehr vierzig Jahren verkörpert Taylor wie kaum ein anderer den prototypischen amerikanischen Singer/Songwriter. Unbeirrt von musikalischen Moden und Trends strickte er vier Jahrzehnte lang an seinem ureigenen Image. Belohnt wurde er dafür mit über 40 Millionen verkauften Alben allein in den USA, zahlreichen Top-10-Plazierungen in den Pop-Charts und insgesamt fünf Grammys - einen dieser Grammys erhielt er 2001 für seine Interpretation von “Don’t Let Me Be Lonely Tonight” auf dem Verve-Album “Nearness Of You: The Ballad Book” des Anfang 2007 gestorbenen Tenorsaxophonisten Michael Brecker. Im Jahr 2000 wurde der James Taylor sowohl in die Rock and Roll Hall of Fame als auch in die Songwriters Hall of Fame aufgenommen. Für sein im November 2007 erschienenes CD/DVD-Set “One Man Band” erhielt Taylor außerdem kürzlich eine Emmy-Nominierung.

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