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30.01.2004

Superstar oder Superhype?

Jamie Cullum, Superstar oder Superhype?

Er ist gerade einmal 24 Jahre alt, hat den Look eines milchbärtigen Brit-Poppers und erhielt nach seinen beiden ersten Alben "Heard It All Before" (2000) und "Pointless Nostalgic" (2002), die er größtenteils selbst finanziert und produziert hatte, einen sagenhaften Plattenvertrag über 1 Million britische Pfund. Der Sänger, Pianist und Songwriter Jamie Cullum könnte so etwas wie das männliche Pendant von Norah Jones werden, wenn es ihm gelingen sollte, sich auch in den USA, wo britische Künstler oft keinen leichten Stand haben, durchzusetzen.

In Großbritannien hat Jamie Cullum von seinem neuen Album "Twentysomething", seit der Veröffentlichung im Oktober 2003, über 300.000 Exemplare abgesetzt. Diese erstaunliche Zahl macht ihn bereits jetzt zum bestverkauften britischen Jazzkünstler aller Zeiten. Das Album stieg gleich auf Platz 5 in die britischen Popalben-Charts ein. Bei der letztjährigen Vergabe der BBC Jazz Awards wurde Cullum als das größte Nachwuchstalent bzw. der kommende Star der britischen Jazzszene ausgezeichnet und von den Besuchern der BBC-Homepage wurde "Twentysomething" im Dezember zum Jazzalbum des Jahres 2003 gewählt.

 

Aber wie das in Jazzkreisen nun mal so üblich ist, stoßen die Superlative, mit denen Cullum, der vor kurzem noch ein absoluter Nobody war, seit einem Jahr überhäuft wird, auch auf eine heftige Gegenreaktion. Während seine (nicht selten weiblichen) Fans und ein Teil der Presse Jamie Cullum zum Superstar des Jazz hochjubeln, mäkeln die Verfechter des sogenannten "wahren Jazz", daß hinter dem Überraschungserfolg nur ein Superhype stehe. Dennoch kommen auch angesehene Jazzkritiker wie Clive Davis von der Times oder John Fordham vom Guardian nicht umhin, dem Youngster Qualitäten zu bescheinigen. "Cullum hat eine erfrischend individuelle Stimme. Er weiß, wer er ist und was er möchte", konstatierte etwa Davis. Und Fordham lobt: "Cullums Tugenden sind eine bemerkenswerte Entspanntheit (die seine Einspielungen, selbst wenn es sich, wie hier, um eine technisch perfekte Studioaufnahme handelt, als pures Vergnügen erscheinen lassen), ein jugendlicher Schwung, der sein Werk einnehmend luftig und leicht macht, und eine Hipness beim Timing, die ihn von vielen anderen Mitwettbewerbern auf dieser überfüllten Bühne unterscheidet."

 

Im März wird "Twentysomething" endlich auch in Deutschland erscheinen, und spätestens dann kann sich auch hier ein jeder sein eigenes Urteil bilden, ob Cullum nun der neue Superstar oder der neue Superhype des Jazz ist oder vielleicht eine Mischung aus beidem. Einen ersten Eindruck kann man auf der folgenden Homepage (http://www.hyperlaunch.com/jamiecullum/) gewinnen, auf der man in fünf der vierzehn Songs hineinhören kann, die sehr gut die musikalische Bandbreite von Jamie Cullums neuem Album repräsentieren: Neben Interpretationen des Jazzstandards "I Get A Kick Out Of You", von Jimi Hendrix' "Wind Cries Mary" sowie Jeff Buckleys "Lover, You Should Have Come Over" gibt es mit "All At Sea" und "These Are The Days" auch zwei Eigenkompositionen von Jamie Cullum und seinem Bruder Ben kennenzulernen.

 

Wir verlosen 1x2 Konzerttickets für den Showcase am 5.2. in München (Atomic Cafe, 20 Uhr) unter allen Einsendern, die bis kommenden Montag eine E-Mail mit dem Betreff "cullum" an gewinnspiel@jazzecho.de schicken.


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