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24.08.2010

Jane Monheit, Home

Jane Monheit scheint sich zu Hause pudelwohl zu fühlen. Diesen Eindruck vermittelt zumindest das Coverfoto ihres neuen Albums “Home”, auf dem sie sich entspannt lächelnd in die Kissen schmiegt. „Home“ ist hier aber auch im übertragenen Sinne zu verstehen, denn das Repertoire ihres neuesten Albums ist, nach einigen Schlenkern in die Pop- und Brazil-Welt, ein ganz klares Heimspiel für Monheit. Und das hört man der Sängerin in jeder Minute an, auf dem swingendsten und ungezwungendsten Album ihrer Karriere.  

“Home” ist eine Ode an das Goldene Zeitalter der Jazz-Standards. Diesmal also keine plüschigen Balladen, sondern lebendige Mid-Tempo-Nummern, die Monheit mitunter zu lockeren Scat-Einlagen inspirieren. Und obwohl das Repertoire - bis auf eine Ausnahme - lauter Klassiker aus dem Great American Songbook enthält, wird man hier nach den “üblichen Verdächtigen” vergeblich suchen. Statt auf sattsam bekannte Nummern zu setzen, entschied sich Jane Monheit für oftmals übersehene Juwelen aus der Feder von Richard Rodgers/Lorenz Hart, Arthur Schwartz/Howard Dietz, Irving Berlin und Jerome Kern.

“Ich wollte ‘nach Hause’ zurückkehren, zu dem, was ich am meisten liebe”, sagt Jane Monheit. “Ich wollte zu meinen Wurzeln zurück. Für mich gibt es nichts Besseres als einen Jazz-Standard zu singen und ihm durch meine eigene Interpretation neues Leben einzuhauchen, ihn einem neuen Publikum in einem anderen Licht zu präsentieren.”

Um ihre Vorstellungen besser umsetzen zu können, zeichnete die 32-Jährige auch erstmals selbst als Produzentin für das gesamte Album verantwortlich. “Ich hatte nicht den Eindruck, dass ich irgendjemands Hilfe brauchte, um meine Vision von diesem Album zu verwirklichen”, sagt Monheit selbstbewusst. “Mit diesem Projekt ging ich schon seit langem schwanger... ein Album mit Songs und einer Gruppe von Musikern, die mir alle ganz besonders wichtig sind. Wir brauchten nicht darüber zu diskutieren, was wir machen würden und was nicht, oder wer spielen sollte... Meine Beziehung zu diesen Songs und meine Liebe zu den Leuten, die sie spielen, machen das Album zu dem, was es ist.”

Das Programm enthält u.a. den rasanten  Arthur Schwartz/Howard Dietz-Klassiker “A Shine On Your Shoes”, die swingende Richard Rodgers/Lorenz Hart-Nummer “Everything I’ve Got Belongs To You”, eine charmante Interpretation von Irving Berlins “Isn’t It A Lovely Day?” und das betont positive “Look For The Silver Lining” von Jerome Kern und Buddy DeSylva. “Die fröhlicheren Songs haben einen besonderen Reiz auf mich ausgeübt”, sagt sie lachend und weist darauf hin, dass dies das erste Album ist, das sie aufgenommen hat, seit sie Mutter geworden ist (ihr Sohn kam zur Welt, als sie mitten in den Aufnahmen zu ihrem letzten Album “The Lovers, The Dreamers, And Me” steckte). “Ein Kind in meinem Leben zu haben, hat mich wirklich lockerer gemacht, vor allem auch in musikalischer Hinsicht!“

Begleitet wird Jane Monheit von den langjährigen Bandgefährten, die sie als ihre wahre Familie bezeichnet: Pianist Michael Kanan, Bassist Neal Miner und natürlich Ehemann Rick Montalbano am Schlagzeug. Hinzugestoßen sind bei einzelnen Stücken außerdem Gäste aus ihrem Freundeskreis. Im Opener “A Shine On Your Shoes” ist Gitarrist Frank Vignola zu hören, der auch bei Konzerten oft die Band von Jane Monheit verstärkt. In “There’s A Small Hotel” gesellt sich der Trompeter Joe Magnarelli zum Ensemble. Der Gitarrist und Sänger John Pizzarelli wiederum ist Janes einziger musikalischer Partner bei der intimen Interpretation von “Tonight You Belong To Me”. Violinist Mark O’Connor, der die Sängerin 2003 auf seinem Album “In Full Swing” als Gastvokalistin präsentierte, tritt gleich zweimal in Erscheinung: zunächst in der amüsanten Swing-Nummer “Everything I’ve Got Belongs To You” und dann in dem romantischen Duke-Ellington-Song “I Didn’t Know About You”, der nahtlos in ein weiteres Ellington-Juwel, “All Too Soon”, übergeht. Pianist Larry Goldings und Sänger Peter Eldridge sind gemeinsam in dem von Goldings mit Cliff Goldmacher komponierten “It’s Only Smoke” zu hören. Eldridge ist Mitglied des Vokalensembles New York Voices und hatte Jane Monheit in der Manhattan School of Music einst als Gesangsschülerin. “Ich kenne Peter seit meinem vierzehnten Lebensjahr, und wir wollten schon seit langem unbedingt einmal etwas zusammen machen”, erzählt Jane Monheit. “Larry schrieb uns endlich das perfekte Lied für eine Zusammenarbeit.”

Welcome home, Jane!


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