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29.01.2007

Jibbs - Biografie 2007

Was also unternimmt man als 8-jähriger Knirps, um endlich beachtet zu werden? Genau, man schreibt ein paar Verse auf und rappt sie seinem großen Bruder vor, einem Bruder wohlgemerkt, der weit über die Grenzen von St. Louis bekannt ist und schon für HipHop-Superstars wie Nelly und Chingy hinter den Reglern gesessen hat. Nachdem DJ Beats den unfassbaren Flow des kleinen Jibbs verdaut und die eigene Kinnlade wieder eingerenkt hatte, nahm er seinen Kiddie-Bruder kurzerhand mit ins Studio, um den Mikrofonständer runter zu schrauben und an Aufnahmen zu arbeiten. Schon damals war abzusehen, dass die verbalen Kinnhaken, die Jibbs in seinen Freestyles abfeuert, ihn bald darauf zum Überrapper im Untergrund von St. Louis machen sollten.

„Ich habe schon 21-Jährige und 25-Jährige abgeschlachtet, da war ich gerade erst 11 oder 12“, erinnert sich Jibbs lachend zurück. „So kannte man mich in meiner Gegend: Alle sagten immer, `Alter, du bist so verdammt jung, aber du hast ihn plattgemacht. Und dabei ist er eigentlich echt gut!“ „Eigentlich“ reichte jedoch nicht, um es mit Jibbs aufzunehmen.

Als dann das erste Demo aufgenommen war und die Runde machte, ließen auch die Anrufe von Labels nicht lange auf sich warten. Jibbs wurde von diversen Firmen umworfen und war von nun an stets der Einheizer, wenn Superstars wie Chris Brown, Bow Wow und Young Jeezy in den „Lou“-Club von St. Louis kamen. Auch auf der Bühne schlug der kleine Jibbs ein wie eine Bombe: „Als ich sah, dass die Leute auf meinen Sound abgehen, wurde ich noch motivierter“, erinnert sich Jibbs zurück, der in seiner Musik die „Catchyness“ von Nelly und die verbale Gewandtheit eines T.I. kombiniert. „Die Reaktionen waren viel besser, als ich gedacht hätte!“

Inzwischen bei Geffen Records unter Vertrag – sprich: im Team von Snoop Dogg, Slim Thug, Common, Pharrell, Mos Def, Mary J. Blige etc. – und mit seiner Single „Chain Hang Low“ schon seit Wochen in allen (Bass-)Boxen präsent, wird der Teen-Rapper in Kürze sein unglaublich dynamisches Debütalbum vorlegen: „Jibbs feat. Jibbs“. Der ungewöhnliche Titel ist laut eigener Aussage als Anspielung auf seine musikalische Vielfältigkeit zu verstehen. „Kein Song auf diesem Album klingt identisch, nicht einmal ansatzweise“, erläutert er. „Darum auch der Titel `Jibbs feat. Jibbs´. Sie alle klingen völlig unterschiedlich, und doch kann man insgesamt raushören, dass immer ich es bin, der für die Tracks verantwortlich ist.“

Ausgestattet mit einer bezwingenden Mitsing-Hook, clever eingesetzten Prahlerei-Anflügen und einem deftigen Beat im Unterbau, hat sich „Chain Hang Low“ in Amerika in den vergangenen Wochen zu einer omnipräsenten Street-Hymne entwickelt. Dazu steht schon jetzt fest, dass „Smile“, eine Kollaboration mit Fabo (von D4L), einen neuen Tanzschritt hervorbringen wird, während der junge Jibbs mit „Hood“ auch seine introspektive Seite nach außen kehrt – er legt seinen Mitmenschen nahe, erst zu denken und dann zu handeln, um auf diese Weise viele Probleme zu umschiffen.

Zum Glück wurde Jibbs’ schmaler Rücken stets von seiner Familie gestärkt. Er wuchs in einer insgesamt achtköpfigen Familie auf, in der alle stets mit anpackten, um ihre Gemeinschaft bzw. die der gesamten Nachbarschaft zu fördern – insofern kann man sie durchaus als Vorbildfamilie beschreiben. Dabei waren es letztlich zwei Dinge, zwei Kanäle, die Jibbs vor dem Abrutschen in diejenige Sackgasse bewahrten, in der so viele Ghetto-Kids vor ihm gelandet sind: Seine Eltern und die größeren Brüder waren allesamt musikbesessen. Dazu begann er – wie schon drei seiner Brüder vor ihm – schon frühzeitig mit dem Boxen. Genau genommen, war Jibbs sogar so verdammt flink mit seinen Fäusten, dass er zweimal „Golden Gloves Champion“ wurde! Dennoch war und ist sein Interesse für spontane Wortgefechte größer als sein Hang zum körperlichen Schlagabtausch. „Musik ist eine viel größere Inspirationsquelle für mich, die größte überhaupt“, sagt er. „Außerdem habe ich das Gefühl, dass mir Musik einfach viel mehr liegt. Ich bin besser als Musiker. Sicher war ich auch im Ring ziemlich gut, aber die Musik hat mir mein ganzes Leben lang viel mehr bedeutet. Jeden Morgen wache ich auf und will neue Sounds kreieren – darum kann mich auch nichts und niemand davon abhalten!“

Nun, da in Kürze auch hierzulande sein eindrucksvolles „Jibbs feat. Jibbs“-Debüt erscheinen wird, setzt der umtriebige Teen-Rapper alles daran, mit seinem Flow zum absoluten Trendsetter zu avancieren: „Als Neuling im Rap-Business will ich unbedingt neue Akzente setzen. Mir geht es um neue, um unverbrauchte Styles, die man so noch nicht gehört hat“, stellt er klar. „Ich will die Latte noch ein gutes Stück höher legen, und gleichzeitig will ich anderen Teenagern zeigen, was man alles schaffen kann. Dass auch sie es schaffen können, genau wie ich! Ich komme schließlich auch aus der Hood, und meine Ausgangssituation war alles andere als perfekt, und doch habe ich das Beste daraus gemacht.“

Wie unfassbar gut seine Karriere anläuft, hat Jovan Campbell, so Jibbs bürgerlich, schon vor der Veröffentlichung seines Debütalbums bewiesen: Der Klingelton zu seiner Hit-Single „Chain Hang Low“ wurde in den USA über ein 1,5 Millionen Mal heruntergeladen! Damit ist der seit wenigen Wochen 16-Jährige der zweite Künstler in der Geschichte der Ringtone-Charts, der es mit Downloads zu „Klingelton-Platin“ gebracht hat, und zwar noch bevor das Debütalbum überhaupt in den Regalen steht! Vor ihm hatte nur Rick Ross einen vergleichbaren Klingelton-Hit gelandet.

Momentan ist Jibbs, der in den vergangenen Monaten diverse High-School-Sporthallen mit seinen Live-Shows aufgemischt hat, mit Yung Joc, Omarion, Ne-Yo und Pretty Ricky auf „Scream Tour“ durch die Vereinigten Staaten. Im März folgt dann die Deutschlandtour im Vorprogramm von Snoop Dogg und P.Diddy. Kürzlich wurde Jibbs dann noch von AOL als einer der besten Newcomer 2006 geehrt. Man darf sich also auf einen Rundumschlag gefasst machen, wenn Jibbs auch hierzulande das Teenage-Zeitalter einläutet!

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