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11.06.2008

Fünf "Originals" von John Coltrane

John Coltrane, Fünf Originals von John Coltrane

Nachdem die fünf Alben "John Coltrane And Johnny Hartman", "Impressions", "Live At Birdland", "Crescent" und "A Love Supreme" im April 2008 zunächst zusammen in der Box "The Impulse! Albums, Volume Two" auf den Markt gebracht wurden, sind diese CDs der "Originals"-Reihe nun auch einzeln erhältlich. Es handelt sich bei diesen Alben um fünf absolute Klassiker des legendären John Coltrane Quartet mit Pianist McCoy Tyner, Bassist Jimmy Garrison und Elvin Jones. Bei einigen der Aufnahmen stießen der Sänger Johnny Hartman, der Altsaxophonist und Baßklarinettist Eric Dolphy oder - als Ersatz für Jimmy Garrison respektive Elvin Jones - Bassist Reggie Workman und  Schlagzeuger Roy Haynes zu dem Quartett.

Auf dem 1963 aufgenommenen Album "John Coltrane And Johnny Hartman" (1963) präsentierte sich das Quartett in einem sehr ungewohnten Kontext: als Begleitband des schwarzen Crooners Johnny Hartmann. Das Repertoire bestand durchweg aus Jazzballaden wie "My One And Only Love" und "Lush Life". Den Anhängern des progressiven John Coltrane versetzte der Saxophonist mit diesem "Rückfall" in den eher konventionellen Jazz einen Schock, die restliche Jazzwelt war schlichtweg begeistert.
 
Das ebenfalls 1963 herausgebrachte Album "Impressions" vereinte Aufnahmen aus drei Jahren. Live im Village Vanguard wurden im November 1961 "India" und der Titelsong des Albums eingespielt und fungierten quasi als verspätete Zugabe zu dem zuvor veröffentlichten Aufnahmen von "Live At The Village Vanguard", die in derselben Zeit entstanden waren. Die selten zu hörende Bluesnummer "Up 'Gainst The Wall" wurde 1962 aufgenommen und "After The Rain", 1963 mit Roy Haynes anstelle von Elvin Jones eingespielt, gilt als das absolute Highlight dieses großartigen Albums.
 
Das im Oktober 1963 in dem New Yorker Jazzclub Birdland aufgezeichnete Album "Coltrane Live At Birdland" gilt als das Album, das Coltranes Allround-Talent am besten demonstriert. Besonders beeindruckend sind hier das lange unbegleitete Solo des Saxophonisten in der Ballade "I Want To Talk About You" und die brillante Version von "Afro Blue".
 
1964 nahm das John Coltrane Quartet mit "Crescent" dann ein Album auf, das ausschließlich Kompositionen des Saxophonisten enthielt: Der Titelsong lieferte einem damals bereits einen kleinen Vorgeschmack auf das noch ausstehende Meisterwerk "A Love Supreme". In "Lonnie's Lament" läßt Coltrane seinen Bassisten Jimmy Garrison in den Vordergrund treten, während "The Drum Thing" natürlich als Feature für den formidablen Schlagzeuger Elvin Jones gedacht war.
 
Und dann ist da schließlich noch das Album ist "A Love Supreme", das eigentlich kaum noch einer Vorstellung bedarf. Der amerikanische Kritiker John Ballon nannte dieses Album "vielleicht das vollkommenste Gott gewidmete Kunstwerk seit Michelangelos Gestaltung der Sixtinischen Kapelle" und sprach damit sicherlich vielen Fans des Saxophonisten aus der Seele. Tatsache ist, daß "A Love Supreme" eines der großartigsten (und bestverkauften) Jazzalben aller Zeiten ist.


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