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25.09.2015

Back To The Future: John Scofield feiert Reunion mit Joe Lovano und Bill Stewart

John Scofield, Back To The Future: John Scofield feiert Reunion mit Joe Lovano und Bill Stewart

John Scofield holt ein Stück Vergangenheit in die Gegenwart. Denn für sein Debütalbum beim Label Impulse! Records erweckte er das Quartett mit Saxophonist Joe Lovano und Schlagzeuger Bill Stewart wieder zum Leben, mit dem er zwischen 1990 und 1992 drei erfolgreiche Alben für Blue Note Records eingespielt hatte: "Meant To Be", "Time On My Hands" und "What We Do". Die Bassisten waren damals Marc Johnson und der mittlerweile verstorbene Dennis Irwin. Ihren Job hat nun Larry Grenadier übernommen, der Scofield 1996 auf seiner "Quiet"-Tournee begleitete.

Die neun vitalen Stücke, die Scofield für "Past Present" schrieb, spiegeln die Spielphilosophie dieses Jazzgitarristen wider. Für ihn ist es unabdingbar, die tiefen, komplexen Wurzeln der Musik zu kennen. Aber genauso wichtig ist ihm, immer spontan zu spielen. "Dieses Album reflektiert, auf verschiedenen Levels, Vergangenheit und Gegenwart", meint der Gitarrist. "Zunächst einmal habe ich mit dieser Band schon in der Vergangenheit zusammengespielt. Jetzt haben wir in der Gegenwart wieder zueinander gefunden. Außerdem ist der Jazz - wie jede gute Musik - in der Vergangenheit verwurzelt. Was ist Vergangenheit und was ist Gegenwart? Ich habe mit zunehmendem Alter den Eindruck gewonnen, dass Zeit weniger Bedeutung hat."

So wie auch Stilgrenzen. Mal sind die Stücke betont jazzig oder funky, dann wieder mit einem ansteckenden Boogaloo-Shuffle oder New-Orleans-Groove versehen. Und auch vor einem skurrilen Ausflug ins Country-Fach, bei dem er Einflüsse von Aaron Copland und Ornette Coleman unter einen Hut bringt, schreckt der Gitarrist nicht zurück. Das Album, dessen Titel eine Anspielung auf ein bekanntes William-Faulkner-Zitat ist ("Das Vergangene ist nicht tot; es ist nicht einmal vergangen."), hat Scofield seinem Sohn Evan gewidmet, der vor zwei Jahren einer Krebserkrankung erlag. Und obwohl die Musik von "Past Present" eine bluesige Grundstimmung hat, klingt sie überraschenderweise sehr positiv und optimistisch.


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