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07.04.2015

Freiheit & Liebe - Rossinis Oper Guillaume Tell auf Blu-ray und DVD

Am 10. April ist es soweit - dann erscheint die DVD mit der spannenden Guillaume Tell-Inszenierung von Graham Vick aus dem Jahr 2013. Juan Diego Flórez glänzt dabei in einer seiner neuen Paraderollen - Arnold Melchtal.

Juan Diego Flórez, Freiheit & Liebe - Rossinis Oper Guillaume Tell auf Blu-ray und DVD ©Decca/ Studio Amati Bacciardi

Was braucht man, um das Herz eines Opernliebhabers höher schlagen zu lassen? Eine komplexe und packende Geschichte gepaart mit exzellenter Musik - das Ganze originell inszeniert und meisterhaft interpretiert. Die Guillaume Tell-Inszenierung, die im August 2013 beim Rossini Opera Festival in Pesaro, der Geburtsstadt des Komponisten, auf die Bühne gebracht wurde, bringt alle diese Zutaten mit und verspricht fulminanten Operngenuss für alle Sinne. Dem Libretto von Rossinis letzter Oper von 1829 liegt Friedrich Schillers berühmtes Freiheitsdrama Wilhelm Tell als Hauptinspirationsquelle zugrunde.

Der britische Regisseur Graham Vick verknüpft die Legende um den Freiheitskampf dreier Waldstädte in der mittelalterlichen Schweiz geschickt mit einer berührenden Liebesgeschichte. Die Handlung bietet zahlreiche Verwicklungen, Konflikte und emotionalen Tiefgang - perfekter Opernstoff. Vicks Inszenierung von 2013 spielt sich in einem gewaltigen asymmetrischen weißen Raum ab und präsentiert in dem sterilen Ambiente zahlreiche spannende Blickfänger: Mondäne Kostüme, moderne Balletteinlagen, auf die Arien zugeschnittene Video-Installationen bis hin zu einer gewaltigen roten Treppe, die im Finale plötzlich von der Bühnendecke herabgelassen wird. 

Eine runde Sache

Rossinis Oper Guillaume Tell enthält unvergesslich schöne Melodien, die vor allem durch die traumhaften Arien von Prinzessin Mathilde mit Leben erfüllt werden. "Sombre forêt" aus dem zweiten Akt bezaubert durch die vielfarbigen Nuancen, mit denen die lettische Sopranistin Marina Rebeka ihre große Auftrittsarie gestaltet. Im dritten Akt wird man dann von ihrer komplexen Ausdruckskraft in "Pour notre amour plus d’espérance" nahezu überwältigt - die vokalen Kapriolen, die Marina Rebeka als Habsburger Prinzessin hier bewältigt, sind exzellent, berührend und brillant.

Und auch der peruanisch-österreichische Tenor Juan Diego Flórez läuft in Guillaume Tell zu Höchstform auf. Die Rolle des Arnold Melchthal ist nicht nur eine der anspruchsvollsten Tenorpartien, sondern verlangt von den Sängern auch einen langen Atem - die Aufführungsdauer gleicht mit fünf Stunden und zehn Minuten einer Wagner-Oper. Juan Diego Flórez zeigt in der Produktion jedoch keine Sekunde Erschöpfung und begeistert das Publikum durchweg mit Präsenz, Energie und müheloser Stimmschönheit. Im vierten Akt schwingt er sich mit der Arie "Asile héreditaire" in beeindruckende vokale Höhen auf - so gelingt dem Sänger eine expressive und beseelte Darstellung, die sowohl in dramatischen als auch in lyrischen Passagen überzeugt. Mit seinem ersten Arnold Melchthal in Europa beweist Juan Diego Flórez, dass er sich stimmlich in den letzten Jahren enorm weiterentwickelt hat.

Glänzend besetzt

Überhaupt lässt die Solisten-Riege dieser internationalen Produktion bis in die kleinste Partie keine Wünsche offen. Nicola Alaimo begeistert in der Titelpartie mit seiner wunderbar sanften Baritonstimme - so wird Wilhelm Tells berühmte Anweisung "Sois immobile, et vers la terre" im dritten Akt zum glänzenden Höhepunkt des Operngeschehens. Die amerikanische Mezzosopranistin Amanda Forsythe überzeugt als Wilhelm Tells Sohn mit jugendlichem Spiel und herrlich frischen Koloraturen und Luca Tittoto gibt mit seinem dunklen Bass einen zutiefst boshaften Landvogt Gessler. Chor und Orchester folgen den Sängern mit hoher Sensibilität, ohne dabei die große Linie von Rossinis einziger Grand Opéra aus den Augen zu verlieren. Die zauberhaften Cello-Klänge der Ouvertüre, das unter dem Dirigenten Michele Mariotti fulminant aufspielende Orchester des Teatro Comunale di Bologna und der von Andrea Faidutti großartig einstudierte Chor zeigen deutlich, dass Rossinis letzte Oper zu dem Besten gehört, was der Italiener in seinem Leben komponiert hat.


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