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11.04.2002

Noch 6 Wochen...

Juan Diego Flórez, Noch 6 Wochen...

Juan Diego Flórez ist Peruaner. Und damit keineswegs ein Exot im Reich der internationalen Spitzentenöre. Denn nicht nur sein Lehrer und Mentor sang einst für die peruanischen Nationalfarben...

Natürlich denkt man bei Tenören zunächst stets an Italien - Wagner hin, Strauss her. Aber ein richtiger Tenor, einer, der die populären Ohrwürmer aus der Feder Rossinis, Donizettis, Bellinis, Verdis und Puccinis zum Dahinschmelzen schön singt, der muß einfach Italiener sein. Irrtum. Muß er nicht. Die iberischen Kehlkopf-Matadoren zum Beispiel können in dieser Hinsicht ganz gut mithalten - Alfredo Kraus, Plácido Domingo, José Carreras waren alle Helden des sogenannten "italienischen Fachs". Geboren aber wurden sie in Las Palmas, Madrid und Barcelona. Und auch in der jüngeren Generation melden mit Marcelo Alvaréz, Ramón Vargas oder Raúl Giménez die non-italiani ihre Ansprüche auf Spitzenpositionen im internationalen Opernreigen an. Und natürlich Juan Diego Flórez.

 

Der kann sich immerhin auf drei berühmte Landsleute berufen - im übrigen alles Tenöre! Angefangen hatte es mit Alejandro Granda, ein häufig und gern gesehener Gast an der Mailänder Scala und als Pionier in Sachen Schallplattenaufnahmen in die Musikgeschichte eingegangen ist: 1928 war er der erste Pinkerton der Plattengeschichte, drei Jahre später sang er den Enzo in der ersten Aufnahme von Ponchiellis "La Gioconda".

 

Es folgte Luigi Alva - für viele Opernliebhaber noch heute die Inkarnation des lyrischen Tenors schlechthin. Seine Domäne waren Mozart und Rossini, in deren Einspielungen unter Dirigenten wie Otto Klemperer, Carlo Maria Giulini oder Claudio Abbado er für viele Jahr Maßstäbe setzte.

 

Und dann kam der erste peruanische Rossini-Spezialist -Ernesto Palacio, der einen maßgeblichen Anteil an der Rossini-Renaissance der 70er und 80er hatte und mit seinem Album "Arie inedite" mit unbekannten Tenorarien von Gioacchino Rossini 1991 für Furore sorgte. Und der irgendwann, während eines Urlaubs 1994 in Peru, Juan Diego Flórez zum Vorsingen einlud und den Startschuß für eine der aufregendsten Opernkarrieren der letzten Jahre gab.

 

Er begann, dem jungen Landsmann Unterricht zu geben und seinen reichen und wertvollen Erfahrungsschatz an ihn weiterzugeben. Heute geht im beruflichen Leben des Juan Diego Flórez nichts mehr ohne Ernesto Palacio: sein Rat ist ihm geradezu heilig und jedes Angebot wird von beiden genauestens unter die Lupe genommen. Denn eines ist beiden klar: Ein solches kostbares Gut wie die einzigartige Stimme, mit der die Natur Juan Diego verschwenderisch ausgestattet hat, darf man nicht leichtfertig verspielen - nicht um Geld und guter Worte willen. Damit sie auch in zehn Jahren noch so leicht und frisch klingt wie in der Arie Ah dov'é il cimento aus "Semiramide"...


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