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11.04.2002

Noch vier Wochen...

Juan Diego Flórez, Noch vier Wochen...

Klassische Komponisten können erfrischend unernst sein! Vielleicht hat sich diese universelle Weisheit noch nicht herumgesprochen, aber Juan Diego Flórez huldigt mit seinem Decca Debütalbum "Rossini Arias" (470 024-2) einem der größten Schalks der klassischen Musikgeschichte - Gioacchino Rossini!

Es ist ja weithin bekannt, daß Richard Wagner nur wenige auserwählte Komponisten neben sich gelten ließ. Seine Kritik war umso harscher, wenn es sich um Komponisten aus "welschen Landen" handelte - wie etwa Donizetti, Bellini und Rossini! Da kannte der Meister aller deutschen Töne zumeist nur wenig Pardon. Insgeheim jedoch sah er das bisweilen ganz anders - und seine Kollegen wußten das! So hatte Wagner einmal nach dem Anhören von Rossinis "Il barbiere di Siviglia" zu einem Freund bemerkt: "Wie ich diesen Kerl bewundere - aber ich flehe Sie an, verraten Sie das um Himmelswillen den Wagnerianern nicht! Die würden mich steinigen!". Rossini wiederum hielt mit seiner Meinung über Wagner nicht hinterm Berg. Nach einem Besuch Wagners bei Rossini und dem Austausch von allerlei Höflichkeiten, zeigte sich der Italiener nur wenig beeindruckt von Wagner: "Ich leugne sein Genie ja gar nicht", vertraute er wenig später seinem Freund Michotte an, " aber ich begreife eine Nation nicht, die einen Mozart fast vergessen kann - über Wagner!"

 

Auch zu Rossinis sprichwörtlichem Sarkasmus gegenüber Sängerinnen und Sängern - den er übrigens mit dem großen Georg Friedrich Händel teilte - gibt es unzählige Anekdoten. Etwa die folgende. "Rossionis Kammerdiener verkündete seinem Meister eines Tages, dass Enrico Tamberlick, der großen Tenor, gekommen sei und empfangen zu werden wünsche. "Würdest du Signor Tamberlick fragen", erklärte Rossini todernst, " ob er sein hohes C mitgebracht habe." Der Diener ging und kam gleich darauf wieder mit der Mitteilung, das dies allerdings der Fall sei. "Dann bestelle dem Herrn bitte, dass ich entzückt sein würde, ihn zu empfangen, wenn er sein hohes C neben Hut und Mantel an der Garderobe aufhängt. Selbstverständlich kann er es wieder mitnehmen, wenn er geht..."

 

Das hätte der "Schwan von Pesaro", wie man den genialen Maestro nannte, zu Juan Diego Flórez gewiß nicht gesagt, denn sein hohes C ist die reinste Ohrenweide!! Er hätte ihm vielmehr zum Essen eingeladen und ihm dabei eine seiner Lieblingsspeisen kredenzt, quasi als Belohnung für die Verdienste um seine, Gioacchino Rossinis Musik. Denn Rossini war ein großer Gourmet, dessen exklusive (und sehr teure!) Rezepte bis auf den heutigen Tag für Gaumenfreuden sorgen. Dabei hätte er fast Schlachter werden können... Denn als Rossini, der stets von Würsten und gefüllten Schweinsfüssen zu schwärmen pflegte, einmal gefragt wurde, ob er nicht doch lieber Metzger als Komponist geworden wäre, antwortete er: "Ich war alös Kind bei einem Metzger in Bologna in Pension und damals hätte ich auch Lust gehabt, selbst einer zu werden. Doch es war nicht möglich, und es war nicht einmal meine Schuld. Ich wurde einfach falsch beraten."

 

Bestens beraten aber sind Sie, wenn Sie sich Rossinis Musik in Juan Diego Flórez' Interpretation hingeben, beispielsweise die Arie "Terra amica" aus der Oper "Zelmira"...

 

Weitere Informationen finden Sie unter hier.


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