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11.06.2008

Meister Bel Canto

Juan Diego Flórez, Meister Bel Canto

Der Terminkalender von Juan Diego Flórez ist voll bis zum Jahr 2015. Ein sicheres Zeichen, dass man es in seinem Fall mit einem Superstar der Opernszene zu tun hat. Tatsächlich hat der peruanische Tenor während des vergangenen Jahrzehnts einen Karriereschub erlebt, der ihn vom angesehen Tipp in Spezialistenkreisen an die Spitze der internationalen Spielpläne katapultiert hat. Flórez Spezialität ist  der Bel Canto und seine ungeheure stimmlichen Kompetenz und Präsenz auf der Bühne hat dafür gesorgt, dass diese spektakuläre Spielart des Operngesangs wieder ganz vorne auf der Popularitätsliste des Publikums steht. So ist es schon beinahe zwangsläufig, dass er sich auf dem bisherigen Höhepunkt seiner Künstlerlaufbahn nun mit einem Album präsentiert, das genau diese Begeisterung weiter nähren wird. Denn "Bel Canto Spectacular" versammelt nicht nur einige der schönsten Arien des Genres von Rossini, Donizetti und Bellini auf einer CD, sondern mit Partnerinnen wie Anna Netrebko, Patrizia Ciofi und Daniela Barcellona und für einen Bonus Track sogar Plácido Domingo herausragende Künstler, die an der Seite von Flórez die Opernwelt betören.

Inzwischen ist Juan Diego Flórez in der Position, als Sänger selbst das Zepter in die Hand zu nehmen. Er muss sich nicht mehr an den Gegebenheiten orientieren, die die Opernszene für ihn bietet, sondern kann die Voraussetzungen seiner Arbeit bestimmen. Als es darum ging, mit welchen musikalischen Meisterwerken er in die nächste Runde gehen könnte, griff er daher persönlich zum Telefonhörer und rief einige Freunde und Freundinnen an, die er gerne dazu einladen wollte, auf einem Album mit spektakulären Liedern aus der goldenen Zeit des Bel Cantos mitzuwirken. Die russische Sopranistin Anna Netrebko gehörte dazu, aber auch der polnischen Bariton Bariton Mariusz Kwiecien, die italienische Sopranistin Patrizia Ciofi, deren Mezzo-Kollegin Daniela Barcellona und für das als Bonus der CD hinzugefügte Duett "Ah Vieni, Nel Tuo Sangue Vendicherò Le Offese" aus dem "Otello" sogar Startenor Plácido Domingo.

Das größte Problem war dabei nicht die Mitarbeit an sich, sondern die Abstimmung der gemeinsamen Termine, schließlich handelt es sich auch bei den Partnern und Partnerinnen um viel gefragte Stars ihrer Sparten. Umso begeisterter gingen alle Beteiligten ans Werk, als aus den Plänen schließlich Wirklichkeit wurde und so ist die aktuelle Aufnahme für Flórez "wirklich ein großes Vergnügen, weil sie einige der besten Künstler von heute vereint - und ich spreche nicht über mich! Die Gelegenheit, sie alle auf einer CD zu hören, ist wunderbar. Ich bin stolz, dass ich hier mit großartigen Sängern, großartigen Kollegen und großartigen Freunden singe".



Das Repertoire wiederum schöpft aus den Vollen des Arienschatzes. Flórez hat ein Programm zusammengestellt, das mit Melodien aus Donizettis "La Figlia Del Reggimento", "La Favorite", "L'Elesir D'Amore", "Linda Di Chamounix" und "Lucrezia Borgia", aus Bellinis ""I Puritani" und Rossinis "Il Viaggio A Reims" ein Höchstmaß an musikalischer Ästhetik und vokaltechnischer Brillanz in einem Spannungsbogen vereint. Und es geht nicht nur um die Schönheit allein, sondern um "Gewandtheit und hohe Töne - im Belcanto kommen sie andauernd vor, besonders für den Tenor und den Sopran. Auch viel Ausdruckskraft, weil das Orchester eigentlich zur Dramatik nicht viel beiträgt - alles ist dir selbst überlassen! Und dann noch die Kommunikation, die Botschaft, die man in dieser Musik vermitteln muss".
 
Als Flórez daher mit dem Orquestra de la Comunitat Valenciana unter der Leitung von Daniel Oren im Palau de les Arts 'Reina Sofia' in Valencia vor die Mikrofone trat, war bei aller Perfektion noch immer ein Restrisiko vorhanden, ob auch wirklich alle Faktoren harmonieren würden. Der Tenor und darüber hinaus begnadete Darsteller aber hielt die Musik von Anfang an zusammen und sorgte mit Präsenz und Überschwang dafür, dass die Meisterwerke aus den ersten Jahrzehnten des 19. Jahrhunderts auch heute noch klingen, als seien sie eben erst für Flórez und seine berauschende Stimme ersonnen worden. Spätestens dann versteht man, warum der Rezensent der Frankfurter Allgemeinen Zeitung unlängst über Juan Diego Flórez meinte, der sei "der Tenor, auf den die Welt gewartet hat".


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