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14.10.2016

Julian Philipp David, 2016

Gitarren zwischen der Melancholie der Hamburger Schule und luftigleichtem Indie-Flair: Julian Philipp David fügt der deutschen PopMusik quasi "en passant" mit den Songs seiner Debut EP "Herbst" eine neue Facette hinzu.

Dem 24-jährigen Mannheimer ist auf die Frage, wie er selbst seine Musik beschreiben würde, mal der Begriff "SongwriterRap" rausgerutscht. Mehr versehentlich zwar, doch auch wenn ihm diese etwas sperrige Wortschöpfung hinterher fast ein bisschen peinlich war, so trifft sie ziemlich genau das, worum es bei Julian Philipp David geht: Bei aller Eingängigkeit atmen und leben die Songs durch Julians lyrische Detailverliebtheit, seine hohe Affinität zum geschriebenen Wort und ein feines Gespür für jene Augenblicke und Gefühle, die sich nur zwischen den Zeilen wiedergeben lassen. 

Aufgewachsen in einem beschaulichen Dörfchen bei Freiburg, spielte sich Julian im FastForward durch die Dreifaltigkeit der kleinstädtischen musikalischen Früherziehung: Musikverein, Jazzorchester, die erste eigene Band. Gehört wurde deutscher HipHop. "Gern Geschehen", "Blast Action Heroes", "Esperanto" und das "Deluxe Soundsystem" liefen bei Julian auf höchster Rotation: "Ich war zwar fast ein bisschen spät dran, die Alben kamen ja alle schon um die 2000er herum raus. Um den Rückstand aufzuholen, habe ich dann halt fast nichts anderes mehr gehört."

Die im damaligen HipHopKontext eher unpopuläre Arbeit mit einer Band anstatt mit einem DJ, hatte neben der musikalischen Flexibilität und einem permanenten KlassenfahrtFeeling einen weiteren großen Vorteil: Julian legte schnell seine durch Rap angelernten Berührungsängste mit deutscher Popmusik ab. Weg mit den GenreScheuklappen: Was gut klingt, gewinnt!

Auch in Mannheim, wohin es Julian 2012 für sein Studium verschlägt, lernt er schnell wieder ein paar Jungs kennen, die seine Vision teilen. Als "Tonomat 3000" nimmt man die "Tono"EP auf, spielt Konzerte und auf Festivals vor Max Herre oder Marteria und macht sich im süddeutschen Raum binnen kürzester Zeit einen Namen. Als es nach drei Jahren zwei Bandmitglieder in andere Städte zieht, löst sich Tonomat 3000 auf. Julian macht von da an alleine weiter.

Mit dem Produzenten Jens Schneider geht es im Herbst 2015 für eine Woche in ein kleines Schreberhäuschen im Dorf Warmbronn bei Stuttgart. Die beiden igeln sich ein, frieren, hacken Holz, schreiben Texte und arbeiten gemeinsam an Songs. Zurück in Mannheim weiß Julian wieder, wo es hingehen soll. Solo, kompromissloser und ehrlicher denn je. Kein kreativlustiger Künstlername, sondern schlicht und einfach die drei Namen, die ihm seine Eltern damals bei seiner Geburt gegeben haben: Julian Philipp David.


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