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11.12.2012

Kavinsky Biografie

Ach, ein paar rote Augen wollen Sie gesehen haben, genau in dem Moment, als die Leute auf der Tanzfläche so richtig ausgerastet sind? Und Sie sagen, da stand ein Ferrari Testarossa vor dem Club? Dann ist alles klar: Ein Geist war das mit Sicherheit nicht, keine Sorge. Aber halten Sie sich fest: Es war ein ZOMBIE!

 

Seit rund fünf Jahren treibt ein Zombie sein phänomenal-tanzbares Unwesen in der Electro-Welt: Kavinsky, so der Name des fiktionalen Ferrari-Fahrers, der schon mit dem Street-Track „Nightcall“ für Furore gesorgt hat. Für Anfang 2013 ist der retrofuturistische Electro-Rundumschlag auf Albumlänge geplant, wenn mit Outrun endlich das Debüt des Franzosen erscheint...

 

Was diesen Kavinsky so unwiderstehlich macht: Er holt die kulturellen Highlights der Achtziger aus der Versenkung und arrangiert sie neu als Electro-Sound der Zukunft. Zombies, Comics, sexy Autos, Achtziger-Filme, Horror-Szenarien, Synthesizer, Video-Games... willkommen in der Welt dieses jungen Mannes!

 

Zombies, Achtziger, Electro... viele werden sich jetzt sicherlich fragen: Wer oder was genau ist denn nun also dieser Kavinsky? Nun, das viel zu kurze Leben dieser Figur ist schnell erzählt: gelebt hat er angeblich von 1968 bis 1986, dem Jahr der Challenger-Katastrophe, in dem es ihn mit seinem geliebten Ferrari Testarossa in Frankreich von der Piste gefegt hat – Crash mit Totalschaden und Todesfolge. Allerdings ist die Geschichte damit noch nicht zu Ende, und daher auch alles andere als tragisch: Mitte des letzten Jahrzehnts, knapp 20 Jahre später, tauchte Kavinsky nun als Zombie wieder auf, zu sehen auf dem Cover der EP „Teddy Boy“. Seither wurde er immer häufiger gesichtet, rund um den Globus und meistens spät in der Nacht, bewaffnet mit Samples und Beats, die in der Tat Tote zum Leben erwecken können. Selten haben die Hallen so gebebt wie bei den Auftritten des jungen Mannes, der seit Mitte der Achtziger nicht mehr älter wird...

 

2007 veröffentlichte der ominöse Zombie-DJ mit „1986“ seine zweite 12“-Scheibe, und während daraufhin selbst Daft Punk bei ihm anklopften, um Kavinsky mit auf ihre Alive-Tour zu nehmen, musste er zunächst noch ein paar weitere Tourneen absolvieren (z.B. mit A-Trak und Justice), bis er seinen natürlich längst wieder fit gemachten Ferrari wieder in die Garage stellen und die Arbeit an seinem offiziellen Debütalbum beginnen konnte.

 

Diesen Winter ist es soweit: Monatelang hat sich der Zombie im Studio verschanzt, um die Arbeit an seinem Album Outrun zu beenden, das im Februar nächsten Jahres erscheinen wird. Für seine aktuelle Street-Single „Nightcall“ hat er zudem nicht nur erstmals zum Mikrofon gegriffen, sondern obendrein auch noch weibliche Unterstützung auf den Beifahrersitz geholt: Lovefoxxx, die Sängerin von CSS. Produziert wurde der Track, der als Instrumentalversion schon im gefeierten Ryan-Gosling-Film Drive zu hören war, von Guy-Manuel de Homem-Christo (Daft Punk), abgemischt von seinem Buddy SebastiAn. Zwischen düsterem Dream-Pop und Electro angesiedelt, gleitet man zu „Nightcall“ wie auf Schienen durch die Nacht...

 

Frei nach dem Motto „Ich und Kavinsky“ ist der Electro-Held mit den roten Augen und der College-Jacke natürlich nur ein Hirngespinst: ein fiktionales Alter-Ego, eine fantastische Geschichte, von der ihr Erfinder (und neuerdings auch der Rest der Welt) nicht genug kriegen können. „Der Typ, das lässige Auto, diese Ära, dieser Vibe, die ganze Story – das funktioniert zusammen wie eine TV-Serie, und ich hab die nächsten Teile schon längst im Hinterkopf“, so der Kommentar von Vincent Belorgey, jenem Producer also, der sich den Comic-Zombie-DJ ausgedacht hat. Kavinsky sei, so Belorgey, zunächst einfach entstanden als die Figur, die auf dem Cover seiner ersten beiden EPs zu sehen war. Seither setzt er diese Geschichte mit jedem Track und jedem Release fort und präsentiert mit Outrun den ersten tieferen Einblick in den vertonten Zombie-Lifestyle der Achtziger...

 

Daher jetzt noch mal Zombies beiseite: Immerhin sehen sich der fiktionale Kavinsky und Vincent Belorgey nicht nur extrem ähnlich, denn auch die Geschichte des 1975 Geborenen ist ähnlich spektakulär wir die Sache mit dem Testarossa: Belorgey lernte schon als Teenager Kreativköpfe wie Mr. Oizo oder Jackson & His Computer Band kennen. Nachdem ihm sein Freund Mr. Oizo (bürgerlich Quentin Dupieux) dann im Jahr 2003 einen ausrangierten Apple-Rechner abgetreten hatte, ließ Berlorgey, eigentlich unterwegs in Richtung Schauspielkarriere, sich es nicht nehmen, das auch einmal auszuprobieren, was seine Buddys da anstellten: „Ja, angefangen hab ich 2003, da waren meine Freunde Jackson und Oizo schon seit Ewigkeiten dabei. Eigentlich wollte ich ja einfach nur wissen, wie das wohl klingen würde, wenn ich auch mal Musik mache.“ Programme wie Logic waren natürlich auf dem ausrangierten Rechner zu finden, also stand dem Versuch des Musikers, der laut eigner Aussage „nur mit zwei Fingern Klavier spielt“ nichts mehr im Wege. Der Sound, der ihm vorschwebte, trägt ganz klar die Handschrift seiner Achtziger-Jahre-Kindheit; und in dieser Zeit lebt seither auch sein Alter-Ego Kavinsky...

 

So entstanden schon bald die Tracks „Testarossa Autodrive“ und „Testarossa Nightdrive“ – der Kern seiner ersten EP „Teddy Boy“. Und da Belorgey durch seine Freundschaft zu Mr. Oizo und Co.(unter anderem wohnte er ein Jahr lang mit Justice zusammen, realisierte mit Oizo auch dessen Film „Steak“ und diverse andere Videos) natürlich auch gelegentlich mit Labelmachern in Kontakt kam, landete er schon bald einen Deal mit Record Makers.

 

Spätestens jetzt konnte er seinen inneren Zombie namens Kavinsky auf die Menschheit loslassen: Auf die ersten EPs folgten die bereits erwähnten Tourneen mit Größen wie Justice, SebastiAn (dessen Remix von „Testarossa Autodrive“ bei Grand Theft Auto IV verwendet wurde), The Rapture und Daft Punk. 2008 erschien mit „Blazer“ eine weitere EP, nunmehr auf Fool’s Gold, dem Label von A-Trak, doch ist es wohl der Track „Nightcall“, mit dem er sich endgültig auf die Überholspur begeben hat: Ursprünglich in der Eröffnungssequenz des Kinohits Drive mit Ryan Gosling zu hören (und daraufhin millionenfach im Netz angeschaut/angehört), entpuppte sich „Nightcall“ in Frankreich als absoluter Radiohit und hat diesen Herbst bereits die Top-10 der Charts erobert.

 

Kein Wunder also, dass dieser Song nun auch hierzulande als Aperitif und ultimative Eintrittskarte in die epische Welt von Kavinsky dient: Der Street-Track, zu dem es auch Remixes von SAWAGii, Robotaki und Ed-Banger-Producer Breakbot gibt, bringt einfach perfekt auf den Punkt, wofür der Name Kavinsky steht: „Diese Figur ist wie ein Mash-up aus all den rund 10 000 Filmen, die ich als Kind und Jugendlicher gesehen habe“, so Belorgeys abschließender Kommentar. Und da sag noch einer, Fernsehen sei schädlich!


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