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The Best Of Keane

(Limited Deluxe Edition)

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23.05.2012

Biografie 2013 - The Best Of

von Sylvia Patterson

„Diese Band war von Anfang an ein absolutes Ausnahmephänomen: Sie war nie Teil einer Szene, es gab keinerlei Verbindungen zu irgendeinem bestimmten Teil der Musikwelt –, und ich denke, dass genau diese Tatsache alle Außenstehenden, mich inklusive, letzten Endes so magisch angezogen hat.“ – Adam Tudhope, seit 15 Jahren Manager der Band

Peter Kay sagte vor Kurzem:

„Keane hatten schon immer die seltene Gabe, Songs zu schreiben, die sich so anfühlen, als ob sie uns schon das gesamte Leben lang begleitet hätten (man kann sich also vorstellen, wie umwerfend dieses Best-of-Album klingen wird!) – jeder ihrer Songs hat diese einzigartige Qualität, dass man ihn irgendwie kennt oder zumindest zu kennen glaubt. In erster Linie war ich immer ein Fan von ihnen, und ich hatte das Glück, sie im Verlauf der letzten zehn Jahre – genau: zehn Jahre! Wie im Flug! – sehr oft live erleben zu dürfen: Ich bin immer wieder überwältigt davon, wie viel diese Band auf der Bühne zu geben bereit ist. Sie spielen wirklich jedes einzelne Konzert so, als ob ihr ganzes Leben davon abhängen würde. Wer sie noch nie live gesehen hat, dem kann ich nur raten, das möglichst bald nachzuholen: Es ist ein Erlebnis, das man niemals vergessen wird, Ehrenwort.

Im Grunde genommen sind Keane einfach nur vier humorvolle und freigiebige Jungs mit extrem viel Bodenhaftung. Sie können ihr eigenes Glück noch immer kaum fassen und versuchen nach wie vor, als Band zu wachsen, doch haben wir nach zehn Jahren einen Punkt erreicht, an dem man auch mal zurückschauen darf und einfach nur zelebrieren sollte, wie sehr ihre Musik unsere Leben während dieser Zeit geprägt und bereichert hat. Ladies & Gentlemen, Jungs und Mädels, Vorhang auf für die wundersam-wundervolle Band Keane!“

Kaum einer britischen Band gelingt es dieser Tage, mehr als ein Hit-Album zu landen, ganz zu schweigen fünf davon, und noch weniger Brit-Bands schaffen es, derartige Erfolge auch außerhalb der UK zu feiern – und zwar mit jedem einzelnen Album, das sie veröffentlichen. Die Zahl derjenigen Bands, die das schafft, dabei aber auch noch ihren Sound kontinuierlich weiterentwickelt, ist verschwindend klein, doch haben Keane im letzten Jahrzehnt genau das vollbracht, und nicht nur das: Nachdem sie über 11 Millionen Exemplare ihrer fünf Alben verkauft haben – genau genommen war eines dieser Alben keine LP, sondern eine 8-Track-EP namens „Night Train“ –, und ihnen jede einzelne dieser Veröffentlichungen eine Erstplatzierung in den UK-Charts sowie immer neue Awards und Auszeichnungen beschert hat, darf man ohne Übertreibung behaupten, dass Keane inzwischen zu den größten, erfolgreichsten und beliebtesten Bands der Welt gehören.

Als Keane vor langer Zeit zusammenfanden, gab es drei Bands für sie, drei große Vorbilder, auf die sich sämtliche Bandmitglieder einigen konnten: die Beatles, Radiohead und Blur. Drei Bands, die eine Sache gemeinsam hatten: Man konnte zwar nie sagen, was sie als nächstes machen würden – aber man war sich trotzdem sicher, dass es großartig sein würde. Ein äußerst exklusiver Club von Musikern also, doch haben Keane mit ihren fünf Veröffentlichungen bewiesen, dass sie längst sämtliche Aufnahmekriterien zu diesem Club auch selbst erfüllen...

Hier nun das komplette Tracklisting von „The Best of Keane“, das Song für Song die Entwicklung von einer der größten Bands der letzten Dekade nachzeichnet...

Track 1. „Everybody’s Changing“

Wir schreiben das Jahr 1997, der Ort: Battle, Hastings, Kleinstadtidylle am Meer in England. Die Band Keane, ein Trio aus dem Ort Battle, dessen Name natürlich Bände spricht, „kämpft“ erst einmal fünf Jahre lang, um dann 2002 „quasi über Nacht“ im East-Londoner Betsey Trotwood Pub von Simon Williams entdeckt zu werden, seines Zeichens Gründer des ultrawinzigen aber zugleich ultraeinflussreichen Labels Fierce Panda. Sie unterzeichnen im Jahr 2003 ihren Vertrag, ein Jahr, das musikalisch ganz und gar von den Amis dominiert wird: „Glitz“ und Gejohle von den Black Eyed Peas, Beyoncé, Avril Lavigne, Justin, Eminem oder Christina Aguilera lassen wenig Raum für anderen Sound. Die durch und durch britischen Keane hingegen, von Steve Lamacq (von BBC Radio 1) dennoch ins Programm geschoben und abgefeiert, tragen ihr Herz auf der Zunge, krempeln sich die fransigen Ärmel hoch und präsentieren, obgleich gegen den Trend, mit Vorliebe auch ihre verwundbare Seite. Im April 2003 veröffentlichen sie mit „Everybody’s Changing“ ihre Debütsingle beim besagten Indie-Label, bevor sie ins Majorlager zu Island Records wechseln und mit „Somewhere Only We Know“ Anfang des Folgejahres eine der epischsten Piano-Rocknummern des Jahrzehnts vom Stapel lassen. Ihr Debütalbum „Hopes And Fears“ erscheint wenig später, auf Anhieb ein Sensations-Hitalbum, ein zwischen Euphorie und Melancholie oszillierendes Brit-Phänomen, das bald auch den Rest des Planeten überrollt. Mit Platz #1 in UK legen Keane einen fulminanten Start in einer vollkommen neuen musikalischen Landschaft hin, einer Post-Britpop-Ära, in der Empfindsamkeit und Emotionalität alles sind – und für den Rest des Jahrzehnts auch bleiben sollen.

„Wir sind Teil der Post-‘OK Computer’-Generation“, meint Tim Rice-Oxley, der begnadete Songwriter, Texter und Pianist der Band und bezieht sich damit natürlich auf den Radiohead-Klassiker von 1997. „Wenn du mich fragst, ist es das Album meiner Generation. Uns hat dieses Album schon ganz früh gezeigt, wie überwältigend Songs sein können, die einem sämtliche Scheuklappen herunterreißen. Und wir sind wohl allesamt Männer, die ohne diese Erfahrung nie gelernt hätten, wie man loslässt. Dieses Album ist unser Fundament. Es fühlt sich nun mal gut an, wenn man weiß, dass man nicht alleine ist.“

Track 2. „Somewhere Only We Know“

Die Jahre 2006-2012, genauer: vier weitere Alben mit vier grandios-unterschiedlichen musikalischen Ansätzen. Nach „Hopes And Fears“ sprengen Keane kurzerhand alles, was für die Nachfolger als musikalische Blaupause hätte dienen können. Anders gesagt: Sie trauen sich, genau wie Blur oder eben Radiohead, jedes Mal vollkommen neue Wege einzuschlagen. Auf „Under The Iron Sea“ (2006, auf dem unheilvoll durchschimmert, wie das Bandgefüge beinahe zu zerbrechen droht) folgen „Perfect Symmetry“ (2008, ein in Berlin aufgenommenes, ambitioniertes Experiment in Sachen Conscience-Rock und schillerndem Electro-Pop), dann die „Night Train“-EP (weitere Klangexperimente, gepaart mit inhaltlicher Langeweile, unterwegs entstanden und aufgenommen) und schließlich „Strangeland“ (2012, Piano-Rock mit Fokus auf zwischenmenschlichen Beziehungen und der Frage, was es bedeutet, als Mann die 30 überschritten zu haben). Nimmt man diese Kurzcharakterisierungen zusammen, muss „The Best Of Keane“ zwangsläufig sehr viel mehr als ein bloßes Greatest-Hits-Album sein (obwohl es genügend große Hits gibt!): Es ist vielmehr eine Zusammenstellung klassischer Keane-Hymnen, erweitert um ihre persönlichen Favoriten, die Lieblingssongs der Fans und die Live-Highlights ihrer Shows, zudem abgerundet durch zwei brandneue Tracks („Higher Than The Sun“, „Won’t Be Broken“) und weitere Meilensteine wie den „Hamburg Song“ und das schwärmerische „My Shadow“. Wir sagten es bereits: Keane haben weltweit über 11 Millionen Alben verkauft, und jedes ihrer fünf Alben belegte den ersten Platz der UK-Charts.

„Ich bin wahnsinnig stolz auf diese Vielseitigkeit, die das Best-of-Album widerspiegelt“, meint auch Tim. „Da wären einerseits die klassischen Hymnen von uns, aber eben auch ein Track wie ‘Hamburg Song’, der einfach nur extrem emotional und leidenschaftlich ist. ‘Atlantic’ hingegen ist echt schräg, ein richtiges Klangexperiment, was z.B. auch für ‘Spiralling’ gilt (ein Stück, das vom Q Magazine zum „Song des Jahres 2008“ erkoren wurde). ‘Silenced By The Night’ zeigt, wie sehr ich auf epische Rocksongs stehe, die nach der Offenheit und Weite eines amerikanischen Highways klingen. Man erkennt daran sofort, dass wir eben nicht sechzehn unterschiedliche Versionen von ‘Somewhere Only We Know’ geschrieben haben. Und die Texte spiegeln ebenfalls die Stationen unserer Leben sehr gut wider, weil sie sich auch immer wieder verändert haben – und alle eine gewisse Wahrheit als Momentaufnahme zum Ausdruck bringen.“

Track 3. „Bend and Break“

2012, Brasilien. Tom Chaplin, ein Mann, der mit dem geballten Verlangen, das in seiner kraftvollen Stimme mitschwingt, vielen, vielen Menschen aus der Seele spricht, wacht in einem Hotelbett auf. Wieder einmal kann er kaum fassen, welche Krankheit das globale Tourphänomen Keane befallen hat: Ein Dauer-Jetlag von stratosphärischem Ausmaß. „Jedes Selbstempfinden war mir abhanden gekommen“, sagt er schockiert. „Ich hätte dir nicht mal mehr sagen können, wie ich heiße, welcher Tag gerade war – geschweige denn welches Jahr.“

Track 4. „Bedshaped“

700 Konzerte in über 40 Ländern der Welt. Es stimmt, Keane sind bereits in über vierzig Ländern aufgetreten: von den USA über Russland, Südamerika, Indonesien, Asien und den Nahen Osten bis nach Australien, Japan und natürlich quer durch Europa – und das alles mehrfach, alle Jahre wieder. In Südkorea nennt man sie auch Die Herbstband (The Autumn Band), passend zu jener Melancholie, die in ihren Songs mitschwingt, zum Melodiereichtum und dem emotionalen Übergangsstadium, das man mit dieser Jahreszeit assoziiert. Flaggen mit „Welcome“-Grüßen in den Bäumen vorm Hotel und Tattoos von Album-Artwork oder Textpassagen findet man hingegen in Brasilien (und zwar selbst dann, wenn sie nicht im Lande sind), auch werden Geburtstagspartys zu ihren Ehren geschmissen und lange Briefe geschrieben, in denen zu lesen ist, dass ihre Musik dem einen oder anderen „das Leben gerettet hat“. Womit feststeht: Keane sind ein universelles Heilmittel für die Seele.

Track 5. „This Is The Last Time“

2004, Glastonbury. Keane waren soeben von ihrer ersten US-Tour zurückgekehrt, und bis dahin war ihr größter Auftritt der vor ca. 2.000 Menschen im The Forum (Kentish Town) gewesen. „Und dann kamen wir nach Glastonbury, und plötzlich sangen 20.000 Fans jeden einzelnen Song von uns mit, das war unglaublich“, strahlt Tim. „Bis zu dem Auftritt hatten wir keine Ahnung, wie es sich anfühlt, wenn die eigene Musik wirklich jeden erreicht.“

Track 6. „Atlantic“

2005, in den Madison Square Gardens in New York City. Keane treten fünf Abende hintereinander als Vorband von U2 auf, und Larry Mullen Jr. zeigt Richard Hughes, dem Schlagzeuger von Keane, wie er sein Schlagzeug-Kit aufbaut (um Verletzungsrisiken zu minimieren): „Er ist einer meiner absoluten Helden“, berichtet Rich, „und plötzlich sitze ich also hinter seinem Schlagzeug – und zwar in den Madison Square Gardens. Der Wahnsinn.“

Track 7. „Is It Any Wonder?“

Was Keane auszeichnet, ist ganz klar diese unvergleichliche kreative Chemie, in der ein Stimmwunder leidenschaftliche Kompositionen eines anderen immer wieder perfekt zu interpretieren weiß: „Das gibt’s nur ganz selten“, meint Tom, „dass ein Sänger und ein Songschreiber das zusammen in dieser Form haben.“ Tom ist davon überzeugt, dass er die Menschen mit seiner Stimme bewegt, weil er wie alle großen Sänger zwei Dinge unter einen Hut bringt: Er kämpfe mit „Unsicherheit, Verletzlichkeit, mit Ängsten“, könne sich „aber trotzdem vor Tausende von Menschen hinstellen und das alles rauslassen: Diese beiden Extreme zeichnen die meisten Sänger aus.“ Kein Wunder also, das viele dieser anderen Sänger (und andere Künstler) auf Keane stehen: Paul McCartney, Pharrell Williams, Bono, Lily Allen, John Mayer, Nicole Scherzinger, Chris Martin, Gwyneth Paltrow, Gwen Stefani, der Schauspieler Zach Braff, der Autor Brett Easton Ellis, Kanye West oder auch Snoop Dogg zum Beispiel.

Track 8. „Nothing In My Way“

April 2013, bei BBC Radio 2 in London. „Hopes And Fears“ wird von den Hörern des Senders BBC Radio 2 auf den zweiten Platz der „100 Favourite Albums Of All Time“ gewählt. Abgesehen von Coldplay, die Platz 1 belegen, verweisen sie all ihre eigenen Helden auf die Plätze: Simon & Garfunkel, Bruce Springsteen, The Beatles, REM, U2, ABBA...

„Nach zehn Jahren muss ich sagen, dass unsere Verwundbarkeit wohl unsere Rettung war“, meint Tom. „Das mag daran liegen, dass sie zu den Dingen gehört, die keinen Modetrends unterworfen sind – weil es um eine Wahrheit geht, die einfach zum Menschsein gehört.“

Track 9. „Hamburg Song“

2008, Deutschland. Keane lieben Deutschland, und Berlin lieben sie am meisten, denn „eine Stadt, die sich immer wieder aufgerappelt hat, die kann einen ja nur inspirieren“, wie Tim sagt. „Die Geschichte dieser Stadt, ihre Kreativität, ihr Innovationswille, ihr Versöhnungswille – das alles lässt sich mit dem Spirit unserer Band vergleichen.“ Ihr drittes Album „Perfect Symmetry“ nahmen Keane denn auch in den Teldex-Studios in Berlin auf.

Track 10. „Crystal Ball“

Seit 2006, an unterschiedlichen Orten. Obwohl sie eigentlich Songwriter der alten Schule sind, haben Keane sich auch als Pioniere immer wieder einen Namen gemacht: Sie waren eine der ersten Bands, die eine Single auf einem USB-Stick veröffentlichte („Nothing In My Way“, 2006); haben einen Akustik-Gig auf der Chinesischen Mauer gespielt (unterstützt von Burberry) und als erste Band ein Konzert als 3D-Live-Stream angeboten. „Nicht übel“, meint auch Rich, „wenn man bedenkt, dass wir unsere ersten Gigs im The Crypt von Hastings gespielt haben.“

Track 11. „A Bad Dream“

2005, in den Helioscentric Studios in Rye, Sussex. Keane nehmen ihr zweites Album „Under The Iron Sea“ auf, einen Longplayer, dessen Texte sich größtenteils mit politischen und sozialen Schieflagen der modernen Welt befassen; Stücke wie „A Bad Dream“ und „Is It Any Wonder?“ hinterfragen beispielsweise den Heldengedanken im Zusammenhang mit Kriegen. Auch auf dem Nachfolger „Perfect Symmetry“ tauchen diese Fragen wieder auf, zum Beispiel im Titelstück oder auch im Text von „Better Than This“. 2007 werden Keane schließlich Botschafter für die Organisation War Child und kuratieren einen Abend in der Brixton Academy, dessen Einnahmen an die Charity-Organisation fließen – mit dabei sind unter anderem die Pet Shop Boys, Lily Allen und die Band Guillemots.

Track 12. „Try Again“

2012, Japan. Tom weiß sehr genau, was es bedeutet, noch einmal von vorne anzufangen – Stichwort: „Try Again“: „Dieses Konzept von ‘der guten alten Zeit’, ‘früher war alles so toll’, das hat bei mir nie so richtig funktioniert. Ich hab das nie so gesehen, dass alles am Anfang so toll war“, meint Tom und lässt seinen Hang zum Philosophieren durchschimmern. „Wahrscheinlich war ich damals einfach noch nicht erwachsen genug“, berichtet er lachend, während er sein Frühstück in Japan zu sich nimmt. „Doch heute bin ich so glücklich wie nie zuvor, wie noch nie in meinem ganzen Leben.“

Track 13. „Spiralling“

Vom ersten Tag an. Auf die persönlichen Highlights einer ganzen Dekade angesprochen, sind für Tim ganz klar diejenigen Momente und Erinnerungen am wichtigsten, die er mit seinen Bandkollegen geteilt hat. „An meiner Wohnzimmerwand hängt dieses Foto, auf dem wir in Brasilien zu sehen sind – und uns gerade alle zusammen komplett wegschmeißen“, berichtet er lächelnd. „Für mich gibt es nichts Größeres. Ein ganz simpler Moment: Zusammen mit den Freunden zu lachen, und zwar bis man nicht mehr kann.“

Track 14. „Perfect Symmetry“

Die Kunst, immer an oberster Stelle. Keane wissen, was eine gute Kollaboration ausmacht, und sie haben immer wieder die richtigen Leute gefunden, um ihre musikalische Vision auch visuell umzusetzen: Den Schriftsteller Irvine Welsh (Regie für das Unheil verkündende „Atlantic“-Video aus dem Jahr 2006), die Grafikdesignerin Sanna Annukka (verantwortlich für die Wellenberge des „Under The Iron Sea“-Artworks), oder auch den Künstler Osang Gwon, der die Fotomontagen der Bandmitglieder in Lebensgröße für das Artwork von „Perfect Symmetry“ beisteuerte. Überhaupt hatten sie das Glück, eine Vielzahl ihrer persönlichen Helden treffen zu dürfen; Tom spricht daher vom „Celebrity Thrill Ride, wie in Disneyland“. 2011 traf zum Beispiel ein „schwafelnder“ Tim seinen ultimativen Helden Paul Simon an zwei Abenden in Folge, „und dessen Security-Mann hatte mich ganz klar als Verrückten und potenzielle Gefahrenquelle eingestuft.“ Im selben Jahr hatten sie im Backstage-Bereich in Glasgow einen Fototermin mit Paul McCartney, dem anderen großen Helden von Tim. „Wir sollten uns nebeneinander aufstellen, und ich dachte nur: Ich lasse mal besser Tim neben ihm stehen“, erinnert sich Jesse Quin, der Keane zunächst nur live am Bass unterstützte und erst 2011 vollwertiges Bandmitglied wurde. „Und dann schubste Paul McCartney ihn doch tatsächlich zur Seite, zog mich zu ihm rüber und sagte mit seinem Liverpool-Akzent: ‘Wir Bassisten müssen doch zusammenhalten, Mann!’“ „Tim packt diese Geschichte immer wieder aus.“ Schon 2010 trat Tom zusammen mit Queen in der Albert Hall auf, und Brian May stellte ihn mit folgenden Worten vor: „Nach Freddie hat noch kein anderer Mensch diesen Song gesungen, und zwar aus dem simplen Grund, weil noch kein anderer dazu in der Lage war.“

Track 15. „My Shadow“

2004. Zwischen dem Autor William Boyd (der dieser Tage den nächsten James-Bond-Roman schreibt) und Keane gibt’s eine verblüffende, symbiotische Verbindung: Angefangen hat alles, als Keane schon zu Beginn ihrer Karriere den Song „Any Human Heart“ schrieben, der von Boyds gleichnamigem Roman inspiriert war. Obwohl der Song nie veröffentlicht wurde, erfuhr der Autor davon, und zwar nachdem er gerade erst dem „Hopes And Fears“-Album verfallen war, weil Toms „himmlisch-hallende Stimme“ und Tims „großzügiger Einsatz von Melodien, wie man ihn sonst kaum im zeitgenössischen UK-Rock findet“ einfach zu unwiderstehlich waren. 2012 wurden William und Tim schließlich Freunde, indem sie beide auf eigene Faust East Sussex und West Kent nach Inspiration durchforsteten, Tim für das Album „Strangeland“ und William für den Roman „Waiting For Sunrise“. Schließlich entstand so auch die Kurzgeschichte „Sovereign Light Café“, benannt nach der gleichnamigen Single aus dem „Strangeland“-Album, die auch in den Liner-Notes der Deluxe-CD-Edition veröffentlicht wurde. „Keane“, schrieb Boyd in einem Lobgesang, der 2012 im Guardian zu lesen war, „sind eine großartige britische Band.“

Track 16. „Silenced By The Night“

2006-2007, während der Under The Iron Sea-Tour, rund um den Globus. Rich sitzt hinter seinem Schlagzeug, wie gelähmt, während Tom gerade „Try Again“ zum Besten gibt, jene unglaublich schwermütige Klaviernummer, die ohne viel Schlagzeug auskommt. „Und Abend für Abend hätte ich danach beinahe meinen Einsatz verpasst, weil ich so weit weg war vom bloßen Zuhören“, erinnert er sich. „Tom schafft das einfach immer wieder, jeden Abend, und jedes Mal klingt der Song so unglaublich schön. Er ist ein echter Ausnahmesänger.“

Track 17. „Disconnected“

„Es klingt zwar vielleicht etwas anmaßend, aber das, was wir mit Keane kultivieren, ist für viele Menschen etwas wirklich Wichtiges und Positives“, meint Tim. „Es ist definitiv etwas Wahres und Greifbares. Wir sind mutig und ehrlich in unseren Songs, und die Leute springen darauf an. Ganz egal, ob es nun Teenager sind, die mit dem Erwachsenwerden zu kämpfen haben, oder Leute, die gerade eine Scheidung durchleben oder aber in einem Kriegsgebiet festhängen – irgendwie scheinen sie in unserer Musik die nötige Inspiration und sogar den nötigen Trost zu finden.“

Track 18. „Sovereign Light Café“

In den Achtzigern. Als Heranwachsende in den Achtzigern tranken die Kids, die sich später zu Keane zusammentaten, ihre Sprudeldrinks gerne im Sovereign Light Café in Bexhill-on-Sea. Später, als Erwachsene, tranken sie noch ganz andere Drinks, 2008 z.B. im Schwarzen Café in Berlin, wo sie während ihrer Zeit in der deutschen Hauptstadt häufig anzutreffen waren, manchmal noch um sechs Uhr in der Früh. Hier überkam Tim auch zum ersten Mal in seinem Leben das Gefühl, dass er es geschafft hatte, „seinen Traum zu leben.“

 

Track 19. „Higher Than The Sun“

November 2013, überall auf der Welt. Das erste Best-of-Album von Keane erscheint diesen November, und es schafft zweierlei: Einerseits zelebriert es den facettenreichen Sound von einer der größten britischen Bands unserer Zeit, und zugleich ist es ein zwanzigfacher Beweis für die Kraft von packenden Melodien. Was dieses Album auch zeigt: Ihre wiederholt gefeierte und immer wieder magische Kombination aus Schönheit und Melancholie unterstreicht, dass Keane in den vergangenen Jahren einen massiven Beitrag zum menschlichen Glück auf dieser Erde beigetragen haben.

„Das ist doch der Klassiker, oder etwa nicht?“, fragt Tim. „Sämtliche Musiker, auf die ich stehe, haben diesen melancholischen Beigeschmack in ihrer Musik, manche klingen sogar richtig düster – und trotzdem können ihre Songs einen glücklich machen. Manche Menschen werden sehr ernst, wenn sie Musik hören. Aber wenn man zu einem Konzert von uns kommt, dann lächeln irgendwie alle im Publikum. Sogar dann, wenn wir von Trennungen, Verwirrung oder sogar Verzweiflung singen. Uns ist letztlich nur eine einzige Sache wichtig: Dass es uns gelingt, die Menschen zu berühren und eine Verbindung zu den Leuten herzustellen.“

Track 20. „Won’t Be Broken“

Die Zukunft. Dass Keane nie ins Straucheln gekommen sind, beweisen schon ihre fünf #1-Alben in UK. Dabei ist Tim Rice-Oxley noch immer genauso fokussiert und hungrig wie eh und je: „Ich glaube schon, dass man die Qualität dessen, was wir bis dato erreicht haben, nicht von der Hand weisen kann. Aber ich bin nun mal so veranlagt, dass ich eher darauf schaue, was wir noch alles erreichen könnten. Eines dieser absoluten Meilenstein-Alben aufzunehmen, die man erst schätzen lernt, wenn man schon älter ist, weil es einem vorher einfach an Erfahrung mangelt. Ich habe viele Höhen und Tiefen durchgemacht, und ich glaube, dass ich jetzt erst so langsam an den Punkt komme, an dem ich ein derartiges Album schreiben könnte. Diese Fülle an Erfahrungen, die kommt jetzt erst so langsam an die Oberfläche.“

„Ich glaube, dass wir alle letztlich dieses Verbundenheitsgefühl suchen, oder etwa nicht?“, meint Tom abschließend über die Kraft ihrer Songs. „Verbundenheit zum Rest der Welt, zu den Mitmenschen. Wenn wir irgendetwas erreicht haben sollten, dann hoffe ich, dass wir den Menschen ansatzweise das Gefühl gegeben haben, dass die Welt gar nicht so riesig und bedrohlich ist, wie es manchmal den Anschein macht. Wir sitzen hier doch letzten Endes alle im selben Boot. Und zwar bis zum Ende. Und wenn wir schon alle hier zusammen sind, warum nicht den Versuch machen, zu verstehen, was dieses Menschsein eigentlich bedeutet.“

Album: The Best Of Keane

VÖ: 08.11.2013


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