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27.05.2013

Die große Serie zum Jubiläum: Folge Nr. 02 - 'Still Live'

Keith Jarrett Trio - Losgelöster denn je

Keith Jarrett, Die große Serie zum Jubiläum: Folge Nr. 02 - 'Still Live' © ECM Records

Vor genau 30 Jahren, im Jahr 1983, hat das Keith Jarrett Trio sein erstes Album für das Label ECM veröffentlicht. Unvergesslich ist die Vielzahl an Veröffentlichungen, die weltweit Millionen von Musikfans begeistert haben. Grund genug für uns, eine kleine Retrospektive auf die Alben des Trio zu schreiben. Neben dem, was uns mit dem Trio verbindet interessiert uns aber besonder Ihre Meinung. Deshalb haben wir eine Leseraktion gestartet bei der Sie auch etwas gewinnen können. Einfach unten auf den Link klicken.

Mit “Still Live” setzen Keith Jarrett, Gary Peacock und Jack DeJohnette ihre kreative Auseinandersetzung mit dem Material des “Great American Songbook” fort. Das Doppelalbum, das im Juli 1986 beim Münchner Klaviersommer aufgenommen wurde, dokumentiert, wie weit sich das Trio mittlerweile entwickelt hat. Es löst sich zunehmend von der festen Songstruktur der Standards: sie sind nun quasi nur noch das Sprungbrett für die Improvisationen, die immer freier und eigenständiger werden. Am deutlichsten wird dies wohl in der langen Überleitung zwischen “You And The Night And The Music” und “Someday My Prince Will Come”, die sich nahezu verselbständigt.

Bei diesem einmaligen Auftritt des Trios in Deutschland erwies sich Jack DeJohnette wieder einmal als ungemein einfühlsamer Schlagzeuger und Gary Peacock als erfindungsreicher Bassist, der sich nie mit der bloßen Grundierungsfunktion zufrieden gibt. Unter anderem spielt das Trio seine eigenen Versionen von Standards wie “My Funny Valentine”, “Autumn Leaves”, “Come Rain Or Come Shine”, “I Remember Clifford” und “Billie’s Bounce”.

“‘Still Live’ ist ein Mitschnitt vom einzigen Deutschlandkonzert des Trios, am 13. Juli 1986 in der Münchner Philharmonie. Hier, vor Publikum, schwirren die musikalischen Gedanken noch beredter hin und her, bekommt das kontrollierte Draufgängertum der drei Solisten einen zusätzlichen Schub, bleibt noch mehr Platz für überraschende Schlenker, Einfädelungen und Überholmanöver”, hieß es in Stereoplay. “Jack DeJohnette fließen die Rhythmen wie selbstverständlich aus den Händen.
Unter sein wendiges Spiel mit Besen und Becken legt Gary Peacock einen komfortablen Harmonik-Teppich: Sein Bass ist Solo- und Begleitinstrument zugleich, eingesetzt mit fast britischem Gespür für höflichen Nachdruck.
Das beflügelt Jarrett zu Höchstleistungen: Kaum je tönte der Klaviermagier so lyrisch ohne Sentimentalitäten, so mitreißend ohne Kraftmeierei, so flexibel ohne gewollten Kunstanspruch. Perfekt nutzt Jarrett sein Forum, spielt sich - sonst Prediger der spontanen Eingebung, der unbedingten Improvisation - über Broadway-Themen frei zu fester Form. Kaum wiederzuerkennen sind neu zum Leben erweckte Evergreens wie ‘My Funny Valentine’, ‘Autumn Leaves’, ‘Come Rain Or Come Shine’ oder ‘Someday My Prince Will Come’. In einer viertelstündigen, fast rockig machtvollen Improvisation über ‘The Song Is You’, in Jarretts hymnischer ‘Extension’ zu ‘You And The Night And The Music’ feiert sich dieses Trio selbst - mit den bisher fesselndsten Momenten seines ‘Standards’-Projekts.”

 


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