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03.06.2013

Die große Serie zum Jubiläum: Folge Nr. 05 - 'The Cure'

In dieser Folge präsentieren wir Ihnen das Album 'The Cure', erschienen im Jahr 1991. Die Serie begleitet die Veröffentlichung des neuen Albums 'Somewhere'.

Keith Jarrett Trio 1983 - 2013, Die große Serie zum Jubiläum: Folge Nr. 05 - 'The Cure'

Vor genau 30 Jahren, im Jahr 1983, hat das Keith Jarrett Trio sein erstes Album für das Label ECM veröffentlicht. Unvergesslich ist die Vielzahl an Veröffentlichungen, die weltweit Millionen von Musikfans begeistert haben. Grund genug für uns, eine kleine Retrospektive auf die Alben des Trio zu schreiben. Neben dem, was uns mit dem Trio verbindet interessiert uns aber besonders Ihre Meinung. Deshalb haben wir eine Leseraktion gestartet bei der Sie auch etwas gewinnen können. Einfach unten auf den Link klicken.

Als “Standards”-Trio sind Keith Jarrett, Gary Peacock und Jack DeJohnette seit 1983 in der ganzen Jazzwelt bekannt. Kurioserweise benannten sie ihr neuntes Album “The Cure” nach dem einzigen Titel, der nicht aus dem Fundus dieser Jazzstandards stammt, sondern von Jarrett selbst zum Repertoire beigesteuert wurde. Die Titelnummer steht in der Tradition der freien Stücke, die bereits die beiden Trio-Alben “Changes”
(1983) und “Changeless” (1987) prägten. Aufgenommen wurde dieser 77-minütige Konzertmitschnitt am 21. April 1990 in der New Yorker Town Hall. Jarrett, Peacock und DeJohnette begeisterten das dortige Publikum mit ihren einzigartigen Interpretationen von zeitlosen Klassikern wie “Bemsha Swing”, “Woody ‘N You”,“Body And Soul”, “Blame It On My Youth”
und “Things Ain’t What They Used To Be”.

In der kurz zuvor veröffentlichten Keith-Jarrett-Biographie von Ian Carr (“Keith Jarrett: The Man And His Music”) erläuterte Bassist Gary Peacock die musikalische Philosophie des Trios: “Viel wichtiger als das, was du spielst, ist, wie sehr du dich in die Musik einbringst. Es ist nicht so sehr, was du tust, sondern viel mehr die Energie, der du folgst. Man erlaubt der Energie einen zu durchdringen, und wenn man dann eine Note spielt, reicht das schon. Der Fokus liegt also nicht darauf, wieviel du mit einem Stück anstellst, wie sehr du es analysierst, es geht um das Feeling des Stücks. Jeder Standard hat seinen eigenen Charakter, seine eigene Seele... seine eigene Würze. Wenn man es schafft, zu dieser Würze, zu diesem Aroma vorzudringen und bei ihm zu bleiben, anstatt zu versuchen, ihm eigene ‘Ideen’ aufzudrücken, dann hat es etwas Magisches.”

“Das sogenannte ‘Standards-Trio’ des Tasten-Philosophen Keith Jarrett ist fast schon eine Standard-Institution im improvisierten Kammerjazz - oder, in anderen Worten: eine musizierende Einheit, die das freie Fließen der Gedanken und Eingebungen mit einer Konstanz vorführt, die an einen unaufhörlich sprudelnden Ideenquell denken lässt”, schrieb Stereoplay in einer Rezension des Albums. “Kontinuität der Kreativität:
Dies gilt auch für die neunte Aufnahme des Trios, einen Livemitschnitt aus der New Yorker Town Hall vom April 1990. Sieben goldene Oldies und eine Jarrett-Komposition präsentiert das Dreigestirn an Piano, Bass und Drums hier mit jener Konzentration und Leichtigkeit, die diese Combo unter die weltbesten Ensembles seiner Art katapultierte. Gary Peacocks weicher, geschmeidiger Kontrabass und Jack DeJohnettes klangvolles, weite Räume durchmessendes Schlagzeug legen sich wie ein elastisches, nachgiebiges Korsett um Jarretts formbewusstes Spiel.
Selbstverliebtheiten und ausufernde Alleingänge haben hier keinen Platz, vor falscher Bescheidenheit wiederum schützt die Akteure ihr starkes Ego. Durch Hineinhorchen in die Melodie und sensibel aufgebaute Interaktion finden die drei im Evergreen ‘Body And Soul’ Auswege aus Interpretationssackgassen, legen den verschlossenen Zauber ihrer Vorlage wieder frei. Ähnliches gelingt ihnen in der furiosen Eröffnung mit Monks ‘Bemsha Swing’, dem quirlig sprudelnden ‘Woody ‘N You’ frei nach Dizzy Gillespie oder Duke Ellingtons energisch rhythmisiertem ‘Things Ain’t What They Used To Be’. Und im Jarrett-Stück ‘The Cure’ kommt das Trio mit kantigen Bluesakkorden aus der Reserve. ECMs Stammingenieur Jan Erik Kongshaug besorgte eine brillante Liveaufnahme.”


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