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20.03.2012

Jazz, der nicht wie herkömmlicher Jazz klang - Keith Jarrett

Keith Jarrett, Jazz, der nicht wie herkömmlicher Jazz klang - Keith Jarrett © Universal Music

In den frühen 70er Jahren führte der amerikanische Pianist Keith Jarrett ein hochinteressantes musikalisches Doppelleben. Während er in Europa für das damals brandjunge ECM-Label von Manfred Eicher als Solist oder mit norwegischen Musikern die ersten Platten aufnahm, die seinen Weltruhm begründen sollten, ging er in den USA für das Impulse-Label mit amerikanischen Kollegen ins Studio, um dort Jazzalben einzuspielen, die sich musikalisch recht deutlich von den ECM-Werken unterschieden, aber nicht minder wichtig waren. Mit seinen beiden instrumental gleichbesetzten Quartetten - das europäische unterhielt Jarrett mit Jan Garbarek, Palle Danielsson und Jon Christensen, das amerikanische mit Dewey Redman, Charlie Haden und Paul Motian - sorgte der Pianist hier wie da für Furore.

Keith Jarrett Impulse-Œuvre: acht Klassiker des modernen Jazz

Für Impulse nahm Keith Jarrett die acht Alben “Fort Yawuh”, “Treasure Island”, “Back Hand”, “Death And The Flower”, “Mysteries”, “Shades”, “Byablue” und “Be-Bop” auf. Sie alle wurden 1996/97 in den beiden mittlerweile längst vergriffenen Boxen “Keith Jarrett: The Impulse Years, 1973-1974” und “Keith Jarrett: Mysteries, The Impulse Years, 1975-1976” auf zusammen neun CDs mit etlichen Bonus-Tracks wiederveröffentlicht.

Jazz, der nicht wie herkömmlicher Jazz klang


“Jazz, der nicht wie herkömmlicher Jazz klang, brachte [...] die Karriere Keith Jarretts in Schwung”, meinte Ashley Kahn in seinem Buch “Impulse! Das Label, das Coltrane erschuf”. “In den Siebzigern nutzte er eine breite Palette von Stimmungen und Rhythmen, die vom Schwungvollen und Spritzigen bis zum Pastoralen und Klagenden reichte...”

“Mysteries” und “Shades”: Musik mit geheimnisvollen Farbnuancen

Sowohl auf “Mysteries” als auch auf “Shades” wurde das Quartett durch den brasilianischen Perkussionisten Guilherme Franco zum Quintett erweitert. Neue, exotische Klangfarben verliehen der Musik dieses Ensembles auch Jarrett selbst, der neben Piano noch Perkussion, Holztrommeln und eine pakistanische Flöte spielte, und Dewey Redman, der sich nicht auf das traditionelle Tenorsaxophon beschränkte, sondern darüber hinaus noch eine chinesische Piccolo-Oboe (namens Musette), Maracas und ein Tamburin einsetzte.

Euphorische Kritiken in der Presse: von Rolling Stone bis New York Times Die internationale Presse bejubelte die Band: “Ganz unbemerkt scheint Jarrett den Sprung vom Ex-Miles-Pianisten zum bedeutendsten jungen Keyboard-Stilisten im heutigen Jazz geschafft zu haben”, schrieb Robert Palmer im Rolling Stone. Und sein Kollege Stephen Davis von der New York Times meinte: “Die Quartett-Einspielungen für Impulse zeigen Jarrett auf dem Höhepunkt seines Könnens.” Anlässlich des 50. Jubiläums des Impulse-Labels wurden die beiden Klassiker “Mysteries” und “Shades” jetzt innerhalb der neuen IMPULSE 2-ON-1-Serie zusammen auf einer Midprice-CD veröffentlicht. Beide Alben wurden neu digital remastert, die kompletten LP-Artworks sind im farbigen Booklet reproduziert.


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