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05.05.2015

Keith Jarrett - Verdoppelte Kreativität

Bei den Aufnahmen für das neue Soloalbum "Creation" bewies Keith Jarrett seine Kreativität nicht nur auf der Bühne, sondern auch hinterher im Studio.

Keith Jarrett, Keith Jarrett - Verdoppelte Kreativität © Henry Leutwyler/ECM Records

Wohl kein anderer Jazzkünstler beherrscht die hohe Kunst, aus dem Stegreif heraus zu "komponieren", so perfekt wie Keith Jarrett. Seit den frühen 1970er Jahren spiegelten Aufnahmen seiner Solokonzerte stets ungefiltert wieder, wie sich der Fluss seiner spontanen musikalischen Ideen und Inspirationen im Laufe eines Abends entwickelte.

Für "Creation" griff Jarrett nun erstmals nachträglich auf intuitive Weise in diesen kreativen Prozess ein. Die Aufnahmen, die diesem Album zugrunde liegen, wurden 2014 bei sechs Konzerten in Tokio, Toronto, Paris und Rom aufgezeichnet. Nachdem Jarrett sie intensiv durchgehört hatte, wählte er die seines Erachtens prägnantesten Episoden heraus: allesamt improvisierte Stücke mit betont liedhaften Charakter. Diese ordnete er danach so an, dass eine Art Suite mit einer eigenen inneren Logik und Dynamik entstand und formte sie zu einem ungemein lyrischen Opus. Zugleich beweist Jarrett hier aber auch seine geradezu unheimliche Begabung, ad hoc bezwingende Musik zu erschaffen. Sein melodisch-harmonischer Einfallsreichtum als Improvisator und seine Fähigkeit, immer wieder neue Formen zu finden und auszugestalten, ist auch nach all den Jahren berauschender Solokonzerte noch bemerkenswert.

"Jarrett ist so bedeutend, weil er die Geheimnisse des Improvisierens kennt wie kaum irgendjemand", schrieb der kanadische Kritiker Paul Wells nach dem Auftritt in Toronto. "Er versteht es, mit Melodie und Logik, mit strukturierten und überraschenden Momenten auf vielfältige Weise und unbegrenzt jonglieren."


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