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26.06.2009

Maxim

K.I.Z., Maxim

Die Bude im Kreuzberger Hinterhaus war dunkel und feucht, so mit Pilzen an der Wand. Meine Eltern besaßen viele Bücher, aber dafür nur einen Schwarzweißfernseher mit Antennenempfang. Dieser Mangel zog mich auf dem Schulhof in die unterste Kaste, weil ich die wahre Streetknowledge, He-Man und Hulk Hogan, garnicht kannte... Zum Glück lernte ich einen Jungen in meiner Straße kennen, dessen Mutter heroinabhängig war und den ganzen Tag in ihrem Zimmer abhing. Die hatten immer Milchschnitten und River Cola im Kühlschrank, Kabelfernsehen und einen Super Nintendo auf dem man Street Fighter 2 spielen konnte. In der Schule fiel immer viel aus, so dass ich nach den Fächern "freies Arbeiten" und "Spielstunde" genug Zeit hatte mit dem beim "freien Arbeiten" gebastelten Tschaki kleinen, niedlichen Spatzen ihre Scheißfüßchen zu zerschießen. Das hätte alles so weiter gehen können, doch meine Eltern hatten, wie gesagt, viele Bücher. Also verließ ich die Schule, auf der die weisen, vorrausblickenden Lehrer mir in der 2. Klasse schon sagen konnten, dass ich es niemals bis zum Gymnasium schaffen würde. Die neue Schule war nicht ghetto. Der Struggle bestand hier aus ausgelacht werden für die zu billige Kleidung oder für das mit-der-Bahn-nach-Hause-Fahren, He-Man und Hulk Hogan kannten die da gar nicht. In der Oberstufe entdeckte ich, wie schwanzfixiert mein Umfeld war und ließ meinen Schwanz immer häufiger einfach mal diskret raushängen, woraufhin ich das bekam, was mir bis dahin immer gefehlt hatte. Bewunderung und Aufmerksamkeit. Auf die Fresse hatte ich schon vorher gekriegt. Ich hatte ab jetzt ziemlich viele Freunde und darunter auch einen richtigen: MTK. Mit ihm fing ich an zu rappen. Er schlug mir beim Einsingen mit einem Kochlöffel den Takt auf den Kopf... Im Laufe der Jahre wurde das Ganze ziemlich groß und hieß K.I.Z. Haben sich 2 Sprüher von uns ausgedacht, die fanden, dass die "Buchstaben so aggressiv klingen".


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