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K.I.Z., K.I.Z. BACKSTAGE EXCLUSIV

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01.07.2009

Biografie - K.I.Z.

K.I.Z., Biografie - K.I.Z.

K.I.Z., die Band mit den vielen Namen und immer noch vier Gesichtern, haben sich nicht verändert. Was sich verändert hat sind die Verhältnisse. Das System ist Schuld Motherfucker! Yeah!

 

Wenn also K.I.Z. in diesem Jahr mit ihrem neuen Album "Sexismus gegen Rechts" an den Start gehen und dabei politisch radikaler und kontroverser wirken als mit ihrem phänomenalen Top Ten Album "Hahnenkampf" (Platz 9 der deutschen Albumcharts), so liegt das eben nicht unbedingt an der Verschiebung im Geisteszustand der Band, sondern eindeutig an den Top Managern der Hypo Real Estate, die uns die ganze Scheiße hier eingebrockt haben.

Denn schließlich halten Tarek, Nico, Maxim und DJ Craft schon seit ihrem Debütalbum "Das Rapdeutschlandkettensägenmassaker", von 2005, denselben Kurs und der lautet nach wie vor: "Auch wenn Du auf Hartz 4 bist, die Welt wird nicht dadurch schlechter, dass man darüber Witze macht".

Im Gegenteil: K.I.Z. sind der lebende Beweis dafür, dass die Welt ein gutes Stück besser wird durch Humor der weh tut und durch Lachen, das einem im Halse stecken bleibt. Guter Witz ist eine traurige Angelegenheit und wie alles, was Stil hat, eine Frage der Haltung.

 

Diese Haltung zu finden ist mit Sicherheit nicht immer einfach. Seidenweich schimmert das Bett der FDPartigen Aufmunterungskampagnen. Dumpf brodelt das Feuer der sozialen Ungerechtigkeit: Kommt lasst es uns anprangern! Sich konsequent dazwischen zu setzen, um drei Ecken zu denken und trotzdem den geraden Weg zu wählen ist eine Kunst für sich. Und wer sagt, dass ausgerechnet K.I.Z. in der Lage sein sollen, diese Gratwanderung zu gehen? Niemand. Die Konzerte sind trotzdem geil.

Das hat zwar überhaupt nichts miteinander zu tun, aber Tausende fanatischer Fans können nicht irren.

 

Am 08.12.2007 haben K.I.Z. vor 1.600 Zuschauern „Das Unfassliche Nikolauskonzert“ im Berliner Huxley’s uraufgeführt. Die dazugehörige Live DVD plus das Live Album gibt es seit März 2008 zu kaufen. Das Konzert war der Höhepunkt der ersten, eigenen Headlinertour, „Raus aus dem Körper – Rein in den Club“, welche die Band im September 2007 durch 26 Städte führte und die anwesenden Punks, Rocker, Metaller, Emos und natürlich auch die paar Hip Hopper zum kollektiven Wahnsinn getrieben hat.

Vergessen die Zeiten, in denen sich K.I.Z. im Vorprogramm der Bloodhound Gang und The Game gegen ein unwilliges Publikum durchsetzen mussten, zuerst mit Bechern beworfen wurden und schließlich doch triumphierten. Ein paar eigene ausverkaufte Shows später wurden diese Erfahrungen nur noch als extrem unterhaltsame Lehrzeit erinnert, und genau das war es ja auch.

 

Im Zeitalter der fortschreitenden Digitalisierung befassen sich K.I.Z. mit den wenigen nicht digitalisierbaren Tätigkeiten, die der Menschheit noch bleiben. Essen, in diesem Fall mehr Obst und Gemüse als Fleisch, weil man wird ja auch älter. Der körperlichen Liebe – natürlich geschützt, weil man will ja noch viel älter werden! Und Konzerte geben – weil man will ja noch was haben davon, wenn man älter wird.

Das alles tun die vier Berliner allerdings nicht aus Berechnung, sondern aus purer Lust und Spaß am Essen, Ficken und Auftreten. 

 

K.I.Z. spielen einfach gerne live. K.I.Z. sind einfach gerne auf Tour. K.I.Z. sind dadurch eine der besten Livebands der alten und neuen Bundesrepublik und konnten deshalb auch Anfang 2008 eine Tour abseits der großen Städte spielen, so quasi auf dem Land, da wo nie jemand hinkommt, denn schließlich: "einer muss es ja machen". Zur großen Überraschung kamen dann trotzdem durchschnittlich 1.000 Zuschauer und viele Locations mussten das verkünden, was auch Ende 2008, fünf von sechs Veranstalter vermelden mussten: AUSVERKAUFT! Und da waren dann immerhin so Klopper wie Hamburg und München dabei, wo jeweils 1.500 Menschen angereist kamen.

 

Das hätten sich dann auch mal alle Festivalveranstalter des letzten Jahres anschauen sollen, die K.I.Z. nicht gebucht hatten und die dann vollkommen geplättet die Kamikaze Aktionen der Band auf dem Red Bull Tourbus mit erleben mussten oder durften. Auf den Parkplätzen am Vorabend von Splash! und Hip Hop Open wurde vor 5.000 entrückten Fans eindrücklich bewiesen, dass sie richtig liegen K.I.Z. für die Saison 2009 zu buchen. Und so können sich alle Festivalbesucher in diesem Jahr schon jetzt freuen, dass die beste Rockband der Welt mit „Sexismus Gegen Rechts“ auf den Bühnen stehen wird. Denn pünktlich zum Splash soll der neue Tonträger erscheinen und weil K.I.Z. die volksnaheste Gruppe der Welt sein möchte, direkt nach Guido Westerwelles FDP, gibt es das Album dann auch aus dem Kofferraum zu kaufen.

K.I.Z. bespielen aber neben den Hip Hop Klassikern Splash! und Open Minded auch noch diverse Rockfestivals wie Big Day Out, Open Flair, Vainstream RockFestival, wobei sie beim Mini Rock Festival sogar die Headliner Position angetragen bekommen haben – das ist ganz ordentlich - für eine Hip Hop Band.

 

Vorher allerdings gehen K.I.Z. wieder an jenen Ort zurück, an dem sie sich am wohlsten fühlen und den sie auch in ihrer ersten Vorab-Vorab-Album-Track so einfühlsam besingen: Die Straße. Mit Laser, Rauch, Wasser, Geld und Riesenkettensäge werden die Autobahnen und Landstraßen bereist und am 04.06. kehren sie nach langer Enthaltsamkeit auch endlich wieder nach Berlin zurück, wo sie seit Dezember 2007 nicht mehr aufgetreten sind. Aber wir wissen ja. Nach einer langen Pause ist es fast am Schönsten!

Deshalb kommt das neue Album natürlich auch genau zur richtigen Zeit: „Sexismus Gegen Rechts“ im Juli. Weil das zwei Themenkomplexe sind, über die man auch im Sommer 2009 noch immer sprechen muss


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